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Sparkassenstudie: Die Deutschen müssen sparen, aber sie glauben an bessere Zeiten

Sparkassenstudie Die Deutschen müssen sparen, aber sie glauben an bessere Zeiten

Person zieht Geldscheine aus einer Geldbörse

Viele müssen derzeit ihr Geld zusammenhalten

© IMAGO / CHROMORANGE

Die Bürger beurteilen ihre finanzielle Situation schlecht wie lange nicht, zeigt eine Sparkassenstudie. Doch obwohl sich derzeit viele im Alltag einschränken müssen, fällt der Blick in die Zukunft wieder optimistischer aus.

Akute Krisenstimmung trifft auf vorsichtigen Optimismus: So könnte man das „Vermögensbarometer 2023“ des Sparkassen- und Giroverbands überschreiben. Denn die jährliche Befragung zur finanziellen Situation der Bürger ergibt ein interessantes Bild. Während viele die aktuelle persönliche Finanzlage noch schlechter beurteilen als im Vorjahr, fällt der Blick in die Zukunft wieder etwas positiver aus.

Zunächst zur miesen aktuellen Lage: 26 Prozent der Befragten beurteilen ihre gegenwärtige finanzielle Situation als schlecht oder eher schlecht. Das sind nicht nur vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, es ist auch der schlechteste Wert seit dem Finanzkrisenjahr 2008. Demgegenüber stehen 34 Prozent, die ihre finanzielle Situation als gut oder sehr gut einschätzen, im Vorjahr waren noch 38 Prozent und vor zwei Jahren 43 Prozent ohne Geldsorgen. Die übrigen 40 Prozent bewerten ihre Finanzen aktuell weder gut noch schlecht („Es geht“).

Die Analyse verschiedener Altersgruppen zeigt: Am unzufriedensten sind die 40- bis 49-Jährigen, die wenigsten Geldsorgen gibt es bei den ganz Jungen (14 bis 29 Jahre) und bei den Über-60-Jährigen. Befragt wurden 4800 Menschen ab 14 Jahren im Juni und Juli dieses Jahres. 

Sparkassenstudie zeigt, wo im Alltag gespart wird

Die angespannte finanzielle Situation erleben viele Menschen durch gestiegene Kosten im Alltag. So geben 71 Prozent der Befragten an, dass sie in den letzten Monaten inflationsbedingt auf etwas verzichten mussten – davon 22 Prozent „in größerem Umfang“. Zudem haben 61 Prozent der Menschen ihren Konsum in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt eingeschränkt – so einen hohen Wert hat das Vermögensbarometer seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 2005 nicht gemessen.

Konkret heißt das: Viele Menschen kaufen billigere Produktalternativen (62 Prozent), heizen weniger oder sparen auf anderem Wege Energiekosten im Haushalt (52 Prozent) und/oder kaufen insgesamt weniger ein (52 Prozent). Außerdem kochen 49 Prozent mehr zu Hause, statt essen zu gehen und 40 Prozent verreisen weniger. All diese Werte sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Eine Ausnahme ist das Autofahren, hier schränken sich die Leute wieder weniger ein: Nur 33 Prozent geben an, weniger Auto zu fahren, im Vorjahr waren es noch 44 Prozent. 

Was ist in zwei Jahren?

Die Deutschen sind also im Krisenmodus – bleiben dabei aber mehrheitlich optimistisch. 33 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten zwei Jahren verbessern wird, nur 25 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus (der Rest erwartet eine gleichbleibende Situation).

Christoph Bruns

Im vergangenen Jahr hat das Vermögen auf der Welt abgenommen. Große Gewinner sind Australien und Neuseeland, Deutschland taucht dagegen unter den 20 vermögendsten Ländern nicht auf

Das ist ein deutlicher Stimmungsaufschwung zur Vorjahresbefragung: 2022 war das Lager der Optimisten (32 Prozent) und das der Pessimisten (31 Prozent) noch annähernd gleich stark. Jeder fünfte Befragte rechnet damit, dass es ihm schon im nächsten halben Jahr finanziell besser gehen würde.

Der Beitrag ist zuerst bei stern.de erschienen

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