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Newsblog: Coronavirus laut Robert-Koch-Institut tödlicher als Grippe

Weltweit rüsten sich Regierungen dafür, eine mögliche Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Die Zahl der Toten und Infizierten steigt täglich. Die Ereignisse im Newsblog. 

Donnerstag, 27. Februar: Neuartiges Coronavirus tödlicher als Grippe

Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus laut Robert Koch-Institut (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte Institutspräsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Wieler sprach von einer schweren Krankheitsform. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, das sei viel. Nach bisherigen Zahlen stürben ein bis zwei Prozent der Infizierten.

Auch da Therapeutika und ein Impfstoff fehlten, mache es Sinn, alle Möglichkeiten der Eindämmung auszuschöpfen. Wieler betonte jedoch, dass es keinen Anlass gebe, hierzulande eine Abriegelung von Städten wie etwa in Italien zu erwarten.

Donnerstag, 27. Februar: Infizierte aus Heinsberg sehen sich Shitstorm ausgesetzt

Der Bürgermeister der Gemeinde Gangelt, in der das erkrankte Ehepaar lebt, spricht von Anfeindungen gegen den 47-Jährigen und seine Frau. Bernhard Tholen berichtet der „Aachener Zeitung“, die Situation für die Familie sei „unheimlich belastend“. Es gebe sogar einen regelrechten Shitstorm, so Tholen. Dabei seien die beiden Bürger seiner Gemeinde auch nur Opfer. Auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch nimmt die Patienten in Schutz. Sie hätten von ihrer Infektion nichts geahnt und daher auch noch eine Karnevalsveranstaltung im Ort besucht. Jeder andere hätte genauso gehandelt.

Der 47-Jährige und seine Frau werden derzeit in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt. Wo sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist immer noch unklar. Die Behörden suchen derzeit nach allen 300 Besuchern der Karnevalsveranstaltung in Gangelt, die das Paar besucht hatte. 

Donnerstag, 27. Februar: Gerichte im Kreis Heinsberg stellen Publikumsverkehr ein

Die Amtsgerichte Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg stellen wegen des Coronavirus bis nächsten Montag den Publikumsverkehr ein. Nach Angaben des Landgerichts Mönchengladbach von Mittwoch finden auch keine Sitzungen statt. 

Donnerstag, 27. Februar: Frau zum zweiten Mal positiv auf Coronavirus getestet

In Japan ist eine Frau zum zweiten Mal positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Wie das japanische Gesundheitsministerium auf seiner Webseite bekanntgab, handelt es sich um eine Frau in ihren 40ern aus der Präfektur Osaka. Sie sei am 29. Januar positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Daraufhin habe sich ihr Zustand verbessert, weswegen sie am 1. Februar aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Am 3. Februar sei sie bei einer erneuten Untersuchung negativ getestet worden. Später habe sie zu Hause jedoch Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Schmerzen in der Brust gezeigt. Am 26. Februar sei sie dann bei einem erneuten Test wieder positiv getestet worden, hieß es.

Es handelt sich bei dem Fall laut japanischen Medien um den ersten in Japan, bei dem ein Patient nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus ein zweites Mal positiv auf Coronavirus getestet wurde. Der Fall ist ein Hinweis darauf, dass einmal infizierte Menschen danach nicht zwingend immun gegen eine erneute Erkrankung sind.

Donnerstag, 27. Februar: Verdacht in Oberberg und Leverkusen bestätigt sich nicht

Nachdem am Mittwoch zwei Personen aus dem Oberbergischen und eine Chempark-Mitarbeiterin in Leverkusen in Quarantäne genommen wurden, konnte jetzt Entwarnung in allen Fällen geben werden. Die virologischen Untersuchungen ergaben keine Infektionen. Es wird aber weiterhin auf die besonderen Vorsichtsmaßnahmen des Gesundheitsamtes zur Grippewelle hingewiesen. 

Donnerstag, 27. Februar: Insgesamt 27 nachgewiesene Corona-Fälle in Deutschland

Seit Ausbruch des Coronavirus wurden in Deutschland 26 Infektionen nachgewiesen. 15 der Patienten sind mittlerweile wieder gesund. (Stand 27. Februar, 9 Uhr). Die Fälle:

Donnerstag, 27. Februar: Suche nach Gästen der Karnevalssitzung in Gangelt

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen suchen mit größeren Aktionen nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung, die im Ortsteil Langbroich stattfand, aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden. Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mit. In Mönchengladbach läuft am Krankenhaus Maria Hilf die Suche nach Menschen, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatten.

Alle bislang bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das im Moment an der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. 

Donnerstag, 27. Februar: Trump sieht USA auf Coronavirus vorbereitet

Nach Warnungen der US-Gesundheitsbehörde CDC vor einer Ausbreitung des Coronavirus auch in den USA hat Präsident Donald Trump vor einer Panik gewarnt. Das Risiko für Amerikaner sei weiterhin „sehr gering“, betonte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend im Weißen Haus. Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Der Präsident betonte zugleich: „Was immer auch passiert, wir sind vollständig vorbereitet.“ Trump kündigte an, Vizepräsident Mike Pence werde in der US-Regierung den Kampf gegen das Virus leiten. Trump schloss weitere Reiseeinschränkungen wegen des Virus nicht aus. Derzeit dürfen Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, nicht in die USA einreisen.

Trump Coronavirus

Donald Trump äußert sich zum Coronavirus.

Trump wies Kritik der oppositionellen Demokraten an seiner Reaktion auf das Virus zurück. Trump hatte am Dienstag gesagt, das Virus sei in den USA „sehr unter Kontrolle“. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte dazu a: „Ich denke nicht, dass der Präsident weiß, wovon er spricht. Wieder einmal.“ Trump nannte Pelosi am Mittwoch „inkompetent“. Er fügte hinzu: „Sie sollte sagen, wir arbeiten zusammen, weil wir ein potenziell großes Problem haben. Und vielleicht wird es nur ein sehr kleines Problem sein.“ Pelosi versuche, Panik zu verbreiten. „Und es gibt keinen Grund, panisch zu sein.“  

Mittwoch, 26. Februar: Zwei weitere Infektionen in NRW festgestellt

In Nordrhein-Westfalen sind zwei weitere Personen nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Im Zuge der Überprüfung von Kontaktpersonen des erkrankten Ehepaares aus der Gemeinde Gangelt hätten sich zwei neue bestätigte Covid-19-Fälle ergeben, teilte der Kreis Heinsberg am Mittwochabend mit. Dabei handele es sich um eine Mitarbeiterin des schwer erkrankten 47-Jährigen und deren Lebensgefährten, wie ein Sprecher des Kreises sagte. 

Mittwoch, 26. Februar: Mann aus Mönchengladbach mit Virus infiziert

In Mönchengladbach wurde erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Person festgestellt. Ein Sprecher der Stadt bestätigte dieser Zeitung, dass es sich dabei um einen Mann handle. Mehr Informationen gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Damit wurden bisher vier Personen aus Nordrhein-Westfalen mit dem neuartigen Virus infiziert.

Mittwoch, 26. Februar: Infektion bei Soldat aus Köln-Wahn bestätigt

Bei einem in Köln stationierten Soldaten der Flugbereitschaft ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Es handele sich um einen Soldaten, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt werde, teilte die Bundeswehr mit. Es ist der zehnte Infektionsfall, der am Mittwoch in Deutschland festgestellt wurde.

Der Soldat hatte nach dpa-Informationen Kontakt zu dem Erkrankten aus Gangelt im Kreis Heinsberg oder seiner Frau auf einer Karnevalsveranstaltung in Nordrhein-Westfalen. Aus Sicherheitsgründen wurde am Mittwoch der Militärflughafen Köln-Wahn, Sitz der Flugbereitschaft und Arbeitsplatz des Soldaten, für einige Zeit geschlossen. Die Sperrung wurde dann aber wieder aufgehoben.

Mittwoch, 26. Februar: Erster Verdachtsfall im Kreis Oberberg

Im Oberbergischen Kreis ist bisher in einem einzigen Fall eine virologische Überprüfung wegen Verdachts auf Infektion mit dem Coronavirus veranlasst worden. Das Ergebnis stehe noch aus, die betroffene Person sei „unter engmaschiger Beobachtung“, hieß es vom Kreis. 

Mittwoch, 26. Februar: Vierter Fall in Baden-Württemberg bestätigt

In Baden-Württemberg hat sich ein weiterer Mann mit dem Coronavirus infiziert. Der 32-Jährige aus dem Landkreis Rottweil sei aus dem Risikogebiet in Italien eingereist und habe keine Verbindungen zu den bislang gemeldeten drei Patienten im Südwesten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. 

Mittwoch, 26. Februar: Razzien bei Amazon und Ebay in Italien wegen Geschäftemacherei

Wegen Geschäftemacherei rund um das neuartige Coronavirus mit horrenden Preise für Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel hat die italienische Finanzpolizei Dokumente und Computerdaten der Online-Händler Ebay und Amazon beschlagnahmt. Der italienische Verbraucherverband UNC begrüßte am Mittwoch die Ermittlungen der Behörden. „Es ist eine nationale Schande, auf den Rücken der Italiener zu spekulieren“, erklärte UNC-Präsident Massimiliano Cona. Kriminelle und Geschäftemacher hatten in Italien die Angst vor dem Virus zu ihrem Vorteil ausgenutzt.

„Das Problem ist nicht nur der astronomische Preis der Produkte, sondern auch der Verkauf von Masken, die nicht den Vorschriften entsprechen und nicht einmal schützen würden, wenn sie ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch trägt“, fügte Cona hinzu. Wegen der anhaltenden Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 aus China hatten sich die Italiener in den vergangenen Tagen auf Schutzmasken und Desinfektionsmittel gestürzt - in Apotheken und Supermärkten waren die Artikel kaum noch zu finden.

Die Angst vor dem Virus führte zu dreisten Preisforderungen: Am Dienstagmorgen bot ein Internetnutzer auf Ebay beispielsweise eine Ein-Liter-Flasche Desinfektionsmittel für 300 Euro an. Italien ist inzwischen der größte Infektionsherd des neuartigen Coronavirus in Europa. Innerhalb weniger Tagen wurden bislang mehr als 370 Infektionen nachgewiesen. Zwölf Infizierte starben bis Mittwoch an dem Erreger. In China, wo das Coronavirus im Dezember seinen Ausgang nahm, zählten die Behörden bislang mehr als 78.000 Infektionen und mehr als 2700 Todesfälle.

Mittwoch, 26. Februar: Bundesregierung bildet Krisenstab

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland bildet die Bundesregierung einen Krisenstab. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollten am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren, hieß es am Mittwoch in einer Einladung. Nach Angaben eines Sprechers tagte der Krisenstab bereits am Mittwoch zum ersten Mal. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuvor erklärt, das Virus sei deutlich nähergerückt. In Deutschland waren seit Dienstagabend mehrere Fälle bekannt geworden. 

