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Spahn zu Corona: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

Die Covid-19-Pandemie, oder auch Corona-Krise genannt, beschäftigt die Welt seit Anfang des Jahres. Wir halten Sie im Liveblog mit den wichtigsten internationalen, sowie nationalen News auf dem Laufenden.

FÜR DIESE LÄNDER GILT EINE REISEWARNUNG

Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

22.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-„Heute Journal“. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen.“

Zuletzt hatte das das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß.

Eltern befürchten Trennung von Kindern - Behörden dementieren

17.30 Uhr: In Baden-Württemberg und Hessen befürchten Eltern, dass ihre Kinder im Falle einer Corona-Infektion von ihnen getrennt werden könnten. Hintergrund ist unter anderem ein Fall in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe). Nachdem dort an einer Grundschule eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wurden im Juli zwei Klassen nach Hause geschickt - begleitet von einer Information der Stadt, in der bei Nichteinhaltung der „Isolation in sog. häuslicher Quarantäne“ mit einer zwangsweisen Unterbringung des Kindes in einer geschlossenen Einrichtung gedroht wird.

Die Stadt Bruchsal bestätigte am Donnerstag ein entsprechendes Behördenschreiben, betonte aber: „Wir sind nur das ausführende Ordnungsamt. Der Inhalt des Textes kam von der zuständigen Gesundheitsbehörde im Landratsamt.“ Die Karlsruher Behörde verteidigte auf Anfrage die aufgeführten Vorgaben, machte aber zugleich klar: „An eine Trennung des Kindes von den Eltern ist hier überhaupt nicht gedacht!“

Einen ähnlichen Vorgang gab es im Kreis Offenbach. Dieser hat Kritik an seinen Quarantäne-Vorgaben für Kinder mit einem Verdacht auf eine Corona-Infektion zurückgewiesen. Nach Medienberichten sollen Gesundheitsämter, darunter auch das im Kreis Offenbach, Eltern auffordern, Kinder mit einer Infektion getrennt von der Familie zu isolieren. Der Kreis wies dies am Donnerstag zurück und verwies auf eine Mitteilung von Ende Juli. 

Tunesien fordert Aufhebung der Reisewarnung

16 Uhr: Nach der teilweisen Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei verlangt neben Ägypten nun auch Tunesien eine solche Entscheidung für seine Urlaubsgebiete. Der Geschäftsträger der tunesischen Botschaft in Berlin, Chiheb Chaouch, begründete die Forderung am Dienstag mit der „ausgezeichneten Bilanz“ seines Landes bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

„Wir hoffen daher, dass das Auswärtige Amt auch Tunesien in eine Liste von Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums einordnet, die ein sicheres Ziel für die deutschen Reisenden sind“, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Wir hoffen, dass deutsche Touristen Tunesien besuchen werden.“

Am Dienstag hatte das Auswärtige Amt die seit Mitte März geltende Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie erstmals für Regionen außerhalb Europas aufgehoben. Für vier Urlaubsgebiete im asiatischen Teil der Türkei gilt sie nun nicht mehr: Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Das hatte bereits den ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, dazu veranlasst, einen solchen Schritt auch für sein Land zu fordern. Nun folgt mit Tunesien ein weiteres nordafrikanisches Land mit dieser Forderung. 

Jens Spahn kündigt Pakt der Gesundheitsämter zum Monatswechsel an

14.14 Uhr: Die Pläne zur langfristigen Stärkung der Gesundheitsämter nehmen Gestalt an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Donnerstag in Berlin an, dass der entsprechende „Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst“, den die Koalition Anfang Juni in ihrem milliardenschweren Konjunkturpaket beschlossen hatte, zum Monatswechsel Ende August, Anfang September vorgestellt werden solle. Es fänden dazu regelmäßige Gespräche mit Ländern und kommunalen Spitzenverbänden statt.
Bei dem Vorhaben geht es nach Spahns Angaben um die personelle und digitale Ausstattung der Gesundheitsämter, um Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten und auch um die Bezahlung, „weil es im Moment für Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst im Schnitt deutlich geringere Verdienstmöglichkeiten gibt, als etwa in einem Krankenhaus oder in der Praxis“. Der Bund will dem Minister zufolge in den nächsten Jahren vier Milliarden Euro in den kommunalen Gesundheitsdienst investieren.

USA melden rund 53.000 Neuinfektionen mit Coronavirus

11.45 Uhr: In den USA sind vergleichsweise niedrige Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet worden - örtliche Behörden und Medien warnen allerdings vor möglichen Verzerrungen. Binnen 24 Stunden gab es etwa 52 800 bekannte Neuinfektionen und knapp 1400 Tote, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins in Baltimore am Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging.

Sieben Tage zuvor verzeichnete das Land mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern noch rund 71 000 neue Fälle und rund 1400 Todesfälle.  Die Zahl der Neuinfektionen ist aus verschiedenen Gründen auch vom Wochentag abhängig, ein Vergleich mit dem Vortag ist deshalb meist wenig aussagekräftig.

In Kalifornien mit knapp 40 Millionen Einwohnern sei es aufgrund technischer Probleme wahrscheinlich, dass neue Fälle nicht erfasst worden seien, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaats am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Zahl der Todesfälle sei davon nicht betroffen, da sie durch andere Systeme an die Behörden übermittelt werde.

Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt ab Samstag

11.11 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Einreisende aus internationalen Risikogebieten von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) - aus der EU sind derzeit Luxemburg und die die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Spahn sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man „auf Nummer sicher“ gehen. „Mir ist sehr bewusst, dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist.“ Es sei aber ein zumutbarer Eingriff. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. 

Acht Covid19-Patienten sterben bei Feuer in Krankenhaus

10.49 Uhr: Bei einem Brand auf einer Intensivstation eines Krankenhauses in Indien sind mindestens acht Corona-Patienten gestorben. Feuerwehrleute hätten 41 weitere Patienten retten und in ein anderes Krankenhaus bringen können, sagte ein Polizeisprecher Reportern. Die verstorbenen Corona-Patienten seien erstickt, berichtete die Zeitung „Times of India“.

Einige Feuerwehrleute hätten laut örtlichen Medien nach dem Einsatz mit den Corona-Patienten in Quarantäne gemusst. Das Feuer in der westindischen Stat Ahmedabad brach mitten in der Nacht auf Donnerstag aus und wurde laut ersten Erkenntnissen von einem Kurzschluss ausgelöst, wie der stellvertretende Regierungschef des zuständigen Bundesstaates sagte. Indiens Premierminister Narendra Modi kondolierte den Familien der Opfer.

Private Riesen-Parties als Gefahr – Los Angeles dreht Regelverweigerern Wasser und Strom ab

8.02 Uhr: In der Promi- und Glamour-Stadt Los Angeles in den USA nehmen private Hausparties, die teilweise von Prominenten organisiert werden, zu. Bei den Feiern sollen sich vor allem junge Menschen ohne Sichehrheitsmaßnahmen und Schutz vor dem Coronavirus treffen, berichtet die „Los Angeles Times“.

Als Maßnahme gegen diese Events, die von Experten als eine Gefahrenquelle zur Ausbreitung des Virus angesehen werden, verschärft die Stadt nun ihre Vorgehensweise. So soll den Regelverweigerern künftig Strom und Wasser abgedreht werden und so ein schnelles Ende der Parties herbeigeführt werden. In den USA sind bereits mehr als 150.000 Menschen an Covid19 gestorben.  

RKI meldet 1045 neue Corona-Infektionen

7 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 213.067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 6.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,9 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,99). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Schülervertreter schlagen Notenbonus für Prüfungen vor

6.17 Uhr: Schülervertreter haben einen Notenbonus für den Fall von coronabedingtem Unterrichtsausfall ins Gespräch gebracht. „Sollte es zu Unterrichtsausfall kommen, wäre es eine mögliche Lösung, den betroffenen Schülern einen Nachteilsausgleich zu geben“, sagte Torben Krauß, Sprecher der Bundesschülerkonferenz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Es sei oft nicht möglich, kurzfristig die Prüfungsaufgaben zu ändern. „Lehrer sollten aber in solchen Fällen mehr Freiraum beim Korrigieren haben“, verlangte Krauß. Das neue Schuljahr werde definitiv kein normales Schuljahr werden. Schulen, Lehrer und Bildungspolitiker sollten zusammen mit Schülervertretern am Runden Tisch nach guten Lösungen für Unterricht in der Pandemie suchen.

