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Nach Amoklauf in Florida: Waffenschmiede Remington will Gläubigerschutz beantragen

New YorkDer traditionsreiche Waffenhersteller Remington hat seinen Antrag auf Gläubigerschutz von Mittwoch auf Sonntag verschoben. Für das Image des Hauses war das eine kluge Entscheidung. Sonst wäre der Antrag auf den Tag eines landesweiten Massenprotests für mehr Waffenkontrolle gefallen.

An diesem Mittwochvormittag wollen in den ganzen USA Lehrpersonal und Schüler die Klassenräume verlassen, um ein Zeichen für schärfere Gesetze zu setzen. An solch einem Tag will man als Hersteller der Waffen nicht in den Schlagzeilen stehen.

Einen Monat ist es her, dass in Florida ein Amokläufer 17 Menschen tötete. Dafür verwendete er eine AR-15 – ein Sturmgewehr der Remington-Tochter Bushmaster. Seitdem ebben die Proteste gegen die Hersteller und Verkäufer von Waffen und gegen den mächtigen Lobby-Verband NRA nicht ab.

Zum ersten Mal brechen Unternehmen wie Avis, Hertz, Delta und United Airlines ihre Kooperationen mit der NRA ab. Und auch Einzelhändler ziehen Konsequenzen: Mit Dick’s Sporting Goods, Walmart und Kroger haben sich gleich drei große Einzelhändler in den USA freiwillige Beschränkungen auferlegt. Sie verkaufen Waffen in Zukunft nur noch an Menschen, die mindestens 21 Jahre alt sind, und nehmen halbautomatische Sturmgewehre aus dem Sortiment.

Sogar der konservative Bundesstaat Florida erließ auf Druck der Öffentlichkeit ein Gesetz, nach dem Käufer von Waffen 21 Jahre alt sein müssen. Bisher galt diese Grenze nur für Alkohol und Lottoscheine.

Für Remington wird die Lage damit nur umso schwieriger. Seit 2007 gehört das Traditionsunternehmen, dessen Wurzeln ins Jahr 1816 zurückreichen, der Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Im Jahr zuvor hatten die Investoren bereits Bushmaster übernommen und wollten eigentlich über eine Holding einen neuen Waffengiganten schmieden.

Doch der Plan ging nicht auf. Cerberus sucht nun schon seit Jahren einen Käufer für das hoch verschuldete Unternehmen. Zuletzt ist auch noch der Umsatz wie bei anderen Produzenten von Pistolen und Gewehren massiv eingebrochen.

Der Grund: Amerikas Waffen-Fans hatten sich während der Obama-Amtszeit mit Waffen eingedeckt, weil sie strengere Regelungen befürchten. Donald Trump dagegen galt bisher als Freund der Waffenlobby und so gibt es keinen Grund, das persönliche Arsenal aufzustocken.

Nun kommen auch noch die neuen Beschränkungen und Proteste nach Florida hinzu. Cerberus-Chef Stephen Feinberg, ein prominenter Unterstützer von Trump, dürfte die Suche nach einem Käufer immer schwerer fallen.

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