Mittwoch, 26. Februar: Jens Spahn warnt vor Epidemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte angesichts der neuen Corona-Fälle, Deutschland stehe „am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“.  Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. „Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen“, fügte der Minister hinzu.

Am Mittwoch waren mehrere neue Infizierungen in Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg bestätigt worden.

Mittwoch, 26. Februar: Oberarzt an Tübinger Uni-Klinik infiziert

Einer der beiden mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten in Tübingen ist als Oberarzt in der Pathologie des Universitätsklinikums beschäftigt. Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben - diese Kontakte seien vollständig erfasst, teilte das Klinikum am Mittwoch in Tübingen mit. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und „aus der Krankenversorgung rausgenommen worden“. Sie seien unter Beobachtung.

Auch die 24 Jahre alte Tochter des Mannes ist mit dem Virus infiziert und wird isoliert behandelt. Sie hatte den ersten baden-württembergischen Patienten, einen 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen, nach Mailand begleitet. In Norditalien gibt es derzeit besonders viele infizierte Kranke.

Mittwoch, 26. Februar: Vatikan lässt Katakomben schließen

Die für Archäologie zuständige Stelle im Vatikan teilte mit, dass die christlichen Katakomben landesweit wegen des Sars-CoV-2-Ausbruchs für Besucher zunächst geschlossen blieben.

Die unterirdischen Grabstätten gibt es unter anderem in Rom und Umgebung, auf Sizilien und in der Toskana. Sie sind bei Touristen sehr beliebt. Als Grund für die Schließung wurde angeführt, dass Feuchtigkeit und die schlechte Belüftung für die Gesundheit von Besuchern zur Gefahr werden könnten.

Im Vatikanstaat selbst sollen nach Aussage von Vatikansprecher Matteo Bruni für die Eingänge zu den Büros Desinfektionsmittel-Spender bereitstehen. Mehrere Diözesen im Norden des Landes, wo die meisten Infizierten registriert sind, etwa Mailand, Venedig und Padua, haben zunächst die Gottesdienste ausgesetzt. In manchen Kirchen wurden Weihwasserbecken geleert, in das Gläubige oft ihre Fingerspitzen tauchen, um sich zu bekreuzigen.  

Mittwoch, 26. Februar: Hotel auf Teneriffa bleibt abgeriegelt

Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt. „Wir können zwar aus dem Gebäude, dürfen aber das Hotelgelände nicht verlassen“, sagte der deutsche Urlauber Lars Winkler am Mittwoch im Telefoninterview der Deutschen Presse-Agentur. „Viele Leute bleiben aber im Zimmer.“

Auslöser der Isolierung des Hotels am Dienstag im Südwesten der Insel war ein positiver Test auf den Covid-19-Erreger bei einem Touristen aus Norditalien. Neben seiner Frau wurden mittlerweile zwei weitere Italiener aus seiner Reisegruppe positiv getestet, wie die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln mitteilten. Sie werden im Krankenhaus behandelt. Insgesamt sollen sich mehr als 1000 Menschen in dem Hotel aufhalten, ein großer Teil davon seien Deutsche, schilderte der aus Wittmund in Ostfriesland stammende Winkler. 

Mittwoch, 26. Februar: Weiterer Verdachtsfall in NRW

In Siegburg wurde am Nachmittag eine Person untersucht, die möglicherweise ebenfalls mit dem Virus infiziert ist. Das Alter der Patientin ist noch nicht gekannt, ebenso genauere Informationen zum Infektionsweg oder ähnlichem. Ein Untersuchungsergebnis wird für Donnerstag erwartet.

Mittwoch, 26. Februar: Zwei weitere Infektionen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg haben sich zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwoch mit. Zuvor war bereits ein Fall aus dem Kreis Göppingen bekannt.

Mittwoch, 26. Februar: Düsseldorfer Patientin ist Kindergärtnerin

Nach der Infektion einer Kindergärtnerin mit dem neuartigen Coronavirus sollen alle Kinder der betroffenen Einrichtung im Kreis Heinsberg in NRW auf das Virus untersucht werden. „Da werden jetzt die sogenannten Abstriche gemacht und wir werden irgendwann morgen wissen, ob Kinder infiziert sind oder nicht“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien gebeten worden, zu Hause zu bleiben. Die infizierte Frau hat nach dpa-Informationen noch bis vergangenen Freitag in dem Kindergarten gearbeitet.

Mittwoch, 26. Februar: Auch Ehefrau des Düsseldorfer Patienten erkrankt

er Zustand eines mit dem neuen Coronavirus infizierten Patienten, der an der Düsseldorfer Uni-Klinik behandelt wird, hat sich über Nacht nicht verschlechtert. Tendenziell gehe es eher in eine positive Richtung, sagte der zuständige Klinikdirektor Professor Dieter Häussinger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Düsseldorf. Der Mann werde weiter beatmet. Der Arzt bestätigte, dass auch die Ehefrau des Mannes an dem neuen Virus erkrankt ist.

Mittwoch, 26. Februar: Luftwaffen-Soldat aus Köln stand in Kontakt mit Corona-Krankheitsfall

Nach dem ersten nachgewiesenen Coronavirus-Patienten in Nordrhein-Westfalen wird ein Soldat als Kontaktperson des Erkrankten auf eine mögliche Infektion getestet. Die Untersuchung laufe am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Dies gehöre zu den Sicherheitsmaßnahmen, die auch ohne Anzeichen auf eine Erkrankung ergriffen würden.

Der Soldat hatte nach dpa-Informationen Kontakt zu dem Erkrankten auf einer Karnevalsveranstaltung. Ein Ergebnis wurde im Laufe des Tages erwartet. Dies bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe dieser Zeitung.

Mittwoch, 26. Februar: Patient aus NRW war ansteckend im Karneval unterwegs

Der mit dem neuen Coronavirus infizierte Mann aus dem Kreis Heinsberg hatte laut dem Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in den vergangenen 10 bis 14 Tagen eine „unendliche Vielzahl von Kontakten“ zu anderen Menschen. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte er - bereits ansteckend - noch während der Karnevalszeit am gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Pusch sagte am Mittwoch in Düsseldorf, es gehe jetzt darum, die „Infektionsketten zu unterbrechen“. 

Mittwoch, 26. Februar: Wucherpreise für Mundschutzmasken im Internet

Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen. So bot zum Beispiel ein Händler bei Amazon eine Box mit 50 Gesichtsmasken „mit elastischen Ohrschlaufen weiß 3-lagig“ des Herstellers SF am Mittwoch für 95,50 Euro an. Versandapotheken hatten das gleiche Produkt vor kurzem noch für 3,95 Euro im Angebot gehabt - jetzt ist es ausverkauft.

Dem US-Internetmagazin „Wired“ zufolge hat Amazon einige überteuerte Angebote bereits von seinen Seiten entfernt und Händler gewarnt, keine unangemessenen Preise zu fordern. Ein Amazon-Sprecher sagte in München, Verkäufer setzten ihre Preise selbst fest, aber bei Verstößen gegen die Richtlinien werde Amazon Maßnahmen ergreifen. Ein SF-Mitarbeiter in Berlin sagte auf Anfrage, wegen der hohen Nachfrage habe es Preiserhöhungen gegeben, aber die Masken seien derzeit nicht mehr lieferbar. Das nutzten einige wohl spekulativ aus.

Mittwoch, 26. Februar: Frau in Leverkusen unter Verdacht

Einen weiteren Corona-Verdachtsfall gibt es in Leverkusen. Eine Frau mit Symptomen ist aus der Poly-Klinik des Chemparks durch die Berufsfeuerwehr der Stadt Leverkusen im Rahmen eines Infektionstransports ins Klinikum gebracht worden, wo sie isoliert und weiter untersucht wird, erklärt die Stadt am Mittag.

Mittwoch, 26. Februar: Hotel in Frankreich nach Todesfall abgeriegelt

Aus Sorge vor dem neuartigen Coronavirus ist in Frankreich nach dem Tod eines Touristen aus Hongkong ein Hotel abgeriegelt worden. Mitarbeiter und Gäste seien aufgerufen, das Hotel in der französischen Stadt Beaune in der Region Burgund nicht zu verlassen, bestätigte die Hotelgruppe Accor am Mittwoch.

Die Maßnahme sei vorsorglich von regionalen Sicherheitsbehörden angeordnet worden, um ein mögliches Risiko der Kontaminierung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 auszuschließen, so die Hotelgruppe. Die Todesursache des Mannes war zunächst unklar. Die Testergebnisse würden bis Ende des Tages erwartet, erklärte Accor.

Demnach war der Tourist Dienstagnacht gestorben. Die Leiche sei am Mittwochvormittag abgeholt worden, berichtete der Radiosender France Bleu. Demnach befanden sich im Hotel rund 30 Gäste einer Reisegruppe.

Mittwoch, 26. Februar: Bundesregierung spricht von „neuer Situation“

Mit der Ausbreitung des Coronavirus in Italien und den neuen Fällen in Deutschland ist nach Einschätzung der Bundesregierung eine „neue Situation“ entstanden. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. „Das Virus ist uns damit deutlich nähergerückt“, sagte Seibert. Bisher sei es gelungen, einzelne Infizierte zu isolieren und zu behandeln und somit eine Ausbreitung zu verhindern. Die Regierung bereite sich aber auf eine mögliche Zunahme der Fallzahl vor. Eine Expertengruppe mehrerer Bundesministerien wollte dazu am Mittwoch erneut im Kanzleramt zusammenkommen, wie Seibert mitteilte. Mit den Gesundheitsbehörden vor Ort werde geprüft, welche Maßnahmen nötig seien, um die Viruszirkulation einzudämmen.

So würden etwa Risikogruppen identifiziert, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Das Robert Koch-Institut (RKI) werde fortan alle zwei Tage die Öffentlichkeit per Pressebriefing unterrichten. Die in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wegen der dortigen Fälle eingerichteten Krisenstäbe würden vom Gesundheitsressort und dem RKI unterstützt. Auf die Frage, ob die Gesundheitsämter personell besser ausgestattet werden sollten, sagte die Sprecherin, deren Ausstattung sei Sache der Länder und Kommunen. Mit den Ländern stehen man aber in konstantem Kontakt. 

Universitätskliniken Köln

Blick auf die Universitätskliniken der Stadt Köln. 

Mittwoch, 26. Februar: Düsseldorfer Corona-Patient war vor Karneval in Kölner Uniklinik

Der erste nachgewiesene Coronavirus-Patient in Nordrhein-Westfalen ist noch in der vergangenen Woche in der Kölner Uniklinik behandelt worden. Er habe sich am 13. und am 19. Februar zu regulären Nachsorgeuntersuchungen in der Uniklinik aufgehalten, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Stadt Köln bei einer Pressekonferenz.

Nachdem das Gesundheitsamt am Dienstagabend darüber informiert worden sei, dass bei dem Mann das Coronavirus festgestellt worden sei, habe man ermittelt, wer mit dem Patienten in Kontakt gekommen sei. Ermittelt worden seien zehn Mitarbeitende der Uniklinik und 31 Patienten.

