logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo
star Bookmark: Tag Tag Tag Tag Tag
Germany

Parteien-Talk bei Anne Will - Giffey als SPD-Chefin? Da ziert sich die Ministerin

Im Berliner Kanzleramt versammelte sich gestern Abend der Koalitionsschuss mit Kanzlerin, Finanzminister und Parteivorsitzenden. Ein paar Kilometer weiter tagte im Fernsehstudio das Groko-Tribunal.

Thema bei „Anne Will“: „Zusammenhalt gesucht – schaffen Union und SPD das noch?

Die Gäste:


▶︎Franziska Giffey (41, SPD), Familienministerin, total genervt: „Wie lange geht das mit der Groko noch? Diese Journalistenfrage höre ich seit einem Jahr.“
Und bekennt für die Unio : „Wir haben einen Vertrag miteinander. Wir stehen zur Groko. Ich bin zuversichtlich.“

▶︎Dagmar Rosenfeld (47), Chefredakteurin der „Welt“, fassungslos: „Die CDU kreist um die Kanzlerkandidaten-Frage, als ob übermorgen Neuwahlen stattfinden.“

▶︎Clemens Fuest (50), Präsident des ifo-Wirtschaftsinstituts, kalkuliert eiskalt: „Ich kann mir vorstellen, dass die Groko hält. Sie fürchtet sich vor den Wählern.“

▶︎Albrecht von Lucke (52), Publizist und Chefredakteur der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ senkt den Daumen: „Das war schon keine Groko, als sie angefangen hat. Sie befindet sich im permanenten Abstieg.“

Gemessen am Zoff bei SPD und CDU legt die Studio-Runde noch was drauf: Schwerer Zoff-Alarm! Das Studio bebt.

Wirtschaftswissenschaftler Fuest legt los: „Es ist kein Konzept da. Die Groko läuft mit der Giesskanne rum und verteilt Geld.“

Im Studio hält die Groko noch zusammen

Bouffier (CDU): „Sie tun so, als ob wir nur Unsinn gemacht haben. Das lasse ich so nicht stehen. Wir versuchen, dieses Land zusammenhalten.“ - Schliesslich geht es darum, „die Lebensverhältnisse anzupassen. Das steht im Koalitionsvertrag.“

Giffey (SPD): „Wir hätten viele Dinge nicht, wenn die SPD nicht mitregiert“: Geld vom Bund für Schulen, Wohnungsbau und öffentlichen Nahverkehr. Giffey in Siegerlaune: „Das sind sozialdemokratische Erfolge!“

Von Lucke, rattert mit seinen Wortkaskaden los wie ein Maschinengewehr: „Die SPD hatte mit Schröder, Steinbrück und Gabriel drei grosse Egomanen. Jetzt sagt keiner von den drei kommissarischen Parteivorsitzenden: Ich würde dieses Amt übernehmen.“


Er bedauert: Über Giffey schwebe leider noch das „Damoklesschwert“ der Überprüfung ihrer Doktorarbeit. Sonst traut er Giffey diesen Job zu.

Kann Giffey SPD-Parteichefin?

Giffey ziert sich: „Ich werde heute Abend keine Aussage treffen. Wir reden immer über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das spielt auch hier ein Rolle. Ich habe einen Sohn.“

Lucke rattert weiter: „Die SPD ist nicht mehr Volkspartei. Sie ist nicht mehr die klassische Verbindung zwischen Arbeiterschaft und aufgeklärtem Bürgertum wie unter Brandt.“ - Und noch ein Lucke-Schuss: „Auch die CDU wird die dreissig Prozent nicht halten.“

Klima retten, aber wie?

Bouffier robbt sich an die Grünen ran: „Die entscheidende Frage werden CDU und Grüne zu verhandeln haben.“ „Welt“-Journalistin Rosenfeld: „Das Klima hat das Spannungspotential wie es die Flüchtlingsfrage hatte: Ost gegen West, Grossstadt gegen Land, Wohlsituierte gegen weniger gut Situierte.“ - Bouffier: „Wer richtig Geld hat, dem macht ein Prozent CO 2-Steuer nichts aus.“

Volker Bouffier (67, CDU) will mehr Wohnungsbau, um die steigenden Mieten in den Griff zu bekommen
Volker Bouffier (67, CDU) will mehr Wohnungsbau, um die steigenden Mieten in den Griff zu bekommenFoto: ARD

Bouffiers Traumziel: Deutschland müsse Klima- und Sozialpolitik miteinander verbinden als ein „Land, das die ganze Welt bewundert. Das sollten wir angehen.“

Atom-Provokation des Abends von Rosenfeld: „Wir müssen eine radikale Debatte führen. Dazu gehört auch die Kernenergie. Deutschland hat sich mit dem gleichzeitigen Ausstieg aus Kernenergie und Braunkohle in ein Dilemma hinein manövriert, das dazu führt, dass wir die Klimaziele nicht erreichen.“

Mietendeckel contra Wohnungsbau!

Giffey: „Die Menschen haben Verlustangst, eng verknüpft mit
Sicherheit. Die grosse soziale Frage sind Wohnen und Mieten. Es geht nicht, dass die Mieten ins Uferlose steigen.“ Deshalb fordert die SPD den „Mietendeckel“.

CDU-Bouffier kontert: „Wir brauchen mehr Wohnungsbau. Und wenn wir mehr Wohnungen haben, dann regulieren sich die Mieten.“

Zitat des Abends von Rosenfeld über die deutschen „Debatten um Verbote und Enteignungen. Es gibt schon fast eine Verbotssehnsucht in Deutschland. Das ist eine Bankrotterklärung.“

Zitat des Abends von Giffey: „Ich bin immer dagegen, dass man jammert, sondern das man es macht.“ - Auch den SPD-Parteivorsitz?


Das war ein Talk der Kategorie: Kampf ums bessere Argument. Vorbildlich!

All rights and copyright belongs to author:
Themes
ICO