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Newsblog: Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor

Die Covid-19-Pandemie, oder auch Corona-Krise genannt, beschäftigt die Welt seit Anfang des Jahres. Wir halten Sie im Liveblog mit den wichtigsten internationalen, sowie nationalen News auf dem Laufenden.

FÜR DIESE LÄNDER GILT EINE REISEWARNUNG

Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor

21.40 Uhr: Der Bund schlägt angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus für Feiern in privaten Räumen eine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer vor. In öffentlichen Räumen solle die Beschränkung bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf für die Beschlussvorlage des Bundes zu den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag. Offen ist, ob dies nur bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte bei den Neuinfektionen gelten soll. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über die Zahlen berichtet.

Niederlande verschärfen Corona-Regeln für drei Wochen

20.01 Uhr: Die Niederlande verschärfen angesichts schnell steigender Fallzahlen ihre Corona-Regeln für zunächst drei Wochen. „Jeder hat die alarmierenden Berichte gesehen“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Montagabend in Den Haag. Daraus müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden.

Dazu gehört, dass ab Dienstagabend alle Sportveranstaltungen ohne Publikum stattfinden müssen. Cafés und Restaurants müssen um 22.00 Uhr schließen und dürfen ab 21.00 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen. Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40.

Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Die Niederlande sind bei Gesichtsmasken bisher sehr zurückhaltend gewesen. Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen. Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten.

„Entweder wir schaffen es, die Zahl der Infizierungen zu senken oder wir schaffen es nicht“, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. „Dann sind härtere Maßnahmen nötig.“ Dies könne die Stilllegung des gesamten Gastronomie-, Sport- und Kultursektors sein. Es gehe dann wieder in Richtung Lockdown. Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den Niederlanden zuletzt stark angestiegen. Am Samstag gab es laut der Universität Johns Hopkins rund 2760 Neuinfektionen in dem Land mit rund 17,5 Millionen Einwohnern. Die täglichen Fallzahlen waren damit höher als in Deutschland, das mehr als viermal so viele Einwohner hat.

Merkel warnt vor starkem Anstieg der Corona-Zahlen

15.08 Uhr: Vor den nächsten Beratungen mit den Bundesländern über die Corona-Krise an diesem Dienstag hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem deutlichen Anstieg der Ansteckungszahlen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, sagte Merkel am Montag nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums.

Bei der Videokonferenz zwischen Merkel und den Länderchefs soll es um geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen gehen, vor allem mit Blick auf die anstehende kalte Jahreszeit. Priorität hätten Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft, sagte Merkel. Man müsse lokale Infektionsherde sehr deutlich angehen, sonst habe man an Weihnachten Zahlen wie in Frankreich. (dpa)

Positive Corona-Tests auf der „Mein Schiff 6“ in der Ägäis

13.00 Uhr: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ der Reederei Tui Cruises sind zwölf Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Am Montagfrüh haben wir von einem externen Labor positive Testergebnisse von zwölf Crew-Mitgliedern der „Mein Schiff 6“ erhalten“, teilte TUI Cruises in Hamburg mit. Die gesamte Besatzung sei in den letzten 14 Tagen nicht auffällig geworden, keines der zwölf Crew-Mitglieder habe Symptome. Die Betroffenen seien an Bord isoliert worden und würden nun an Bord erneut getestet. Erste Befunde seien negativ.

Griechische Medien berichteten, das Schiff sei am Sonntagabend von der kretischen Hafenstadt Heraklion ausgelaufen. Nach Bekanntwerden der Testergebnisse habe der Kapitän die Reise unterbrochen und vor der kleinen griechischen Insel Milos auf weitere Instruktionen gewartet. Das Schiff soll nun in den Hafen von Piräus fahren.

Tui will trotz Reisewarnung Urlauber auf die Kanaren bringen

11.25 Uhr: Trotz Reisewarnung der Bundesregierung will der weltgrößte Reiseanbieter Tui ab dem 3. Oktober wieder Reisen auf die Kanaren anbieten. Urlauber sollten für Pauschalreisen auf die kanarischen Inseln selbst entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten, sagte der Deutschlandchef des Tourismuskonzerns, Marek Andryszak, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Wir gehen fest davon aus, dass viele Kunden dies genau abwägen werden.“ Er glaube, dass durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden.

Seit der Reisewarnung für ganz Spanien habe Tui die Flüge auf die kanarischen Inseln stark reduziert. „In der Zwischenzeit haben wir Vorbereitungen getroffen, so dass wir Reisen auf die Kanaren ab dem 3. Oktober wieder aufnehmen können – trotz Reisewarnung“, sagte Andryszak. Damit stelle sich der Reisekonzern nicht gegen die Bundesregierung - bei den Reisewarnungen handele es sich nicht um ein Reiseverbot, sondern um eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. „Und genau dieser Empfehlung folgen wir“, sagte er.

Kino-Branche appelliert an Merkel Abstandsregeln zu lockern

11.17 Uhr: Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Lockerung der Abstandsregelungen in den Kinosälen gefordert. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag, plädieren sie für eine bundesweit einheitliche Regel, die lauten sollte: „Ein Sitz frei zwischen Besuchergruppen, ohne Maske am Platz“.

Wie die Zuschauer im Kino sitzen dürfen, ist demnach von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. „Die gegenwärtige Regelung führt dazu, dass der Mindestabstand am Sitzplatz in der Realität deutlich über 2 Meter liegt - ohne dass sich die Menschen auch nur von Angesicht zu Angesicht gegenübersäßen“. Für die Betreiber bedeute dies eine maximale Auslastung von lediglich 20 Prozent, heißt es im Brief der AG Kino - Gilde Deutscher Filmkunsttheater vom Montag. Der Verband hatte dazu bereits kürzlich zur Filmkunstmesse in Leipzig einen Appell veröffentlicht.

Sechs Millionen Infektionen in Indien bestätigt

9.23 Uhr: Indien hat jetzt mehr als sechs Millionen Corona-Infektionen erfasst - noch rund eine Million weniger als in den USA, wo es die meisten bekannten Fälle gibt. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen nach offiziellen Angaben vom Montag mehr als 82 000 neue Fälle dazu.

Indiens Gesundheitsminister Harsh Vardhan warnte die Bürger seines Landes vor Nachlässigkeit. Ärzte warnen davor, dass sich das Virus in den kommenden Wochen stark verbreiten könnte: Zum einen stehen Wahlen im Bundesstaat Bihar mit 72 Millionen Wählern an und zum anderen mehrere wichtige hinduistische Feste, bei denen sich oft größere Menschenansammlungen bilden.

Indien verzeichnete bisher die drittgrößte Zahl von Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind - mehr als 95 000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies zwar weniger als in anderen Ländern. Die geringe Todesrate könnte an der besonders jungen Bevölkerung Indiens liegen. Viele Experten gehen aber davon aus, dass viele Tote nicht in der offiziellen Statistik auftauchen. Die Testrate pro Kopf ist in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land noch deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern.

Markus Söder fordert bundesweit einheitliche „Corona-Ampel“

6.11 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor dem für Dienstag angesetzten nächsten Corona-Gipfel der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine bundesweite „Corona-Ampel“ gefordert. „Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter“, sagte Söder der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe). Mit seinem Vorschlag will Söder dem Blatt zufolge mehr Klarheit bei der Pandemie-Bekämpfung erreichen. Neben der „Corona-Warnampel“ für alle Bundesländer fordert er demnach genaue Vorgaben, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn die Zahl der Infizierten bestimmte Grenzwerte übersteigt.

Nach Söders Vorschlag soll die „Corona-Ampel“ auf Gelb springen, wenn es in einem Landkreis 35 oder mehr Infizierte pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gibt. Zur Prävention gegen eine weitere Ausbreitung des Virus könnten dann beispielsweise vorbeugende Tests für Risikogruppen angeordnet, Bundesligaspiele wieder ohne Zuschauer ausgetragen und die Maskenpflicht in Schulen ab der fünften Klasse auch auf den Unterricht ausgeweitet werden.

Steigt die Zahl auf 50 Infizierte, soll dem Bericht zufolge bei privaten Veranstaltungen die erlaubte Teilnehmerzahl auf ein Viertel der bis dahin geltenden Zahl reduziert werden. Auf öffentlichen Plätzen, wo Abstände schwer einzuhalten sind, sieht der Vorschlag dann eine Maskenpflicht vor. Zudem sollen Einschränkungen beim Verkauf von Alkohol sowie frühere Sperrstunden möglich sein. Doppelte Testungen sollen die Zuverlässigkeit beim Erkennen von Infektionen erhöhen.

Neue Proteste gegen „diskriminierende“ Corona-Absperrungen in Madrid

20.30 Uhr: Im spanischen und europäischen Corona-Hotspot Madrid haben am Sonntag erneut Tausende gegen die Absperrungen von vorwiegend einkommensschwachen Gebieten zur Eindämmung der Pandemie protestiert. Die Demonstranten kritisierten die Maßnahmen der konservativen Regionalregierung als diskriminierend und ausgrenzend und forderten in erster Linie mehr Geld für den Gesundheitssektor sowie eine Verbesserung der Nachverfolgung von Infektionsketten.

Zu den Protesten in verschiedenen Stadtteilen und Kommunen im Großraum der spanischen Hauptstadt hatten linke Parteien, Gewerkschaften sowie Bürgerinitiativen und Studentenverbände aufgerufen.

Die Kundgebungsteilnehmer forderten auch den Rücktritt von Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso. „Mit solchen Maßnahmen erreicht man nur, dass die Arbeiterviertel im Süden bestraft und stigmatisiert werden“, sagte die Abgeordnete der linken Partei Unidas Podemos im Madrider Regionalparlament, Carolina Alonso. Seit einer Woche gibt es immer wieder Proteste gegen die Sperrgebiete.

Am Freitag hatte Díaz Ayuso den Rat der linken Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez missachtet, möglichst ganz Madrid abzuriegeln. Stattdessen ordnete sie nur die Ausweitung bestehender Beschränkungen der Bewegungsfreiheit von 37 auf 45 Gebiete ab Montag an.

