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Schul-Gipfel bei Merkel - Merz wettert über Einrichtungen: „Es ist einfach inakzeptabel“

Wie mühsam Schule in der Corona-Pandemie ist, zeigt sich aktuell bundesweit. Kanzlerin Merkel hat sich nun über die Lage beraten und in mehreren Punkten mit den Ländern geeinigt.

Berlin - Die Corona-Pandemie* hat deutliche Schwächen im deutschen Schulsystem aufgezeigt - vor allem, was die Digitalisierung angeht. Sie stand deshalb beim informellen Schulgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* mit SPD*-Chefin Saskia Esken und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Fokus.

Schule in der Corona-Pandemie: Das wurde beschlossen

Formale Beschlüsse wurden zwar nicht gefasst. Es sind erst weitere Abstimmungsprozesse zwischen Bund und Ländern nötig. Wie die dpa aber aus Teilnehmerkreisen erfuhr, ist konkret geplant, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommt und jedem Schüler ein günstiger Zugang zum Internet ermöglicht wird, der maximal zehn Euro im Monat kosten soll. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium solle außerdem jede Schule in Deutschland zügig an schnelles Internet angeschlossen werden. Es wird demnach mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet.

Maßnahmen für Schulen in der Corona-Pandemie: Warum sie nötig sind

Die Corona-Pandemie* hatte gezeigt, dass es im Bereich Schule und Digitalisierung noch große Defizite gibt. Aufgabenstellungen und Kommunikation über das Internet während der Schulschließungen funktionierten nur bedingt. Bildungsgewerkschaften und Lehrerverbände hatten kritisiert, dass nicht alle Schüler zu Hause mit entsprechender Technik ausgestattet seien. Auch das Fehlen von Dienstgeräten für Lehrkräfte wurde bemängelt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (Archivbild)

Schulgipfel mit Merkel in Corona-Pandemie: Diese Reaktionen gab es

„Wir haben heute sehr gute Ergebnisse erzielt“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig (SPD). Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) sagte der dpa nach dem Treffen: „Es war ein erfreulich konstruktives Gespräch über die Grenzen von Bund, Ländern und Parteien hinweg. Wir wollten zu gemeinsamen Lösungen kommen, und wir sind erstaunlich weit gekommen.“ Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte: „Das zeigt, dass das Thema Schule uns allen sehr wichtig ist.“ Das Treffen sei getragen gewesen von dem Gedanken, dass Schule und Bildung höchste Priorität hätten.

Schule trotz Corona: Merz nennt Deutschland in einer Sache „Entwicklungsland“

Der CDU-Politiker Friedrich Merz* sagte der Passauer Neuen Presse: „Es ist einfach inakzeptabel, dass bis heute noch immer nicht jede Schule einen WLAN-Anschluss hat. Deutschland ist bei der Digitalisierung Entwicklungsland.“ Jede Schule müsse eine Internet-Domain haben und jeder Schüler ebenso wie alle Lehrkräfte eine eigene E-Mail-Adresse auf dieser Domain. „An den Schulen ist höchste Eile geboten. Gut, dass sich die Bundeskanzlerin dieser Sache persönlich annimmt. Wir haben massive Defizite in den Schulen, die jetzt im Zeitraffer beseitigt werden müssen.“

Corona in Deutschland: Drohen wieder Schulschließungen?

Flächendeckende Schulschließungen, wie zu Beginn der Corona-Pandemie, soll es nach dem Willen der Beteiligten möglichst nicht mehr geben. „Es besteht Einigkeit über das gemeinsame Ziel, erneute komplette und flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas möglichst zu vermeiden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Gute Bildungspolitik sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte KMK-Präsidentin Hubig. „Wir alle müssen Sorge dafür tragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Recht auf Bildung verwirklichen können.“ Kurz nach Beginn des Schuljahrs in mehreren Bundesländern waren einige Schulen wegen Corona-Fällen oder -Verdachtsfällen zuletzt schon wieder geschlossen worden.

Im Nachrichtenmagazin Focus kritisierte Hubig das Freizeitverhalten vieler Bundesbürger. „Wenn ich sehe, wie sich manche Erwachsene am Wochenende im Biergarten oder am Strand verhalten, bin ich erschüttert.“ Und: „Wir erfüllen an den Schulen die höchsten Auflagen, um Bildung zu ermöglichen, während sich andere in ihrer Freizeit unvernünftig verhalten.“ (dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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