Mittwoch, 26. Februar: Erstmals Coronavirus in Griechenland gemeldet

Die griechischen Gesundheitsbehörden haben am Mittwoch erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. Betroffen sei eine 38 Jahre alte Frau, die in einem Krankenhaus der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki isoliert worden sei, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Frau hatte in den vergangenen Tagen Norditalien besucht und war danach nach Griechenland zurückgereist, wie es hieß. Nun suchen die Behörden nach anderen Personen, die in Kontakt mit der infizierten Frau gekommen waren, berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Mittwoch, 26. Februar: Uefa schließt Spielabsagen vorerst aus

Uefa-Vizepräsident Michele Uva hat vorerst ausgeschlossen, dass internationale Fußballspiele wegen der Coronavirus-Epidemie abgesagt werden. „Wir bemühen uns, den Fußball nicht zu stoppen. Fußballpartien werden nur dann ausgesetzt, wenn die Situation wirklich außer Kontrolle geraten sollte“, sagte Uva im Interview mit RAI Sport.„Wir warten ab und prüfen die Lage in jedem Land. Der Fußball hält sich an die Richtlinien der einzelnen Länder“, sagte Uva. Er sei in ständigem Kontakt mit den 55 europäischen Fußballverbänden, meinte der 55-Jährige.

Mittwoch, 26. Februar: Landrat Pusch: „Nicht in Panik verfallen“

Der Kreis Heinsberg ist nach dem Bekanntwerden des ersten bestätigten Coronavirusfalls in Nordrhein-Westfalen im Krisenmodus. Am Mittwoch blieben in dem Kreis an der Grenze zu den Niederlanden Schulen und Kindergärten geschlossen, Landrat Stephan Pusch wandte sich in einem Video an die Bevölkerung: „Ich denke, diese Situation erfordert von uns allen etwas Disziplin. Aber wir sollten auch nicht in Panik verfallen“, sagte der CDU-Politiker in dem auf Facebook veröffentlichten Statement. 

Mittwoch, 26. Februar: Keine Hamsterkäufe

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus hat bisher in Deutschland nach Angaben großer Lebensmittelhändler noch nicht zu auffälligen Hamsterkäufen geführt. Eine Rewe-Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, weder bei Rewe noch bei der konzerneigenen Discounterkette Penny seien bisher „auffällige Nachfrageverstärkungen“ festzustellen. Auch ein Sprecher der SB-Warenhauskette Real sagte: „Wir spüren absolut noch gar nichts.“

Züge der Deutschen Bahn

Züge der Deutschen Bahn. (Symbolbild)

Mittwoch, 26. Februar: Deutsche Bahn „im ständigen Austausch“ mit Behörden

Nach der Ansteckung eines Mannes mit dem neuartigen Coronavirus im Kreis Heinsberg sind zunächst keine Einschränkungen im Bahnverkehr in der Region in Nordrhein-Westfalen eingeplant. Das sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen. Man sei jedoch „im ständigen Austausch“ mit den Behörden, sagte die Sprecherin mit Blick auf Maßnahmen gegen eine mögliche Ausbreitung, zu denen auch eine Einschränkung des öffentlichen Nahverkehrs gehören könnte.

Der Mann war am Montag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Erkelenz bei Aachen aufgenommen worden. Er wurde dort auf der Intensivstation isoliert und sollte in der Nacht zu Mittwoch ins Uniklinikum Düsseldorf gebracht werden. Er war in einem kritischen Zustand, wie das NRW-Gesundheitsministerium und der Kreis am späten Dienstagabend mitgeteilt hatten.  

Mittwoch, 26. Februar: Zweiter Todesfall in Frankreich

In Frankreich gibt es ein zweites Todesopfer durch das neuartige Coronavirus: Ein 60 Jahre alter Franzose starb in der Nacht zum Mittwoch in Paris, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Bereits Mitte Februar war ein 80-jähriger Tourist aus China in einem Pariser Krankenhaus den Folgen der Viruserkrankung erlegen. Bei ihm handelte es sich um den ersten Todesfall in Europa.

Der nun gestorbene Mann sei „in einem äußerst schlechten Zustand“ in die Pariser Klinik La Pitié-Salpêtrière eingeliefert und positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums. Das Ministerium bestätigte zwei neue Infektionsfälle in Frankreich. Damit gibt es in dem Land derzeit vier Coronavirus-Fälle. Elf zuvor Infizierte sind bereits wieder gesund. 

Göppingen dpa neu

An der Göppinger Klinik am Eichert weist ein Schild den Weg zur Notaufnahme und zum Haupteingang.

Mittwoch, 26. Februar: Patient in Baden-Württemberg geht es besser

Nach dem ersten nachgewiesenen Coronavirus-Fall in Baden-Württemberg hat sich der Zustand des isolierten Patienten in Göppingen nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums nicht verändert. „Es geht ihm gut, er ist in der Klinik und unter Beobachtung“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Das örtliche Gesundheitsamt habe bereits Kontaktpersonen des 25-jährigen Mannes informiert und mache weitere Kontakte aus. Nach dpa-Informationen wird der Patient isoliert in der Göppinger Alb Fils Klinik behandelt.

Er hatte sich nach Angaben des Ministeriums vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. Der Mann sei nach seiner Rückkehr mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt und habe Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will sich gegen Mittag im Stuttgarter Ministerium zum Patienten und zu den nächsten Schritten äußern.

Mittwoch, 26. Februar: Zweites afrikanisches Land betroffen

Nach Ägypten hat mit Algerien ein zweites afrikanisches Land einen Coronavirus-Fall gemeldet. Dabei handele es sich um einen italienischen Patienten, der Anfang vergangener Woche eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Algier am Dienstagabend mit. Mitte des Monats hatte Ägypten als erstes Land in Afrika eine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet.

Experten sorgen sich, dass das Virus in Ländern mit einem schlechten Gesundheitssystem etwa in Afrika schwerer zu kontrollieren ist.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte am Dienstagabend, das Fenster, das Afrika zur Vorbereitung auf Erkrankungen habe, schließe sich. „Alle Länder müssen ihre Vorbereitungsmaßnahmen beschleunigen“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Matshidiso Moeti.  

Maschinen der Lufthansa

Maschinen der Lufthansa auf dem Flughafen in Frankfurt/Main.

Mittwoch, 26. Februar: Lufthansa startet Sparmaßnahmen

Wegen der wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus hat der Lufthansa-Konzern ein Programm zur Kostensenkung gestartet. Geplante Neueinstellungen werden derzeit überprüft, ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt ankündigte. Darüber hinaus sollen die Mitarbeiter zu unbezahltem Urlaub und geringeren Arbeitsvolumen in Teilzeit bewegt werden.

Hintergrund ist der stark reduzierte Asienverkehr. Die Lufthansa Group hat bis Ende März sämtliche Passagierflüge zum chinesischen Festland gestrichen. Auch für Verbindungen nach Hongkong kündigte der Konzern wegen der schwachen Nachfrage weitere Streichungen an. Rein rechnerisch stünden zurzeit 13 Langstreckenflugzeuge der Lufthansa Group am Boden.

Mittwoch, 26. Februar: Kitas und Schulen im Kreis Heinsberg bleiben geschlossen

An einem Eingang hängt das Schild mit der Aufschrift: „Die Schule bleibt heute geschlossen“. Nach der Infektion eines Mannes aus dem Kreis Heinsberg bei Düsseldorf mit dem neuartigen Coronavirus hat es unter anderem im dortigen Kreisgymnasium am Mittwochmorgen keinen Unterricht gegeben. Davon überraschte Schüler seien am Morgen gegen 8.00 Uhr auf dem Schulhof nicht zu sehen gewesen, berichtete ein dpa-Reporter. Es seien indes Busse des Nahverkehrs auf den Straßen gefahren.

Schule Kitas

Ein Hinweis-Schild hängt am Eingang eines Gymnasiums in Heinsberg.

Der erste Coronavirus-Patient in NRW kommt aus dem Kreis Heinsberg. Eine erste Reaktion darauf war, dass in dem Kreis am Mittwoch Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen bleiben sollten, wie ein eilig einberufener Krisenstab am Dienstag entschieden hatte.  

Mittwoch, 26. Februar: Behörden beraten über weiteres Vorgehen

Nach zwei nachgewiesenen Coronavirus-Fällen in Baden-Württemberg und Nordrhein Westfalen beraten die Behörden über das weitere Vorgehen. Es seien am Mittwoch Gespräche geplant, um die Situation zu bewerten und die nächsten Schritte zu planen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Nordrhein-Westfalen der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen. Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg war zunächst noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Zustand des ersten Coronavirus-Patienten in NRW war nach Angaben des Sprechers unverändert kritisch. Bei der Ehefrau des Mannes, die ebenfalls mit Symptomen einer Viruserkrankung stationär behandelt wurde, handele es sich weiterhin um einen Verdachtsfall - ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Am Montag war der Mann mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Erkelenz im Kreis Heinsberg bei Aachen aufgenommen und auf der Intensivstation isoliert worden. In der Nacht zu Mittwoch wurde er ins Uniklinikum Düsseldorf gebracht. Nach dpa-Informationen ist der Patient Mitte 40 und leidet an einer Vorerkrankung.

US Army Camp Carroll in Chilgok

Die Zufahrt zum US Army Camp Carroll in Chilgok.

Mittwoch, 26. Februar: US-Soldat in Südkorea an Coronavirus erkrankt

Unter den in Südkorea stationierten US-Soldaten gibt es einen ersten bestätigten Fall der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. Ein an der Basis Camp Carroll stationierter Militär wurde positiv auf den Erreger getestet, wie das Kommando der US-Streitkräfte in Südkorea am Mittwoch mitteilte. Der Mann befinde sich inzwischen in seiner außerhalb des Stützpunktes gelegenen Wohnung in Quarantäne. Camp Carroll liegt 30 Kilometer nördlich der Millionenstadt Daegu, des Zentrums der Epidemie in Südkorea. 

Mittwoch, 26. Februar: Coronavirus in zwei Bundesländern nachgewiesen – Patient in NRW in kritischem Zustand

In zwei deutschen Bundesländern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, sind erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Zustand des Patienten in NRW war laut Behörden kritisch, er sollte am Dienstagabend von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum Düsseldorf gebracht werden. Der Patient in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt. Er solle in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt werden. Nähere Informationen zu den jeweiligen Fällen wurden für Mittwoch angekündigt.

Der Patient in NRW ist nach dpa-Informationen Mitte 40, leidet aber an einer Vorerkrankung. Seine Ehefrau werde mit Symptomen einer Viruserkrankung ebenfalls stationär behandelt, hieß es von örtlichen Behörden. Ihr Zustand sei aktuell stabil. Ob auch sie mit dem Erreger Sars CoV-2 infiziert ist, stand noch nicht fest.

Krankenwagen

Ein Krankenwagen steht vor dem Leber- und Infektionszentrum des Universitätsklinikum in Düsseldorf, der den ersten mit dem Coronavirus Infizierten in NRW angeliefert hat.