Nach spanischen Medienberichten erwägt die Zentralregierung derweil, die Hauptstadt auch gegen den Willen der Regionalregierung weitgehend abzuriegeln. Eine amtliche Bestätigung dieser Pläne gab es vorerst zwar nicht. Der Gesundheitsminister von Sánchez, Salvador Illa, schrieb am Sonntag aber auf Twitter, man habe Madrid zur „Überprüfung“ der Maßnahmen und „zur Befolgung der Empfehlungen der Wissenschaftler und der Mediziner aufgerufen“.

Inmitten der sozialen und politischen Unruhe gab es für die rund 6,6 Millionen Einwohner der Region Madrid einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, die in der „Comunidad Autónoma“, der Autonomen Gemeinschaft, tagelang bei deutlich über 300 lag, fiel zuletzt nach jüngsten amtlichen Angaben auf 267. Für ganz Spanien lag diese Zahl bei 121.

30 Corona-Fälle bei polnischem Fußball-Club

15.30 Uhr: Beim polnischen Fußball-Erstligisten Pogon Szczecin (Stettin) sind 30 Spieler und Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Ekstraklasa-Club am Sonntag mit. Unter den Betroffenen seien 21 Profis sowie zwei Mitglieder des Trainerstabes. Sie befänden sich in häuslicher Quarantäne. Die Tests waren vorgenommen worden, nachdem mehrere Spieler grippeähnliche Symptome gezeigt hatten. 

RKI-Präsident Wieler: Ansteckungen vor allem bei Familienfeiern

11.30 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der aktuellen Corona-Infektionen in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. „Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Der private Bereich spiele „die große Rolle“.

Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Es habe zwar sehr spektakuläre Ausbrüche gegeben, aber nicht sehr viele. „Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen.“ Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

1411 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

09.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1411 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 284 140 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9457 - das sind fünf Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 250 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,08 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,17 (Vortag: 1,24). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Chef des Robert-Koch-Instituts würde kein Stadion besuchen

8.15 Uhr:  Der Präsident des Robert Koch-Institutes in Berlin, Lothar Wieler, würde in der momentanen Situation nicht in ein Fußball-Stadion gehen. „Ich werde sicher nicht unter so viele Menschen gehen, wenn ich nicht muss“, sagte der 59-Jährige der „Welt am Sonntag“. Der RKI-Chef ist bekennender Fan 1. FC Köln.
In der Bundesliga sind die Zuschauer teilweise wieder in die Stadion zurückgekehrt. Vor Saisonbeginn hatte die Politik beschlossen, bundesweit in einem Probebetrieb bis zu 20 Prozent der Stadien in der ersten und zweiten Bundesliga wieder zu füllen.

Am Samstag war beim Erstligaspiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen (1:3) der Besuch der Zuschauer wieder verboten worden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Gelsenkirchen lag zum entscheidenden Zeitpunkt wieder über 35. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hatten sich 39,5 von 100 000 Menschen in der Stadt infiziert. Damit war der entscheidende Warnwert überschritten worden. Es war bereits das dritte Bundesliga-Spiel seit Saisonbeginn, bei dem wenige Stunden vor dem Anpfiff die Erlaubnis für eine bestimmte Zuschauerzahl zurückgezogen wurde. Am ersten Spieltag waren die Partien des FC Bayern München gegen Schalke (8:0) und des 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim (2:3) betroffen.

Festnahmen und Verletzte bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in London

22.10 Uhr: Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind am Samstag in London 16 Menschen festgenommen worden. Neun Polizisten wurden bei den Protesten von Hunderten Impfgegnern und Gegnern der Corona-Maßnahmen nach Polizeiangaben verletzt. Zwei von ihnen mussten mit Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei trieb Protestler auf dem Trafalgar Square auseinander, es kam zu Zusammenstößen. Auch eine Protestgruppe im Hyde Park wurde von der Polizei aufgelöst. Nach Angaben der Polizei hielten die Demonstranten die Abstände nicht ein. Auf Schildern war etwa zu lesen „No to mandatory vaccines“ („Nein zur Impfpflicht“) oder „Covid-1984“ in Anlehnung an George Orwells düsteren Roman „1984“.

Großbritannien gab die Zahl der neu registrierten Coronavirus-Infektionen am Samstag mit 6042 an. Insgesamt sind in dem Land seit März 430.000 Infektionen nachgewiesen worden. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei fast 42.000, in absoluten Zahlen die höchste in Europa.

Söder sieht Deutschland vor schwierigem Herbst und Winter mit Corona

19.09 Uhr: Bayern und ganz Deutschland stehen nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder wegen der Corona-Krise vor einem schweren Herbst und Winter. „Corona ist mit aller Wucht, mit aller Macht wieder da“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Samstag in seiner Grundsatzrede auf dem digitalen Parteitag der CSU in München. Um Deutschland herum, in ganz Europa würden die Fallzahlen bereits wieder explodieren. „Nahezu alle Nachbarn melden jeden Tag neue Rekordzahlen.“ Die Weltgesundheitsorganisation sehe Europa in einer ganz kritischen Phase. „Denn eines ist klar, Herbst und Winter steht vor der Tür, und dort wird die Lage deutlich schwieriger werden.“

Trotz der steigenden Zahlen und dem nach wie vor fehlenden Impfstoff brauche es keinen grundlegenden Strategiewechsel im Umgang mit der Pandemie, um etwa eine Durchseuchung und damit eine Herdenimmunität zu erreichen, sagte Söder. „Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern“, sagte Söder zu den rund 800 zugeschalteten Delegierten an ihren Computerbildschirmen.

Gleichwohl bleibe es wichtig, die Strategie fortlaufend anzupassen. „Wir dürfen nicht aufgeben oder nachlassen, sondern müssen klug, souverän, aber auch entschlossen dieser Herausforderung begegnen. Es braucht gar nicht viel, um erfolgreich mit Corona umzugehen“, sagte Söder. Dazu gehöre insbesondere das Tragen von Masken und ein vernünftiges Verhalten, welches auch das Wohl der Mitmenschen beachte. Hoffnung mache auch die weltweite Forschung nach einem Impfstoff. Eine neue bundesweite Corona-Ampel, über die derzeit viel diskutiert wird, hält Söder für überflüssig. Die Orientierung an den Neu-Infektionszahlen (Inzidenzwert) wie bisher reiche aus.

Hunderte feiern in Berlin – Polizei löst Partys auf

15.30 Uhr: Wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung hat die Polizei Hunderte feiernder Menschen aus zwei Parks in Berlin-Mitte verwiesen. „Bis zu 300 Personen in Partystimmung und mit viel zu wenig Abstand“ hielten sich am Freitagabend im Weinbergspark und im James-Simon-Park auf, wie ein Sprecher am Samstag mitteilte. Die Sicherheitskräfte mussten demnach „mit Nachdruck“ die teils alkoholisierten und jugendlichen Feiernden ansprechen, um die Menschenansammlungen aufzulösen.

Dabei soll es zu vereinzelten Flaschenwürfen und einer Zündung von Pyrotechnik gekommen sein. Im Weinbergspark wurde ein Polizist leicht verletzt, so der Sprecher. Der Einsatz endete am Samstagmorgen gegen 2.30 Uhr. Zur Zahl der Verstöße und Anzeigen machten die Sicherheitskräfte zunächst keine Angaben.

Erst am Freitag hatten sich Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci und mehrere Bezirke für neue Gegenmaßnahmen für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Fallzahlen ausgesprochen. Die SPD-Politikerin sprach von einer „sehr ernsten Lage“ in der Stadt. Es solle Beschränkungen für private Feiern geben, berichtete Kalayci. Draußen wären das 50, in Räumen 25 Teilnehmer als Obergrenze. Zudem solle es Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum geben. Verstärkte Kontrollen seien in Gaststätten, Bars und Restaurants nötig. Illegale Partys sollten unterbunden werden.

Söder bezeichnet Coronavirus als Naturkatastrophe

13.44 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet – und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. „Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa“, sagte Söder am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU.

Viele hätten keine Lust mehr auf Corona und seien von Corona genervt – er selber auch. Doch Söder mahnte: „Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark.“ Der bayerische Ministerpräsident betonte: „Corona ist eine Art Naturkatastrophe.“ Und diese Prüfung müsse man nun bestehen. Deshalb dürfe man beim Kampf gegen das Virus nicht nachlassen, sondern klug und entschlossen der Herausforderung begegnen. „Vorsicht ist besser als Risiko“, mahnte Söder.

Rund 800 Delegierte waren zu der Videokonferenz geladen, rund 540 waren zu Beginn am Samstagnachmittag zugeschaltet. Wegen der anhalten Corona-Krise hatte die CSU nach einem kleinen Parteitag im Mai auch den großen Parteitag ausschließlich ins Internet verlegt.

Experten halten Madrids Corona-Maßnahmen für unzureichend

12.40 Uhr: Gesundheitsexperten halten die neuen Maßnahmen der Regionalregierung Madrids zur Eindämmung der drastisch steigenden Corona-Zahlen für unzureichend und unwirksam. „Sie haben kein solides epidemiologisches Fundament, sie sind unverantwortlich im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit und werden Leiden bereiten sowie Leben kosten“, zitierte die Zeitung „La Vanguardia“ am Samstag den Epidemiologen und früheren Krisendirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Daniel López Acuña.

Am Vortag hatte die konservative Regionalregierung der spanischen Hauptstadt den Rat der linken Zentralregierung missachtet, fast ganz Madrid abzuriegeln. Stattdessen ordnete sie nur die Ausweitung bestehender Beschränkungen der Bewegungsfreiheit von 37 auf 45 Gebiete an. Die Stadtregierung befürchtet, dass die Wirtschaft durch einen neuen Lockdown wie im Frühjahr völlig in die Knie gehen könnte.

Am Samstag forderte Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa die Regionalregierung erneut auf, dem Rat der Experten zu folgen. „Die Lage in Madrid ist kompliziert und stellt ein ernsthaftes Risiko dar“, warnte er. „Es kommen schwere Wochen auf uns zu. Dies ist ein epidemiologischer Kampf gegen das Virus, kein ideologischer“, betonte der Sozialist.