Zugbegleiter fordern mehr Durchgriffsrechte bei Maskenpflicht

4.10 Uhr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer verlangt mehr Kompetenzen für die Zugbegleiter, damit die Maskenpflicht in Zügen besser durchgesetzt werden kann. „Die Ausgangsposition für die Zugbegleiter ist schon dadurch schlecht, dass die Pflicht zum Tragen einer Maske nicht Teil der Beförderungsbedingungen ist“, sagte Gewerkschaftschef Claus Weselsky der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Aus unerfindlichen Gründen könne sich die Bahnspitze nicht dazu durchringen, dies zu ändern. Dadurch seien den Zugbegleitern „in letzter Instanz die Hände gebunden“.

Insgesamt registrierten die Zugbegleiter einen laxeren Umgang mit dem Mund-Nase-Schutz - neben „vielen vernünftigen Fahrgästen, die ihre Maske tragen“, sagte Weselsky. Die aber verlangten von den Zugbegleitern, die Maskenpflicht auch bei allen anderen durchzusetzen. „Unsere Leute geraten da gerade zwischen alle Fronten“, kritisierte der GDL-Vorsitzende. Letztlich wachse damit auch für die Zugbegleiter das Infektionsrisiko. „Ich sehe aber nicht, dass sich das Management da schützend vor die Mitarbeiter stellt.“

WHO-Experte: „Fragen Sie sich: Muss ich wirklich zu dieser Feier gehen?“

21.45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut junge Menschen ermahnt, „ihre Verantwortung“ im Kampf zur Eindämmung des Coronavirus zu übernehmen. Je mehr junge Menschen sich wieder in Gesellschaft begeben würden, desto mehr würden sie als Überträger agieren, sagte WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan am Mittwoch in Genf.

„Die Jungen haben eine große Chance, die Übertragungen durch ihr Verhalten zu reduzieren“, sagte Ryan. An Orten, an denen während der Sommerferien junge Menschen in Bars, Nacht-Clubs oder Feiern im Freien zusammengekommen waren, hatte es zuletzt vermehrt Corona-Hotspots gegeben. „Sie können entscheiden, diese Dinge nicht zu tun“, sagte Ryan. Wenn die Zahl der Ansteckungen in der Öffentlichkeit steige, seien alle in Gefahr. „Fragen Sie sich: Muss ich wirklich zu dieser Feier gehen?“, sagte der irische Epidemiologe.

WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove wies auf Studien hin, die gezeigt hätten, dass nur ein kleiner Teil der Infizierten für die meisten Übertragungen verantwortlich sei. Etwa 80 Prozent der Ansteckungen seien auf 10 bis 20 Prozent der Infizierten zurückzuführen.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen

20.30 Uhr: Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Region Antwerpen. „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Zuvor hatte die Provinzregierung von Antwerpen bereits selbst von Reisen in die Region abgeraten. Dort übersteigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Solche Regionen hat das Robert Koch-Institut zu Risikogebieten erklärt.

In der Provinz, die nicht direkt an Deutschland angrenzt, gibt es in Belgien die meisten bestätigten Corona-Fälle. Dort gelten eine besonders strenge Maskenpflicht, eine nächtliche Ausgangssperre und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. An der Nordseeküste müssen sich Urlauber und Einheimische für Strandbesuche teils vorher anmelden.

Drosten: Bei zweiter Welle auf Infektionsgruppen konzentrieren

19.28 Uhr: Der Charité-Virologe Christian Drosten schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren, sollte es in Deutschland zu einer zweiten Welle kommen. „Waren bisher die meisten Infektionsketten nachvollziehbar, können neue Fälle bald überall gleichzeitig auftreten“, schreibt Drosten in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Zeit“. Dies könnte alle Landkreise und Altersgruppen betreffen. „Dann sind die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter endgültig damit überfordert, die Quarantäne jeder einzelnen Kontaktperson zu regeln“, so der Wissenschaftler.

Die Behörden sollten sich dann auf Gruppen konzentrieren, in denen sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Wenn sich ein Mitglied eines dieser sogenannten Cluster infiziert habe, könne auch eine Isolation von fünf Tagen ausreichen. Nötig sei eine entscheidende Strategieänderung: „eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion“. Eine niedrige Viruslast bedeute, dass ein Patient nicht mehr ansteckend sei.

Studie: Fast ein Drittel der Afghanen bereits mit Coronavirus infiziert

15.41 Uhr: In Afghanistan hat sich einer wissenschaftlichen Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies ergab eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderte Antikörper-Untersuchung mit rund 9500 Teilnehmern im ganzen Land, wie Gesundheitsminister Ahmed Dschawad Osmani am Mittwoch in Kabul sagte. Demnach haben sich bislang rund 31,5 Prozent der Afghanen mit dem Virus infiziert, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen.

Am höchsten ist die Infektionsrate in Kabul, wo den Schätzungen der Experten zufolge mehr als die Hälfte aller Einwohner mit dem Virus infiziert wurde. Da die Test-Kapazitäten in dem Land gering sind, wurden bisher nur rund 36.000 Infektionen nachgewiesen und rund 1200 Todesfälle gemeldet.

Streeck sieht derzeit keine zweite Corona-Welle

14.27 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit weder einen deutlichen Anstieg der Zahlen noch eine sogenannte zweite Welle erkennen. „Tatsächlich ist der Begriff „zweite Welle“ kein epidemiologischer Begriff, sondern er entstand während der Spanischen Grippe, die nach einem ersten Infektionsschub im Herbst mit voller Wucht wiederkehrte“, erläuterte der Bonner Wissenschaftler im Interview mit t-online.de.

„Ich finde daher den Begriff der „Dauerwelle“ passender. Die Infektionen verschwinden ja nicht, sondern wir werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren.“ Wie bei anderen Coronaviren auch werde man immer im Sommer einen Rückgang der Infektionen sehen, im Frühjahr, Herbst und Winter eine Zunahme. „Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt in einer zweiten Welle sind“, sagte Streeck. „Von einigen plötzlichen Ausreißern abgesehen gibt es gerade keinen deutlichen Anstieg, und einen Anstieg wie derzeit in Spanien sehe ich in Deutschland auch gerade nicht kommen.“

Minister: Rund 10 Millionen Infektionen in Afghanistan

13.59 Uhr: In Afghanistan haben sich laut Gesundheitsministerium bislang insgesamt schätzungsweise rund 10 Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Landesweit hätten sich einer Hochrechnung zufolge damit seit Beginn des Ausbruchs 31,5 Prozent der mehr als 30 Millionen Einwohner mit Sars-Cov-2 infiziert, sagte Gesundheitsminister Ahmad Dschawad Osmani am Mittwoch in Kabul.

In der Hauptstadt Kabul ist die Infektionsrate laut Ministerium mit geschätzt mehr als 50 Prozent besonders hoch. Für die Hochrechnung wurden in den 34 Provinzen Afghanistans aus 5760 Familien jeweils ein junges und ein altes Familienmitglied per Zufallsverfahren ermittelt und getestet. Danach seien die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet worden. Das Verfahren der Studie sei international anerkannt, so Osmani.

In Afghanistan sind bislang nur knapp 37.000 Coronavirus-Infektionen durch Tests in den Krankenhäusern nachgewiesen worden. In dem Zusammenhang wurden insgesamt rund 90.000 Menschen getestet. Besonders viele Neuinfektionen wurden im April und Mai registriert, bis Anfang August sind diese Zahlen stark zurückgegangen.

Leichte Entspannung in Israel

12.30 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel nach einem starken Anstieg zuletzt leicht zurückgegangen. Seit dem Rekordhoch von Dienstag vergangener Woche blieb die Zahl konstant unter dem Wert von 2000 Fällen. Diese galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.
Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 1700 Fälle gemeldet worden. Der Rekord liegt bei 2100 Fällen. Insgesamt wurden in Israel bislang 76 763 Infizierte registriert, als aktiv gelten derzeit 24 866 Fälle, davon sind 355 Menschen schwer erkrankt. 564 Corona-Infizierte starben bislang.

Einen ersten kleineren Anstieg der täglichen Neuinfektionen hatte es im März gegeben. Die Zahl ging jedoch im April stark zurück und lag Mitte Mai nur noch im zweistelligen Bereich. Nach raschen Lockerungen der Corona-Maßnahmen schnellten die Zahlen jedoch seit Ende Mai wieder in die Höhe. Einige Restriktionen wurden in den vergangenen Wochen wieder eingeführt. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 741 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel.

Texaner kauft sich Luxussportwagen von Corona-Hilfen

11 Uhr: Ein Coronahilfen-Betrug kommt einen 29-Jährigen aus Texas teuer zu stehen: Weil er sich mit den staatlichen Hilfen unter anderem einen Lamborghini kaufte, wird der Mann des Betrugs beschuldigt. Am Dienstag sei der 29-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Den Angaben zufolge sicherte sich der Texaner im Rahmen des staatlichen Corona-Hilfsprogramms zwei Unternehmerkredite - angeblich, um Angestellte zu bezahlen. In Wahrheit beschäftigte der 29-Jährige allerdings gar keine Mitarbeiter - und gab insgesamt 1,6 Millionen Dollar (1,35 Millionen Euro) für sein eigenes Vergnügen aus. Neben dem Lamborghini für 200.000 Dollar habe er auch Immobilien und eine Rolex-Uhr gekauft, teilte das Justizministerium mit. Zudem habe er tausende Dollar in Strip-Clubs in Houston verprasst. 