Der Mann hatte nach Angaben des dortigen Landrats Stephan Pusch Kontakt mit einem Bekannten, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten habe. Das meldete die „Aachener Zeitung“. Ob sich dieser Mann auch in Behandlung begeben habe, konnte Pusch zunächst nicht sagen.  

Mittwoch, 26. Februar: 52 neue Todesopfer in China

Die Zahl der Todesopfer und Infizierten durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist in China erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen weitere 52 Menschen durch das neuartige Coronavirus ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2715. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 406 auf über 78 000.

Sämtliche neuen Todesfälle und fast alle neuen Infektionen wurden aus der besonders betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. Auf den Rest des Landes entfielen nur noch fünf neue Infektionen. 

Mittwoch, 26. Februar: Erster Fall in Südamerika

In Brasilien ist am Dienstag der erste Coronavirus-Fall registriert worden. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln. In einer offiziellen Mitteilung des Gesundheitsministeriums hieß es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in São Paulo.

Die Erkrankung soll nach einem Bericht des Portals „G1“ das Krankenhaus Albert Einstein festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt. Er sei nun zu Hause isoliert. 

Coronaviren Proben

Ein Techniker extrahiert Coronaviren in einem Testlabor (Symbolbild)

Dienstag, 25. Februar: Erster Fall in NRW bestätigt

In NRW ist die erste Coronavirus-Infektion nachgewiesen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus Regierungskreisen erfuhr. Ein Ehepaar aus Erkelenz wurde unter dem Verdacht einer Corona-Erkrankung in die Universitätsklinik in Düsseldorf eingeliefert. Der Ehemann wurde positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet, nachdem er Symptome einer schweren Lungenentzündung gezeigt hatte. Bei der Frau laufen die Untersuchungen noch.

Der Zustand des Mannes ist kritisch. Er wird künstlich beatmet und schwebt in Lebensgefahr. Zum Alter des Mannes gibt es unterschiedliche Angaben. Laut WDR ist er Anfang 50, laut Nachrichtenagentur dpa Mitte 40. Er soll an einer Vorerkrankung leiden.

Als Reaktion gab der Kreis Heinsberg, zu dem auch Erkelenz gehört, am Dienstag bekannt, dass Schulen und Kitas am Mittwoch geschlossen bleiben. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Auch die Kreisverwaltung bleibt am Mittwoch für das Publikum geschlossen. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ berichtet.

Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums ermittelt das Gesundheitsamt des Kreises zurzeit alle möglichen Kontaktpersonen des Paares. Ein Sprecher des Ministeriums konnte am Abend auf Nachfrage noch nichts dazu sagen, wo der Mann sich möglicherweise infiziert haben könnte. 

„Die zuständigen Behörden gehen den Fällen nun mit Hochdruck nach, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verhindern. Es ist nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle im Land geben kann. Aber unser Gesundheitswesen ist für solche Erkrankungen gut vorbereitet und aufgestellt“, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef
Laumann.

Auch in Baden-Württemberg wurde eine erste Infektion bestätigt. Es handle sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Dienstagabend mit.

Dienstag, 25. Februar: Zwei neue Infektionen in Frankreich

Frankreich hat zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Bei einem Betroffenen handele es sich um einen Franzosen, der sich zuvor in der italienischen Lombardei aufgehalten habe, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstag. Bei der zweiten Person handele es sich um eine junge Chinesin, die Anfang Februar aus China zurückgekehrt war. Der Gesundheitszustand beider Patienten sei nicht besorgniserregend, so der Gesundheitsdirektor. Sie würden in Kliniken behandelt.

Dienstag, 25. Februar: Deutsche Ruderer verlegen Trainingslager

Wegen der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus in Italien haben die Ruderer des Deutschland-Achters ihr geplantes Trainingslager nach Portugal verlegt. „Die Situation vor Ort und die Unsicherheit über die Entwicklung lassen nur einen Schluss zu: Dort können wir nicht hinfahren, das können wir nicht verantworten“, sagte Bundestrainer Uwe Bender am Dienstag in einer Mitteilung. Das Trainingslager hätte ursprünglich ab Sonntag in Gavirate in der Lombardei stattfinden sollen, stattdessen wird das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) von 6. bis 23. März in Lago Azul (Portugal) trainieren. 

Dienstag, 25. Februar: Hotel in Innsbruck abgeriegelt

Nach dem ersten Auftreten des neuartigen Coronavirus in Österreich haben die Behörden Medienberichten zufolge am Dienstag ein Hotel in Innsbruck gesperrt. In dem Hotel habe eine infizierte Italienerin gearbeitet, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Auch die Wohnung der Frau, bei der das Virus festgestellt worden war, sei betroffen.

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Österreichische Polizeibeamte bewachen einen Hoteleingang in Innsbruck. 

Dienstag, 25. Februar: Frau in Barcelona positiv getestet

Das neuartige Coronavirus ist jetzt auch auf dem spanischen Festland angekommen. In Barcelona wurde eine Frau nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Sie soll ihren Wohnsitz in Barcelona haben und kürzlich von einer Reise nach Norditalien zurückgekehrt sein, wo das Virus sich besonders stark ausgebreitet hat, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“. Es handelt sich um den vierten bestätigten Coronavirus-Fall in Spanien.

Dienstag, 25. Februar: Italienisches Ehepaar auf Teneriffa infiziert – Hotel unter Quarantäne

Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa ist am Dienstag ein zweiter Coronavirus-Fall bekannt geworden. Die Ehefrau des mit Sars-CoV-2 infizierten italienischen Touristen sei ebenfalls positiv getestet worden, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden. Beide Patienten liegen isoliert in einem Krankenhaus auf der Kanareninsel.

Das Hotel, in dem das Ehepaar fast eine Woche lang Urlaub gemacht hatte, steht seit dem Morgen unter Quarantäne. Rund 1000 Menschen in dem Gebäude sind betroffen. Insgesamt sind nun fünf Covid-19-Fälle in Spanien bestätigt worden.

Spaniens Ministerpäsident Pedro Sánchez rief die Menschen derweil zur Ruhe auf. Das öffentliche Gesundheitssystem des Landes sei hervorragend auf eine solche Krise vorbereitet, sagte er am Dienstag. 

Dienstag, 25. Februar: Kölner Eisenwarenmesse wird auf 2021 verschoben

Wegen der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus ist die anstehende Eisenwarenmesse in Köln verschoben worden. Statt Anfang März soll die Messe im Februar 2021 stattfinden, wie die Kölner Messe am Dienstag mitteilte. Zuvor hatten bereits namhafte Aussteller wie das Befestigungstechnik-Unternehmen Fischer und der Werkzeughersteller Gedore ihr Kommen abgesagt. Nach Messe-Angaben waren ursprünglich etwa 3000 Aussteller in Köln erwartet worden, darunter rund 1200 Aussteller aus China.

Auch in Frankfurt entschied man wegen des sich ausbreitenden neuen Coronavirus, eine Veranstaltung zu verschieben: Die zunächst vom 8. bis zum 13. März geplante Messe für Licht und Gebäudetechnik Light + Building finde nun zwischen Mitte und Ende September 2020 statt.

Dienstag, 25. Februar: Erster Fall in der Schweiz bestätigt

In der Schweiz ist am Dienstag erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. Nähere Informationen kündigte das Amt für 17.00 Uhr an. Der Fall ereignete sich im Kanton Tessin. Am Montag hatte Innenminister Alain Berset gesagt, das Land sei gut vorbereitet. Maßnahmen wie Reisebeschränkungen wurden nicht ergriffen. Der Kanton Tessin ragt in die italienische Lombardei hinein, wo mehrere Fälle aufgetreten sind.

Dienstag, 25. Februar: Italien-Rückkehrer dürfen vier Wochen kein Blut spenden

Zum Schutz vor weiteren Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus dürfen Reiserückkehrer aus Italien bei den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes vier Wochen lang kein Blut spenden. Die Zeitspanne werde ab der Rückkehr berechnet, sagte Sprecher Patric Nohe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Für Reisende aus der gesamten Volksrepublik China sowie aus Nord- und Südkorea betrage die Sperre seit längerem ohnehin vier Wochen, allerdings wegen des Chikungunya-Virus. Es kann durch Stechmücken übertragen werden und die Tropenkrankheit Chikungunyafieber verursachen. „Die Inkubationszeit des neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) liegt bei bis zu 14 Tagen und ist somit durch diese Maßnahme ebenfalls abgedeckt“, so Nohe. 

Dienstag, 25. Februar: Virus breitet sich rasant in Golf-Region aus

Mit der steigenden Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen im Iran droht sich das neuartige Coronavirus auch zunehmend in der Golf-Region auszubreiten. Irans regionale Nachbarländer Irak, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) meldeten mehrere neue Fälle von Patienten, die zuvor in den Iran gereist waren. Einige Länder im arabischen Raum versuchten, eine Ausbreitung durch verringerte Reiseverbindungen mit dem Iran zu verhindern.

In der Islamischen Republik stieg die Zahl der gemeldeten Todesopfer von 12 auf 15, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag im Staatsfernsehen erklärte. Ihm zufolge wurden im Iran inzwischen 95 Menschen – 34 mehr als am Vortag - aus verschiedenen Landesteilen positiv auf das Virus getestet.

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Einige Touristen in Mailand sind mit Atemschutzmasken unterwegs.

Dienstag, 25. Februar: Post stellt Zustellung in Norditalien ein

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Norditalien hat die Deutsche Post die Zustellung von Paketen in den besonders betroffenen Regionen ausgesetzt. Sowohl die Abholung als auch die Zustellung der Sendungen auch über italienische Partner finde in den Gemeinden der besonders betroffenen Regionen derzeit nicht statt, teilte eine Post-Sprecherin der dpa am Dienstag auf Anfrage mit.

Beim Briefversand arbeitet die Post mit Partnerfirmen vor Ort zusammen, für Pakete ist DHL weltweit - und somit auch in Italien - als Zusteller aktiv.

Dienstag, 25. Februar: Zwei Corona-Verdachtsfälle in Tirol gemeldet

In Österreich sind zwei Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das erklärte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es sind die ersten Covid-19-Patienten in der Alpenrepublik. Eine betroffene Person stamme offenbar aus der Lombardei.

Noch sei unklar, wo sich die beiden Menschen angesteckt hätten. Die beiden 24-Jährigen seien nicht lebensbedrohlich erkrankt, sondern litten bisher nur an Fieber. Die Patienten hatten sich selbst an die Leitstelle Tirol gewandt und ihre Symptome geschildert. Tests auf den Erreger seien positiv ausgefallen.  

Teneriffa

Ein Polizist setzt eine Sperre, die den Zugang zum Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa blockiert. 