Auch der Wissenschaftler des nationalen Zentrums für Biotechnologie, Saúl Ares, lässt kaum ein gutes Haar an der Strategie der Regionalregierung. „In einer dicht besiedelten Stadt wie Madrid macht es wenig Sinn, einzelne Stadtgebiete abzuriegeln, die oft nur durch einen Bürgersteig voneinander getrennt sind“, sagte er der Zeitung „El País“. Zudem liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen in Madrid schon lange über der Marke, ab derer mit Entschlossenheit hätte gehandelt werden müssen, betonte Ares. Zurzeit liegt diese Zahl bei 720, in Deutschland auf sieben Tage gerechnet bei etwa 13.

Spanien ist in Westeuropa im Hinblick auf die absoluten Infektionszahlen das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Bis Freitag wurden mehr als 715 000 Corona-Infektionen und mehr als 31 000 Todesopfer gezählt.

Iran plant zeitweilige Ausgangssperren

11.28 Uhr: Der Iran plant wegen eines weiteren Anstiegs der Corona-Neuinfektionen zeitweilige Ausgangssperren. Bei hohen Fallzahlen sollen sollten in betroffenen Provinzen einwöchige Lockdowns verhängt werden, gab Präsident Hassan Ruhani in einem Treffen des nationalen Corona-Krisenstabs am Samstag bekannt. Zudem solle es bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig höhere Strafen geben, hieß es auf der Webseite des Präsidenten.

Iranische Gesundheitsexperten fürchten, dass ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu kritischen Engpässen bei der Versorgung infizierter Patienten führen könnte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zuletzt bis zu 200 Tote sowie 3500 Neuinfektionen täglich. Insgesamt starben in dem Land mit etwa 82 Millionen Einwohnern bereits mehr als 25 000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Annähernd 440 000 haben sich infiziert.

2507 Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages – Höchster Wert seit April

8.30 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2153 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282.730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 0,91 (Vortag: 0,78). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI einen Sieben-Tage-R-Wert an, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen und lag zuletzt bei 1,01 (Vortag: 0,97). Demnach steckt ein Infizierter im Mittel ungefähr einen weiteren Menschen an.

Fast 16.000 Neuinfizierte in Frankreich

8.25 Uhr: In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden fast 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 15.797 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. Am Vortag war ein neuer Rekord mit 16.096 Infektionen verzeichnet worden.

Seit Donnerstag wurden den Angaben zufolge zudem 56 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mehr als 31.600 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Bundesweit derzeit rund 50.000 Schüler in Quarantäne

8.15 Uhr: Nach dem Start des neuen Schuljahres befinden sich einem Zeitungsbericht zufolge derzeit rund 50.000 Schüler in Quarantäne. Dies habe eine Umfrage bei den zuständigen Ministerien der Länder ergeben, berichtete die „Bild“-Zeitung (Samstagsausgabe). „Diese Zahl zeigt, dass wir nach wie vor mitten in der Pandemie sind und dies bereits wieder voll auf den Schulbetrieb durchschlägt“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Blatt.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnte vor einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen an den Schulen. „Die derzeitige hohe Zahl von 50.000 Schülerinnen und Schülern wird sich nach Auffassung des Deutschen Lehrerverbands in den nächsten drei Monaten noch mehr als verdoppeln, wahrscheinlich sogar vervielfachen“, sagte er dem Blatt.

In der Folge dürfte es „immer schwieriger werden, Infektionsausbrüche zu kontrollieren und einzudämmen“, sagte Meidinger. Inzwischen steige auch die Zahl der Fälle, bei denen eine Ansteckung innerhalb der Schule als wahrscheinlich gelten könne.

Landkreistagspräsident fordert bundesweite Obergrenze für Privatfeiern

8 Uhr: Die deutschen Landkreise fordern vor der nächsten Beratungsrunde von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie die Festlegung einer bundesweiten Obergrenze für Privatfeiern von weniger als 50 Teilnehmern. Der gegenwärtige Flickenteppich irritiere die Menschen, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Deshalb brauche es zumindest einige einheitliche Regeln.

Ab 50 Teilnehmern einer privaten Feier werde es „logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war“, sagte der CDU-Politiker Sager. Daher plädiere er für eine Obergrenze unterhalb von 50.

Bislang gibt es keine einheitliche Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern, auf dem Bund-Länder-Gipfel am Dienstag müsse diese aber kommen, forderte Sager. Zudem müsse die Einhaltung „kontrolliert und der Verstoß auch sanktioniert werden, sonst bringt das nichts“, erklärte der Präsident der 294 deutschen Landkreise. 

Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert.

Deutschland sitzt auf 1,2 Milliarden Masken

15.55 Uhr: In Deutschland werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zur Zeit gut 1,2 Milliarden Schutzmasken gelagert. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus hervor, über die RTL und ntv zuerst berichtet hatten. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurden und werden in diesem und im nächsten Jahr OP- und FFP2-Masken für insgesamt 5,9 Milliarden Euro beschafft. Voraussichtlich werden „nach jetzigem Kenntnis- und Prüfungsstand“ mehr als 85 Prozent aller Masken „verkehrsfähig und damit für den Gesundheitssektor verwendbar sein“, heißt es weiter.
„Das Ministerium ist noch immer dabei die Masken zu prüfen, das dauert einfach viel zu lange“, sagte Aschenberg-Dugnus. Wenn die Haltbarkeit nur zwei Jahre betrage, frage man sich, wie viele nach Ende der Prüfung überhaupt noch nutzbar seien. „Es ist wichtig, in Zukunft die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung wieder nach Deutschland und Europa zurückzuholen, so dass wir die überhöhten Preise aus China nicht mehr zahlen müssen.“
Zu Beginn der Corona-Pandemie waren Schutzmasken Mangelware. Die Regierung war nach Hilferufen aus Kliniken und Pflegeheimen in die zentrale Beschaffung eingestiegen. Für Organisation, Logistik, Einkauf und Verträge wurde die Unternehmensberatung Ernst & Young eingeschaltet. Die Bundesregierung zahlt dafür nach früheren Angaben fast zehn Millionen Euro.

Finnland schränkt Einreise für deutsche Urlauber wegen Pandemie ein

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen hat Finnland Einreisebeschränkungen für deutsche Urlauber verhängt. Ab Montag seien „nicht notwendige, touristische Reisen“ nach Finnland nicht mehr gestattet, teilte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin mit. Finnland mache die Einreiseerlaubnis davon abhängig, dass in den Herkunftsländern der Reisenden der Grenzwert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschritten werden dürfe. Dieser Grenzwert sei für Deutschland aber überschritten. Deutsche Staatsbürger, die dennoch nach Finnland einreisen dürfen, müssen sich ab Montag in eine 14-tägige Quarantäne begeben, teilte das Auswärtige Amt mit.

Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter: 300 Mitarbeiter in Quarantäne

10.55 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Emsdetten (Kreis Steinfurt) mit 26 Infizierten hat am Freitag ein Massentest begonnen. Teams des Kreises wollen bei allen rund 300 Mitarbeitern Abstriche nehmen. Erste Ergebnisse werden laut Kreissprecherin Kirsten Weßling frühestens am Samstagabend erwartet. Getestet werden sollen auch weitere rund 200 Kontaktpersonen vorwiegend aus dem häuslichen Umfeld der Beschäftigten. Bei Bedarf wollen mobile Abstrichteams die Betroffenen zu Hause aufsuchen. Zu einer Testteilnahme aufgefordert sind außerdem alle Personen, die sich vom 18. bis 24. September mehr als 30 Minuten auf dem Firmengelände aufgehalten haben.

Die Infektion der 26 Beschäftigten war am Mittwoch bekanntgeworden. Der Kreis Steinfurt hatte daraufhin alle rund 300 Mitarbeiter des Geflügelverarbeiters Allfrisch in Quarantäne geschickt. Ein weiterer Abstrich ist für kommenden Dienstag geplant. Die Produktion steht derzeit still. An einem Konzept für einen Notbetrieb werde gearbeitet, hatte der Kreis am Donnerstag mitgeteilt.

Das Unternehmen geht bislang davon aus, dass die Infektionen auf zwei Feiern aus familiären Anlässen zurückgehen. Die positiv getesteten Beschäftigten wohnten in privat gemieteten Wohnungen, nicht in Sammelunterkünften, hatte die Firma am Donnerstagabend mitgeteilt. Sie „stehen damit erkennbar nicht im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Fragen nach Festanstellung, Werkverträgen oder Arbeitnehmer-Überlassung“, betonte der Betrieb. Die betroffenen Personen seien symptomfrei oder hätten nur leichte Symptome.

Jens Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

8.44 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. „Man kann ja auch Urlaub im Inland machen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. In den Reisehinweisen der Regierung für Risikogebiete heiße es, man solle auf „unnötige Reisen“ verzichten und das seien nun mal Urlaubsreisen. Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. „Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen“, sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern. 

2153 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

6.05 Uhr: Die Zahl der neuen registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt weiterhin über der Schwelle von 2000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2153 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2297 neuen bekannten Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings lag damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger. Am Donnerstag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2143 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen mindestens 280 223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 25.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9443. Das sind 15 mehr als am Vortag. Rund 248 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Donnerstag bei 0,78 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Rio de Janeiro verschiebt Karneval für unbestimmte Zeit

3.58 Uhr: Rio de Janeiro verschiebt seinen weltberühmten Karneval wegen der Corona-Pandemie für unbestimmte Zeit. Das kündigte der Verband der Sambaschulen in der brasilianischen Metropole am Donnerstag an. Beim Karneval von Rio feiern jedes Jahr Millionen von Menschen in den Straßen und an den Stränden.

Mehr als 16.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich seit Mittwoch

20.57 Uhr: In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 16.096 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Dies ist ein neuer Rekord seit Einführung der großflächigen Tests auf das Coronavirus.

Spanien übertrifft die Marke von 700.000 Corona-Infektionen

20.55 Uhr: Der Corona-Hotspot Spanien hat als erstes Land Westeuropas die Marke von 700.000 registrierten Infektionen gebrochen. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Donnerstagabend 10.653 neue Ansteckungen, wodurch die Gesamtzahl der Fälle auf mehr als 704.000 kletterte. Hinter Spanien folgt mit weitem Abstand Frankreich mit rund 520.000 Infektionen vor Großbritannien (gut 410.000) und Italien (gut 300.000). In Deutschland wurden bisher rund 280.000 Fälle gezählt.

