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Pedelecs: "Ein Pedelec ist wie ein Geschoss"

Eckhard Ruland schaltet in den Turbomodus. Mit Vollgas steuert der 65-Jährige sein Pedelec auf eine Reihe roter Hütchen zu. Er bremst, der Hinterreifen blockiert kurz, das Gummi schleift über den Asphalt, bis Ruland und sein Rad stehen. "Gut gemacht", lobt Kursleiterin Anke Prinz. Ruland nickt.

Acht Männer und Frauen sind an diesem Samstagmorgen auf einem leeren Parkplatz in Köln zusammengekommen, um in drei Stunden zu lernen, sicherer auf ihren Elektrofahrrädern zu fahren. Wie Eckhard Ruland haben sich fast alle Teilnehmer ihre Pedelecs erst kürzlich angeschafft.

Seit 2012 arbeitet Anke Prinz als zertifizierte Radfahrlehrerin, seit Anfang dieses Jahres bietet sie auch Kurse für Pedelec-Fahrer an. Auftraggeber ist der ADAC, der seinen Mitgliedern als "moderner Mobilitätsdienstleister" neuerdings auch Sicherheitstrainings für alternative Antriebe anbietet. Auch Kurse für Fahrer von E-Tretrollern sollen bald ins Portfolio folgen. "Die Nachfrage ist deutlich gestiegen", sagt Trainerin Prinz. Allerdings mangle es bislang an flächendeckenden Angeboten.

"Für solche Leute geht es nur ums Überleben im Straßenverkehr"

Drei Gruppen hat sie seit Mai betreut, der Altersschnitt der Schülerinnen liege bei über 60 Jahren. "Gerade ältere Menschen sind mit Pedelecs unterwegs. Damit sind sie mobil und können sich zugleich fit halten", sagt Prinz. Allerdings seien manche seit Jahrzehnten nicht mehr Rad gefahren, andere säßen sogar das erste Mal überhaupt auf einem Fahrrad. "Es gibt Leute, die können weder anfahren noch Kurven fahren. Da muss man ganz von vorne anfangen", sagt die 52-Jährige. "Für solche Leute geht es nur ums Überleben im Straßenverkehr", sagt Prinz und erklärt die erste Übung: anfahren, anhalten, anfahren. Der E-Motor ist noch aus. Die Trainerin gibt Anweisungen: "Zuerst Hinterradbremse, dann Vorderradbremse, Po hoch, Fuß runter, stehen." Auch in der heutigen Gruppe ist das Leistungsgefälle beträchtlich. Schon jetzt haben einige Teilnehmer Probleme mit der Balance.

Die mangelnde Erfahrung vieler Pedelec-Fahrer schlägt sich in den Zahlen nieder. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr 7.819 Pedelec-Nutzer bei Unfällen verletzt, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. 89 von ihnen kamen dabei ums Leben, 2017 waren es noch 68. Damit war etwa ein Fünftel der insgesamt 445 getöteten Radfahrer mit elektrischem Antrieb unterwegs, obwohl der Anteil der Elektroräder im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad beinahe verschwindend gering ist.

Pedelecs:
© Christian Parth

"Gerade ältere Menschen unterschätzen die Beschleunigung beim Anfahren und die enorme Wirkung der Bremsen", sagt Julia Fohmann, Sprecherin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Zudem sei bei ihnen die Reaktionsfähigkeit häufig niedriger. Aber auch die zunehmende Zahl von Verkehrsteilnehmern würde die Älteren verunsichern. "Der Verkehr wird immer dichter, aber die Fläche wird nicht größer", sagt Fohmann. Die E-Roller würden die Lage noch einmal verschärfen. "Im Moment ist die Infrastruktur für die alternativen Mobilitätsformen nicht sicher genug." Der Verkehrssicherheitsrat fordert eine Umkehr der Prioritäten. "Zuerst muss man schauen, wie man in den Städten ausreichend Platz für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer, aber auch Pedelec-Nutzer schafft. Erst an zweiter Stelle sollten die Autofahrer kommen."

Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Die Räder verfügen über einen Elektromotor, der bei Bedarf zugeschaltet werden kann und den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern unterstützt. Die gängigen Antriebe werden mit drei Stufen geliefert: Eco, Normal und High Speed oder auch Turbo. Umgangssprachlich hat sich der Begriff E-Bike durchgesetzt. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied: E-Bikes sind Kleinkrafträdern gleichgestellt und fahren bis zu 45 Stundenkilometer schnell, ohne dass der Fahrer treten muss. Im Gegensatz zum Pedelec brauchen E-Bike-Besitzer eine Betriebserlaubnis, Versicherung und Kennzeichen.

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