Tausende Ärzte und Krankenpfleger in Südafrika mit Coronavirus infiziert

10.30 Uhr: Im schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Südafrika haben sich auch tausende Ärzte und Krankenpfleger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 24.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen wurden bisher positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet, 181 von ihnen starben, wie Gesundheitsminister Zweli Mkwize am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sagte.

Landesweit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen demnach auf mehr als 521.000. Die Corona-Fälle unter den Ärzten und Krankenpflegern entsprechen dem Minister zufolge fünf Prozent aller Infektionsfälle im Land. Damit stehe Südafrika im weltweiten Vergleich relativ gut da: International liegt die Rate der mit dem Coronavirus infizierten Ärzte und Krankenschwestern bei zehn Prozent.  

In Sachen Impfstoff gibt sich Spahn optimistisch

10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist optimistisch, dass es bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff schnelle Erfolge geben könnte. Er sei zuversichtlich, dass es so schnell wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff geben könne, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast (Mittwoch) des Journalisten Gabor Steingart. „Wir haben sehr vielversprechende Kandidaten, sehr vielversprechende Daten. Wenn das gelänge in den nächsten Monaten, wäre das tatsächlich die schnellste Impfstoffentwicklung der Menschheitsgeschichte.“

Abgeschlossene klinische Phasen werde es sicherlich in den nächsten sechs Monaten geben. Spahn zufolge finden zur Zeit bereits Studien in „Phase drei“ statt, in denen am Menschen und „im Alltagsinfektionsgeschehen“ getestet werde. Das geschieht seinen Angaben zufolge vor allem in anderen Ländern mit größerem Ausbruchsgeschehen, nicht in Deutschland. „Dass wir da Ergebnisse, Erkenntnisse, abgeschlossene klinische Studien haben, da bin ich sehr sicher. Wie die dann am Ende aussehen, das kann ich ihnen nicht sagen. Aber ich sag nochmal, Stand heute, 4.8., besteht Anlass für viel Optimismus.“ 

Gesundheitsminister Spahn verteidigt Maskenpflicht

9 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen in der Öffentlichkeit verteidigt. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast (Montag) von Gabor Steingart.

Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe.

Zum Freiheitsargument von Masken-Gegnern sagte Spahn: „Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit.“  

Australien registriert Höchstwert bei Corona-Toten

7.15 Uhr: In Australien ist die höchste tägliche Zahl von Coronavirus-Todesopfern seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden. Wie die Behörden im Bundesstaat Victoria am Mittwoch mitteilten, wurden dort binnen 24 Stunden weitere 15 Corona-Tote gezählt. Bislang war in ganz Australien an keinem Tag eine solch hohe Zahl neuer Todesopfer registriert worden.

Melbourne, die Hauptstadt von Victoria und zweitgrößte Stadt des Landes, hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem Brennpunkt der Pandemie entwickelt. Täglich werden dort hunderte neue Infektionsfälle verzeichnet. Allein am Mittwoch waren es 725 neue Fälle. Die Ausbreitung des Virus konnte auch durch die seit fast einem Monat in Melbourne geltenden strikten Ausgangsbeschränkungen nicht gebremst werden. Besonders in Altenheimen der Stadt hat sich das Virus rasant verbreitet.  

Robert Koch-Institut meldet 741 neue Infektionen

6.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212 022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Gute Ergebnisse nach ersten Tests von Corona-Impfstoff

0.10 Uhr: Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Novavax hat nach Angaben des Herstellers bei ersten Tests ermutigende Ergebnisse gezeigt. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten alle Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das Unternehmen am Dienstag (Ortszeit). Bei den 131 Teilnehmern im Alter von 18 bis 59 Jahren habe es keine schweren Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Die Ergebnisse der in Australien durchgeführten Tests wurden jedoch noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft und veröffentlicht.

Die ersten klinischen Tests mit wenigen Freiwilligen prüfen vor allem die Verträglichkeit eines Impfstoffs, dessen Wirksamkeit muss anschließend in wesentlich größeren Studien geprüft werden. Bislang ist noch nicht klar, ob und wie lange die Antikörper die Probanden tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können.  

Konzerte in Frankreich ab Mitte August wieder möglich

21.11 Uhr: In Frankreich können unter bestimmten Bedingungen ab Mitte August wieder kulturelle Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern stattfinden. Ab dem 15. August dürften die zuständigen Präfekturen Veranstaltungen wie Konzerte und Festivals unter Einhaltung von Corona-Sicherheitsvorkehrungen wieder genehmigen, teilte das französische Kulturministerium am Dienstag mit.
Demnach müssten zwischen Sitzplätzen genügend Abstand gehalten werden und das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend sein. Das Ministerium hatte bereits Ende Juli ein entsprechendes Dekret erlassen.
Ab dem 1. September können demnach Festivals, Konzerte und Shows mit mehr als 5000 Besuchern ohne spezielle Genehmigung der Präfektur stattfinden. Das Ministerium kündigte mehr Informationen dazu für die Woche des 24. August an. Ab September dürfen in Frankreich auch wieder Messen veranstaltet werden.

Maskenpflicht in den Niederlanden

18.22 Uhr: Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden, teilten die Städte mit. Am Dienstag wurden in der Innenstadt von Amsterdam darunter auch im Rotlichtviertel gelbe Warnschilder aufgestellt. Wer sich nicht an die Auflage hält, dem droht eine Geldbuße von 95 Euro. Auch in überdachten Einkaufszentren und in Geschäften mit viel Kunden muss jeder ab 13 Jahre eine Maske tragen.

Die Städte reagieren damit auf die schnell steigenden Infektionszahlen. Vor allem in der Innenstadt von Amsterdam wird wegen der großen Zahl von Touristen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern oft nicht eingehalten. Landesweit sind Masken bisher nur im öffentlichen Nahverkehr Pflicht.
In der vergangenen Woche waren in den Niederlanden fast 2600 Neu-Infektionen gemeldet worden, das ist fast doppelt soviel wie in der Vorwoche.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

17.08 Uhr: Nach wochenlangem Zögern hat die Bundesregierung die Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsgebiete aufgehoben. Sie gilt seit Dienstag nicht mehr für die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer begründete den Schritt mit der relativ niedrigen Zahl von Neuinfektionen in diesen Gebieten und dem „speziellen Tourismus- und Hygienekonzept“, das die türkische Regierung entwickelt hat. „Bei einer Verschlechterung der pandemischen Lage kann die Reisewarnung auch für die genannten vier Provinzen wieder eingeführt werden“, betonte sie aber.

Die Türkei ist neben Großbritannien damit erst das zweite größere Land außerhalb der Europäischen Union und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums, für das die Reisewarnung teilweise aufgehoben wird. Der Schritt könnte nun Forderungen anderer Urlaubsländer wie Tunesien oder Ägypten nach sich ziehen, die ebenfalls auf Touristen aus Deutschland hoffen. Andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen außerhalb Europas wie Thailand lassen Touristen noch gar nicht einreisen.

Kritische Fallzahlen in Hessen

15.10 Uhr: Die Infektionszahlen in der Stadt Offenbach rücken näher an die Grenze für weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Am Dienstag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100,000 Einwohner binnen sieben Tagen von 36 auf 39, wie das Hessische Sozialministerium mitteilte. Der Schwellenwert liegt bei 50. Der Rheingau-Taunus-Kreis folgt mit 22, gefolgt vom Odenwaldkreis und Wiesbaden mit je 20.

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle am Wochenende hatte Offenbach bereits von sich aus einige Corona-Maßnahmen verschärft. Unter anderem wurde das Grillen und wurden Picknicks auf öffentlichen Flächen verboten. Unter dem Strich gab es Dienstag aber nur einen moderaten Anstieg der Infektionszahlen. Laut Stadt wurden im Vergleich zum Vortag fünf neue Fälle registriert. Am Wochenende war die Zahl auf den bisherigen Höchststand von 65 aktiv Erkrankten geklettert. Aktuell gibt es 64 akute Covid-19-Fälle in der Stadt.

Trump sorgt mit Äußerungen zu Corona-Statistiken für Kritik

14.42 Uhr: Mit einem Interview zum Verlauf der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten hat US-Präsident Donald Trump neue Kritik auf sich gezogen. In dem Gespräch mit einem Reporter des Online-Portals Axios sagte Trump, die USA hätten in der Pandemie in zahlreichen Kategorien niedrigere Werte als Europa und der Rest der Welt. Zum Beweis zeigte er auf verschiedene Ausdrucke von Statistiken.