Die Zahl der Bürger, die mit Covid-19 starben, lag am Donnerstag in Spanien nach amtlichen Angaben bei über 31.000. Hier liegt Spanien allerdings deutlich hinter Großbritannien (rund 42.000) und Italien (knapp 36.000) und etwa gleichauf mit Frankreich. Besonders angespannt bleibt die Lage in der Region um die Hauptstadt Madrid, die am Donnerstag 4350 Fälle (über 40 Prozent aller Neuinfektionen) verzeichnete. „Madrid hat eine schwere Wochen vor sich“, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Donnerstag vor Journalisten. Die konservative Regionalregierung will am Freitag neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekanntgeben.

Protestaktion gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich

20.25 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie haben Gegner der Maßnahmen in Frankreich zu einer größeren Protestaktion aufgerufen. In der Hafenstadt Marseille wollen Gastronomen am Freitag gegen die angekündigte Schließung von Bars und Restaurants auf die Straße gehen (ab 09.00 Uhr). Auch Hotelbesitzer und andere Wirtschaftsvertreter wollen sich der Kundgebung anschließen. Sie fürchten massive Einbußen, wie zuletzt unter der Ausgangssperre im Frühjahr.

Marseille und sein Umland sind am stärksten von der zweiten Welle der Corona-Infektionen in Frankreich betroffen. Regionalvertreter nannten die Verschärfung der Maßnahmen eine „kollektive Bestrafung“ und einen „Affront“ durch die Pariser Zentralregierung. In Deutschland warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die südfranzösische Region.

Rekord bei Fallzahlen in Großbritannien

18.57 Uhr: Mit 6634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt. 40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40 000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

Neue Quarantäne-Verordnung ab 15. Oktober

16.55 Uhr: Zeitgleich mit einer für den 15. Oktober geplanten Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen sollen die Bundesländer neue Quarantäne-Regeln beschließen. Anmelden muss sich über das neue Online-Portal demnach nur, wer sich vorher in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat.

Die neue Teststrategie für Einreisende „wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Hierfür erarbeitete das Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden müsse. „Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt - am 15. Oktober - eingeführt“.

Nach dpa-Informationen erhält, wer seine Angaben in dem Portal eingibt, eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle - etwa am Flughafen durch die Bundespolizei - vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

Pariser Krankenhäuser sagen wegen Corona erneut Operationen ab

16.30 Uhr: Erstmals seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr müssen die Pariser Krankenhäuser wieder nicht zwingend notwendige Operationen absagen. Ab dem kommenden Wochenende werden zunächst 20 Prozent der geplanten OPs verschoben, wie am Donnerstag die öffentliche Krankenhaus-Gesellschaft Assistance publique-Hôpitaux de Paris (AP-HP) mitteilte. Grund ist der Druck auf die Intensivstationen infolge der seit Wochen steigenden Corona-Infektionszahlen. Am Mittwoch wurden in den öffentlichen Krankenhäusern in Paris 132 Intensiv-Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 behandelt, die durch das neuartige Coronavirus verursacht wird. Das waren gut zweieinhalb Mal so viele wie Anfang September, als es 50 Patienten gab.

Bis kommende Woche wird ein Anstieg auf mehr als 200 Corona-Notfälle erwartet, wie der stellvertretende AP-HP-Direktor François Crémieux sagte. In Paris hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt die Marke von 200 pro 100.000 Einwohner überschritten, das Vierfache des Corona-Warnwerts. In ganz Frankreich wurden erneut mehr als 13.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert, das ist einer der höchsten Werte seit Beginn der Pandemie. Allerdings werden inzwischen mehr als 1,2 Millionen Tests wöchentlich gemacht, während im Frühjahr noch kaum Tests zur Verfügung standen.

Röttgen: Zweiter Lockdown ist nicht auszuschließen

11.00 Uhr: Der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, will nicht ausschließen, dass wegen der steigenden Corona-Zahlen wie im Frühjahr weite Teile des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens heruntergefahren werden müssen. Röttgen sagte am Donnerstag in der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“ zu einem möglichen zweiten Lockdown: „Man kann nichts ausschließen, wenn es darum geht, diese Pandemie wieder unter Kontrolle bringen zu müssen.“ Der CDU-Politiker erklärte, den ersten Lockdown habe man ja nicht „aus Jux und Dollerei gemacht“. Er fügte hinzu: „Es war ein letztes Mittel, um das Virus unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt zu sagen „Das geht nicht mehr“ - das kann man nicht so einfach sagen.“

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach erklärt, er gehe nicht von einem zweiten Lockdown aus. „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.de (Donnerstag). Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“ (dpa)

2500 Studenten an Schweizer Hotelfachschule in Corona-Quarantäne

9.55 Uhr: In der Schweiz muss ein ganzer Bachelor-Studiengang wegen rund einem Dutzend Corona-Infektionen in Quarantäne. Betroffen sind 2500 Studentinnen und Studenten der renommierten Hotelfachschule EHL in Lausanne, wie die Behörden des Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten. Nach ersten Erkenntnissen hätten sich die Betroffenen bei Parties infiziert, die vor der Einführung strikterer Schutzmaßnahmen vergangene Woche noch abgehalten wurden. Der Unterricht soll online weitergeführt werden, wie die Direktion der Fachschule mitteilte. (dpa)

2143 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

6.45 Uhr: Erneut liegt die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland über der Schwelle von 2000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

Lauterbach: Lockdown wie vor ein paar Monaten ist unwahrscheinlich

5.05 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.de. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. „Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.“

Ärztevertreter halten Corona-Warn-App für wenig wirksam

1.30 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland schätzen Ärztevertreter die Wirksamkeit der Warn-App als äußerst gering ein. „Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Die App spiele „in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle.“

Es komme „äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei uns meldet“, sagte Teichert. Die Politik habe entschieden, „den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen“. Dies müsse man so akzeptieren.

Aus Teicherts Sicht wäre es hilfreich, wenn die App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden „wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen. Dies ist ein entscheidender Punkt“, sagte Teichert. Derzeit bleibe es dagegen den App-Nutzern überlassen, ob sie sich nach einem registrierten Kontakt mit einem Infizierten bei den Gesundheitsämtern meldeten. „Ob sie es tatsächlich tun, lässt sich nicht überprüfen“, sagte Teichert.

Wirtschaftsminister Altmaier „vorsorglich“ in häuslicher Quarantäne

0.50 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich am Mittwoch freiwillig in Quarantäne begeben. Das teilte Altmaier über Twitter mit. Er habe am Nachmittag erfahren, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet worden sei. „Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben“, twitterte der Minister. „Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut.“

Regierung erklärt weitere europäische Regionen zu Risikogebieten

22.04 Uhr: Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden.

Das geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen.

Neu hinzugekommen sind am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien. Zudem wurden weitere Regionen in Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn als Risikogebiete ausgewiesen.  

Ab Donnerstag: München verschärft Coronaregeln

18.28 Uhr: In München gelten ab Donnerstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfte Kontaktbeschränkungen sowie eine generelle Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung, die die Stadt am Mittwoch bekanntgegeben hat. Die neuen Regelungen sollen zunächst bis zum 1. Oktober gelten. Sollten die Werte danach immer noch hoch sein, ist auch eine Verlängerung möglich.

In den kommenden Tagen dürfen sich in München nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal. Ausnahmen gelten etwa für Familien oder Lebenspartner. Nicht öffentliche Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten können mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt. Von 9.00 Uhr bis 23.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt zudem eine Maskenpflicht. Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte am Mittwoch für einen Zeitraum von sieben Tagen 51,04 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Damit überschritt die Stadt am Mittwoch (Stand: 8.00 Uhr) zum wiederholten Male die kritische Marke von 50.

Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

14.31 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im März wegen einer Corona-Infektion ihres Impfarztes für zwei Wochen in Quarantäne begeben und hatte von zu Hause aus gearbeitet. Wie lange Maas (SPD) nun in Quarantäne bleibt und inwieweit seine Arbeit beeinträchtigt wird, war zunächst unklar.

Kanzleramtchef: Momentan keine Möglichkeiten für Lockerungen

12.40 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sieht momentan keine Möglichkeiten für weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Blick auf die nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag, sagte Braun am Mittwoch in Berlin, man habe schon bei den letzten Gesprächen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass momentan kein Anlass dafür gegeben sei, über weitere Lockerungen nachzudenken.

Braun sprach von einer zunehmenden Tendenz bei den Corona-Zahlen und verwies auf eine abnehmende Zahl von Landkreisen ohne Fälle sowie eine steigende Zahl sogenannter Hotspots. „Wir müssen eben sehr darauf dringen, dass wir überall, wo Hotspots entstehen, wo ein diffuses Infektionsgeschehen ist, auch über klare Beschränkungen sprechen, damit sich das Geschehen insgesamt in Deutschland weiter gut eindämmen lässt.“

Merkel und die Länderchefs hatten zuletzt Ende August über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten und wollen am kommenden Dienstag bei einer Videokonferenz erneut miteinander sprechen.

Erste Schadensersatzklagen nach Infektionen in Ischgl eingereicht

12.30 Uhr: Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es. „Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen“, kündigte Kolba an.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne „ab sofort“ am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt.

Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Mehr als 1000 von ihnen erteilten dem Verein laut ihm die Vollmacht, in ihrem Namen zu klagen. Die Klagen würden fallen gelassen, wenn die Regierung Fehler eingestehe und Schadenersatz anbiete, sagte Kolba.

Paris prüft harte Auflagen für Versammlungen und Alkoholverkauf

12.20 Uhr: In Paris zeichnet sich eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab. Darüber beriet das Sicherheitskabinett unter Leitung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch in der Hauptstadt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP ist unter anderem ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 20 Uhr im Gespräch. Darüber hinaus könnten wie bereits in anderen französischen Städten Versammlungen von mehr als zehn Menschen etwa in Parks und auf Plätzen untersagt werden, gleiches gilt für Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern.

Auch das Mieten von Sälen für private Feiern oder Hochzeiten könnte behördlich verboten werden. Nach Angaben aus der Stadtverwaltung ist die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo strikt gegen Sperrzeiten für Bars und Restaurants, wie sie in Marseille und anderen Städten gelten. Auch ein Besuchsverbot für städtische Altenheime wie in Nizza ist demnach nicht vorgesehen. In Paris wurden zuletzt 204 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, gut das Vierfache des Corona-Warnwerts.

