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Prigoschin-Vertrauter im Kreml: Wagner-Kommandeur baut Kampfeinheiten für Putin auf

Prigoschin-Vertrauter im Kreml Wagner-Kommandeur baut Kampfeinheiten für Putin auf

Russlands Präsident Wladimir Putin beauftragt einen früheren Vertrauten des verstorbenen Söldnerchefs Jewgeni Prigoschin mit dem Aufbau von neuen Freiwilligen-Einheiten. Diese sollen "natürlich" in der Ukraine eingesetzt werden.

Der ehemalige führende Kommandeur der Wagner-Söldner, Andrej Troschew, arbeitet ab sofort für das russische Verteidigungsministerium. Präsident Wladimir Putin habe sich mit ihm und Vize-Verteidigungsminister Junus-Bek Jewkurow getroffen, teilt der Sprecher des Präsidialamtes, Dmitri Peskow, der Agentur RIA zufolge mit. Bei dem Gespräch sei es darum gegangen, wie Freiwilligenverbände in der Ukraine eingesetzt werden können. Putin habe Troschew gebeten, "die Bildung von Freiwilligeneinheiten zu beaufsichtigen, die verschiedene Aufgaben übernehmen können, in erster Linie natürlich in der Zone der speziellen Militäroperation" in der Ukraine.

Das Treffen unterstreicht Moskaus Bestrebungen, die Wagner-Söldner in Russlands reguläre Armee zu integrieren. Troschew, dessen Spitzname "Sedoj" soviel wie grauhaarig bedeutet, habe die Erfahrung, um die ihm anvertraute Aufgabe zu erfüllen, erklärte Putin. Der hochdekorierte Oberst im Ruhestand gilt als einer der Gründer der Gruppe Wagner und steht wegen seiner Rolle als Söldnerführer in Syrien auf einer Sanktionsliste der Europäischen Union.

Die von Jewgeni Prigoschin geführten Wagner-Söldner waren eine wichtige Stütze für die reguläre russische Armee in ihrem Krieg gegen die Ukraine und vor allem im Osten im Einsatz. Prigoschin führte jedoch am 23. und 24. Juni aus Unmut über die Spitze von Militär und Verteidigungsministerium eine kurze Meuterei an. Eine Unterstellung seiner Einheiten unter das Ministerium lehnte er ab.

Söldner offenbar zurück in Bachmut

Am 23. August kamen Prigoschin und Dmitri Utkin, die beiden Gründer der Söldner-Gruppe, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Viele Wagner-Söldner gingen nach der Meuterei nach Belarus. Einige von ihnen sollen aber bereits in die Ukraine zurückgekehrt sein. Das hatte der Sprecher der Heeresgruppe Ost des ukrainischen Militärs, Ilja Jewlasch, vor wenigen Tagen gegenüber Medien in Kiew gesagt. Während ein Teil der Söldner nach Afrika gegangen sei, hätten andere neue Verträge mit Russlands Verteidigungsministerium geschlossen und nähmen wieder an Kampfhandlungen teil.

Die in die Ukraine zurückgekehrten Söldner werden nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten in den Gefechten um die Stadt Bachmut eingesetzt. Das legten mehrere Berichte nahe, hieß es im täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London. In Bachmut hatte Wagner in verlustreichen Kämpfen im Mai einen Erfolg für die russischen Invasionstruppen errungen. "Ihre Erfahrung wird wahrscheinlich in diesem Sektor besonders gefragt sein. Viele werden die aktuelle Frontlinie kennen, nachdem sie vergangenen Winter dort gekämpft haben", so die Mitteilung.