Der Journalist hielt entgegen, dass sich der Präsident auf den Anteil der Corona-Toten an der Zahl der in den USA gemeldeten Fälle beziehe anstatt den Bezug zur Gesamtbevölkerung herzustellen. „Das können Sie nicht machen“, widersprach Trump. „Sie müssen sich auf die Fälle beziehen.“ Zahlreiche Nutzer kommentierten im Kurzmitteilungsdienst Twitter am Dienstag, Trump versuche, die Zahlen herunterzuspielen. Der knapp drei Minuten lange Clip erzielte binnen weniger Stunden mehr als zehn Millionen Aufrufe.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 155.000 Menschen in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es rund 4,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab.

Frankreichs Experten rechnen mit zweiter Welle

13 Uhr: Experten haben vor einem erneuten unkontrollierten Anstieg der Corona-Fallzahlen in Frankreich gewarnt. Die Lage könne „jederzeit kippen“, erklärte der Wissenschaftsrat, ein Beratergremium der französischen Regierung, in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Die Situation sei zwar derzeit „unter Kontrolle, aber fragil“.

Das Expertenteam unterstrich die Bedeutung von Abstands- und Hygieneregeln. „Die Bürger haben die kurzfristige Entwicklung der Epidemie zu großen Teilen selbst in der Hand“, heißt es in einer Stellungnahme des Rats, die der Regierung am 27. Juli zuging. Langfristig sei eine zweite Welle im Herbst oder Winter „sehr wahrscheinlich“.  

Corona-Ausbruch in Bayern: 166 Infizierte in Konservenfabrik

12.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten im niederbayerischen Mamming steigt weiter an: 166 von 600 Mitarbeitern einer Konservenfabrik wurden positiv auf das Virus getestet. „Der gesamte Betrieb ist vorübergehend stillgelegt“, teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau am Dienstag mit. Alle Beschäftigten befänden sich in Quarantäne, ebenso wie 130 Mitarbeiter an zwei weiteren Standorten des Betriebs.

Nach einer ersten Testung war am Wochenende bekannt geworden, dass sich 43 Beschäftigte der Fabrik mit dem Coronavirus angesteckt haben. Um sicherzugehen, dass nicht noch mehr Arbeiter betroffen sind, wurde eine erneute Testung angeordnet.

Der verarbeitende Betrieb liegt in der Nähe eines Gemüsehofes, wo zuvor bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet wurden. Die Behörden gehen daher davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

Die Zahl der Infizierten könnte weiter steigen: Das Ergebnis der Kontrolluntersuchung von den 130 Mitarbeitern an den beiden weiteren Standorten der Konservenfabrik stehe noch aus, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage.

Niedersachsen sträubt sich gegen Maskenpflicht in Schulen

11.20 Uhr: Niedersachsen hält die von Nordrhein-Westfalen eingeführte Maskenpflicht auch während des Unterrichts an weiterführenden Schulen und Berufsschulen momentan für übertrieben. Das Land starte nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb mit möglichst festen Lerngruppen, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am Dienstag in Hannover. Angesichts der derzeit niedrigen Infektionszahlen in Niedersachsen sei das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung während der gesamten Unterrichtszeit in einer solchen Lerngruppe nicht verhältnismäßig.

Am Montag hatte NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) angekündigt, dass Schüler an weiterführenden und berufsbildenden Schulen zunächst bis zum 31. August Masken sowohl im Gebäude als auch im Unterricht tragen müssen. Damit gibt das Bundesland in diesem Bereich die strengsten Regeln vor. 

Probleme mit Schulstart in den USA

11.17 Uhr: US-Präsident Donald Trump fordert die Öffnung von Schulen trotz der Corona-Pandemie. Am Dienstagmorgen schrieb er auf Twitter in Großbuchstaben: „Open the schools!“. In einigen US-Staaten hat das neue Schuljahr bereits begonnen. Doch das Virus macht vielen Einrichtungen einen Strich durch die Rechnung. In Indianapolis musste eine Schule wieder schließen, weil Lehrer positiv auf das Virus getestet wurden. Schüler einer anderen Schule in Indianapolis mussten in Quarantäne, weil wenige Stunden nach Schulstart bekannt geworden war, dass ein Schüler sich infiziert hatte. Ähnliches spielte sich an Schulen in Atlanta und in Mississippi ab.

Schulöffnungen sind in den USA ein umstrittener Punkt, der in den einzelnen Ländern unterschiedlich gehandhabt wird. So stemmte sich zum Beispiel der Gouverneur von Maryland gegen eine Anordnung des Gesundheitsamts, das Privatschulen vorgegeben hatte, das Schuljahr mit virtuellem Unterricht zu starten – eine Regelung, die in dem Bundesstaat auch für öffentliche Schulen gilt. In New Jersey gilt für alle Schüler in Gebäuden Maskenpflicht. In North Carolina sollen alle Schulen öffnen, doch Lehrer fordern Schüler dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Australien erhöht Corona-Strafen drastisch

9.30 Uhr: Der australische Bundesstaat Victoria hat nach zahlreichen Verstößen gegen Quarantäne-Bestimmungen für Corona-Infizierte die Bußgelder drastisch erhöht. Es sei „absolut inakzeptabel“, dass bei Überprüfungen rund 800 Infizierte- und damit jeder Vierte - nicht zu Hause angetroffen wurde, sagte Daniel Andrews, der Regierungschef des Bundesstaates, am Dienstag.

In Victoria haben die Behörden in den vergangenen Wochen wieder deutlich mehr Neuinfektionen registriert. Corona-Infizierte, die zum zweiten Mal gegen die Quarantäne-Regeln verstoßen, müssen künftig mit Strafen von 5000 australischen Dollar (rund 3000 Euro) rechnen - bisher waren es 1652 australische Dollar.  

Strikte Ausgangsbeschränkungen auf den Philippinen 

8.15 Uhr: Wegen eines deutlichen Wiederanstiegs der Corona-Infektionsfälle gelten für Millionen Menschen auf den Philippinen seit Dienstag wieder strikte Ausgangsbeschränkungen. In der Hauptstadt Manila und vier angrenzenden Provinzen dürfen die Menschen ihre Häuser nach Vorgabe der Behörden nur noch für notwendige Einkäufe und Sport verlassen. Auch die meisten Geschäfte müssen schließen, Restaurants dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.

Mehr als 27 Millionen Menschen sind von der Regelung betroffen. Die Bevölkerung war nur rund 24 Stunden vor Inkrafttreten über die Auflagen informiert worden. Viele Menschen saßen deshalb am Dienstag in Manila fest und konnten nicht mehr in ihre Heimatstädte zurückkehren, nachdem der öffentliche Verkehr und alle Inlandsflüge eingestellt worden waren.  

Zweite Corona-Welle laut Ärzteverband schon lange da

7 Uhr: Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag).

Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna. 

China feiert schon wieder Oktoberfest

6.30 Uhr: In China scheint die Corona-Pandemie weitestgehend unter Kontrolle. Davon profitiert nun auch die ostchinesische Stadt Qingdao, wo das größte Bierfest des Landes planmäßig begonnen hat. Bis zum 23. August wollen die Organisatoren wie in jedem Jahr Hunderttausende Besucher auf das Gelände in der ostchinesischen Provinz Shandong locken.

Die Veranstalter bezeichnen das Bierfest von Qingdao gerne als „Chinas Oktoberfest“. Allerdings sind die Besucherzahlen noch weit vom Münchner Original entfernt. Rund sechs Millionen Menschen strömen jährlich auf die Wiesn. In diesem Jahr wurde das Münchener Fest jedoch wegen des Coronavirus abgesagt. 

Italien: Zahl der Corona-Infizierten laut Studie deutlich höher

5.30 Uhr: Das Coronavirus könnte in Italien einer Studie zufolge sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten am Montag eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen.

Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64 660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli - die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248 000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35 000 Infizierte starben.

Der Studie zufolge gibt es jedoch große regionale Unterschiede, wie Ansa weiter berichtete. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.  

Robert Koch-Institut meldet knapp 900 neue Corona-Infektionen

5 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 211 281 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 4.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9156. Bis Dienstagmorgen hatten 194 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 3.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Lage in den USA entspannt sich langsam

4 Uhr: In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden, teilte am Montagabend die Johns-Hopkins-Universität mit. Zugleich habe es 532 weitere Todesfälle gegeben. In der vergangenen Woche waren an fünf Tagen hintereinander mehr als 60.000 neue Fälle registriert worden.

