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Maskenpflicht wird ausgeweitet: Berlin lehnt Weihnachtslockerungen ab

Berlin kämpft gegen seine hohen Corona-Infektionen. Dazu wird die Hauptstadt noch ein Stück über die Bund-Länder-Vereinbarungen hinausgehen: Lockerungen zu Weihnachten und Silvester wird es nicht geben. Auch wird die Altersgrenze für Kinder bei Treffen enger gefasst.

Die Menschen in Berlin müssen Weihnachten und auch Silvester wegen der Corona-Pandemie im kleineren Kreis feiern. Denn die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage werden in der Hauptstadt nicht gelten. Darauf verständigte sich der Senat, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im Anschluss mitteilte. Im Corona-Hotspot Berlin könne es keine derartigen Lockerungen geben. Zudem wird die Maskenpflicht auf alle Straßen und Plätze ausgeweitet, in denen Geschäfte sind.

Demnach sollen sich in Berlin über die Feiertage maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen, wobei keine Vorgaben gemacht werden, aus wie vielen Haushalten sie kommen. Hinzu kommen Kinder im Alter bis zwölf Jahren. Bund und Länder hatten sich hingegen für Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" vom 23. Dezember bis 1. Januar auf eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren verständigt.

Teil-Lockdown bis 22. Dezember verlängert

Bereits zum 1. Dezember werden die Kontaktbeschränkungen in Berlin analog zum Bund-Länder-Beschluss verschärft. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind wegen der Infektionslage dann auf maximal fünf Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts beschränkt. Bisher gilt eine Obergrenze von zehn Personen. Kinder bis zwölf Jahren sind davon ausgenommen. Bund und Länder hatten eine Altersgrenze für Kinder von 14 Jahren vorgeschlagen.

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown wird in Berlin bis zum 22. Dezember verlängert. Unter anderem Gaststätten und zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder bleiben damit weiter geschlossen. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, den Teil-Lockdown wegen der Infektionslage fortzusetzen - nach dem gemeinsamen Beschluss war allerdings vorgesehen, die Maßnahmen bis 20. Dezember zu befristen.

Zu Silvester wird es in Berlin kein generelles Böllerverbot wegen der Corona-Pandemie geben. Der Senat verständigte sich darauf, in dem Punkt den Bund-Länder-Beschluss unverändert umzusetzen. Demnach sollen an belebten Plätzen, wo sich normalerweise zum Jahreswechsel besonders viele Menschen versammeln, Böllerverbotszonen ausgewiesen werden. In Berlin gab es das schon im Vorjahr.

Hintergrund ist der Hotspot-Wert, auf den sich Bund und Länder geeinigt hatten: Ab einer Zahl von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche sollen die Corona-Regeln demnach nochmals verschärft werden. Betroffen ist neben gut 60 Landkreisen Berlin, wo dieser Wert aktuell bei 215,6 liegt. Zum Vergleich: Der kritische Schwellenwert bei dieser Inzidenz, den Bund und Länder mit Hilfe der Beschränkungen möglichst unterschreiten wollen, liegt bei 50.

Vor diesem Hintergrund soll den Berliner Schulen ermöglicht werden, in höheren Klassen auf freiwilliger Basis auf sogenannten Hybridunterricht umzustellen, bei dem Schüler abwechselnd in der Schule und zu Hause lernen. Das soll an Gymnasien und Sekundarschulen ab Klasse 8 gelten, jedoch nicht für Abschlussjahrgänge.

100 Tote in einer Woche

Unterdessen geht es dem jüngsten Lagebericht für die Hauptstadt hervor, dass innerhalb einer Woche nachweislich mehr als 100 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Damit stieg die Zahl der Verstorbenen seit Ausbruch der Pandemie in der Hauptstadt auf 527. Allein seit Mittwoch kamen 19 weitere Todesopfer hinzu.

Die Belegung der Intensivbetten in der Hauptstadt mit Covid-19-Patienten liegt mit 24,2 Prozent weiter nah am kritischen Schwellenwert von 25 Prozent. Die Corona-Ampel bleibt damit in diesem Bereich tiefgelb. Insgesamt wurden am Donnerstag in der gesamten Stadt 305 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt. 250 von ihnen mussten beatmet werden.

Tiefrot ist die Corona-Ampel dagegen weiter bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz: Diese liegt aktuell bei 215,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Als kritische Marke gelten hier 50 Neuinfektionen - Berlin liegt damit immer noch weit darüber. Im Vergleich zur Vorwoche ist dieser Wert allerdings um sechs Prozent gesunken. Grün zeigt die Ampel nur beim R-Wert mit 0,77. Er gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Auch diese Zahl ist leicht gesunken - am Vortag lag er bei 0,81.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg am heutigen Donnerstag um 1110, das waren fast 500 weniger neue Fälle als am Tag zuvor. Die Daten können aber auch je nach Meldung der Gesundheitsämter schwanken. Seit Ausbruch der Pandemie in Berlin haben sich damit nachweislich 61.664 Menschen angesteckt. Als wieder genesen gelten inzwischen 39.578 Infizierte.

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