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Palast entschuldigt sich: Hofdame Camillas bedrängt schwarze Aktivistin

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Aktivistin Ngozi Fulani (2. v. l.) auf dem Empfang von Camilla.

(Foto: picture alliance / empics)

Auf einem Empfang von Königsgemahlin Camilla fühlt sich eine schwarze Aktivistin von einer Hofdame ausgegrenzt. Immer wieder soll die Eingeladene die Frage beantworten, woher sie "wirklich" kommt. Der Buckingham Palast distanziert sich.

Der Buckingham Palast hat sich für die Äußerungen eines Mitgliedes des Königlichen Haushalts entschuldigt, nachdem dieses eine schwarze Wohltätigkeitsaktivistin wiederholt gefragt hatte, woher sie "wirklich" komme. Die Bemerkungen seien "inakzeptabel und zutiefst bedauerlich", erklärte der Palast. Die betreffende Person entschuldige sich für den entstandenen Schaden und sei von ihrem Ehrenamt zurückgetreten.

An einem von Königsgemahlin Camilla organisierten Empfang, der auf die Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen sollte, hatte auch die Aktivistin Ngozi Fulani teilgenommen, eine prominente Fürsprecherin für Opfer häuslicher Gewalt. Sie schilderte später auf Twitter, wie sie von einer Frau angesprochen wurde, nachdem sie berichtet hatte, dass sie im Vereinigten Königreich geboren, aufgewachsen und eine Britin sei.

Diese hätte sie gefragt: "Woher kommen Sie wirklich, woher kommen Ihre Leute?" Sie habe sich daraufhin genötigt gefühlt, zu erklären, dass sie "afrikanische Wurzeln" habe und "karibischer Abstammung" sei. Zugleich habe sie aber erneut betont, dass sie britische Staatsbürgerin sei. Der Austausch habe bei ihr "gemischte Gefühle" über den Empfang hinterlassen, berichtete die Geschäftsführerin der in London ansässigen Bewegung Sistah Space.

"Alle sollen sich an Politik der Inklusion halten"

In der Erklärung des Buckingham Palasts hieß es, der Vorfall werde "äußerst ernst" genommen. Er habe sich mit Ngozi Fulani in Verbindung gesetzt und lade sie ein, persönlich über ihre Erfahrung zu berichten, "wenn sie dies wünscht". Dabei erinnerte der Palast alle Mitglieder des königlichen Haushalts daran, dass sie sich jederzeit an die "Politik der Vielfalt und Inklusion" zu halten hätten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das britische Königshaus solchen Anschuldigungen gegenübersieht: Herzogin Meghan und Prinz Harry, die sich von ihren offiziellen Pflichten als Royals verabschiedet haben, warfen dem Palast im vergangenen Jahr in einem aufsehenerregenden Interview ebenfalls Rassismus vor. So habe sich ein Mitglied der Royal Family Gedanken über die mutmaßliche Hautfarbe des erstgeborenen Sohnes von Meghan und Harry gemacht. Der Palast teilte damals mit, man werde die Vorwürfe intern aufarbeiten.