Am Sonntag sank die Zahl dann auf 47.508, nun ging sie nochmals leicht zurück. Insgesamt wurden in den USA mehr als 4,7 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, mehr als 155.000 Menschen starben. Dies sind weltweit mit Abstand die meisten Opfer.  

Südamerika beklagt mehr als 200.000 Corona-Tote

3 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Südamerika und der Karibik ist in der Nacht zum Dienstag auf über fünf Millionen gestiegen. Dies geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor, die sich auf offizielle Angaben von Regierungen und Behörden stützt. Demnach starben in der Region mehr als 202.000 Menschen an der durch das neuartige Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Am schlimmsten betroffen in Südamerika und der Karibik bleibt weiter Brasilien. In dem Land mit seinen 210 Millionen Einwohnern steckten sich 2,75 Millionen Menschen mit dem Virus an, mehr als 94.000 von ihnen starben. Das ist weltweit die zweithöchste Opferzahl nach den USA mit mehr als 154.000 Todesfällen.  

Corona-App kommt in Kürze in fünf weiteren Sprachen

2 Uhr: Die deutsche Corona-Warn-App soll in Kürze in weiteren fünf Sprachen zur Verfügung stehen. „Die Versionen Arabisch, Polnisch, Bulgarisch, Rumänisch und Russisch sind derzeit in der Entwicklung“, sagte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Bisher gibt es die am 16. Juni in Deutschland gestartete App in Deutsch, Englisch und Türkisch. Die App soll helfen, die weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Deutschland habe mit bisher mehr als 16,4 Millionen Nutzern mehr Downloads als ganz Europa mit seinen verschiedenen Apps zusammen, sagte Bär. Die Corona-Warn-App sei inzwischen in den App-Stores aller EU-Länder sowie der Türkei, der Schweiz und von Norwegen und Großbritannien freigegeben.

Zu den bisherigen technischen Problemen sagte die CSU-Politikerin, bei so großen IT-Projekten werde es immer Nachbesserungen geben müssen. Es habe Beeinträchtigungen bei der Hintergrundaktualisierung der App gegeben. „Deshalb empfehlen wir, die App einmal täglich zu öffnen.“ Dadurch werde sichergestellt, dass alle Warnmeldungen angezeigt würden. 

Trump greift US-Virenexpertin an

19.53 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat jetzt auch die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, offen attackiert. Trump bezeichnete Birx am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter als „jämmerlich“, nachdem die Virenexpertin vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt hatte. Der Präsident warf der Medizinerin vor, sie habe sich von Oppositionsführerin Nancy Pelosi zu ihren Aussagen verleiten lassen.

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses hatte am Wochenende Zweifel an Birx' Unabhängigkeit geäußert: Trump verbreite Falschinformationen über das Virus, und Birx sei vom Präsidenten ernannt worden, sagte Pelosi. „Deswegen habe ich kein Vertrauen, nein.“ Trump twitterte daraufhin am Montag, Pelosi habe „furchtbare Dinge“ über Birx gesagt, weil diese „zu positiv über den sehr guten Job war, den wir machen“. „Um Nancy zu kontern, hat Deborah auf den Köder angebissen und uns angegriffen. Jämmerlich!“

Birx äußert sich für gewöhnlich in der Öffentlichkeit zurückhaltender als Taskforce-Kollege Anthony Fauci, der mit ungeschminkten Warnungen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus regelmäßig für Aufsehen sorgt. Am Sonntag sprach Birx aber im Sender CNN von einer „neuen Phase“ der Pandemie in den USA. Die ländlichen Regionen seien inzwischen von dem Virus genauso bedroht wie die Großstädte. Das Virus habe sich „außerordentlich weit“ ausgebreitet, sagte Birx. „An alle, die in einer ländlichen Gegend leben: Sie sind nicht immun oder sicher vor diesem Virus.“

Weiteres Regierungsmitglied in Brasilien infiziert

19.50 Uhr: In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als „Chefe da Casa Civil“ vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert. Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ am Montag unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen.

In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert. Auch Staatschef Bolsonaro war nach eigener Aussage positiv getestet worden - ebenso wie Präsidentengattin Michelle.

Erster Tag ohne Todesfall seit März in Portugal

18.30 Uhr: Im beliebten Urlaubsland Portugal hat es erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Mitte März einen Tag ohne offiziell bestätigten Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Binnen 24 Stunden seien aber 106 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Lissabon mit.

Der erste Todesfall in Zusammenhang mit Corona war in Portugal am 16. März verzeichnet worden. Es handelte sich damals um einen 80 Jahre alten Mann, der mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert war. Seitdem hatte es keinen Tag ohne Corona-Tote gegeben. Insgesamt verzeichnete Portugal nach amtlichen Angaben mehr als 51.000 nachgewiesene Ansteckungen sowie 1738 Todesfälle.

Lange Zeit galt Portugal als eines der Länder in Europa, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren. Seit einigen Wochen wird aber eine Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. Die Lage dort hat sich in den vergangene Tagen leicht entspannt. Der Lockdown in mehreren – von Touristen weniger besuchten – Vororten der Hauptstadt wurde kürzlich aufgehoben.

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten in dieser Woche

16.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Lauf dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ aber noch nicht: „Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker. „Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen.“

In Nordrhein-Westfalen geben die Ergebnisse von freiwilligen Tests derzeit Anlass zur Sorge. Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber corona-positiv getestet. Das sei eine „relativ hohe Trefferquote“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten demnach von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.

Tschechien führt regionale „Corona-Ampel“ ein

16 Uhr: Tschechien hat eine regionale „Corona-Ampel“ eingeführt. Das Modell soll einen Überblick über die Lage in den einzelnen Landesteilen geben und regional differenzierte Gegenmaßnahmen ermöglichen, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Aktuell gelten die Alarmstufen Rot und Gelb in keinem einzigen Verwaltungsbezirk. 

Der Großteil des Landes ist weiß markiert, was „kein oder ein vernachlässigbares Risiko“ bedeutet. Neun Bezirke sind grün, darunter die Hauptstadt Prag sowie Ostrava (Mährisch-Ostrau) und Brünn (Brno). Das bedeutet: sporadische Neuinfektionen.

Die Einschätzung beruht auf der Auswertung von 25 verschiedenen Parametern durch eine Expertengruppe. Sie soll wöchentlich aktualisiert werden. Damit verbunden sind abgestufte Empfehlungen etwa zur Einführung einer Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, wie sie im Osten des Landes und in der Prager U-Bahn gilt. In Tschechien gab es bis bisher 16 800 bestätigte Coronavirus-Infektionen. 384 Todesfälle werden mit Covid-19 in Verbindung gebracht.

Bahn will Einhaltung von Maskenpflicht sicherstellen

15.15 Uhr: Die Deutsche Bahn will sicherstellen, dass die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in ihren Zügen und Bussen durchgesetzt wird. Nach wie vor halte sich die große Mehrheit der Reisenden daran, erklärte der bundeseigene Konzern auf Anfrage am Montag in Berlin. „Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar.“

Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. „Dies setzen wir gemeinsam mit der für die Gefahrenabwehr bei der Bahn zuständigen Bundespolizei konsequent um.“

Die Bahn erläuterte, über die Maskenpflicht werde seit ihrem Bestehen in Zügen, Bahnhöfen und im Internet breit informiert. Neben der Einhaltung von Verordnungen gehe es darum, „gegenseitige Rücksichtnahme zu leben und Verantwortung für die Gesundheit jedes Einzelnen und in der Gesamtbevölkerung zu empfinden.“ Der Schutz der Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen habe oberste Priorität.

Steinmeier warnt vor Leichtsinn

13.40 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland angesichts steigender Infektionszahlen davor gewarnt, in der Corona-Pandemie leichtsinnig zu werden. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier in einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft.

„Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler.“ Das gelte auch für Gesellschaft, Wirtschaft und Kulturleben. Jeder stehe in der Verantwortung, einen zweiten Lockdown zu verhindern, sagte Steinmeier weiter. „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz.“ Normalität sei nur zu erreichen, „wenn wir die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente überbrücken mit Disziplin und Vernunft“.  

NRW führt Maskenpflicht auch in Schulen ein

13.05 Uhr: NRW führt an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht inklusive Unterricht ein. An Grundschulen soll die Maskenpflicht nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium am Montag in Düsseldorf an.

Weitere Bundesländer wollen Maskenpflicht

12 Uhr: Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern am Montag ins neue Schuljahr gestartet. Um das Infektionsrisiko zu verringern, wurden die Schüler in feste Gruppen mit mehreren Jahrgängen eingeteilt, die sich in der Schule nicht begegnen sollen. 

Eine generelle Maskenpflicht an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen besteht zunächst nicht. Das könnte sich jedoch bald ändern. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) kündigte im RBB-Inforadio an, dem Kabinett am Dienstag einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten zu wollen. 