Dienstag, 25. Februar: 1000 Hotelgäste auf Teneriffa unter Quarantäne gestellt

Wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls dürfen auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa hunderte Gäste vorerst ihr Hotel nicht verlassen. Das Hotel sei unter „sanitäre Kontrolle“, nicht aber unter Quarantäne gestellt worden, sagte eine Sprecherin der örtlichen Gesundheitsbehörde am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Bei dem Verdachtsfall handelt es sich demnach um einen italienischen Hotelgast, der am Montag positiv auf das Virus getestet worden war. Derzeit werde auf das Ergebnis eines zweiten Virus-Tests des Italieners gewartet, sagte die Behördensprecherin. Dieses werde voraussichtlich „am Nachmittag oder Abend“ vorliegen. Das betroffene Hotel H10 Costa Adeje Palace hat 467 Zimmer und kann auch in Deutschland etwa über den Reiseveranstalter Tui gebucht werden. 

Italien hat sich in den vergangenen Tagen binnen kurzer Zeit zum größten Herd des neuartigen Coronavirus in Europa entwickelt. Dort wurde bislang bei knapp 230 Menschen eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 nachgewiesen, sieben Infizierte starben bereits. Die meisten Infektionen wurden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet. 

Peter Pellegrini

Der slowakische Ministerpräsident Peter Pellegrini

Dienstag, 25. Februar: Slowakischer Regierungschef weist Coronavirus-Spekulationen zurück

Der slowakische Regierungschef Peter Pellegrini hat Spekulationen zurückgewiesen, er sei am neuartigen Coronavirus erkrankt. „Das ist völliger Unsinn“, erklärte der 44-Jährige laut Medienberichten vom Dienstag. Anderslautende Tweets seien „Falschmeldungen“.

Der Sozialdemokrat war am Wochenende mit einer Atemwegsinfektion und hohem Fieber ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Gesundheitszustand scheint sich zwischenzeitlich gebessert zu haben. Am Dienstag wurde er wieder aus dem Krankenhaus entlassen, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Über die sozialen Medien kündigte Pellegrini seine Teilnahme an einer Fernsehdebatte am Dienstagabend an. Für Mittwoch ist zudem ein Besuch beim neuen russischen Regierungschef Michail Mischustin in Moskau geplant.

Zuvor hatte die spanische Zeitung „ABC“ spekuliert, Pellegrini könnte an Covid-19 erkrankt sein. Sie verwies darauf, dass er noch am vorigen Donnerstag und Freitag am EU-Gipfel in Brüssel teilgenommen hatte. Sollte sich eine Erkrankung bestätigen, müssten alle EU-Staats- und Regierungschefs eine zweiwöchige freiwillige Quarantäne in Betracht ziehen, forderte das Blatt aus Madrid. 

Dienstag, 25. Februar: Tischtennis-WM wegen Coronavirus verschoben

Die Tischtennis-Weltmeisterschaft in Südkorea ist aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus verschoben worden. Das gab der Weltverband ITTF am Dienstag bekannt. Die Veranstaltung war für den 22. bis 29. März in Busan angesetzt. Die ITTF plant, die WM zwischen dem 21. und 28. Juni nachzuholen. „Wir werden in Kooperation mit allen Verantwortlichen in Busan weiter hart arbeiten und sind uns daher sicher, dass wir eine großartige WM im Juni organisieren werden“, heißt es in einer ITTF-Mitteilung.

In Südkorea war bereits der Auftakt der Fußball-K-League verschoben worden, auch im Volleyball, Basketball und Handball wurden ähnliche Maßnahmen getroffen. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus sind zahlreiche Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt betroffen. Am Montag wurde beschlossen, in Italien mehrere Fußballspiele der Serie A unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. 

Montag, 24. Februar: EU bietet Beschaffung von Schutzausrüstung gegen neues Coronavirus an

Die EU-Kommission hat den 27 Mitgliedstaaten eine gemeinsame Beschaffung von Schutzausrüstungen gegen das neue Coronavirus angeboten. Die Kommission habe die Mitglieder des Ausschusses für Gesundheitsschutz über diese Möglichkeit informiert, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Die EU-Länder hatten demnach noch bis zum Montag Zeit, ihren genauen Bedarf anzugeben.

In dem Ausschuss sind Fachleute aus allen 27 Mitgliedstaaten vertreten. Sie sprachen bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel auch über Möglichkeiten, angesichts neuer Covid-19-Erkrankungen in Italien Reisen zu beschränken und Menschen an Einreisestellen zu kontrollieren. Mehrere Länder hätten ihre Reisehinweise aktualisiert. Die Staaten wurden in der Sitzung daran erinnert, ihre Maßnahmen vorab dem Ausschuss für Gesundheitsschutz mitzuteilen, um koordiniert handeln zu können, teilte die Kommission weiter mit.

Montag, 24. Februar: Experten: Neues Coronavirus kaum noch einzudämmen

Britische Mediziner sind sehr skeptisch, ob die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus noch gestoppt werden kann. „Das Zeitfenster für die Eindämmung des Ausbruchs schließt sich nun sehr schnell“, zitierte die britische Zeitung „The Telegraph“ am Montag Devi Sridhar von der Universität Edinburgh, die zur weltweiten öffentlichen Gesundheit forscht.

Nathalie MacDermott, Expertin für Infektionskrankheiten am renommierten King's College in London, nannte vor allem die Situation in Italien, Südkorea und Iran „sehr besorgniserregend“. Dort sei nicht klar, bei wem sich die Menschen infiziert hätten. Dies weise darauf hin, dass sich die Betroffenen bei Personen angesteckt hätten, die keine oder kaum Symptome zeigten und nichts von ihrer eigenen Infektion wüssten. Somit könne sich der Erreger schnell ausbreiten, bevor die ersten Fälle überhaupt nachgewiesen werden.

„Es ist klar, dass nun alle Voraussetzungen für eine Pandemie vorhanden sind“, sagte Bharat Pankhania von der Universität Exeter. „Es ist besser ehrlich zu sein und es zu sagen.“  

Montag, 24. Februar: Sorge um Rad-Klassiker Mailand-Sanremo

In Italien ist der fünfte Coronavirus-Infizierte gestorben. Der 88-Jährige sei in der Lombardei ums Leben gekommen, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Montag in Rom. Die Zahl der gemeldeten Infizierten stieg auf 219. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien. Borreli warnte vor Panikmache - auch im Ausland. „Unser Land ist sicher, und man kann beruhigt hierher kommen.“ Alle Toten in Italien waren ältere Menschen, teils auch mit Vorerkrankungen. 23 Menschen seien auf der Intensivstation. 

Montag, 24. Februar: Fünfter Toter in Italien

In Italien ist der fünfte Coronavirus-Infizierte gestorben. Der 88-Jährige sei in der Lombardei ums Leben gekommen, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Montag in Rom. Die Zahl der gemeldeten Infizierten stieg auf 219. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien. Borreli warnte vor Panikmache - auch im Ausland. „Unser Land ist sicher, und man kann beruhigt hierher kommen.“ Alle Toten in Italien waren ältere Menschen, teils auch mit Vorerkrankungen. 23 Menschen seien auf der Intensivstation. 

Lufthansa d Airbus

Zwei Airbus A-380 der Fluggesellschaften Emirates und Lufthansa begegnen sich auf dem Rollfeld des Flughafens in Frankfurt.

Montag, 24. Februar: Lufthansa fliegt Italien weiter an

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien hat zunächst keine Auswirkungen auf den Flugplan der Lufthansa. „Wir beobachten die Lage sehr genau“, sagte ein Sprecher der Airline am Montag. Aber bislang gebe es keine Änderungen oder Streichungen. Auch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt war bislang nichts bekannt über eingestellte Flüge von und nach Italien, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport mitteilte. Die Entscheidung darüber liege aber bei den Behörden oder direkt bei den Fluggesellschaften.

Bereits im Januar hatte die Lufthansa ihre Flüge nach und von China wegen des Coronavirus eingestellt. Mindestens bis Ende des Winterflugplans am 28. März werde Festlandchina nicht angeflogen, sagte des Sprecher. 

Montag, 24. Februar: Verkauf und Verzehr von Wildtieren in China untersagt

Als eine Konsequenz der Coronavirus-Epidemie im Land hat China den Handel mit Wildtieren sowie deren Verzehr komplett verboten. Eine entsprechender Vorschlag wurde am Montag vom Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses getroffen, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Das Verbot solle die „schlechte Gewohnheit des übermäßigen Konsums von Wildtieren“ beenden und „Leben und Gesundheit der Menschen wirksam schützen“. Das Verbot tritt demnach sofort in Kraft.

In China haben sich inzwischen mehr als 77.000 Menschen mit dem neuartigen Erreger der Atemwegskrankheit Covid-19 infiziert, knapp 2600 Menschen starben. Die meisten Opfer werden aus der zentralchinesischen Provinz Hubei mit ihrer Hauptstadt Wuhan gemeldet. Es wird vermutet, dass der Erreger im Dezember auf einem Markt der Millionen-Metropole von einem Wildtier auf den Menschen übertragen wurde. 

Montag, 24. Februar: 12 Tote im Iran gemeldet

Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Opfer im Iran ist auf 12 gestiegen. Das bestätigte Gesundheitsminister Saeid Namaki am Montag. Nach Angaben des Nachrichtenportals Khabar-Online sind insgesamt 47 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Dies bestätigte das Ministerium nicht.

Im Nachbarland Afghanistan wurde am Montag der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Er sei in der Provinz Herat im Westen des Landes aufgetreten, wie Gesundheitsminister Firusuddin Firus in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Herat grenzt an den Iran. Firus riet seinen Landsleuten dringend, nicht nach Herat oder aus Herat in andere Landesteile zu reisen. Afghanistan hat vorübergehend seine Grenze zum Iran geschlossen.

Montag, 24. Februar: Vierter Patient in Italien gestorben

In Italien ist ein vierter mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Der 84-Jährige sei in der Nacht in einem Krankenhaus der Lombardei gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Nach Angaben des Präsidenten der Lombardei, Attilo Fontana, litt der Mann bereits an anderen Vorerkrankungen. Laut Fontana stieg die Zahl der Infizierten landesweit auf 165. 

Montag, 24. Februar: Keine Lockerung der Kontrolle in Wuhan

Mehr als vier Wochen nach der Abriegelung der schwer von dem neuartigen Coronavirus betroffenen Millionenmetropole Wuhan in Zentralchina haben die Behörden für Verwirrung über eine angebliche Lockerung der Kontrollen gesorgt. Nachdem erst eine Mitteilung der Provinzregierung veröffentlicht worden war, das nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit in Wuhan gestrandete Chinesen aus anderen Teilen des Landes die Stadt verlassen dürften, erklärte die Stadtregierung die Notiz für „ungültig“ und zog sie wieder zurück. 

Montag, 24. Februar: Zahl der Toten in China steigt sprunghaft

Die Zahl der Toten durch das Coronavirus ist in China sprunghaft angestiegen. Die Gesundheitskommission berichtete am Montag in Peking weitere 150 neue Covid-19-Todesfälle - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. Auch in Südkorea, wo sich gerade ein größerer Ausbruch entwickelt, wurden zwei neue Tote durch die Lungenkrankheit und 161 neu entdeckte Infektionen gemeldet. Damit gibt es schon 763 Ansteckungen und sieben Todesfälle in Südkorea. In keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo das Sars-CoV-2-Virus im Dezember ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionen gemeldet.

