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Sommerurlaub trotz Corona: Heiko Maas stellt sich ARD-Zuschauern - die letzte Frage wird im Internet zerrissen

In einer ARD-Sendung sprach Heiko Maas über den Sommerurlaub in Corona-Zeiten. Außerdem stellte sich der Außenminister User-Fragen - der Abschluss stieß einigen Zuschauern sauer auf.

München - Während der ersten Wochen der Corona-Krise waren Heiko Maas die Hände noch ein bisschen fester gebunden als seinen politischen Kollegen. Denn als Außenminister blieb ihm eigentlich nur übrig, Reisewarnungen aussprechen und die in der Welt verstreuten Mitbürger wieder nach Deutschland zurückholen zu lassen. Ansonsten wurden die wichtigen Entscheidungen eben innenpolitisch getroffen - und nicht wie mittlerweile gewohnt koordiniert mit anderen EU-Ländern oder Partner-Staaten.

Jetzt jedoch, nach den ersten Lockerungen an den Grenzen*, rückt auch die Arbeit des SPD-Politikers wieder mehr in den Fokus. Geht es doch um die Möglichkeit, im Sommer ein paar Tage oder sogar Wochen im Urlaub verbringen zu können. Über die Entwicklung in dieser für viele Bürger so essentiellen Angelegenheit gab Maas in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ Auskunft.

Corona-Krise: Auswärtiges Amt ersetzt Reisewarnung in Reisehinweise

Dort erklärte der 53-Jährige, die weltweite Reisewarnung werde nicht über den 14. Juni hinaus verlängert, „wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise“. In welchen Ländern dann bereits wieder geurlaubt werden könne, sei noch nicht absehbar: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Zugleich betonte Maas auch, dass es ein Sommer unter besonderen Vorzeichen werde: „Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben*.“

Teil seines Besuchs war auch eine Frage-und-Antwort-Runde, in der User dem passionierten Triathleten per Tweet auf den Zahn fühlen konnten. Bei der Auswahl achtete die Redaktion offenbar auch darauf, die angesichts der heiklen Weltlage in der Corona-Pandemie* ein bisschen angespannte Atmosphäre aufzuheitern. Denn Maas wurde gefragt: „Wie schaffen Sie es, immer so unfassbar gut auszusehen?“

Dieses Lob gab der gebürtige Saarländer umgehend zurück: „Das hängt ausschließlich daran, dass es in der ARD unfassbar gute Maskenbildner gibt, die einen vor der Sendung so anmalen, dass man anscheinend so aussieht, dass man diesen Eindruck haben kann.“ Es sollte wohl ein lockerer Ausklang werden. Doch bei vielen Zuschauern kam dieses Ende alles andere gut an. Sie hätten sich gewünscht, dass die Sendezeit für ernstere Themen genutzt würde. Und einige Zuschauer machten ihrem Ärger dann auf Twitter Luft.

Corona-Krise: Frage nach Maas‘ Aussehen ruft Kritik von anderen Politikern hervor

So schrieb der CSU-Politiker Felix Brandstätter: „Ernsthafte Frage: Nach welchen Kriterien werden bei Ihnen die Fragen der User ausgewählt?“ Ein anderer User spielte direkt auf die GEZ-Gebühr an: „Wieviel kostet der Rundfunkbeitrag nochmal pro Monat? Was bekomme ich nochmal genau dafür?“

Weitere Kostproben aus den Twitter-Kommentaren: „Superspannend, diese wichtigen Fragen unserer Zeit.“ Oder: „I want my money back!“ Aber auch: „Gestern Fernsehsteuer bezahlt, yep, niemals wurden 52 Euro besser ausgegeben...“

Kritik setzte es auch von weiteren Politikern. „Das kann doch wohl nicht Ihr ernst sein?!“ schrieb Phil Hackemann von der FDP in Richtung ARD. CDU-Mann Ralph Kamphöner twitterte samt zweifelndem Smiley: „Kritischer Journalismus durch und durch.“

Corona-Krise: Zuschauer will Humor hinter Frage an Maas erkannt haben

Spaß an dem Frage-Antwort-Spiel hatte dagegen ein anderer Zuschauer: „Ich feiere den User für seinen Humor und die ÖRR-Redaktion dafür, Satire nicht als solche zu erkennen, wenn sie nicht aus dem eigenen Hause stammt.“ Andere Zuschauer mutmaßten direkt, die Frage stamme aus der Feder des Redaktions-Praktikanten.

Klar dürfte nach diesen eindeutigen Reaktionen nur sein: Die ARD hat sich mit dieser Auswahl keinen Gefallen getan. Die Sendezeit sollte dann doch ausschließlich für politisch relevante Themen genutzt werden.

Auch interessant: Der Virologe Alexander Kekulé warnt vor einem „deutschen Ischgl“ und fürchtet eine lange Pandemie. Derweil macht ein anderer Experte Hoffnung, dass das Virus von alleine verschwinden könnte.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

mg

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD

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