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. Auch in Hamburg soll eine entsprechende Pflicht außerhalb des Unterrichts eingeführt werden, wie Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ sagte.

Frankreich führt teilweise Maskenpflicht im Freien ein

11 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus gilt in weiteren französischen Gemeinden jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden; zuvor galt die Maskenpflicht dort beispielsweise bereits in der Département-Hauptstadt Laval. Die Präfektur habe vorab rund 650 000 Stoffmasken an Bewohner des Départements verteilt, erklärte Präfekt Jean-Francis Treffel am Montag im Fernsehsender BFMTV.

In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Wegen steigender Infektionszahlen hatte Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden vergangenen Freitag mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben.

Australien verschärft Lockdown in Melbourne

9 Uhr: In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne haben die Behörden wegen der Corona-Pandemie den Lockdown weiter verschärft. Die meisten Geschäfte, Pubs und Hotels müssen ab Mittwoch geschlossen bleiben. Nur Geschäfte für Lebensmittel, Supermärkte, Apotheken, Postämter und Tankstellen dürfen weiter öffnen. Die Bürger seien dazu aufgerufen, unbedingt im Homeoffice zu arbeiten - Ausnahmen gebe es nur für Arbeitnehmer, bei denen dies nicht möglich sei, sagte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Montag. Die Maßnahmen sollen für mindestens sechs Wochen gelten.

In der Millionenmetropole, der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria im Südosten Australiens, grassiert seit Wochen eine zweite Corona-Welle. Victoria ist die am schlimmsten betroffene Region des Landes. Am Montag stieg die Zahl der Neuinfektionen dort um 429 - insgesamt gebe es derzeit etwa 6500 aktive Fälle in Victoria, teilten die Gesundheitsbehörden mit. In der Region mit knapp 6,4 Millionen Einwohnern sind bereits 136 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben.

Am Wochenende hatte Andrews bereits eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt, die seit Sonntag gilt. Diese soll jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen und gilt bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern. Zudem dürfen Einwohner Melbournes seit dem Wochenende nur noch einmal am Tag einkaufen gehen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen - und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. Andrews hatte zudem den Katastrophenzustand erklärt, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.

Spahn kündigt Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten an

8.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Laufe dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ aber noch nicht: „Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker. „Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen.“

Er betonte, bis dahin gelte für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne. Er verwies zudem darauf, dass sich seit Samstag alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. „Wir haben jetzt 1,2 Millionen Tests, die wir pro Woche schaffen können. Es wird im Moment etwa die Hälfte abgerufen.“

Spahn rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern: „Wir werden sehen - da bin ich sehr sicher - in den nächsten Wochen, dass deutlich mehr getestet werden wird.“

Philippinen verhängen neue Ausgangsbeschränkungen

8 Uhr: Angesichts eines dramatischen Wiederanstiegs der Corona-Infektionsfälle haben die Behörden auf den Philippinen für große Teile des Inselstaats wieder Ausgangsbeschränkungen verhängt. Die Regelung gelte ab Dienstag für die Hauptstadt Manila und vier angrenzende Provinzen, erklärte Präsident Rodrigo Duterte am Sonntagabend. „Niemand hat damit gerechnet, dass Tausende an einem einzigen Tag erkranken würden.“

Die Menschen dürfen ihre Häuser in den kommenden zwei Wochen demnach nur noch für notwendige Einkäufe und Sport verlassen. Der öffentliche Verkehr und alle Inlandsflüge werden eingestellt. Auch die meisten Geschäfte müssen schließen, und Restaurants dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.  

509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet

6 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 210 402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 3.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148. Bis Montagmorgen hatten 193 500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Lage in Großbritannien verschlechtert – Schnelltests eingeführt

3 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: „Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen.“ Ab der kommenden Woche würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450 000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt, hieß es weiter.

Beide Tests könnten Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen, hieß es weiter. Dadurch werde die Testkapazität enorm erhöht. Für die Durchführung der Tests sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten. „Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen“, sagte Hancock.

Das Vereinigte Königreich ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 306 000 Fälle wurden laut Universität Johns Hopkins in Baltimore bislang registriert, mehr als 46 200 Infizierte starben.  

Kosovos Premier mit Coronavirus infiziert

23.03 Uhr: Kosovos Regierungschef hat Avdullah Hoti hat am Sonntag mitgeteilt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Allerdings zeige er bis auf einen leichten Husten keine Symptome, verriet er auf Facebook. „Ich habe mich heute auf Covid-19 testen lassen, und der Test war positiv“, schrieb Hoti. Der Regierungschef des Kosovos will nunmehr die nächsten Wochen in Quarantäne verbringen und von zu Hause aus arbeiten.
Das Kosovo gilt zusammen mit den übrigen Balkanstaaten außerhalb der EU als Corona-Krisengebiet. In dem kleinen Land hat sich das Virus zuletzt stark ausgebreitet. Deswegen hat die Regierung in Pristina die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft.

Trump-Beraterin mahnt zum Maskentragen

18.17 Uhr: Die Beraterin von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise, die Ärztin Deborah Birx, sieht die USA in einer neuen Phase der Pandemie. „Was wir heute sehen, unterscheidet sich von März und April. Es (das Coronavirus) ist außerordentlich weit verbreitet“, sagte Birx am Sonntag dem Sender CNN. Ländliche Gebiete seien ebenso betroffen wie Städte. „An alle, die auf dem Land leben: Sie sind nicht immun oder geschützt vor diesem Virus“, warnte Birx. Jeder Amerikaner müsse eine Maske tragen, egal, wo er lebe.

Seit annähernd vier Wochen verzeichnen die USA pro Tag über 55.000 Neuinfektionen pro Tag. An mehreren Tagen lag die Zahl bei mehr als 70 000. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Über 154 000 Menschen starben im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19.

Trump führt die hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf die Vielzahl der Corona-Tests zurück, die die USA mittlerweile durchführen. Trump verweist zudem darauf, dass in Europa derzeit wieder „große Flammen“ zu sehen seien. „Große China-Virus-Ausbrüche überall auf der Welt, auch in Ländern, von denen man annahm, dass sie großartige Arbeit geleistet haben“, twitterte Trump am Sonntag.

Infektionen in Tunesien nach Lockerungen verzehnfacht

17 Uhr: In Tunesien hat sich die Zahl der Corona-Infektionen binnen eines Monats nach einer teilweisen Öffnung der Grenzen verzehnfacht. Zudem meldeten die Gesundheitsbehörden am Samstag den ersten Corona-Todesfall seit Wochen. Die Infektionszahlen stiegen drastisch an, nachdem die Regierung am 27. Juni die Grenzen wieder geöffnet und viele Schutzmaßnahmen gelockert hatte.

Insgesamt haben sich seit Anfang März mehr als 1500 Menschen in Tunesien mit dem neuartigen Virus infiziert. Am Samstag meldeten die Behörden den 51. Todesfall - es war der erste Tote seit 17. Juni. Durch strenge Maßnahmen war es Tunesien zu beginn der Pandemie zunächst gelungen, den Ausbruch des Coronavirus relativ gut einzudämmen. Am 27. Juni öffnete das Land deshalb seine Grenzen für einige Länder wieder und lockerte viele Schutzmaßnahmen. Seitdem müssen etwa Touristen nach der Ankunft nicht mehr 14 Tage in Quarantäne.

Bildungsministerin Karliczek ist für Maskenpflicht an Schulen

15.15 Uhr: Vor Ende der Sommerferien in sechs Bundesländern spricht sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Maskenpflicht in den Schulgebäuden aus. Es sei zwar nachvollziehbar, wenn Länder auf Abstandsregeln verzichten wollten, um Präsenzunterricht zu ermöglichen, sagte Karliczek der „Welt am Sonntag“. Dennoch werde der Präsenzunterricht nur funktionieren, wenn Hygieneregeln eingehalten, Schutzmasken getragen sowie auf Schulhof und Fluren Abstand gehalten werde. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte bundesweit einheitliche Corona-Regeln.

Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben eine Maskenpflicht in Schulen bereits eingeführt. Die Bildungsminister der Länder zeigten sich optimistisch, dass der vereinbarte Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen gelingen kann. „Tourismus, Restaurants und sogar Fitnessstudios sind längst wieder geöffnet, ohne große Probleme“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) der Zeitung. Es sei„ höchste Zeit, die Belange der Kinder nach vorne zu rücken“.