In ganz Frankreich waren es am Dienstag erneut mehr als 10.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Am Samstag war mit rund 13.500 Fällen der höchste Stand seit Beginn der Pandemie erreicht worden. Der wissenschaftliche Corona-Beirat der Regierung fordert schärfere Maßnahmen in den 20 größten Städten Frankreichs. Lyon, Bordeaux, Toulouse und Lille hatten in den vergangenen Tagen bereits verschärfte Maßnahmen angekündigt.

Wiener Opernball soll abgesagt werden

8.55 Uhr: Der Wiener Opernball soll aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Februar 2021 stattfinden. Das teilten Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der Nachrichtenagentur APA mit.

Die Absage des bedeutenden Gesellschaftsevents soll demnach noch am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden. „Aufgrund der Corona-Situation wäre es verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten“, erklärte Kurz in dem Statement. Der Opernball sei für Wien und Österreich als Kulturnation ein großes Aushängeschild und die Entscheidung sei nicht leicht gefallen.

Der Ball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und 23 600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro.

1769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

7.30 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275 927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245 400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Dienstag bei 0,92 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,99 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

Trump: „Wir haben Millionen gerettet“

6.30 Uhr: Nach dem Überschreiten der Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. „Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet“, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die 200.000 Toten seien „schrecklich“. Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber „zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen“ Tote zu beklagen.

„Wir haben Millionen Leben gerettet“, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. „Sie haben die Seuche herausgelassen“, fügte der Präsident mit Blick auf China hinzu. „Es ist das China-Virus, nicht das Coronavirus. Corona klingt nach einem Ort in Italien, einem schönen Ort. Es ist Corona. Nein, es ist das China-Virus, sie wollen es nicht sagen, wisst Ihr, die radikalen Linken, sie wollen es nicht sagen.“

Am Dienstagmorgen hatte Trump bereits bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen China erhoben. „Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China“, sagte Trump in seiner Videobotschaft für die UN-Vollversammlung.

Die Zahl der Toten in den USA seit Beginn der Corona-Pandemie war am Dienstag nach Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore auf mehr als 200 000 gestiegen. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Mehr als 6,8 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 sind seit Beginn der Pandemie in den USA bestätigt worden. Kritiker werfen dem Republikaner Trump vor, mit seinen eskalierenden Angriffen auf China vor der Wahl am 3. November vom eigenen Versagen im Kampf gegen die Pandemie ablenken zu wollen.

Trumps Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, der Demokrat Joe Biden, sagte: „Wir brauchen einen Präsidenten, der sich dem Problem ehrlich stellt und führt. Dieser Präsident hat bewiesen, dass er beides nicht kann.“ Biden kritisierte auch eine Aussage Trumps bei einer Wahlkampfveranstaltung am Montagabend in Ohio, bei der der Präsident mit Blick auf das Virus und auf junge Menschen gesagt hatte: „Es betrifft praktisch niemanden.“

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf Trump „tödliche Desinformation und Nachlässigkeit“ vor. Dass so viele Menschen gestorben seien, sei umso herzzerreißender, weil es nicht so hätte kommen müssen. „Die Geringschätzung des Präsidenten für Wissenschaft, Regierungsführung und die Gesundheit des amerikanischen Volkes hat zu einer historischen nationalen Tragödie geführt“, erklärte Pelosi.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit mehr als 137 000 Toten, gefolgt von Indien mit rund 89 000 Opfern. Relativ zur Einwohnerzahl hingegen ist die Zahl der Opfer unter anderem in Peru, Belgien, und Spanien höher als in den USA. In Peru etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 98 Menschen pro 100 000 Einwohner, in Belgien 87, in Spanien 65. In den USA waren es bislang 61 Menschen pro 100 000 Einwohner, vergleichbar mit Italien (59). In Deutschland hingegen waren pro 100 000 Einwohnern bislang nur 11 Tote zu beklagen. 

Mehr als 200.000 Todesfälle in den USA

17.46 Uhr: In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Todesfall weltweit, seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt – auch das ist ein internationaler Höchstwert.

Touristen verklagen Österreich

17.35 Uhr: Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Skiort Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen gegen die Republik Österreich und das Land Tirol. Am Mittwoch will ein österreichischer Verbraucherschutzverein beim Landgericht Wien die ersten Muster-Klagen einreichen. Es geht um Schadenersatz und die Anerkennung von Folgeschäden. Details sollen bei einer Pressekonferenz am Vormittag (10.00 Uhr) bekanntgegeben werden.

Mehr als 6000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, hatten sich nach Angaben des Vereins bis Ende August gemeldet. Rund 1000 Menschen hatten sich demnach bis dahin dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder - wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland - nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

Großbritannien erwägt Einsatz des Militär

14.49 Uhr: Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien verschärft Johnson für England erneut die Schutzvorkehrungen. Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine große „Back to Office“-Kampagne („Zurück ins Büro“) propagiert hatte.

Drastischer Anstieg der Neuinfektionen und Todesfälle in Europa

12.45 Uhr: Das Coronavirus breitet sich derzeit weltweit immer schneller aus, betroffen ist von dieser Entwicklung vor allem Europa. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf in der Nacht zum Dienstag mit. Damit steckten sich innerhalb von sieben Tagen so viele Menschen mit Corona an wie nie zuvor seit Auftreten des Virus' Ende vergangenen Jahres in China. Im Gegenzug sei die Zahl der Todesfälle rückläufig.

Der WHO-Statistik zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1.998.897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und „die höchst Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie“. In Europa nahmen die Neuinfektionen exponentiell um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück. Die Zahl der zusätzlichen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37.700 in der vergangenen Woche - die Zahl ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück.

Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf über 4000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche, erklärte die WHO.

Verdienstorden für Christian Drosten

11.45 Uhr: Der Charité-Virologe Christian Drosten ist einer der Empfänger des  Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in diesem Jahr. Wie das Bundespräsidialamt mitteilt, sollen Frauen und Männer geehrt werden, die helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, das Zusammenwachsen von Ost und West fördern und dazu beitragen, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen. Bei Drosten hieß es zur Begründung unter anderem, er habe wichtige und weltweit anerkannte Erkenntnisse zum Corona-Infektionsgeschehen geliefert und diese auch mit innovativen Formaten der Öffentlichkeit vermittelt. 

Der Pianist Igor Levit ist ebenso unter den Ausgezeichneten wie die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim. Verliehen werden die Orden am 1. Oktober im Schloss Bellevue. 

Kanzleramtschef: „Jetzt ist Disziplin in der Bevölkerung gefragt“

10.30 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Bürger appelliert, sich im Herbst und Winter diszipliniert zu verhalten. „Jetzt ist Disziplin in der Bevölkerung gefragt“, sagte Braun am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Es sei jetzt keine Zeit, um Öffnungssignale zu senden. Mit Blick auf die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in München angesichts der hohen Infektionszahlen dort sagte Braun, es sei wichtig, „vor Ort sehr konsequent zu handeln“. Es sei „sehr gut“, dass die bayerische Landeshauptstadt „jetzt entschlossen handelt“, sagte der Kanzleramtschef. Gerade die Obergrenze bei Veranstaltungen sei sehr wichtig.

Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen in anderen europäischen Nachbarstaaten sprach sich Braun gegen erneute Grenzschließungen in der EU aus. Damit habe es „keine guten Erfahrungen“ gegeben. Grenzschließungen seien „überhaupt nicht Mittel der ersten Wahl“. Er plädierte stattdessen dafür, dass etwa Arbeitgeber Hygienekonzepte etwa für Pendler aus anderen EU-Staaten vorlegten.

Studie: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet

7.45 Uhr: Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener Covid-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin. Von 128 einbezogenen Patienten fühlten sich demnach etwas mehr als die Hälfte nach der Genesung noch für Wochen abgeschlagen. Ein Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung war nicht erkennbar, wie das Team im Vorfeld einer Konferenz zu Corona-Themen mitteilte.

Die Teilnehmer waren nach im Mittel zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. Zusammenhänge etwa mit Entzündungswerten im Blut schlossen die Experten aus. Sie plädieren dafür, das Phänomen genauer zu untersuchen. Die Forscher wollten ihre Ergebnisse auf einer Online-Konferenz zum Coronavirus präsentieren, die vom 23. bis 25. September stattfindet.

1821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

6.30 Uhr:  Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 274 158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 22.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Montag. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 1,06 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Spahn: Deutschland ist im Kampf gegen das Virus besser gerüstet

5.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr. „Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer auch steuern können“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in einem ARD-„Extra“. Die Medizin wisse besser, welche Behandlungsmethoden sinnvoll seien. Zudem habe man auch mehr Testkapazitäten und mehr Schutzausrüstung für betroffenes Personal. „Wir sind nochmal deutlich besser gerüstet, als wir es im Frühjahr waren.“

Spahn warb dafür, den Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland zu verbringen. „Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub - Stichwort Ischgl - und jetzt nochmal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen.“ Bayern kämpfe bis heute auch mit den Infektionsherden, die sich daraus ergaben. „Ich denke man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen“, sagte Spahn.

Nordirland verschärft Maßnahmen

21.23 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Nordirland ab Dienstagabend wieder stärkere Maßnahmen. So dürfen sich drinnen bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörigen verschiedener Haushalte mehr miteinander treffen, wie die Regierung am Montag erklärte. Im Freien werden noch Treffen von maximal sechs Menschen aus zwei Haushalten erlaubt sein. Allein in den vergangenen 48 Stunden hat es in Nordirland fast 400 neue Fälle gegeben.

Doch in ganz Großbritannien steigen die Fallzahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50 000 Fälle pro Tag zählen, wie führende Gesundheitsexperten am Montag warnten. Die Regierung denkt deshalb über ein temporäres Herunterfahren des Landes nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, in der Restaurants und Pubs wieder geschlossen werden könnten. Große Teile im Nordosten Englands und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

US-Gesundheitsbehörde zieht Hinweis zurück

21.20 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat mit überarbeiteten Hinweisen zur Übertragung des Coronavirus für Verwirrung gesorgt und sich inzwischen selbst korrigiert. Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Behörde entgegen der bislang gültigen Annahmen auf ihrer Webseite schrieb, dass SARS-CoV-2 für längere Zeit in der Luft verbleiben und über Distanzen weiter als zwei Meter übertragen werden könne. Am Montag veröffentlichte die CDC dann einen Hinweis, dass fälschlicherweise ein „Entwurf“ auf der Homepage veröffentlicht worden sei. Man sei derzeit damit beschäftigt, die Hinweise zur Übertragung über die Luft zu überarbeiten.

