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Mediziner warnt vor starkem Anstieg der Corona-Patienten - „Druck auf Intensivstationen ist groß“

Immer mehr Corona-Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Ein Mediziner warnt jetzt vor einem noch stärkeren Anstieg und schlägt Alarm.

+++ 17.11 Uhr: Die Zahl der Intensivpatienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, ist deutschlandweit gestiegen. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) werden derzeit 4740 Erkrankte stationär behandelt - dies gehe aus dem Tagesreport des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (16.04.2021) hervor. Im Vergleich zum Vortag sei das ein Anstieg um 61 Personen.

„Der Druck auf die Intensivstationen ist jetzt wirklich sehr groß, in Köln und Bonn sind sie zum Beispiel richtig voll“, sagte der Intensivmediziner Christian Karagiannidis von der Lungenklinik Köln-Merheim. In sieben bis zehn Tagen rechne er deshalb „mit einem deutlichen Anstieg der Intensivbelegungen“. Um Kapazitäten zu schaffen, solle man nun damit beginnen, Corona-Patienten auf verschiedene Regionen aufzuteilen. „Aber irgendwann ab nächster Woche muss es dann endlich für mindestens zwei Wochen strenge Kontaktbeschränkungen geben, um die Fallzahlen zu senken“, so Karagiannidis.

Die Zahl der Corona-Erkrankten auf Intensivstationen steigt derzeit stark an. Die ersten Kliniken verlegen bereits Patienten. (Symbolbild)

Verspätete Notbremse: Thüringen verlegt die ersten Corona-Intensivpatienten in andere Bundesländer

Die Intensivmediziner in Deutschland schlagen seit Wochen Alarm. Jetzt muss Thüringen als erstes Bundesland schwerstkranke Corona-Patienten in andere Bundesländer ausfliegen lassen, da die Intensivstationen völlig überfüllt. Das geht aus Berichten von ARD und ZDF am Donnerstagabend (15. April) hervor.

„Wir sind seit Wochen im Ausnahmezustand“, erklärte Prof. Michael Bauer vom Uniklinikum Jena im „heute journal“ des ZDF: „Die Hälfte meiner Betten ist mit schwerstkranken Covid-Patienten belegt.“ Dabei würden sie Patienten immer jünger, berichtete der Mediziner. So habe er beispielsweise „einen 32-jährigen Fitnesstrainer beatmet auf Station liegen“. Ihm sei Angst und Bange.

Corona-Intensivmediziner: „Die Notbremse kommt zu spät“

Intensivmediziner fordern sofortige harte Corona-Schutzmaßnahmen von der Politik. „Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren“, sagte Christian Karagiannidis, der Leiter des Intensivbettenregisters, gegenüber dem Tagesspiegel. Das Intensivbettenregister ist ein Projekt der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und des RobertKoch-Instituts (RKI).

Das Intensivbettenregister bildet die aktuelle Auslastung der Intensivbetten in Deutschland ab. Laut deren Einschätzung könnte die Höchstmarke von 6000 Intensivpatienten bereits Mitte April erreicht werden.

Sollte das Notbremsen-Gesetz von Merkel erst Ende April kommen, würde die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen auf 7000 steigen, so der DIVI-Präsident Gernot Marx. Der Leiter des Intensivbettenregisters des DIVI, Karagiannidis sagte gegenüber dem Tagesspiegel, dass Intensivmediziner zwar den Tod gewohnt seien, aber „so was hat es noch nie gegeben“.

Intensivstationen am Limit: Können Ärzte bald nicht mehr alle Patienten behandeln?

Kassel – Der Marburger Bund, ein Berufsverband für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, befürchten ein zu spätes Greifen der angekündigten Corona-Notbremse. Sollten die Kliniken weiter belastet werden, könnte sogar die Triage eingeführt werden, also das Priorisieren von Patienten – dabei kann es Leben und Tod gehen.

„Die Notbremse kommt ohnehin zu spät“, meint Susanne Johna, Vorsitzende des Verbandes, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vor einer Überbelastung der Intensivstationen warnten Mediziner bereits Anfang April.

Corona-Pandemie: Notbremse muss laut Medizinerin sofort greifen

Sollte es auf Intensivstationen zu Überlastungen kommen, könnte in vielen Kliniken die Triage nötig werden: „Wenn wir jetzt nicht sofort auf die Bremse treten, dann läuft die Entwicklung endgültig aus dem Ruder und die Ärzte müssen entscheiden, welche Patienten sie noch aufnehmen und welche nicht“, alarmiert Johna. „Das kann niemand wollen“.

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Ursprünglich hatte die Bundesregierung geplant, die parlamentarischen Beratungen über die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes noch in dieser Woche abzuschließen. Einer nötigen Fristverkürzung stimmte die Opposition allerdings nicht zu. Die geplante Corona-Notbremse befindet sich daher in der Schwebe. Die Beratungen sollen erst in der kommenden Woche aufgenommen werden.

Corona-Notbremse dringend erforderlich: „Physisch als auch psychisch am Limit“

Laut Johna appelliere man nun dringend an die Koalitionsfraktionen, die Opposition und die Länder, die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes und die damit einhergehende Notbremse noch in dieser Woche zu beschließen. Immerhin dürfe man nicht vergessen, dass jetzt diejenigen Patienten auf die Intensivstationen kämen, die sich vor zwei, drei Wochen mit Corona infiziert hätten.

„Wir müssen also in den kommenden zwei Wochen ohnehin mit mehr Schwerstkranken rechnen, unabhängig von der Notbremse“, betont die Medizinerin und fügt hinzu: „Die Kolleginnen und Kollegen auf den Intensivstationen sind sowohl physisch als auch psychisch am Limit.“

Marburger Bund: Lockerungen sind während geplanter Corona-Notbremse fehl am Platz

Außerdem kritisiert die Vorsitzende des Marburger Bundes die geplanten Regelung für Schulen: „Die Kombination aus Testungen und Wechselunterricht muss differenziert je nach Alter der Schüler eingesetzt werden“. Darüber hinaus sei der Inzidenzwert von 200 für Schulschließungen zu hoch angesetzt, „auch wenn die Bildung einen hohen Stellenwert genießt“. Sie fordert, dass der Wert bei den kommenden Notbremse-Beratungen noch einmal überdacht wird.

Die neue Verpflichtung für Unternehmen, ihre Mitarbeiter Corona-Tests anbieten zu müssen, begrüßt Johna hingegen. Doch das allein reiche nicht: „Es gibt kein Freitesten, weil es zu viele falsch negative Ergebnisse bei Antigenschnelltests gibt“, mahnt die Medizinerin. „Lockerungen in Abhängigkeit von negativen Testresultaten sind in der aktuellen Situation deplatziert“, betont Johna. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Jefferson Bernardes/dpa

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