Südkorea Coronavirus

Krankenwagen mit Coronavirus-Patienten stehen vor einem Krankenhaus in Südkorea.

Montag, 24. Februar: Brenner wieder frei

Die Coronavirus-Krise hat in der Nacht zum Montag zu stundenlangen Verspätungen im Zugverkehr zwischen Italien, Österreich und Deutschland geführt. Nachdem bei zwei deutschen Reisenden in einem Eurocity aus Venedig nach München zwischenzeitlich der Verdacht auf den Erreger aufgekommen war, schlossen die österreichischen Behörden den Zugverkehr über die Brenner-Route. Der Virus-Verdacht bei den beiden Frauen bestätigte sich jedoch nicht, der Zugverkehr wurde wieder freigegeben.

Montag, 24. Februar: Fehlalarm am Brenner

In Europa ist Italien mit mehr als 150 Infektionen am schwersten betroffen. Ein Fehlalarm legte am Sonntagabend den Zugverkehr zwischen Italien und Österreich über Stunden lahm. Zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München wurden von Österreichs Behörden am Brenner gestoppt. Einer der Züge hatte zwei deutsche Frauen an Bord, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber in Verone nach Angaben des österreichischen Innenministeriums negativ getestet. Danach konnten die 500 Passagiere nach München weiterfahren.

Sonntag, 23. Februar: Österreich stellt Zugverkehr nach Italien wegen Verdacht auf infizierte Passagiere ein

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen hat Österreich den Zugverkehr mit Italien auf der zentralen Brenner-Route eingestellt. Die staatliche österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB teilte am Sonntagabend mit, alle Zugverbindungen über den italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner seien ausgesetzt, weil bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehe.

Ein Eurocity, der in Venedig gestartet war und als Zielort München hatte, wurde am Sonntagabend am Grenzübergang Brenner gestoppt, weil zwei deutsche Frauen an Bord Fieber hatten. 

Am späten Sonntagabend gaben die österreichischen Behörden schließlich grünes Licht für die Weiterreise, wie ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mitteilte.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden insgesamt zwei Züge, die von Italien nach München unterwegs waren, am Brenner gestoppt. 

GRAFIK Corona Italien dpa

Norditaliens Regionen mit Corona-Neuinfektionen

Sonntag, 23. Februar: Italien isoliert 52.000 Menschen in elf Städten

Aus Furcht vor dem neuartigen Coronavirus gibt es nun auch in Europa großangelegte Quarantänemaßnahmen: In Norditalien wurden am Sonntag elf Städte mit insgesamt 52 000 Einwohnern isoliert. Bislang infizierten sich in der Region nach Behördenangaben mehr als 130 Menschen, zwei von ihnen starben.

Italien Mundschutz

Mitarbeiter einer Fabrik in Italien tragen alle einen Mundschutz.

Die italienische Regierung ordnete am Samstagabend an, wegen des Virus zehn Städte in der Region Lombardei sowie eine in der Nachbarregion Venetien zu isolieren. Die als Epidemiezentren geltenden Gebiete dürften weder verlassen und noch betreten werden, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. Ausnahmen seien nur mit Sondergenehmigung möglich. Conte verfügte zudem die Schließung von Unternehmen und Schulen sowie die Absage von öffentlichen Veranstaltungen wie Karnevalsfeiern und Sportwettbewerben.

Wie Italiens Zivilschutz mitteilte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Infizierten in Italien bis Sonntag auf 132: 89 Fälle in der Lombardei, 25 in Venetien, neun in der Emilia-Romagna, sechs im Piemont und drei in Latium. „Patient null“, der das Virus ins Land brachte, wurde bislang nicht gefunden. 

Sonntag, 23. Februar: Staatschef nennt Epidemie „größte Gesundheitskrise seit Gründung der Volksrepublik“

Das neuartige Coronavirus ist nach den Worten des chinesischen Staatschefs Xi Jinping die größte Gesundheitskrise in China seit der Gründung der Volksrepublik 1949. Das Virus verbreite sich schneller als alle vorangegangenen, habe die höchste Zahl von Infizierten und sei am schwierigsten zu vermeiden und zu kontrollieren, sagte Xi am Sonntag bei einem Treffen zum Umgang mit der Epidemie. „Das ist eine Krise für uns und es ist ein großer Test“, stellte der Präsident fest. Die Epidemie werde „unvermeidlich“ große Auswirkungen auf Chinas Wirtschaft und Gesellschaft haben, es handele sich aber um kurzfristige und kontrollierbare Effekte. Die Behörden forderte Xi auf, aus den Versäumnissen im Umgang mit dem Virus zu lernen.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember starben in Festlandchina nach offiziellen Angaben mindestens 2442 an dem neuartigen Coronavirus, die Zahl der Infizierten wurde am Sonntag mit knapp 77.000 angegeben. Das Virus breitete sich inzwischen in mehr als 25 weitere Länder aus. Besonders betroffen ist Italien, wo die Zahl der Infizierten am Sonntag auf mehr als 130 stieg. Zwei Italiener starben bislang an der Krankheit.

Venedig dpa neu

Eine als Skelett verkleidete Person feiert den Karneval auf dem Markusplatz in Venedig. 

Sonntag, 23. Februar: Karneval in Venedig wegen Coronavirus abgesagt

Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit. „Wir müssen uns drastischen Maßnahmen anpassen“, sagte Zaia Reportern in der Region Venetien. Dazu zähle die Absage des Venezianischen Karnevals „und sogar noch mehr“.

Die eigentlich bis Dienstag stattfindenden Feste und Umzüge des Karnevals von Venedig gehören zu den größten und berühmtesten Veranstaltungen des weltweiten Narrentreibens.

Sonntag, 23. Februar: IWF senkt Wachstumsprognose Chinas

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat wegen der Auswirkungen der Lungenkrankheit Covid-19 die Wachstumsprognose für China gesenkt. Der Fonds erwarte nun für 2020 ein Wirtschaftswachstum von 5,6 Prozent statt der noch im Januar vorhergesagten 6,0 Prozent, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Samstag beim Treffen der Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) in Riad. Das Wachstum der Weltwirtschaft werde wegen des Coronavirus voraussichtlich 0,1 Prozent geringer ausfallen. Hier hatte der IWF vor kurzem noch von 3,3 Prozent Zuwachs im laufenden Jahr erwartet.

Man gehe bei diesem Szenario davon aus, dass die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal zur Normalität zurückkehren kann, sagte Georgiewa. Die chinesischen Behörden arbeiteten daran, die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft durch Krisenmaßnahmen, Liquiditätsversorgung, steuerliche Maßnahmen und finanzielle Unterstützung abzumildern. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft könnten so relativ gering und von kurzer Dauer sein.

Die IWF-Chefin räumte allerdings ein, es gebe noch große Unsicherheiten - etwa über die Verbreitung des Virus. Das erschwere eine verlässliche Prognose. „Viele Szenarien können sich abspielen, je nachdem, wie schnell das Virus eingedämmt wird und wie schnell sich die chinesischen und anderen betroffenen Volkswirtschaften wieder normalisieren“, sagte Georgiewa. 

Coronavirus Italien

Mitarbeiter des Codogno Krankenhauses tragen Kisten in das Krankenhaus. (Archivbild)

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Sonntag, 23. Februar: Höchste Alarmstufe in Südkorea

Die Situation in Südkorea wird angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus immer besorgniserregender: Nach zwei weiteren Todesfällen durch die Lungenerkrankung Covid-19 kündigte der südkoreanische Staatschef Moon Jae In an, wegen des Virus die höchste Alarmstufe auszurufen. Insgesamt starben in Südkorea bislang vier Menschen durch das neuartige Coronavirus. Die Zahl der Neuinfizierten stieg um 123 auf 556 Fälle - Südkorea ist damit das Land mit der höchsten Fallzahl nach China. Die Epidemie stehe vor einem „schwerwiegenden Wendepunkt“, erklärte Präsident Moon nach einer Kabinettssitzung zu dem Virus. 

Diamond Princess

Das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ steht im Hafen von Yokohama unter Quarantäne.

Sonntag, 23. Februar: Italien will gegebenenfalls Städte abriegeln 

Italien hat den Kampf gegen den schlimmsten Ausbruch des neuen Coronavirus in Europa mit drastischen Maßnahmen aufgenommen. Um eine weitere Ausbreitung im Norden des Landes zu unterbinden, sollen nun die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt werden. Das teilte die italienische Regierung am Samstagabend mit. „Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Betroffen seien zunächst knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50 000 Einwohnern sowie Vo' im benachbarten Venetien mit rund 3000 Bewohnern.

In Italien waren bis Sonntag mehr als 100 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst worden, zwei Menschen sollen daran gestorben sein. Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf, darunter ein Todesfall.

Corona Kontrolle Russland

Medizinisches Personal im Schutzanzug kontrolliert die Temperatur eines chinesischen Passagiers am Bahnhof Jaroslawskij in Moskau.

Samstag, 22 Februar: 60 Coronavirus-Nachweise in Italien

Nach Bekanntwerden weiterer Infektionen und zweier Todesfälle wächst in Italien die Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. In der Lombardei wurden bis zum Samstagabend 46 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst, wie Behörden mitteilten. Die Zahl der Nachweise in Venetien stieg auf zwölf, wie der Präsident der Region, Luca Zaia, berichtete. Am Abend wurde eine Ansteckung in der Region Piemont gemeldet, die mit dem Ausbruch in der Lombardei in Verbindung steht. Insgesamt waren am Samstag mehr als 60 Nachweise im Land erfasst. Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich 12, darunter ein Todesfall.

Nachgewiesen wurde der Erreger demnach unter anderem bei der Frau und einer Tochter des Mannes, der mutmaßlich Italiens erstes gemeldetes Covid-19-Todesopfer ist. Der italienische Zivilschutz sprach von einem zweiten Opfer, dessen Tod wohl auf die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19 zurückzuführen sei. Beim ersten gemeldeten Toten handelt es sich um einen 78-Jährigen in Venetien, beim zweiten um eine Frau in der Lombardei.

Der Rentner starb am Freitag, bevor eine abschließende Bestätigung einer Coronavirus-Infektion vorlag, wie es hieß. Bei der am Donnerstag verstorbenen 77-Jährigen aus der Lombardei wurde Sars-CoV-2 posthum nachgewiesen, sie werde nun als Covid-19-Todesopfer geführt, auch wenn unklar sei, woran genau sie starb, teilte der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Giulio Gallera, mit.

In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Rund 50.000 Einwohner sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden Maßnahmen vorbereitet, die eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern sollen. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte kam zu Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes zusammen. „Neue außergewöhnliche Maßnahmen“ sollten erwogen werden, schrieb Conte auf Facebook.  

