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Spaß trotz Corona? Maske und „schöne Musik“ - Merkel und Maas liefern plötzlich skurrile Szenen

Die jüngsten Corona-Probleme könnten aufs Gemüt schlagen. Doch auch der Bundesregierung ist offenbar nach kleinen Späßen zumute.

Brüssel/Meseberg - Die Corona-Krise bereitet weiter größte Sorgen: Zuletzt schien gar fraglich, ob eine dauerhafte Immunität gegen das Virus überhaupt möglich ist - und auch die wirtschaftlichen Folgen könnten Europa über den Kopf wachsen.

Düstere Aussichten. Aber nicht nur die Menschen in der EU sehnen sich offenbar nach Leichtigkeit (auf teils bedenklichen Wegen). Auch den Politikern der Bundesregierung steht in der schweren Krisenbewältigung offenbar der Sinn mittlerweile nach dem einen oder anderen Späßchen. Bewiesen haben das am Montag Außenminister Heiko Maas (SPD) mit einer Albernheit beim Treffen der EU-Außenminister. Und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der ihr eigenen trockenen Art.

Corona-Krise: Maas macht Masken-Späße - erstes Außenministertreffen seit Monaten

Maas ergriff gar selbst die Initiative. Er hat beim Treffen mit EU-Kollegen versucht, mit seinem Mund-Nasen-Schutz für Erheiterung zu sorgen. Auf einem Foto ist zu sehen, wie sich der SPD-Politiker seine dunkle Maske statt über Mund und Nase über Augen und Nase hält. Vielleicht kommt dem Minister ja zupass, dass virologische Warnungen vor der Maske jüngst von Expertenseite infrage gestellt wurden.

Wie seine Kollegen reagierten, ist allerdings nicht zu sehen. Die bulgarische Kollegin Ekaterina Sachariewa richtet auf dem Bild gerade selbst ihren Mundschutz und die spanische Kollegin Arancha González steht mit dem Rücken zur Fotografin.

Das Treffen der Außenminister der EU-Staaten in Brüssel war - nach Monaten der Videokonferenzen - das erste seit Ausbruch der Corona-Pandemie - möglich, dass da auch bei Spitzenpolitikern ein Gefühl von Klassentreffen aufkommt. Thema der Beratungen waren die Konflikte mit der Türkei und eine mögliche EU-Reaktion auf das chinesische Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong.

Corona: Merkel trifft Conte - Kanzlerin erstaunlich gelöst nach dem Krisen-Talk

Merkel hatte ebenfalls dicke Bretter zu bohren: Bei einer Zusammenkunft mit Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte ging es unter anderem um gemeinschaftliche Lösungen in der Wirtschaftskrise - Ausgang kurz vor dem EU-Gipfel am Wochenende noch völlig offen.

Die Gäste der Pressekonferenz auf Schloss Meseberg bei Berlin erlebten dennoch eine recht beschwingte Kanzlerin. Die sich auch von Störfeuern nicht aus der Ruhe bringen lassen wollte.

Corona: Merkel vor großen Problemen - „schöne Musik“ sorgt für Ablenkung

Mitten in Merkels Antwort auf eine Journalistenfrage erklang aus dem Hintergrund Gedudel, womöglich aus einem Mobiltelefon. Merkel hielt inne und wartete auf das Ende der Unterbrechung. Als es dazu nicht kam, schmunzelte die 2021 aus dem Amt scheidende Regierungschefin und konstatierte kühl: „Schöne Musik“. Dann setzte sie ihre Ausführungen fort. Eine Szene, die auch den sozialen Netzwerken nicht verborgen blieb.

Vielleicht war das kleine Intermezzo ja auch willkommen. Denn vor der Bundesregierung liegt eine schwierige und bedeutsame Woche. Der geplante EU-Wiederaufbaufonds müsse etwas „Wuchtiges“ sein, und es sei wichtig, dass dieser nicht verzwergt werde, erklärte Merkel in ihrem Statement unter anderem.

Corona und die Folgen: Angela Merkel sieht „riesige Aufgabe“ - Termin beim „Kronprinzen“ am Dienstag

„Ich weiß nicht, ob wir zu einer Einigung kommen“, warnte sie zugleich. „Es ist noch nichts sicher. Die Wege sind noch weit, die zu gehen sind.“ Merkel fügte hinzu: „Die Aufgabe ist riesig, und deswegen muss die Antwort auch groß sein.“

Ob Merkels nächster Termin auch spaßig wird, bleibt abzuwarten: Die Kanzlerin trifft am Dienstag (14. Juli) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf Herrenchiemsee. Für eine Kulisse mit königlicher Leichtigkeit ist jedenfalls gesorgt. 

Beim Thema Maske hat Angela Merkel übrigens ihre eigene Philosophie. (fn/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Stephanie Lecocq/EPA Pool/AP/Tobias Schwarz/AFP/fn

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