Über 500 Reisende aus Risikoländern an Pariser Flughäfen getestet

14.26 Uhr: In Frankreich sind Coronavirus-Tests an Flughäfen für Rückkehrer aus 16 Risikoländern seit Samstag Pflicht. Am ersten Tag der neuen Regelung wurden allein an den Pariser Flughäfen insgesamt 556 Passagiere getestet, wie das Innenministerium am späten Abend mitteilte. Landesweit verweigerten sich nach Ministeriumsangaben nur drei Reisende am Lyoner Flughafen Saint-Exupéry einem Test. Die Regelung gilt für Reisende ab elf Jahren, die aus einem von 16 Risikoländern kommen und bei ihrer Ankunft keinen weniger als 72 Stunden alten Nachweis vorlegen können, dass sie nicht erkrankt sind.

Maskenverweigerer randalieren auf Flug von Amsterdam nach Ibiza

12.37 Uhr: Zwei Maskenverweigerer haben auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein KLM-Sprecher. Beide Männer seien betrunken gewesen und auf Anweisung des Piloten in Schach gehalten worden. Passagiere hätten mitgeholfen.

KLM bestätigte damit einen Bericht des Senders AT5, der eine Videosequenz mit einem wüsten Handgemenge an Bord des Flugzeugs zeigte. Einer der beiden Randalierer ist dabei mit bloßem Oberkörper in dem Flugzeug zu sehen, er erhält von einem anderen Passagier einen Faustschlag ins Gesicht und wird kurz darauf von den Mitreisenden im Mittelgang auf den Boden gedrückt. Wie KLM dem Sender sagte, sei die Sicherheit an Bord nicht gefährdet gewesen. Niemand sei nennenswert verletzt worden.

27 Infizierte in weiterem Gemüsehof in Bayern

10.19 Uhr: Im niederbayerischen Mamming sind auf einem weiteren landwirtschaftlichen Betrieb 27 Corona-Infizierte festgestellt worden. Der Betrieb mit insgesamt 600 Mitarbeitern liege in unmittelbarer Nähe des ersten Hofs, auf dem vor einer Woche ein größerer Ausbruch registriert worden war, teilte das Landratsamt am Samstagabend mit. Auf dem ersten Hof waren insgesamt 232 von 479 Erntehelfern positiv getestet worden. „Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben“, erklärte Landrat Werner Bumeder. „Wir gehen dennoch weiterhin fest davon aus, dass für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises kein Ansteckungsrisiko bestand.“ Die 27 neu festgestellten Infizierten und deren Kontaktpersonen seien von den negativ Getesteten getrennt und isoliert worden. Nach Bekanntwerden des ersten Ausbruchs wurden im gesamten Landkreis Dingolfing-Landau Saisonarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben getestet. Mit Ausnahme der beiden Mamminger Betriebe hätten die Reihentestungen bislang ausschließlich negative Befunde ergeben, so das Landratsamt. c

Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne wegen Corona

9.20 Uhr: In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne ist wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt worden. Die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern.

Einwohner Melbournes dürfen nur noch einmal am Tag Einkaufen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen - und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. „Das sind große Schritte, aber sie sind notwendig“, sagte Andrews. Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bisher höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen 723 Fälle hinzu.

240 neue Corona-Infektionen

7.50 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209 893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 2.8., 0.00 Uhr).

Tags zuvor hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 955 gelegen. Die Zahlen der Neuinfektionen sind am Wochenende tendenziell niedriger als an Werktagen, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141.

Bund hilft Künstlern und erweitert Kunstsammlung

7.18 Uhr: Der Bund erweitert seine Kunstsammlung, um Künstlern in der Corona-Krise zu helfen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, dafür sei der diesjährige Ankaufsetat der Sammlung zeitgenössischer Kunst innerhalb des Programms Neustart Kultur um 2,5 Millionen auf drei Millionen Euro erhöht worden. „Mit der kurzfristigen Erhöhung des Ankaufbudgets ermöglichen wir über die Kunstsammlung des Bundes einen raschen und wirkungsvollen Impuls zur Belebung der Kunstproduktion in der aktuell schwierigen Situation“, sagte sie.

Mit dem Geld sollen den Angaben zufolge noch in diesem Jahr etwa 150 Kunstwerke für die Sammlung gekauft werden. Eine unabhängige Ankaufkommission solle sowohl auf Kunstmessen als auch bei Künstlern direkt und in Galerien entsprechende Werke aussuchen. Von der breiten Streuung der Ankäufe sollten vor allem kleinere Galerien profitieren und durch den Direkterwerb in Ateliers Künstler „ermutigt und unterstützt werden“.

Mexiko meldet neuen Tagesrekord bei Neuinfektionen

6.02 Uhr: Den zweiten Tag in Folge hat Mexiko eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 9556 neue Fällen registriert worden. Die Gesamtzahl der Infektionen liegt demnach bei über 434.000. Mehr als 47.400 Menschen starben in dem mittelamerikanischen Land an den Folgen der Viruserkrankung.

Von Freitag auf Samstag starben nach Behördenangaben allein 764 Menschen. In den vorherigen 24 Stunden hatte das Land bereits mehr als 8400 neue Infektionsfälle gemeldet. Mexiko ist der am drittschwersten von der Gesundheitskrise betroffene Staat der Welt - nach den USA und Brasilien. Am Donnerstag hatte das Land Großbritannien in Bezug auf die Corona-Todesfälle überholt.

36 Corona-Infizierte auf norwegischem Schiff - auch ein Deutscher

4.07 Uhr: Mindestens 36 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die „Roald Amundsen“ am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei vier Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

WHO erwartet eine „sehr lange“ Corona-Pandemie

19.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet eine „sehr lange“ Coronavirus-Pandemie. Das erklärte das Notfallkomitee der WHO am Samstag in Genf - sechs Monate, nachdem die Organisation den internationalen Notstand ausgerufen hatte.

Zugleich warnte das Komitee vor der Gefahr, dass wegen des „sozio-ökonomischen Drucks“ eine Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne.

Polen registriert so viele Corona-Fälle wie noch nie

19 Uhr: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen.

Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46 346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus. 

Berlin Demo Corona

Knapp 17.000 Teilnehmer demonstrierten in Berlin auf einer Corona-Demo.

Polizei löst Anti-Corona-Demonstration mit rund 20.000 Teilnehmern in Berlin auf  

18.30 Uhr: Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Mehrere Vertreter der Veranstalter wurden unter Protestrufen von Kundgebungsteilnehmern von der Bühne geholt. Als sich eine Person dagegen wehrte, gingen die Beamten mit Körpereinsatz vor.

Mehr als 20.000 Menschen haben in Berlin unter Missachtung der Corona-Auflagen gegen die Politik der Bundesregierung in der Pandemie protestiert. Nachdem die Demonstranten nach Angaben der Polizei wiederholten Aufforderungen, Abstand zu halten und Mundmasken zu tragen, nicht nachkamen, begannen die Einsatzkräfte am frühen Samstagabend damit, die Veranstaltung aufzulösen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Chefin Saskia Esken kritisierten das Verhatlten der Protestierenden. Ein erster Aufzug in der Hauptstadt war bereits am Vormittag gestartet und nach drei Stunden vom Veranstalter beendet worden. Er hatte lediglich 1000 Teilnehmer angemeldet, bis zum frühen Nachmittag wuchs die Teilnehmerzahl bereits auf 17.000. Wegen Nichteinhaltung der Hygieneregeln wurde gegen den Versammlungsleiter Strafanzeige gestellt.

Teilnehmer dieses Aufzugs schlossen sich dann der Kundgebung am Nachmittag an, für die 10.000 Teilnehmer angemeldet waren. Die Kundgebung stand unter dem Titel „Ende der Pandemie - Tag der Freiheit“. 

Russland plant erste Corona-Impfungen im Oktober

15.15 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag in Nischni Nowgorod. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung.

Seinen Angaben zufolge sind die klinischen Tests eines in Russland entwickelten Impfstoffes mittlerweile abgeschlossen. Dessen Zulassung sei in Vorbereitung. Einen Zeitplan nannte er nicht. Zuletzt war der 10. August als Zulassungstermin im Gespräch.

Bereits im Mai hatte das staatliche Gamalaja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau mitgeteilt, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Dieser habe bei allen Testpersonen eine Immunität gegen Corona erzeugt, ohne dass negative Nebenwirkungen aufgetreten seien. 

Trend zu zunehmenden Corona-Infektionszahlen hält an

15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209 653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag nach RKI-Angaben bei 9148 - das waren sieben mehr als am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 192 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit wären rechnerisch derzeit etwa 7800 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.

Rio öffnet Strände wieder zum Baden

14 Uhr: Inmitten der Corona-Krise hat Brasiliens Metropole Rio de Janeiro seine berühmten Strände wieder zum Baden im Meer geöffnet. Dies berichtete das Portal „G1“ unter Berufung auf die Stadtverwaltung in der Nacht von Freitag auf Samstag. Die Erlaubnis, die Teil der fünften Phase der Öffnung der Stadt am Zuckerhut ist, gilt demnach von Samstag an. Auch mobile Verkäufer sollen tagsüber arbeiten und Bars bis nach Mitternacht geöffnet haben dürfen.