Bundespolizei überprüft künftig Aussteigekarten

19.02 Uhr: Um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern, soll sich künftig die Bundespolizei um die sogenannten Aussteigekarten kümmern. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums kündigte am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin an, die Polizei werde nun angewiesen, „Aussteigekarten mit den Pässen der Einreisenden abzugleichen“. Diese Maßnahme für eine bessere Nachverfolgung von Infektionsketten werde noch vor Monatsende umgesetzt. Für die Übermittlung der Karten an die Gesundheitsämter wurde laut Bundesregierung ein Vertrag mit der Deutschen Post geschlossen.

Bislang wurden die Formulare von Fluggesellschaften und Busunternehmen eingesammelt und an die Gesundheitsämter übermittelt. Da ein Abgleich mit Reisepass oder Personalausweis dabei in der Regel nicht stattfand, konnten Reisende, die sich einer möglichen Corona-Quarantäne entziehen wollten, im Prinzip einfach falsche Angaben machen. Nach Angaben der Sprecherin gab es „Fälle, in denen Daten unzureichend oder offensichtlich falsch waren“.

13 Fälle nach Corona-Ausbruch in Hamburger Bar

17 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel ist die Anzahl der hinzugekommenen Erkrankungen nach Angaben der Gesundheitsbehörde überschaubar. Insgesamt gehen nun 13 bestätigte Covid-19-Fälle auf den Ausbruch in der Bar „Katze“ zurück, darunter auch die bereits vermeldeten 4 Servicekräfte, wie die Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte. Etwa 600 Menschen werden von den Gesundheitsämtern zum Kreis der potenziell betroffenen Kontaktpersonen gezählt, rund 400 von ihnen stammen aus Hamburg. Die meisten Besucher konnten die Gesundheitsämter mittlerweile erreichen, rund hundert hatten falsche Kontaktdaten angegeben.

Ärmere Stadtviertel in Madrid wegen explodierender Corona-Zahlen abgeriegelt 

13.30 Uhr: Wegen der explodierenden Corona-Neuinfektionen in Madrid sind seit Montag eine Reihe von Vierteln der spanischen Hauptstadt abgeriegelt. Rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden von Madrid sowie in südlichen Vororten dürfen ihr Viertel nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder um Kinder zur Schule zu bringen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich besorgt und nannte die Lage in Spanien wahrscheinlich „nicht mehr unter Kontrolle“.

Die neuen Corona-Einschränkungen in Madrid gelten für zwei Wochen. Die Behörden haben die Menschen in den betroffenen Stadtteilen darum gebeten, die meiste Zeit zu Hause zu bleiben - auch wenn es keine strikte Ausgangssperre wie im Frühjahr in Spanien gibt und die Menschen sich innerhalb ihrer Viertel weiter frei bewegen dürfen. Von außen darf aber niemand mehr in die Viertel hinein. Die Polizei begann mit Kontrollen. Innerhalb der Viertel wurden Parks geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen zwar geöffnet bleiben, müssen die Zahl der Kunden und Gäste aber halbieren. Die Obergrenze für Treffen wurde in der gesamten Region von zehn auf sechs Menschen gesenkt.

Da die Maßnahmen vor allem dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel im Süden von Madrid betreffen, war es am Sonntag bereits in einigen der betroffenen Bezirke zu Protesten gekommen. Die Menschen hielten Plakate hoch, auf denen zu lesen war: „Nein zu einer Ausgangssperre nach sozialen Klassen“ und „Sie zerstören unsere Viertel und jetzt sperren sie uns ein“. Die 31-jährige Krankenschwester Bethania Pérez sagte bei einer Demonstration mit Blick auf die Behörden: „Die machen sich lustig über uns: Wir können weiter zur Arbeit gehen in andere Viertel, die trotz des Ansteckungsrisikos nicht abgeriegelt sind, und wir können uns zudem untereinander in unserem Viertel anstecken.“

Einige der nun abgeriegelten Bezirke im Süden der Metropole hatten zuletzt mehr als 1000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet - das ist etwa das Fünffache des landesweiten Durchschnitts. Allerdings sind die Fallzahlen auch in anderen Vierteln von Madrid extrem hoch. Die Behörden wollen aber einen kompletten Lockdown wie im Frühjahr mit verheerenden Folgen für die ohnehin schon angeschlagene spanische Wirtschaft unbedingt vermeiden.

München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein

12.27 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montagvormittag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte. Die Regelung soll von Donnerstag an gelten. Zudem führt die Stadt wegen steigender Corona-Zahlen wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein.

So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag in München.

Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein wichtiger Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden. 

Virologe Christian Drosten spricht sich für gezielte Einschränkungen statt Lockdown-Neuauflage aus

10.09 Uhr: Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten künftig nicht zwangsläufig mit einer Neuauflage des Lockdowns vom Frühjahr zu rechnen. „Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß“, sagte der Charité-Professor der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er glaube, dass in Zukunft eher bestimmte Sparten des Alltags- und Berufslebens von Einschränkungen betroffen sein könnten. Damit verbunden sei aber auch die Frage nach Kompensation, wenn es wirtschaftliche Auswirkungen gebe.

Zum verbesserten Wissensstand im Vergleich zu Februar und März erklärte Drosten, es gebe bestimmte Situationen, bei denen inzwischen klar sei, dass dabei nur einzelne Fälle entstünden, aber „eigentlich wenig neu hochkocht“. Drosten nannte etwa „Eins-zu-eins-Situationen“ im Berufsleben, in denen sich zum Beispiel nur zwei Menschen gegenübersitzen. Das könne man weiterdenken für kleine Gruppen. „Und insofern werden wir, glaube ich, nicht wieder so schnell so einen Lockdown haben“, bilanzierte der Virologe. Einen solchen Schritt gehe man nur, „weil man nicht die Orientierung hat in den Maßnahmen“. Das sei nun anders.

Als problematisch für die Entwicklung der Pandemie gelten mittlerweile insbesondere Situationen mit größeren Gruppen: Die Anwesenheit eines Infizierten kann unter Umständen auf einen Schlag für etliche Neuinfektionen sorgen.

Drosten bekräftigte gleichzeitig, dass er von einer weiteren Zunahme der Fälle ausgeht. Nach Mitteln gegen Ermüdungserscheinungen in der Bevölkerung bezüglich der Pandemie und den Verhaltensregeln gefragt sagte er: „Ich glaube, es sind eigentlich zwei Dinge, die dazu führen werden, dass die Allgemeinheit sich wieder mehr auch dieser Coronavirus-Thematik zuwendet und den Maßnahmen.“ Zum einen sei sorgfältige Kommunikation von Politik und Wissenschaft wichtig. „Der andere Effekt wird leider durch das Virus selbst kommen: Das Virus wird sich die Aufmerksamkeit wieder holen, weil einfach wieder Fälle kommen werden.“ 

Jens Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

7 Uhr: Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der „Rheinischen Post“ (Montag). Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche „Fieberambulanzen“ vor Ort anbieten würden. „Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein.“

Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, soll es Spahn zufolge spezielle Maßnahmen geben. „Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen“, sagte der CDU-Politiker. „Deshalb werden präventive Reihentests in den sensiblen Bereichen wie zum Beispiel Pflegeheime ein fester Bestandteil der Teststrategie für Herbst und Winter. Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern. Es gilt weiter höchste Wachsamkeit.“

Bildungsministerin Anja Karliczek appelliert vor Schulgipfel an Gesellschaft

6.27 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor Gesprächen über die Schulen im Kanzleramt an diesem Montag an alle appelliert, die Hygieneregeln einzuhalten und damit zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen. Schule sei keine isolierte Veranstaltung. „Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Karliczek, SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Bundesländer beraten am Abend über die Lage an den Schulen in Corona-Zeiten und über weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung. Die Schulschließungen im Frühjahr hatten in dem Bereich viele Defizite offengelegt.

Das Treffen knüpft an ein Gespräch Merkels, Eskens und mehrerer Ländervertreter im August an. Damals wurde unter anderem besprochen, dass für Schüler eine günstige mobile Internetflatrate angeboten werden soll und die Lehrer in Deutschland mit Dienstlaptops ausgestattet werden. Die 500 Millionen Euro für die Dienstgeräte sollen aus dem Corona-Aufbauprogramm der EU finanziert werden. Das gibt es allerdings noch gar nicht. Nach dpa-Informationen könnte es darum gehen, dass Bund und Länder das Geld vorstrecken, damit es schneller geht.

Drastische Maßnahmen für Teile Madrids

17.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führt Madrid in Teilen der spanischen Hauptstadt ab Montag strenge Corona-Beschränkungen ein. In Madrid seien die registrierten Fälle „doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt und die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt“, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einem Fernsehinterview.

Die Maßnahmen gelten für zwei Wochen und betreffen vor allem Menschen im Süden der Stadt. Mit dem Inkrafttreten der Regeln dürfen rund 850.000 Einwohner ihre Bezirke nicht mehr verlassen, wie die Regionalregierung von Madrid mitteilte. Ausnahmen sind demnach Wege zur Arbeit, zur medizinischen Versorgung und um Kinder zur Schule zu bringen.

Zudem werden Parks in den Orten geschossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen geöffnet bleiben, wenn sie 50 Prozent weniger Gäste aufnehmen. Außerdem werden Versammlungen von mehr als sechs Personen verboten. Da sich die Maßnahmen vor allem gegen dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel richten, kam es am Sonntag in mehreren Bezirken Madrids zu Protesten. 

Gesundheitsminister: Großbritannien steht bei Corona an „Wendepunkt“

15.30 Uhr: Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem „Wendepunkt“. Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock am Sonntag dem Sender BBC: „Ich schließe es nicht aus, ich will es nicht.“ Wenn sich alle an die Regeln hielten, ließe sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem verschärfte Corona-Maßnahmen an. Ab Ende September müssen demnach Menschen, die wiederholt gegen Auflagen zur Selbstisolierung verstoßen, eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 10.900 Euro zahlen. „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten“, sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs.

Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa. Seit März infizierten sich rund 390.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seit Anfang September steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rapide an. Die Behörden meldeten am Samstag mehr als 4400 neue Corona-Fälle, 27 Menschen starben im Zusammenhang mit den Virus.

Trotz Wiesn-Absage: Münchner Corona-Zahlen steigen weiter

15.22 Uhr: Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine „WirtshausWiesn“ gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100 000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.
Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

1345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

7.50 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Samstag. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271.415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 20.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Bis zu 11.000 Euro Strafe für Corona-Verstöße in England

7.15 Uhr: Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen mit dem Corona-Virus in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben. Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien - also auch Schottland, Wales und Nordirland - ausgedehnt werden.

„Wir können das Virus am besten bekämpfen, wenn sich alle an die Regeln halten und in Selbstisolation begeben, sobald das Risiko besteht, dass sie das Coronavirus weiterverbreiten könnten“, sagte Premierminister Boris Johnson. Die Mindeststrafe für Verstöße soll bei umgerechnet 1100 Euro liegen, Wiederholungstätern drohen Geldbußen bis zu 11.000 Euro (10.000 Pfund). Der Höchstbetrag wird auch für Unternehmen fällig, die Beschäftigte an den Arbeitsplatz beordern, obwohl diese eigentlich in Selbstquarantäne bleiben müssten. Geringverdiener, die aus Infektionsschutzgründen zuhause bleiben müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen zur Entschädigung eine Einmalzahlung von umgerechnet 550 Euro bekommen.

Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

6.40 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich trotz der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen für die Öffnung der Weihnachtsmärkte ausgesprochen. „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen“, sagte Söder der „Welt am Sonntag“. So könnten beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definiert werden, es müsse eine Maskenpflicht geben, „und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen“. Dann könne er sich „die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt“, erklärte Söder.

Der CSU-Chef warnte davor, die errungenen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie durch Leichtsinn aufs Spiel zu setzen und rief weiterhin zu Disziplin und Achtsamkeit auf. „Natürlich ist das anstrengend. Corona nervt alle. Aber wenn wir jetzt nicht klug und vorsichtig bleiben, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben.“ Der Ministerpräsident kritisierte zudem die Vielstimmigkeit der Virologen in der Bundesrepublik. Deutschland „bräuchte mehr breit organisierte wissenschaftliche Prozesse anstatt Einzelbeiträge. Ein Gremium wie die Leopoldina, die Wissen bündelt und qualifiziert, sollte dauerhafte Beratung leisten“, forderte er.

Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

11.50 Uhr: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, es gebe keine großen lokalen Epidemieherde. „Die Werte, die wir jetzt sehen, sind ein Ergebnis davon, dass die Menschen zum normalen Alltagsleben und zur Arbeit zurückgekehrt sind Es geht um das, was wir auch auf den Straßen sehen: mehr Menschen, mehr Kontakte.“

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 78 3330 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Gerhard Polt ärgert sich über „absurde“ Corona-Beschränkungen

8.30 Uhr: Der Kabarettist Gerhard Polt hat die wegen der Corona-Pandemie verhängten Zuschauer-Beschränkungen im Kulturbetrieb kritisiert. „Die Maßnahmen sind zum Teil absurd“, sagte der 78-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagausgabe). „Wenn ich mit einem vollen Flugzeug nach Mallorca fliegen darf, wieso dürfen in ein großes Theater nur 100 Leute rein?“

Der Kabarettist will im Herbst auf Tournee gehen. „In München treffen sich regelmäßig 2000 junge Leute ohne Mundschutz am Gärtnerplatz, um bis morgens um drei Bier zu trinken“, ärgerte sich der 78-Jährige. Polt forderte zudem mehr Unterstützung für freischaffende Künstler. „Ich würde Künstler in jeder Hinsicht finanziell unterstützen, sodass sie ihre Mieten zahlen können“, sagte der Kabarettist.

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

5.30 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten rund 239.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Grenze zwischen USA und Kanada bleibt gesperrt

18.53 Uhr: Die Grenze zwischen Kanada und den USA bleibt wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 21. Oktober geschlossen. Wie der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Bill Blair, am Freitag im Onlinedienst Twitter mitteilte, wurde die Grenzschließung um weitere 30 Tage verlängert.

Die Regierung orientiere sich dabei an den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden, „um die Sicherheit der Kanadier zu gewährleisten“, fügte er hinzu. Kanada, die USA und Mexiko und Kanada hatten im März im gegenseitigen Einvernehmen ihre Grenzen geschlossen.

Nur unbedingt notwendige Grenzübertritte sind noch erlaubt, Ausnahmen gibt es auch für den Güterverkehr. Die Grenzschließung wurde seitdem jeden Monat verlängert.

Die USA sind mit fast 200.000 Corona-Toten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. In Kanada wurden bisher gut 9200 Todesopfer verzeichnet. Zuletzt hat aber auch in Kanada die Zahl der Neuinfektionen stark zugenommen 

In Israel beginnt der zweite Lockdown

15.36 Uhr: Nach Rekordzahlen will die israelische Regierung mit einem zweiten landesweiten Lockdown die Ausbreitung des Coronavirus in dem Land eindämmen. Seit Freitagnachmittag müssen sich die Israelis mit Einschränkungen arrangieren. Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen, auch Hotels und Einkaufszentren machen zu, Strandbesuche sind untersagt.

Die Menschen dürfen sich nur in Ausnahmefällen – wie etwa dem Weg zur Arbeit oder zu Demonstrationen – weiter als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernen, Fahrten zwischen einzelnen Städten sind verboten. Auch Besuche in anderen Haushalten sind untersagt. Dagegen sind Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche wie auch Individualsport erlaubt.

Nur jeder fünfte Betrieb fühlt starke Corona-Belastung

13.21 Uhr: Die Corona-Pandemie entlässt viele deutsche Unternehmen allmählich aus ihrem Klammergriff. Nur noch jeder fünfte Betrieb sei stark negativ von dem Virus und seinen Folgen betroffen, ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Im Mai hatte noch jeder dritte Betrieb angegeben, stark unter der Pandemie zu leiden.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“ erklärte IAB-Forscher Jens Stegmaier. Aktuell sprechen 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen, 20 Prozent von geringen negativen Auswirkungen, 53 Prozent von keinen oder ausgeglichenen Auswirkungen und sieben Prozent von überwiegend positiven Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Geschäftstätigkeit.

Das IAB befragt alle drei Wochen 1500 Betriebe in Deutschland zu ihren Erfahrungen mit Corona.

Ryanair streicht Flugplant noch stärker zusammen

13.17 Uhr: Europas größter Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammen. Im Oktober werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40 Prozent so viele Sitzplätze anbieten wie ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen in Dublin mit. Zuletzt hatte das Management noch ein Niveau von 50 Prozent angepeilt – und das war bereits weniger als nach dem Neustart des Flugverkehrs im Juli geplant.

Für die Zeit von November bis März hat Ryanair den Angaben zufolge noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Doch wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzten und die Regierungen nicht anders handelten, könnten ähnliche Kapazitätskürzungen über die Winterperiode hinweg erforderlich sein, sagte ein Sprecher.

Großbritannien schließt zweiten Lockdown nicht aus

13.10 Uhr: Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die „Financial Times“. Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung („Sage“) während der Schulferien im Oktober stattfinden.

„Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet“, räumte Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag in einem BBC-Interview ein. Es sei das „letzte Mittel der Verteidigung“. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen.

In vielen Regionen sind die Maßnahmen schon verschärft worden, etwa in Teilen von Schottland, im Süden von Wales und im nördlichen England. Mehr als zehn Millionen Menschen sind davon betroffen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte bereits das Silvester-Feuerwerk ab. Innerhalb Europas ist Großbritannien mit Blick auf die Todesfälle das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land. Bereits fast 42.000 Menschen, die positiv auf das Virus getestet worden waren, sind laut Gesundheitsministerium in Großbritannien gestorben. 

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ermahnt AfD-Fraktion zu Corona-Regeln

11.07 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Mitglieder des Parlaments „mit Nachdruck“ zur Einhaltung der Corona-Regeln aufgerufen. „Das betrifft insbesondere das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in allen Liegenschaften des Bundestages“, sagte der CDU-Politiker am Freitag zu Beginn der Bundestagssitzung. Es sei legitim, unterschiedlicher Meinung über den Nutzen des Tragens der Mund-Nase-Bedeckung und der Gefährlichkeit der Pandemie zu sein. „Aber in der Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Und im Übrigen finde ich, ist es eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme, dass wir uns alle daran halten.“

Die AfD-Abgeordneten waren in einer Fraktionssitzung übereingekommen, dass jeder von ihnen selbst entscheiden solle. Einige trügen Maske, andere nicht, manche nur im Fahrstuhl, erklärte der Sprecher der Fraktion, Marcus Schmidt, am Freitag. Schon im Mai hatte Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) die AfD-Fraktion ermahnt, weil die Corona-Regeln demonstrativ nicht eingehalten würden.

Bundesrat stimmt milliardenschwerer Entlastung der Kommunen zu

10.27 Uhr: Der Bundesrat hat am Freitag einer milliardenschweren Entlastung der Kommunen und einer dafür notwendigen Änderung des Grundgesetzes zugestimmt. Die Entscheidung in der Länderkammer fiel einstimmig. Notwendig war eine Zweidrittel-Mehrheit. Der Bundestag hatte bereits am Donnerstagabend zugestimmt. Damit kompensieren Bund sowie Länder Gewerbesteuerausfälle der Städte und Gemeinden in der Corona-Krise in Milliardenhöhe - damit die Kommunen handlungsfähig bleiben.

Der Bund beteiligt sich außerdem dauerhaft stärker an Kosten der Unterkunft bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende, auch dafür war eine Änderung des Grundgesetzes notwendig. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, die Kommunen bekämen wieder „Luft zum Atmen“. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD sagte, es gehe darum, dass die Kommunen weiter investieren könnten.

Virologe Christian Drosten: „Wir müssen die Zahlen ernst nehmen“

6.41 Uhr: Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, „dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England“, sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, „dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders“.

„Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte“, sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. „Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht.“

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. „Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können.“ Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. „Darum müssen wir schon die Zahlen ernstnehmen.“ 

Knapp unter 2000 Neuinfektionen in Deutschland

6.36 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen bekannt

5.31 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht - gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134 000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA - dort starben gut 60 Menschen pro 100 000 Einwohner.  