Samstag, 22. Februar: Medien melden zweites Todesopfer in Italien

In Italien gibt es nach Medienberichten ein zweites Todesopfer durch das neuartige Coronavirus. Eine Frau aus der nördlichen Region Lombardei sei an den Folgen der Krankheit gestorben, meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Am Freitag war ein 78-Jähriger in der Lombardei am Coronavirus gestorben. 

Samstag, 22. Februar: Schüler werden über Internet und Fernseher unterrichtet

Chinesische Behörden greifen auf technologische Notlösungen zurück, um das Schuljahr fortzusetzen. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt sind Schulen weiterhin geschlossen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua werden Teile des Unterrichts nun auf Online-Plattformen abgehalten. So könnten Lehrer Aufgaben über Video-Chats verteilen und korrigieren. Unterrichtsstunden für Grundschulklassen werden zudem auf einem staatlichen Fernsehsender übertragen. Zu festgelegten Uhrzeiten müssen Schüler einschalten und aufgenommene Unterrichtsstunden eines Lehrers mitverfolgen. 

In China gibt es mehr als 180 Millionen Schülerinnen und Schüler. Die Schulferien zum Chinesischen Neujahr, die zum 17. Februar enden sollten, wurden aufgrund der Coronavirus-Epidemie auf unbestimmte Zeit verlängert.

Samstag, 22. Februar: Deutsche Kreuzfahrtschiff-Passagiere landen in Berlin 

Sechs deutsche Ex-Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“, das wegen des Coronavirus zwei Wochen im japanischen Yokohama unter Quarantäne stand, sind in Berlin eingetroffen. An Bord einer italienischen Maschine landeten die Menschen aus Berlin, Niedersachsen und Hessen am Samstagmorgen im militärischen Teil des Flughafens Tegel, wie das Auswärtige Amt auf Twitter mitteilte. Dort wurden sie von einem Amtsarzt in Empfang genommen und untersucht. Anschließend transportierte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sie nach Hause, wie ein Sprecher am Samstagmorgen mitteilte. 

Laut Behörden sollten die Rückkehrer zwei Wochen lang zu Hause isoliert werden. Über die Berliner Passagiere hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag gesagt, diese seien negativ auf das neuartige Coronavirus Sars CoV-2 getestet worden.

Die Rückkehrer waren auf der „Diamond Princess“ gewesen, die wegen des grassierenden Virus bis Mittwoch unter Quarantäne gestanden hatte. Mehrere Hundert Passagiere erkrankten und wurden in Krankenhäuser gebracht, wo zwei von ihnen starben. 970 negativ getestete Passagiere haben seit Ende der Quarantäne das Schiff verlassen.

Samstag, 22. Februar: Große Sorge vor Ausbreitung nach erstem Todesfall in Italien

Im nordostitalienischen Venetien ist ein Mann gestorben, der als Verdachtsfall für eine Neuinfektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gilt. Das sagte der Präsident der Region, Luca Zaia, am Freitag der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Mann war einer von zwei älteren Patienten in Venetien, bei denen eine vermutete Ansteckung mit dem Erreger noch nicht offiziell bestätigt war.

In Italien besteht zurzeit große Sorge vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Besonders in der an Venetien grenzenden Lombardei steigen die Fallzahlen: Am Freitagabend erhöhte sich die Zahl nachgewiesener Infektionen um weitere 8 auf 14. Betroffen sind nach Behördenangaben auch fünf Angestellte des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, die sich ansteckten, als das Virus noch nicht als Ursache einer Erkrankung entdeckt war. Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses.

Bei dem 38-Jährigen war das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden. In der Klinik war er seit Mittwoch - da es anfangs keine ersichtliche Verbindung zu China gab, wurde er zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Dies geschah den Angaben zufolge erst, als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau erklärte, ihr Mann habe sich kürzlich mit einem aus China zurückgekehrten Freund getroffen. Ob dieser tatsächlich der Ursprung des Ausbruchs ist, war am Abend noch unklar: Das Virus konnte bei dem bereits im Januar zurückgekehrten Mann zunächst nicht nachgewiesen werden. Auch habe er zu keiner Zeit Symptome gehabt, hieß es.

Freitag, 21. Februar: Chinesischer Automarkt um 92 Prozent eingebrochen

Der chinesische Automarkt ist wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nahezu vollständig eingebrochen: In den ersten beiden Februarwochen seien die Verkaufszahlen um 92 Prozent im Vorjahresvergleich zurückgegangen, teilte der chinesische Autobauerverband CPCA am Freitag mit. So seien vom 1. bis 16. Februar nur 4900 Fahrzeuge verkauft worden. Im selben Zeitraum des Vorjahres seien fast 60.000 Autos abgesetzt worden. Der Verband rechnet auch nicht mit einer raschen Erholung. Für den gesamten Monat geht er von einem Rückgang der Verkaufszahlen um bis zu 70 Prozent im Vorjahresvergleich aus. Auf Januar und Februar dieses Jahres gerechnet könne der Einbruch bei 40 Prozent liegen. China ist der wichtigste Automarkt der Welt. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und die Gegenmaßnahmen der Regierung fügen der Wirtschaft des Landes insgesamt massiven Schaden zu. (afp)

Freitag, 21. Februar: Risiko einer Ausbreitung in Afrika laut Experten extrem hoch

Bislang ist in Afrika nur ein Fall des neuartigen Coronavirus bekannt - das Risiko einer Ausbreitung auf dem Kontinent ist Experten zufolge aber extrem hoch. Mehr dazu gibt es hier.

Freitag, 21. Februar: Nur noch zwei Patienten in Bayern im Krankenhaus

In Bayern werden nur noch zwei von ursprünglich 14 mit dem Coronavirus infizierten Patienten im Krankenhaus behandelt. Ein weiterer Patient sei mittlerweile aus der München Klinik Schwabing entlassen worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Voraussetzung für eine Entlassung sind unter anderem mehrere negative Tests auf das Virus Sars-CoV-2. Die Kriterien hat das Robert Koch-Institut festgelegt.

Freitag, 21. Februar: Israel meldet erste Coronavirus Infektion 

Israel hat seine erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“, das wegen des Virus in Japan zwei Wochen unter Quarantäne stand, sei bei seiner Heimkehr positiv auf den Erreger getestet worden, teilte die israelische Regierung am Freitag mit.

Bei rund einem Dutzend weiteren heimgekehrten „Diamond Princess“-Passagieren aus Israel sei das Virus hingegen nicht nachgewiesen worden. 

Freitag, 21. Februar: 15 Passagiere aus China in Stuttgart gelandet

Die Rückkehrer aus der vom neuen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei sind in Stuttgart gelandet. Die Maschine mit den 15 Passagieren setzte am Freitag gegen 13.20 Uhr auf dem Stuttgarter Flughafen auf. Das baden-württembergische Sozialministerium bestätigte die Landung. Die Behörden gehen davon aus, dass die Menschen gesund sind.

Dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zufolge handelt es sich bei den Rückkehrern um Bundesbürger und deren Angehörige. Sie waren länger im Ausland und haben keinen festen Wohnsitz mehr in Deutschland. Sie sollen noch am Flughafen untersucht und dann in eine Quarantäne-Sation in den Landkreis Esslingen gebracht werden.

Freitag, 21. Februar: Zwei weitere Covid-19-Patienten im Iran gestorben

Im Iran sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei weitere Covid-19-Patienten gestorben. „In den letzten Tagen gab es positive Testergebnisse bei 13 weiteren Coronavirus Sars-CoV-2 Patienten und leider sind zwei von ihnen in der Zwischenzeit gestorben“, twitterte Ministeriumssprecher Kianusch Dschahnpur am Freitag. Von den 13 Patienten kommen 4 aus der Hauptstadt Teheran, 7 aus der Stadt Ghom und 4 aus der Gilan Provinz am Kaspischen Meer in Nordiran, so der Sprecher. Weitere Details zu den beiden Toten und den Patienten gab der Sprecher nicht an.

Freitag, 21. Februar: Patient in Italien im kritischen Zustand

In Norditalien liegt ein 38-jähriger Coronavirus-Patient in sehr ernstem Zustand im Krankenhaus, wie Behörden am Freitag mitteilten. Der Mann habe sich in Italien angesteckt bei einem Treffen mit einem Bekannten, der aus China gekommen war. Dieser sei inzwischen positiv auf das Sars-CoV-2 genannte Virus getestet worden, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Giulio Gallera, den Gesundheitsbeauftragen der Lombardei.

Der 38-jährige infizierte Kranke wird den Angaben nach isoliert im Hospital der Kleinstadt Codogno in der Provinz Lodi behandelt. Seine Frau und eine weitere Person hätten sich ebenfalls angesteckt und seien im Krankenhaus. Der China-Rückkehrer liege in Mailand im Hospital. 

Freitag, 21. Februar: Coronavirus verbreitet sich in Chinas Gefängnissen

In chinesischen Gefängnissen in mindestens drei Provinzen des Landes haben sich bislang mehr als 450 Insassen und 7 Aufseher mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Betroffen seien Haftanstalten in der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina, aber auch in Ostprovinzen Zhejiang und Shandong, wie die Zeitung „Global Times“ an Freitag berichtete. 

Als Konsequenz seien Verantwortliche der Haftanstalten und Justiz in Zhejiang und Shandong ihrer Posten entbunden worden. Allein in der Provinz Hubei seien 220 Infektionen gemeldet worden - in einem „handschriftlichen Bericht“ der Gefängnisverwaltung, weil es kein computerbasiertes Meldesystem gebe, wie die Zeitung berichtete.

Im Rencheng-Gefängnis in Shandong gebe es weitere 207 Infektionen, darunter 7 Polizeibeamte. Der Parteichef des Justizverwaltung der Provinz sei entlassen worden, weil er den Ausbruch nicht verhindert habe, so die Zeitung. Auch in der Provinz Zhejiang seien in der Shilifang-Haftanstalt 34 Insassen infiziert, berichtete das Blatt auf Twitter. Sie seien zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden.

In den engen und überfüllten chinesischen Gefängnis mit schlechter medizischen Versorgung könne sich das Virus leicht ausbreiten, zitierte die „Global Times“ einen Beamten, der namentlich nicht genannt werden wollte. „Es ist nicht einfach, mit mangelhaften medizinischen Einrichtungen in Haftanstalten verdächtige Patienten zu entdecken und die Übertragungswege rechtzeitig zu unterbinden.“

Fukushima-Mirarbeiter

Fukushima-Mirarbeiter in Schutzanzügen

Donnerstag, 20. Februar: Deutsche Passagiere von „Diamond Princess“ kommen nach Berlin

Berlin erwartet am kommenden Wochenende deutsche Passagiere von Bord des in Japan liegenden Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, auf dem das neuartige Coronavirus grassiert. „Voraussichtlich an diesem Samstag wird es eine Landung in Tegel geben, wieder im militärischen Teil, weil auch zwei Berlinerinnen und Berliner unter den Passagieren sind“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Beide seien negativ auf Sars-CoV-2 getestet. Geplant sei, sie zunächst 14 Tage zu Hause zu isolieren. Das Verfahren sei mit allen beteiligten Behörden in Bund und Ländern abgestimmt. Weitere Details nannte Kalayci nicht.

