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"Maloche bis zum Tode": SPD, FDP und Linke zerreißen CDU-Aktivrente

Die CDU meint, mit arbeitenden Rentner auch das Problem fehlender Fachkräfte angehen zu können.

Die CDU meint, mit arbeitenden Rentner auch das Problem fehlender Fachkräfte angehen zu können.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

An die Rente traut sich keine Partei gern heran. Die CDU legt nun jedoch ein Konzept vor, die sogenannte Aktivrente. Die stößt bei der politischen Konkurrenz auf Ablehnung, aus unterschiedlichen Gründen. Was alle eint, ist jedoch der Vorwurf der Ungerechtigkeit.

SPD, FDP und Linke haben den Vorschlag der CDU für ein steuerfreies Einkommen für Rentner kritisiert. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem "Tagesspiegel", wer im Ruhestand arbeiten wolle, solle das tun. "Das CDU-Konzept der Aktivrente soll allerdings auch dazu dienen, die Menschen an die Maloche bis zum Tode zu gewöhnen." Es gebe "ein Recht auf Ruhestand".

Die CDU hatte vorgeschlagen, Älteren steuerfreies Weiterarbeiten in der Rente bis zu einer Grenze von 2000 Euro im Monat zu ermöglichen. Die Idee für eine entsprechende "Aktivrente" untermauerte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit der Vorlage eines Rechtsgutachtens. Die CDU stehe bereit, den Vorschlag sofort umzusetzen. Vor allem dem zunehmenden Fachkräftemangel soll laut Linnemann so begegnet werden.

Der FDP-Arbeitsmarktpolitiker Carl-Julius Cronenberg äußerte sich im "Tagesspiegel" ebenfalls ablehnend. Anreize zur Beschäftigung von Vollrentnern seien vernünftig, sagte er. Warum Linnemann aber "ausgerechnet ein Instrument vorschlägt, das Millionen von Beschäftigten, zum Beispiel Handwerkern, nie zur Verfügung stehen wird und zudem das ohnehin komplizierte Steuerrecht weiter verkompliziert, erschließt sich nicht."

SPD: Professoren und Anwälte profitieren

Die SPD im Bundestag lehnte das CDU-Modell als ungerecht ab. "Der Vorschlag bevorzugt Professoren und Anwältinnen und benachteiligt diejenigen, die jahrzehntelang körperlich schwer gearbeitet haben, wie zum Beispiel Dachdecker oder Krankenpflegerinnen", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt der Zeitung. Auch SPD-Finanzexperte Michael Schrodi hatte bereits kritisiert, dass solche Arbeitnehmer doppelt benachteiligt würden: "durch Abschläge wegen eines früheren Renteneintritts und weil Erwerbsfähige durch die Steuerfreiheit bevorzugt würden", sagte er.

Bereits heute müssen die Menschen, die das reguläre Rentenalter erreichen, nicht automatisch in Rente gehen. Sie können unbegrenzt hinzuverdienen. Wer weiterarbeitet, erhält für jeden Monat einen Zuschlag von 0,5 Prozent auf seine Rente. Doch bei Überschreiten des Grundfreibetrags von 10.908 Euro im Jahr durch Rente und Hinzuverdienst fallen Steuern an.