Germany

Schweinebauern droht das Aus - Der Kampf um die Sau

Westerrade/Kiel – Wie viel Platz braucht die Sau im Stall?

Darüber diskutieren die Umweltminister der Bundesländer. Im Bundesrat soll jetzt eine Entscheidung fallen. Während politisch um jeden Zentimeter gepokert wird, bangen Schweinebauern in Schleswig-Holstein um die Existenz.

BILD besuchte Dietrich Pritschau (59) auf seinem Hof. 15000 Ferkel kommen dort jährlich zur Welt. Pritschau, Vize-Präsident des Bauernverbandes: „Wir rechnen damit, dass durch die neuen Verordnungen gut die Hälfte der verbliebenden 300 Schweinebauern aufhören müssen.“

Die Knackpunkte.

Der Bereich, in dem die Ferkel geboren werden, soll wachsen. 4,6 m2 sind die Boxen derzeit groß. Tierschutzverbände fantasieren von bis zu sieben m2. Auf 6,5 m2 dürfte es am Ende hinauslaufen.

Aber: Die Ställe können nur schwer ausgebaut werden. Das verhindert Bau– und Emmissionsrecht. Pritschau: „Das muss die Politik mitdenken und rechtlich nachbessern.“

Die Säue kommen zur Besamung in „Kastenstände“. Eine Metall-Konstruktion, in der sie bisher jährlich 30 Tage stehen durften. Neu-Regelungen drücken das auf fünf Tage. Nach BILD-Informationen soll die Sau künftig nur noch wenige Stunden täglich fixiert sein.

► Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (37, Grüne) hatte schon einen Kompromiss mit seinen Grünen Minister-Kollegen ausgehandelt. Doch die Maßnahmen gehen der eigenen Parteispitze um Amtsvorgänger Robert Habeck (50) offenbar nicht weit genug. Heute


Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (37, Grüne)
Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (37, Grüne)Foto: picture alliance/dpa


Albrecht: „Ich bin zuversichtlich, dass wir vor der Sommerpause eine Einigung im Bundesrat erzielen. Für uns Grüne ist deutlich, dass dabei jetzt der große Wurf für Tierschutz und Landwirtschaft gelingen muss. Damit alle Betriebe es schaffen können, wollen wir eine ambitionierte Förderung mit einem echten Umbau der Tierhaltung verbinden. Wir kämpfen da gemeinsam als Grüne, ganz gleich in welcher Rolle.”

Pritschau will sich der Modernisierung nicht verweigern: „Wir wollen schrittweise zu einer modernen Stallhaltung umbauen. Die Aufgabe der Politik ist es, hierfür machbare Rahmenbedingungen zu schaffen und nicht irgendwelchen Extrempositionen zu folgen. Die nicht immer sachliche Diskussion führt zu einem Aussterben der Tierhaltung in Deutschland.“

Dann würden Tiere nur noch in Lastern aus anderen Ländern Europas angekarrt...

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