Donnerstag, 20. Februar: Erster toter Corona-Patient in Südkorea

Erstmals ist in Südkorea ein Mensch gestorben, der mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war. Die betroffene Person sei in einem Krankenhaus in der südöstlichen Stadt Cheongdo in Behandlung gewesen, teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Donnerstag mit. Die genaue Todesursache werde noch untersucht, sagte eine Sprecherin. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Die Zahl der Infektionsfälle stieg derweil in Südkorea innerhalb eines Tages um 53 auf 104. Zunächst waren am Morgen 31 neue Fälle gemeldet worden. Allein in dieser Woche kamen damit in Südkorea mehr als 70 bestätigte Infektionen mit dem Erreger der zuerst in China ausgebrochenen Lungenkrankheit Covid-19 hinzu.  

Donnerstag, 20. Februar: Zwei Passagiere der „Diamond Press“ gestorben

Zwei mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan sind gestorben. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Sie waren positiv getestet und vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nun starben. Damit beklagt Japan inzwischen drei Todesopfer infolge von Virus-Infektionen im Land. Unterdessen ging die Ausschiffung der Passagiere der in Yokohama liegenden „Diamond Princess“ weiter.

Bis zum Vortag waren 621 Infektionen unter den Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes nachgewiesen worden. Alle Betroffenen kamen in Krankenhäuser. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens bis Freitag dauern, hatte die Regierung erklärt.

Mittwoch, 19 Februar: RTL überträgt Vietnam-Rennen aus Deutschland

Der Fernsehsender RTL wird die Live-Übertragung des Formel-1-Rennens in Vietnam komplett in Köln produzieren. Grund sind nach RTL-Angaben die nicht kalkulierbare Verbreitung des Coronavirus und die „Risiken für die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen“. Es werden keine Mitarbeiter nach Vietnam reisen. Das Bild-Material wird vom Veranstalter gestellt.

„Wir haben eine hohe Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe in einer Mitteilung. „Bei einer Berichterstattung aus Hanoi erscheinen uns die Risiken für deren Gesundheit nach sorgsamer Prüfung als zu groß. Wir sind zu dieser Entscheidung gekommen, nachdem wir zahlreiche Informationsstellen abgefragt und unterm Strich keine aus unserer Sicht verlässliche Einschätzung der Situation vor Ort erhalten haben.“

Der Große Preis von Vietnam ist das dritte Rennen der Saison. Hanoi ist erstmals Austragungsort der Formel 1. Nach derzeitigem Stand soll das Rennen stattfinden, obwohl die Stadt nur rund 150 Kilometer von der Grenze zu China entfernt liegt. Der Große Preis von China in Shanghai war wegen der Verbreitung des Coronavirus auf einen noch nicht genannten Zeitpunkt später im Jahr verschoben worden. 

Mittwoch, 19. Februar: Japan lässt „Diamond Princess“- Passagiere an Land

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen an Bord werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

In Kambodscha mussten ebenfalls noch Kreuzfahrturlauber auf ihre Heimreise warten, darunter mehrere Deutsche. Alle 781 dort verbliebenen Reisenden der „Westerdam“ seien negativ getestet worden, teilte die Reederei Holland America Line unter Berufung auf das kambodschanische Gesundheitsministerium mit.

Als erste Gruppe in Japan sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschließend von Ärzten an Bord befragt wurden, die „Diamond Princess“ verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Vor dem Schiff fuhren Busse auf. Wer negativ auf das Virus getestet wurde, aber engen Kontakt mit später positiv getesteten Personen hatte, muss bis auf weiteres an Bord zur Beobachtung bleiben.

Apple GI neu

Menschen mit Mundschutz gehen an einem Apple-Store in Peking vorbei.

Dienstag, 18. Februar: Russland untersagt Chinesen generell die Einreise

Wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China untersagt Russland chinesischen Staatsbürgern nun generell die Einreise. Diese Regelung gelte ab Donnerstag, zitierten die russischen Nachrichtenagenturen am Dienstag die für Gesundheit zuständige Vizzeregierungschefin Tatjana Golikowa.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte Moskau die Verbindungen zu seinem Nachbarland weitgehend gekappt. Die russische Regierung beschloss, die 4250 Kilometer lange Grenze zu China zu schließen. Bahn- und Flugverbindungen wurden ganz oder teilweise ausgesetzt.

Chinesen erhielten außerdem keine Arbeitsvisa mehr und auch die Befreiung von der Visumspflicht für Reisegruppen aus der Volksrepublik wurde abgeschafft. In Festlandchina starben nach Behördenangaben mittlerweile fast 1900 Menschen an dem neuartigen Coronavirus.

Mehr als 72.000 Infektionen wurden dort seit Ausbruch der Epidemie im Dezember nachgewiesen. In Russland traten bislang erst zwei Infektionsfälle auf. Die beiden Frauen, die von einer China-Reise nach Russland zurückgekehrt waren, haben das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

Westerdam afp neu

Die Passagiere der „Westerdam“ dürfen das Schiff wieder verlassen.

Dienstag, 18. Februar: Apple senkt Umsatzprognose

Apple wird wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal verfehlen. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern mit. Zudem sei der Absatz von Apple-Geräten in China zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte - und auch die Stores der Firma - zeitweise geschlossen blieben und schlecht besucht worden seien.

Aus diesen Gründen sei die erst Ende Januar abgegebene Umsatzprognose für dieses Vierteljahr nicht mehr zu halten, hieß es. Apple hatte damals unter Verweis auf die Coronavirus-Risiken bereits eine ungewöhnlich breite Spanne von 63 bis 67 Milliarden Dollar angegeben. Eine neue Prognose gab es jetzt nicht. Die Einschränkungen für das Geschäft seien nur vorübergehend, betonte der Konzern. Im Vorjahresquartal hatte Apple 58 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet.

Die Werke der Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Zulieferer befinden sich zwar außerhalb der besonders von der neuen Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei. Doch in China wurden auch anderswo die traditionellen Ferien zum chinesischen Neujahrsfest verlängert, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Alle Produktionswerke liefen zwar wieder. Aber Apple warnte: „Die iPhone-Lieferengpässe werden vorübergehend den Umsatz weltweit beeinträchtigen.“

Die „Financial Times“ berichtete am Dienstag, im größten iPhone-Werk in Zhengzhou würden Arbeiter, die aus anderen Regionen Chinas zurückkehrten vorerst nicht zur Arbeit zugelassen um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 zu senken. 

Dienstag, 18. Februar: Weitere Patienten in Bayern wieder gesund

Die meisten der insgesamt 14 Menschen in Bayern, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, sind inzwischen gesund in ihren Alltag zurückgekehrt. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, sind derzeit noch vier der Betroffenen im Krankenhaus. Sie werden in der München Klinik Schwabing betreut und sind weitestgehend symptomfrei. Voraussichtlich könnten sie bald ebenfalls das Krankenhaus verlassen, hieß es.

Alle 14 Coronavirus-Infektionen im Freistaat standen im Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise im Januar unwissentlich eingeschleppt. Dabei hatten sich einige Mitarbeiter angesteckt, teils infizierten sich auch Angehörige.

Dienstag, 19. Februar: Kein Coronavirus bei China-Rückkehrern festgestellt

Bei den 20 China-Rückkehrern in Berlin lässt sich weiter kein Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen. Die jüngsten Tests auf das Covid-19-Virus seien erneut negativ ausgefallen, sagte Lena Högemann, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, am Dienstag. Die Deutschen und ihre Familienangehörigen hatten sich in der schwer von Sars-CoV-2 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten und waren vor mehr als einer Woche nach Berlin geflogen worden. Zwei Wochen sollen die 16 Erwachsenen und 4 Kinder im Stadtteil Köpenick in Quarantäne bleiben. Gebe es weiter keinen Virus-Nachweis, könnten die Rückkehrer die Isolierstation an diesem Sonntag verlassen, ergänzte Högemann. 

Westerdam

Die „MS Westerdam“ vor Sihanoukville

Dienstag, 19. Februar: Betrieb im AKW Fukushima könne beeinträchtigt werden

Das Coronavirus hat womöglich auch bald Auswirkungen auf die Arbeiter im 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima. Wegen der Virus-Epidemie sei die Herstellung der in China gefertigten speziellen Schutzanzüge in Gefahr, erklärte der Akw-Betreiber Tepco am Dienstag. Deshalb müssten die Angestellten stattdessen möglicherweise bald Plastikregenmäntel tragen.

Tepco braucht etwa 6000 spezielle Schutzmäntel pro Tag. „Wir könnten wegen des Covid-19-Ausbruchs Schwierigkeiten haben, bestimmte spezielle Artikel von unseren üblichen Lieferanten zu bekommen“, sagte ein Tepco-Sprecher. Der Einsatz von Alternativprodukten hätte aber keine Auswirkungen auf die Sicherheit.

Dienstag, 19. Februar: Klinikdirektor in Wuhan an Coronavirus gestorben

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist der Direktor eines Krankenhauses an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Alle Bemühungen zur Rettung des Lebens von Liu Zhiming, des Leiters des Wuchang-Hospitals, seien vergeblich gewesen, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV am Dienstag.

Es ist der erste bekannte Fall eines Krankenhausdirektors, der an den Folgen der Ansteckung mit dem Virus starb. Insgesamt sind damit nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens sieben Mitarbeiter des medizinischen Personals des Landes durch die Epidemie gestorben, die von Wuhan ihren Ausgang genommen hatte. Weitere 1716 Ärzte und anderes medizinisches Personal haben sich angesteckt. 

Montag, 18. Februar: Absage für 38.000 Läufer des Tokio-Marathons

Wegen der Gefahren durch das neuartige Coronavirus dürfen nur rund 200 Elite-Athleten am traditionellen Tokio-Marathon teilnehmen. Ursprünglich waren 38.000 Läufer für den Wettkampf im Vorfeld der Olympischen Spiele im Sommer in der japanischen Hauptstadt erwartet worden. Doch aus Sorge um das in China ausgebrochene Sars-CoV-2 genannte Virus dürfen Amateure nun am 1. März nicht teilnehmen, wie die Organisatoren am Montag bekanntgaben.

In Japan sind inzwischen mehr als 510 Fälle des neuen Erregers bestätigt, davon 454 auf einem im benachbarten Yokohama unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff.

Der Tokio-Marathon ist zugleich ein Qualifikations-Wettkampf für die vom 24. Juli bis zum 9. August geplanten Spiele. Das Feld der Top-Athleten umfasst 176 Läufer und 30 Rollstuhl-Athleten. Japan will ungeachtet der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wie geplant die Spiele austragen. (dpa, afp, sid, red)