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Rebensaft aus dem Rhein-Erft-Kreis: Grefrather Familien bauen seit 25 Jahren Wein an

In dieser Geschichte geht es um Wein, den Rebensaft. Doch ohne einen Rückgriff auf das eigentliche heimatliche Getränk, das Kölsch, kann die Erzählung nicht beginnen. Denn aus einer Bierlaune heraus wurde vor 25 Jahren die für die Region ungewöhnliche Idee geboren, am Rand des ehemaligen Tagebaus Wein anzubauen.

„Am Tresen der Grefrather Gaststätte »Im Fuchsbau«“, so wird erzählt, beschlossen Horst Meul (heute 79) und seine ehemaligen Rheinbraun-Kollegen Willi Köllen, Günther Lövenich und Karl-Heinz Spanka die Gründung einer Winzergemeinschaft und die Ansiedelung eines Weingartens am Südhang der rekultivierten ehemaligen Kohlegrube. Sie alle standen kurz vor der Rente, schufen sich so eine Beschäftigung nach dem Knochenjob in der Kohle.

Grefrath: Jede Pflanze kostete damals 1,50 Mark

396 Rebstöcke der recht widerstandsfähigen Sorten Müller-Thurgau und Kerner wurden gepflanzt. Jede Familie setzte 99 Rebstöcke. Das war aus steuerlichen Gründen notwendig, denn ab dem 100. Rebstock wäre daraus ein Gewerbe geworden, so blieb alles Hobby. Vorausgegangen waren Verhandlungen mit Rheinbraun. Dem Unternehmen gehörte das Areal. Auf knapp 900 Quadratmetern Hanglage wurden die Rebstöcke gepflanzt, der Wingert umzäunt und mit zwei eisernen Toren verschlossen. Horst Meul weiß noch genau: „Jede Pflanze hatte damals 1,50 Mark gekostet.“

Im Juli Juli 1995 wurde der Grefrather Weinberg eingeweiht. Auch Bürgermeister Jürgen Schaufuß (2.v.r.) war gekommen.

Im Juli Juli 1995 wurde der Grefrather Weinberg eingeweiht. Auch Bürgermeister Jürgen Schaufuß (2.v.r.) war gekommen.

Am 13. Juli 1995 wurde der Weinberg offiziell eingeweiht. Ortspfarrer Werhahn und Bürgermeister Jürgen Schaufuß wünschten den vier Winzerfamilien alles Gute für ihr Projekt. Drei Jahre später konnten die ersten Trauben gelesen werden. Ein deutlicher Muskatgeschmack wurde dem „Grefrather Marientröpfchen“ attestiert. Die Trauben wurden in Fässern an die Mosel gefahren, wo sie in einem Winzerbetrieb weiterverarbeitet und später auf Flaschen gefüllt wurden. „Da fahren wir auch heute noch hin“, erzählt Meul.

Winzergemeinschaft: Die beste Ernte brachte 600 Flaschen

Die erste Ernte brachte 30 Flaschen, die beste Saison der vergangenen Jahrzehnte kam auf 600 Flaschen. Es gab auch Jahre, da gab es gar keinen Wein. Mal machte der Mehltau alle Hoffnungen zunichte, ein anderes Mal war es ein aus den USA eingeschleppter Pilz, der die Beeren über Nacht faulen ließ. In den vergangenen Jahren kam dann die Trockenheit hinzu, die den Rebstöcken zu schaffen macht.

Knapp 400 Rebstöcke der Sorten Müller-Thurgau und Kerner wachsen an dem Südhang im Marienfeld.

Knapp 400 Rebstöcke der Sorten Müller-Thurgau und Kerner wachsen an dem Südhang im Marienfeld.

Nach dem vergangenen sehr schlechten Jahr sind die Winzer diesmal sehr zufrieden: „Dieses Jahr haben wir elf Fässer mit Trauben füllen können, vier mit Kerner, sieben mit Müller-Thurgau“, sagt Rolf Köllen, der die zweite verbliebene Winzerfamilie nach dem Tod seines Vaters vertritt. Rund 400 Flaschen werde das wohl ergeben, meinen Meul und Köllen.

Allerdings werden die beiden Sorten nicht mehr getrennt verarbeitet, man hat sich entschlossen, einen „Hauswein“ zu kreieren.

Mit dem Umwelt-Sonderpreis der Stadt Frechen ausgezeichnet

Mit etwas Wehmut denken die Grefrather Winzer an die früheren Jahre zurück, wo man stets zum Weinfest in die Grube einlud.

17-mal wurden Weinkönigin und Bacchus gewählt, es gab Kinderbelustigung, Ponyreiten und Traktorrundfahrten für die Kinder sowie Musik, Tanz und Geselligkeit am Weinberg für die Erwachsenen. 2011 war damit Schluss, der Aufwand war zu groß für die in die Jahre gekommene Mannschaft. Für ihre Arbeit wurden die Winzer 1998 auch mit einem Umwelt-Sonderpreis der Stadt Frechen ausgezeichnet.

Die Freude über die gute Ernte täuscht nicht darüber hinweg, dass die Arbeit immer mühsamer wird. „Wir können uns aber auf eine langjährige treue und eingespielte Mannschaft verlassen, die uns jedes Jahr wieder hilft. Dazu gehört neben dem Rückschnitt der Rebstöcke das Überspannen der Pflanzen mit Netzen zum Schutz vor Vogelfraß, Unkrautjäten und vor der Lese die Abnahme der Netze. „Das machen die alle umsonst, als Lohn gibt es eine Flasche Wein und ein Mittagessen“, sagt Horst Meul.

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