Operndiva Netrebko nach Corona-Infektion im Krankenhaus

21.00 Uhr: Die russische Operndiva Anna Netrebko befindet sich nach zwei Auftritten zur Wiedereröffnung des Moskauer Bolschoi-Theaters mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus. „Sie helfen mir. Alles wird gut“, schrieb die 48-jährige Sopranistin im Online-Dienst Instagram. Sie befinde sich bereits seit fünf Tagen mit einer Covid-19-Lungenentzündung im Krankenhaus. „Ich werde mich bald erholen“, hieß es weiter. Ihr Manager sagte der „New York Times“, es gehe ihr bereits besser.

Die Auftritte Netrebkos in der Oper „Don Carlos“ im Bolschoi-Theater am 6. und 8. September waren die ersten Vorführungen nach der Schließung des Hauses wegen der Corona-Pandemie. Weitere Vorführungen wurden abgesagt, nachdem auch der russische Bass-Sänger Ildar Abdrasakow positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Netrebko teilte mit, dass ihr Ehemann, der aserbaidschanische Tenor Yusif Eyvazov, positiv auf Corona-Antikörper getestet worden war - ein Anzeichen für eine zurückliegende Corona-Infektion. Eyvazov tritt derzeit in der Oper „Pique Dame“ am Bolschoi-Theater auf. 

Gericht kippt Corona-Testpflicht für Einreise nach Sardinien

14.12 Uhr: Für die Einreise auf die italienische Ferieninsel Sardinien ist vorerst doch kein negativer Corona-Test mehr nötig. Wenige Tage nach der Einführung einer Corona-Testpflicht für die Insel hat ein Gericht diese vorsorglich wieder gekippt. Das zuständige Verwaltungsgericht in Cagliari entschied am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Ansa, einem Einspruch der italienischen Regierung stattzugeben. Diese hatte durch die Testpflicht die Reisefreiheit eingeschränkt gesehen und war deshalb dagegen vorgegangen. Die nächste Anhörung ist für den 7. Oktober geplant.

Am vergangenen Wochenende hatt der Präsident der Region Sardinien, Christian Solinas, eine entsprechende Verordnung unterzeichnet. Seit Montag waren ankommenden Passagiere in Sardinien „aufgerufen“, einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ konnten Einreisende auch online erklären, vor kurzem einen Corona-Test mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben, oder sich übergangsweise nach ihrer Ankunft vor Ort testen lassen.

Die gleichzeitig eingeführte Maskenpflicht im Freien kann dagegen laut Gericht weiter umgesetzt werden. Sie gilt rund um die Uhr, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Mit der neuen Verordnung hatte die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen reagiert. Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Zuletzt meldete Sardinien 27 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und aktuell 1480 Infizierte.

Deutschland erklärt etliche Regionen in Europa zu Corona-Risikogebiet

7.15 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung neben der österreichischen Hauptstadt Wien etliche weitere Regionen in mehreren europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt - und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, auf der diese Gebiete als Risikogebiete aufgeführt sind.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ dorthin folgt in der Regel nach kurzer Zeit.

Für deutsche Urlauber bedeutet die Rückkehr aus einem Risikogebiet einen Corona-Pflichttest und gegebenenfalls auch Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

Im einzelnen gelten folgende neuen Reisewarnungen:

FRANKREICH: Die Reisewarnung wurde die Region Hauts-de-France ganz im Norden der französischen Republik sowie das Überseegebiet La Réunion ausgedehnt. Als Risikogebiete galten zuvor bereits die Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d“Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, die Mittelmeerinsel Korsika sowie weitere Überseegebiete

NIEDERLANDE: Reisewarnung für die Provinzen Nord- und Südholland.

SCHWEIZ: Ausweitung der Reisewarnung auf den Kanton Freiburg. Zuvor galt das bereits für die Kantone Genf und Waadt.

KROATIEN: Ausweitung der Reisewarnung auf die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina, nachdem bereits fünf weitere Regionen als Risikogebiete galten.

TSCHECHIEN: Eine Reisewarnung gilt nun auch für die Mittelböhmische Region rings um die Hauptstadt Prag, die bereits seit rund einer Woche als Risikogebiet gilt.

UNGARN: Reisewarnung für die Hauptstadt Budapest.

Auch für weitere Regionen in RUMÄNIEN wurden Reisewarnungen ausgesprochen, zudem die Warnungen vor Reisen in zwei Regionen aufgehoben.

2194 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

6.25 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265 857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet.

Musiker Noel Gallagher gegen Corona-Masken - Sturm der Entrüstung

13.30 Uhr: Der britische Rockmusiker Noel Gallagher (53) weigert sich, eine Maske wegen der Corona-Pandemie zu tragen. „Wenn ich mich infiziere, dann liegt es an mir“, sagte der frühere Oasis-Gitarrist („Don't Look Back In Anger“) im „Matt Morgan Podcast“. Er empfinde die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften in Großbritannien als Verletzung seiner Freiheit, wie Gallagher sagte.

Seine Äußerungen lösten einen Sturm der Entrüstung in sozialen Medien aus: Gallagher sei „ignorant“ und „egoistisch“, hieß es. Masken reduzieren Experten zufolge das Risiko, andere anzustecken. Gallagher provoziert oft und gern. So hatte er der Deutschen Presse-Agentur in London gesagt, dass er wegen des Klimawandels nicht beunruhigt sei. „Es wird vielleicht etwas heißer. Und wir verlieren womöglich den Eisbären. Aber Sorgen um die Welt mache ich mir nicht.“

Von der Leyen warnt vor „Impfstoff-Nationalismus“

12.05 Uhr: Nach der teils chaotischen Reaktion Europas auf die Corona-Pandemie will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mehr Kompetenzen der EU im Gesundheitsbereich. Sie forderte am Mittwoch im Europaparlament „eine stärkere europäische Gesundheitsunion“. Dabei müsse auch über „die Frage der Gesundheitskompetenzen“ diskutiert werden, die derzeit vor allem bei den Mitgliedstaaten liegen. Gleichzeitig warnte sie vor „Impfstoff-Nationalismus“, der Leben in Gefahr bringe.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten die Mitgliedstaaten nicht abgestimmt auf die Pandemie reagiert. Als ersten Schritt schlug von der Leyen eine Stärkung der Krisenvorbereitung und des Krisenmanagements vor, indem die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC ausgebaut wird. Zudem regte sie die Schaffung einer europäischen Behörde für biomedizinische Forschung und Entwicklung an. Über die Verteilung der Kompetenzen im Gesundheitsbereich könne dann im Zuge der geplanten Konferenz über die Zukunft Europas diskutiert werden. Von der Leyen verwies darauf, dass die EU nun gemeinsam die Entwicklung von Impfstoffen vorantreibe und Lieferverträge mit Herstellern schließe. „Aber es reicht nicht aus, einen Impfstoff zu finden“, sagte sie. „Wir müssen dafür sorgen, dass die europäischen Bürger und auf der ganzen Welt Zugang dazu haben.“ Hier dürfe es keinen „Impfstoff-Nationalismus“ geben. 

RKI-Kommission rechnet mit mehreren Corona-Impfstoffen in Deutschland

6.45 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut erwartet, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus geben wird. Dies sei angesichts der großen Zahl von Impfstoffkandidaten „wahrscheinlich“,sagte die Stiko-Vizevorsitzende Sabine Wicker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe besonders für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie etwa ältere Menschen geeignet seien.

Die Impfkommission hat den Auftrag, Prioritäten festzulegen für den erwarteten Fall, dass ein Impfstoff zunächst nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. Dafür müsse geprüft werden, bei welchen Bevölkerungsgruppen das höchste Infektionsrisiko bestehe und „wer am meisten von einer Impfung profitieren würde“, sagte Wicker. Eine solche Nutzen-Risiko-Analyse sei ein zentrales Element der standardisierten Vorgehensweise der Stiko. Im Fall des Coronavirus gehörten zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen unter anderem das medizinische Personal sowie die chronisch Kranken und die Älteren, erläuterte die Medizinerin.

1901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

5.30 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 266 663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa, afp, red)

Football news:

Barcelona arbeitet an einer Vertragsverlängerung mit Fathi. Der FC Barcelona erwägt eine Vertragsverlängerung mit Mittelfeldspieler Anssumane Fathi. Der katalanische Klub erkennt den neuen Status des 17-jährigen und arbeitet deshalb daran, den Vertrag mit ihm zu verlängern, berichtet Diario Sport
Der Trainer des FC Everton, Carlo Ancelotti, sagte, dass Mittelfeldspieler Hames Rodriguez das Gastspiel am 6.Spieltag der Premier League gegen den FC Southampton verpassen wird
Götze erzielte in den ersten beiden Partien für PSV Eindhoven zwei Tore, Ehe Mario Götze in der 45.Minute eingewechselt wurde. Für ihn war dieser Ball der zweite in zwei spielen für den neuen Verein. Zuvor hatte er in der 9.Minute das erste Spiel für den Verein erzielt-gegen Zwolle (3:0) am 5. Spieltag der niederländischen Meisterschaft. Zuvor hatte Götze am 20.Dezember 2019 für Borussia Dortmund im Hinspiel gegen Hoffenheim (1:2) getroffen
Real zahlt für den dummen Verkauf an Ronaldo. Niemand kann Punkten. Calderón über die Probleme des Klubs
Özil hat das gifka bei der Arbeit im Büro mitgebracht: Arsenal-Mittelfeldspieler Mesut özil reagiert ironisch auf die Entscheidung des Klubs, ihn von den Bewerbungen für die Europa League und die Europa League auszuschließen
Sloweniens Jugend will den Trainer-Tyrannen rauswerfen: er ist gegen das Aufwärmen, verbietet das schlafen in Flugzeugen und feiert Tore
Özil über das Spiel gegen Rapid: ich Unterstütze Arsenal vor dem Fernseher. Beim 4:1 - Sieg des FC Arsenal hat sich Mesut özil, der von der Bewerbung des Klubs für die Europa League und die Europa League ausgeschlossen wurde, vor dem Europapokal-Auftaktspiel der Mannschaft in dieser Saison geäußert