Ein Verbleib am Strand wie beim Sonnen bleibt vorerst allerdings verboten. Damit sollen allzu große Menschenansammlungen vermieden werden. Ein großer Teil des Lebens in Rio spielt sich im Freien ab. Vor allem am Wochenende ist es schwer, die „Cariocas“, wie die Bewohner Rios heißen, dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben. Dann füllen sich für gewöhnlich Strände und Bars.

Steigende Corona-Fallzahlen: Altmaier will mit Strafen gegensteuern

11.55 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. „Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat“, sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.“

Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. „Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen“, sagte Altmaier. „Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt.“

Ökonomen warnen vor großen Folgeschäden durch zweite Corona-Welle

10.45 Uhr: Führende Ökonomen haben sich besorgt über die gestiegene Zahl der täglichen Corona-Infektionen geäußert. „Eine zweite Welle könnte wirtschaftlich schädlicher sein als die erste Welle. Denn viele Unternehmen sind angeschlagen, haben hohe Schulden und kaum mehr Rücklagen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Die Erfahrung der USA zeige, dass klare Regeln und frühzeitige Beschränkungen wichtig seien, um eine Infektionswelle so gering wie möglich zu halten und den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. „Nur wenn sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung verantwortlich verhält, kann es gelingen, die Restriktionen zeitlich zu begrenzen und den Schaden zu minimieren“, sagte Fratzscher.

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, ermahnte die Bundesregierung, angesichts des Infektionsgeschehens einen zweiten bundesweiten Lockdown nicht übereilt zu verhängen. „Ein bundesweiter Lockdown setzt eine epidemische Lage von nationaler Tragweite voraus“, sagte Hüther der Zeitung. Eine solche nationale Gefahrenlage sei derzeit aber nicht gegeben. „Ich halte einen zweiten bundesweiten Lockdown für weder geboten noch mit Blick auf die sozialen und ökonomischen Kollateraleffekte für verantwortlich“, sagte der IW-Chef. „Es muss um regionale Antworten gehen“, sagte Hüther.

Haseloff: „Zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten“

09.25 Uhr: Angesichts der Zunahme der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff zur Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken.“

Haseloff warnte: „Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen. Daher benötigen wir jetzt höchste Aufmerksamkeit und auch Einsicht in dringend gebotene Maßnahmen wie die Maskenpflicht.“ Beim Aufflammen neuer Infektionsherde müsse „schnell, niederschwellig und differenziert auf lokaler Ebene“ reagiert werden.

Er sehe die steigende Anzahl der Infektionen mit großer Sorge. „Wir dürfen bei der Einhaltung der Maßnahmen gegen das Virus nicht nachlässig werden. Nur dann können wir gemeinsam eine 2. Welle verhindern.“

955 neue Corona-Infektionen in Deutschland

07.46 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.
Bis Samstagmorgen hatten 192.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 31.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,06 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Bolsonaro über das Coronavirus: „Wovor haben Sie Angst?“

06.11 Uhr: Auch nach seiner eigenen Coronavirus-Infektion sorgt Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro mit Äußerungen in der Corona-Krise für Aufsehen. „Ich wusste, dass ich sie (die Krankheit) eines Tages bekommen würde. Leider denke ich, dass fast alle von Ihnen diese eines Tages bekommen werden. Wovor haben Sie Angst?“, sagte Bolsonaro nach einem Bericht der Zeitung „Folha de S. Paulo“ während eines Besuchs in der Stadt Bagé im Süden des Landes auf einer Pressekonferenz zu Journalisten. Dem müsse man ins Auge sehen.

Der Staatschef übergab in Bagé die Schlüssel für staatliche Sozialwohnungen und eröffnete eine zivil-militärische Schule. Nachdem er bei der Ankunft zunächst noch eine Schutzmaske getragen hatte, als er Menschenansammlungen auslöste, nahm Bolsonaro die Maske später ab und grüßte Anhänger.

Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Danach führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests fielen positiv aus, am vergangenen Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen. In einer Live-Übertragung am Donnerstagabend sagte er, dass er sich nach der Corona-Ansteckung schwach gefühlt und in der Quarantäne „Schimmel in der Lunge“ eingefangen habe.

Fauci zweifelt an Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfungen

02.31 Uhr: Der führende US-Seuchenexperte Anthony Fauci hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfstoffen geäußert. „Ich hoffe, dass die Chinesen und die Russen den Impfstoff tatsächlich testen, bevor sie ihn jemandem verabreichen“, sagte Fauci am Freitag bei einer Kongressanhörung auf die Frage, ob die USA die Impfstoffe verwenden würden, wenn diese vor anderen verfügbar seien. Nach Ansicht des Virenexperten werden die USA bei der Beschaffung von Impfstoffen jedoch nicht auf andere Länder angewiesen sein.

Fauci äußerte Zweifel an dem Vorgehen von China und Russland: „Behauptungen, einen Impfstoff vertriebsbereit zu haben, bevor man ihn testet, halte ich bestenfalls für problematisch.“ Vor allem mehrere chinesische Unternehmen stehen an der Spitze des weltweiten Impfstoffwettlaufs, während Russland erklärte, bis September der Öffentlichkeit einen Impfstoff zur Verfügung stellen zu können.

Zwei chinesische Unternehmen, Sinovac und Sinopharm, haben in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Versuche die dritte Testphase eingeleitet. Ein weiterer Impfstoff wird bereits den Angehörigen des chinesischen Militärs verabreicht, ohne die letzte Testphase durchlaufen zu haben. Drei von westlichen Firmen entwickelte Coronavirus-Impfstoffe befinden sich ebenfalls in der dritten und letzten Testphase. China und Russland wird vorgeworfen, versucht zu haben, Informationen zur Impfstoffforschung von anderen Ländern zu stehlen. Peking und Moskau streiten die Vorwürfe ab.

260 Infizierte in Sommercamp: US-Studie bringt neue Erkenntnisse

0.20 Uhr: Eine Studie zu einem Coronavirus-Ausbruch in einem Sommercamp untermauert der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge die Erkenntnis, dass sich Kinder jeden Alters mit dem Erreger infizieren können. Entgegen ursprünglicher Annahmen könnten Kinder und Jugendliche auch eine „wichtige Rolle“ bei der Übertragung von Sars-CoV-2 spielen, hieß es weiter. Die am Freitag (Ortszeit) veröffentlichte Studie dürfte in den USA auch die Debatte zur Wiedereröffnung von Schulen nach den Sommerferien erneut anheizen.

Die Studie befasst sich mit einem Coronavirus-Ausbruch, der sich Ende Juni innerhalb von etwa zehn Tagen in einem Feriencamp für Kinder und Jugendliche im südlichen Bundesstaat Georgia zugetragen hatte. Von den rund 600 dort anwesenden Personen gab es nur von 344 das Ergebnis eines Corona-Tests. Von ihnen hatten sich allerdings 260 mit dem Coronavirus infiziert, also fast die Hälfte. Darunter waren 51 Kinder im Alter bis zehn Jahren, 180 Jugendliche und 29 volljährige Personen. Wegen der fehlenden Testergebnisse sei anzunehmen, dass es noch mehr Infektionen gegeben habe, hieß es in der Studie.

Die rund 250 Angestellten und Freiwilligen in dem Camp mussten Masken tragen, die etwa 350 Gäste im Alter von 6 bis 18 Jahren mussten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Während ihres mehrtägigen Aufenthalts gab es zahlreiche Aktivitäten im Freien und in geschlossenen Räumen, darunter „kräftiges Singen und Jubeln“, so die CDC-Studie.

Zwei Tage nach der Ankunft der Gäste sei ein Teenager am 23. Juni mit Erkältungserscheinungen nach Hause geschickt worden. Nachdem die Person positiv getestet worden war, schlossen die Verantwortlichen das Camp am 27. Juni. Von den 136 Personen, für die es Informationen zu Symptomen gab, gaben 36 an, keine Beschwerden gehabt zu haben. Die übrigen berichteten von Fieber, Kopfschmerzen und Halsweh. (afp/dpa/red)

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PAOK unterschrieb Stürmer Ciolak. Er war in der vergangenen Saison in der kroatischen Meisterschaft in den Top 3.PAOK gab bekannt, einen Vertrag mit Stürmer Antonio Ciolak unterschrieben zu haben. Der Vertrag mit dem 27-jährigen, der in die Kroatische Nationalmannschaft berufen wurde, ist für vier Saisons ausgelegt. Die transaktionssumme wird auf 3,5 Millionen Euro geschätzt. In der vergangenen Saison absolvierte ciolak in Rijeka 40 Spiele in allen Turnieren. In denen er 26 Tore erzielte und 4 Assists gab