Ein Regierungsbündnis von Grünen, SPD und Linken hätte laut einer Wahlumfrage derzeit eine Mehrheit im Bundestag. Dem Sonntagstrend der Bild am Sonntag zufolge kämen die Parteien zusammen auf 48 Prozent, wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Grünen können demnach unverändert mit 24 Prozent rechnen, die Linke erreichte neun Prozent. Die SPD gewann in der Umfrage zwei Prozentpunkte dazu und kam auf 15 Prozent.

Die Union lag unverändert bei 26 Prozent der Stimmen und bliebe damit stärkste Kraft. Acht Prozent der Befragten gaben an, für die FDP stimmen zu wollen. Die AfD verlor hingegen einen Prozentpunkt und stand bei 13 Prozent.

Für die Erhebung fragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die Bild am Sonntag vom 4. bis 10. Juli 2.377 Menschen, welche Partei sie wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre.

Auch Forsa befragte im Auftrag für RTL und n-tv 2.500 Menschen, welcher Partei sie bei einer Bundestagswahl ihre Stimme geben würden. In der Umfrage kamen Union und Grüne auf 26 beziehungsweise 25 Prozent der Stimmen. SPD und AfD lagen gleichauf bei 13 Prozent. Die Linke holte acht Prozent, die FDP sieben.

Bereits seit Wochen schneiden die Grünen in Wahlumfragen bundesweit ähnlich gut ab wie Union. Allerdings lassen sie bisher offen, ob sie im Falle eines Wahlsiegs lieber mit der Union oder SPD und Grünen koalieren wollen.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.