Nachdem die Urteile gegen die Diebe der Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum am Donnerstag gesprochen wurden, geht es vor dem Berliner Landgericht weiter um die Münze. Allerdings steht jetzt im Fokus, wer für den Verlust aufkommt.

Muss die Versicherung komplett für die gestohlene Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum zahlen? Eine Zivilkammer des Berliner Landgerichts beriet am Freitag über diese Frage, ohne sie zu klären. Eine Entscheidung soll laut Richterin Marianne Voigt am 17. März (14 Uhr) verkündet werden. Das muss aber kein Urteil sein, es kann auch ein anderer Beschluss sein, das Verfahren fortzuführen.

Am Donnerstag war in Berlin ein Strafurteil gegen drei junge Männer wegen Diebstahls der 100-Kilogramm-Münze verhängt worden. Zwei Cousins aus einem polizeibekannten arabischstämmigen Clan sowie ein Ex-Wachmann des Museums bekamen mehrjährige Jugendstrafen. Die Münze „Big Maple Leaf“ war in einem dreisten Coup in der Nacht zum 27. März 2017 aus dem Museum gestohlen worden. Sie ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Diebe waren durch ein unzureichend gesichertes Fenster ins Gebäude eingestiegen.

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Der Privateigentümer der Goldplatte im Millionenwert will die volle Versicherungssumme von rund vier Millionen Euro für seine Leihgabe erstreiten. Bisher bekam er von der Versicherung nach deren Angaben 800.000 Euro. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich als Trägerin des Bode-Museums der Klage angeschlossen. Die Stiftung sieht die Versicherung in der Pflicht, den Schaden vollständig zu ersetzen. Richterin Voigt fragte aber auch, was das Museum unternommen habe, um die wiederholten Probleme mit dem Fenster in den Griff zu bekommen.

Münz-Eigentümer Boris Fuchsmann kam selbst zu der mündlichen Verhandlung. „Ich vermisse die Münze, das war ein ganz besonderes Stück“, sagte der 73-jährige Sammler am Rande des Prozesses. Nur fünf Exemplare waren in Kanada geprägt worden.