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Sorge um Weihnachtsandachten: Gottesdienste am Heiligabend im Freien?

Eines will sich kein Pastor vorstellen. Heiligabend ohne Gottesdienst. Doch die ansteigenden Corona-Zahlen bereiten auch der Kirche Sorgen. Zwar sind es noch zwei Monate hin, aber im Konvent der evangelischen Kirchenregion Mecklenburgische Schweiz machen sich die Kirchengemeinden schon jetzt Gedanken, wie Weihnachten dieses Jahr aussehen könnte. In ihrer Sitzung diese Woche haben sie erste Lösungen besprochen, sagt Regionalpastor Alexander Uhlig. Die sehen teils unterschiedlich aus. Die einen würden Gottesdienste draußen feiern, andere „Eintrittskarten“ für die Kirchen vergeben oder den Gottesdienst in eine Sporthalle verlegen.

Vor allem in den Städten keine einfache Aufgabe

Das seien erst einmal nur Überlegungen, die noch weiter diskutiert werden müssen. Alles sei noch im Entstehen. „Eine solche Situation gab es für die Gemeinden noch nicht“, erklärt Uhlig. Es sei noch viel Kommunikation nötig. „Für uns ist es eine große Herausforderung.“ In den Dörfern werde es einfacher sein als in den Städten. Eines stellt der Regionalpastor fest, dass seine Kollegen und die Räte sehr kreativ sind und Erfindungsgeist zeigen. „Wenn Heiligabend ausfallen würde, das wäre dramatisch“, sagt er. Ostern sei schon sehr traurig gewesen, dass Gottesdienste nicht stattfinden konnten, aber Weihnachten wäre in der öffentlichen Wahrnehmung noch schlimmer. Die Kirchen sind am 24. Dezember immer knackend voll, wie an keinem anderen Festtag. Einfach zu sagen, es werden mehr Gottesdienste angeboten, sei nicht umsetzbar.

In Dargun wird ökumenisch gefeiert

In seiner Gemeinde in Dargun zum Beispiel kämen jedes Jahr 400 bis 450 Menschen in die zwei Gottesdienste. Wenn man die nach jetzigen Corona-Auflagen händeln wollte, müsste es 10 Gottesdienste geben, das sei zeitlich gar nicht möglich. Für den Pfarrsprengel Dargun indes gebe es dagegen eine favorisierte Lösung. Hier werde überall draußen Jesus Geburt gefeiert. In Dargun soll in die Kloster- und Schlossanlage eingeladen werden. Erste Gespräche habe es mit der Stadtinfo bereits gegeben und sei auch Unterstützung zugesagt worden, zum Beispiel bei der Beleuchtung. Die Gemeinde habe auch ihre ökumenischen Partner zu dem Gottesdienst eingeladen, die Katholiken und Baptisten. „Sie wollen gerne zu uns kommen“, sagt Uhlig. Also werde in Dargun der Heiligabend ökumenisch gestaltet. „Ich finde das ein schönes Bild, dass wir in der schwierigen Situation zusammenhalten und nicht auf konfessionelle Unterschiede schauen.“

Sind Reservierungen eine Lösung?

In Teterow indes gebe es die Überlegung, mit Reservierungen zu arbeiten. In Malchin sei ein Gottesdienst draußen im Gespräch, entweder auf dem Kirchplatz oder auf dem Markt. Für alle werde es ein logistischer Aufwand sein. Im November werde im Konvent erneut über das Thema Weihnachten gesprochen, dann könne vielleicht schon konkreter geplant werden. Im Auge behalten müsse man auch, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. „Wir hoffen, dass die Zahlen nicht weiter so rasant ansteigen“, sagt der Pastor.

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