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Nawalny-Proteste in Russland erreichen Moskau, hunderte Festnahmen - Ehefrau des Kreml-Kritikers wieder frei

In Russland protestieren zehntausende Nawalny-Anhänger für die Freilassung des Oppositionspolitikers. Mehr als 2000 Menschen wurden verhaftet.

Update vom 23. Januar, 17.35 Uhr: Julia Nawalnaja, die Ehefrau des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny, wurde am Samstagnachmittag von der Moskauer Polizei wieder freigelassen. Das bestätigen Medienberichte wie auch Quellen, die der Familie Nawalny nahestehen. Nawalnaja wurde am Samstag in Polizeigewahrsam genommen, da sie an einer Demonstration teilnahm, welche die Freilassung ihres Ehemanns forderte.

Alexej Nawalny: Zehntausende demonstrieren Landesweit für Freilasung des Krem-Kritikers

In ganz Russland sind dabei mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen um gegen die Verhaftung Nawalnys und die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin zu demonstrieren. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Menschenrechtsorganisation OWD sprach am Samstagabend von mindestens 2131 Festnahmen landesweit. Die Einsätze der Polizei würden jedoch noch andauern.

Alexej Nawalny, der einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok im vergangenen Jahr nur knapp überlebte, kehrte Anfang Januar nach seiner Behandlung in Deutschland nach Russland zurück. Bei seiner Einreise wurde der 44-Jährige noch am Flughafen festgenommen und befindet sich seit dem in Gewahrsam der Polizei.

Update vom 23. Januar, 14.15 Uhr: Auch Alexej Nawalnys Mutter soll an der Protest-Aktion in Russland beteiligt sein. Das Team des Kreml-Kritikers postete kurz vor Bekanntwerden der Verhaftung Julia Nawalnajas ein Foto von ihr. Nawalny drohen mehrere Strafverfahren und viele Jahre Gefängnis. Die Bürgerrechtsbewegung OWD zählt mittlerweile landesweit mehr als 1000 Festnahmen bei den Protesten. Diese richten sich auch gezielt gegen Wladimir Putin, nachdem das Nawalny-Team kürzlich ein Enthüllungsvideo veröffentlichte, das beweisen soll, dass Putin sich aus Schmiergeldern ein „Zarenreich“ am Schwarzen Meer bauen ließ.

Ehefrau von Alexej Nawalny: Julia Nawalnaja in Moskau festgenommen - Post aus Gefangenenauto

Update vom 23. Januar, 13.50 Uhr: Alexej Nawalnys Ehefrau Julia Nawalnaja wurde bei den Protesten für die Freilassung des Kreml-Kritikers verhaftet.  „Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität“, schrieb sie am Samstag zu einem von ihr veröffentlichten Instagram-Post. Die Lichtverhältnisse seien sehr schlecht. Das Foto zeigt sie in einem Gefangenentransporter.

Update vom 23. Januar, 13.20 Uhr: Die russlandweiten Proteste zur Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben die Hauptstadt Moskau erreicht. Polizisten nahmen am Samstagnachmittag mehrere Demonstranten fest, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Auch Nawalnys engste Mitarbeiterin, die Juristin Ljubow Sobol, wurde festgenommen. Unter den Tausenden Protestierenden waren viele junge Leute und Angehörige der Mittelschicht. Anders als bei nicht genehmigten Kundgebungen in der Vergangenheit war der zentrale Puschkin-Platz nicht weiträumig abgesperrt. Aktivisten beklagten eine Drosselung des Internets.

„Putin ist ein Dieb“, riefen die Menschen in Moskau - so wie zuvor auch schon in vielen anderen Städten des Landes, in denen die Protestaktionen aufgrund der Zeitverschiebung mehrere Stunden früher stattfanden als in der Hauptstadt. Landesweit zählte die Bürgerrechtsorganisation OWD bis zum Nachmittag 369 Festnahmen. Es gab aber auch Berichte von Sicherheitskräften, die nicht eingriffen, sondern die Menschen marschieren ließen. Die russischen Behörden drohen mit hohen Strafen für die Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen am Samstag. In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Mitstreiter des Oppositionspolitikers festgenommen worden.

Proteste in Russland: Menschen demonstrieren gegen die Inhaftierung Alexej Nawalnys

Erstmeldung vom 23. Januar, 11 Uhr: Moskau - Als der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nach seinem monatelangen Aufenthalt nach Russland zurückkehrte, wurde er sofort verhaftet. Nun soll er nach einem umstrittenen Eilverfahren eine 30-tägige Gefängnisstrafe absitzen. Doch dagegen formiert sich Widerstand. Innerhalb und außerhalb des Landes. Russland hat sich wegen der Proteste für die Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny* eine Einmischung aus dem Ausland verbeten. Das russische Außenministerium kritisierte in einer Mitteilung die US-Botschaft in Moskau, die mehrere für Samstag geplante Demonstrationen mit genauen Treffpunkten und Uhrzeiten aufgelistet hatte. Unter dem Deckmantel der Sorge um die Sicherheit von US-Bürgern im Ausland wolle Washington die Proteste in Russland anheizen, kritisierte Moskau.

Nawalnys Anhänger haben für diesen Samstag in mehr als 90 russischen Städten zu Protesten aufgerufen. Sie fordern die Freilassung des Putin-Gegners, der am Montag in einem umstrittenen Eilverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt worden war. Er soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte. Nawalny und sein Team sehen das Vorgehen der Justiz politisch motiviert.

Nawalny-Proteste in Russland: Kreml-Kritiker zu Haft verurteilt - bereits 125 Festnahmen bei Gegen-Demos

Bis Samstagmittag Moskauer Zeit zählte die Bürgerrechtsorganisation OWD bereits 125 Festnahmen in Städten, in denen die Proteste aufgrund der Zeitverschiebung bereits mehrere Stunden früher als in der Hauptstadt angesetzt waren. Vielerorts griff die Polizei aber auch nicht ein, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen ist. In der sibirischen Stadt Tomsk, wo Nawalny im August Opfer eines Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok wurde, sollen sich Menschen zur größten nicht genehmigten Demo seit Jahren versammelt haben. Nawalny macht Kremlchef Wladimir Putin* und den Inlandsgeheimdienst FSB für das Attentat verantwortlich. Putin und der FSB weisen das zurück.

Nawalnys Unterstützer sprachen von Tausenden Demonstranten auch in Chabarowsk, Irkutsk und Nowosibirsk. Die Menge skandierte „Wir haben die Macht“ und „Putin ist ein Dieb“. Nawalnys Team hatte Anfang der Woche unter dem Titel „Ein Palast für Putin“ ein viel beachtetes Enthüllungsvideo veröffentlicht, das beweisen soll, dass der Präsident sich aus Schmiergeldern ein „Zarenreich“ am Schwarzen Meer bauen ließ. Der Kreml bezeichnet die Vorwürfe als „Lüge“. Die Behörden drohen mit hohen Strafen für die Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Mitstreiter des Oppositionspolitikers festgenommen worden. (dpa)

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