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Plan für Freizeitgelände geht in nächste Runde

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Frammersbach

Monika Büdel

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Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg

Die Marktgemeinde Frammersbach will das Gelände am Freibad weiterentwickeln. Durch eine entsprechende Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans soll eine touristische Ausrichtung ermöglicht werden. Das Ratsgremium entschied jetzt in öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit, die Planung fortzuführen.

Zu den Ideen für das Sondergebiet, das hauptsächlich oberhalb des Schwimmbadgeländes liegt, gehören ein Waldhauspark, ein Zeltplatz und Wohnmobilstellplätze. Im Frühjahr vorigen Jahres hatten die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich dazu zu äußern.

Die Einwendungen sind vom Landschaftsarchitekten Markus Fleckenstein (Lohr) eingearbeitet worden. Zur Abstimmung stand nun, ob die geplante Änderung weiter verfolgt werden soll. Das würde bedeuten, dass der – aufgrund der Einwendungen – aktualisierte Vorentwurf erneut zur Stellungnahme an die Träger öffentlicher Belange geht und für die Allgemeinheit ausgelegt wird. Fleckenstein geht davon aus, dass es damit nicht getan sein werde und noch eine dritte Runde folge, wie er in der Sitzung erläuterte. Auf dem Gelände seien viele Faktoren zu berücksichtigen: vom Immissions- über den Artenschutz bis hin zu Rettungswegen, Waldanteilen und Kapazitäten der Kläranlage Lohrtal.

Mehr Menschen bedeuten mehr Abwasser

Touristische Nutzung bedeutet mehr Menschen und damit mehr Abwasser. Da die gemeinsame Kläranlage von Partenstein und Frammersbach ohnehin an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ist, fordert die Kreisbehörde, wie Fleckenstein vortrug und aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, als Voraussetzung für eine Genehmigung eine Lösung des Abwasserproblems. Der Landschaftsarchitekt informierte das Ratsgremium von den wesentlichen Punkten, die von den Trägern öffentlicher Belange und den Behörden eingegangen sind. 24 solcher Stellen waren laut Fleckenstein beteiligt. 20 davon haben seiner Präsentation zufolge in der Sitzung schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Umfangreiche Einwendungen und Anregungen seien vom Landratsamt gekommen.

Das Amt für Landwirtschaft und Forsten lege Wert auf den Ausgleich von Waldverlusten. Die Kreisgruppe Main-Spessart des Bundes Naturschutz habe nur wenige Punkte geäußert. Im Hinblick auf den Katastrophenschutz schalte sich das Wasserwirtschaftsamt frühzeitig ein. Es fordere beispielsweise, dass Gebäude bei Starkregen den Wasserabfluss nicht behindern.

Kritik kam von Gemeinderat Thomas Friedel (Freie Wähler) zum Waldhauspark. Es betrachtet die vorgeschlagenen Waldhäuser ohne Toilette und Frischwasser als nicht zeitgemäß. Das Konzept sieht für die Gäste die Nutzung der sanitären Anlagen des Freibads vor. Sein Fraktionskollege Daniel Haas wollte vom Bürgermeister wissen, ob es schon Gespräche mit möglichen Investoren gibt.

Chance für den Tourismus

Holzemer erläuterte, dass die Gemeinde zunächst investieren müsse, um Baurecht zu schaffen. Ein Bebauungsplan werde immer für eine erhoffte oder eventuelle Nutzung aufgestellt. Mögliche Investoren bräuchten eine Grundlage, um zu wissen, was auf dem Gelände möglich ist. Er sieht in dem Freizeitgebiet am Schwimmbad die einzige Chance, wenn Frammersbach noch etwas in Richtung Tourismus in Bewegung setzen wolle.

Thomas Friedel und Haas stimmten, sowohl was den Bebauungsplan- als auch den Flächennutzungsplanentwurf betrifft, gegen die Billigung des Vorentwurfs und die Auslegung des nun erarbeiteten Entwurfs.