Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen HSV-Profi Bakery Jatta (23) wegen Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz erhoben!

In einer Mitteilung mit der Überschrift „Anklage im Fall „Jatta“ erhoben“ heißt es: „Dem Angeschuldigten werden Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen sowie in einem weiteren Fall mittelbare Falschbeurkundung vorgeworfen.“

Jatta war im Sommer 2015 als Flüchtling ohne Pass und Aufenthaltstitel nach Deutschland gekommen. Dort gab er sich als 17-Jähriger aus. Damit fiel er in die Kategorie „Unbegleitete Minderjährige in Deutschland“ – und durfte bleiben.

Vor rund zwei Jahren berichtete SPORT BILD erstmals, dass es sich bei Jatta in Wahrheit um Bakary Daffeh (25) handeln könnte.

Pierre-Michel Lasogga mit Bakery Jatta (Hamburger SV) nach dem 1:0 Tor (Foto: picture alliance / Selim Sudheim)
Jatta spielt seit 2016 für den HSV, hier jubelt er mit Pierre-Michel Lasogga (Archivfoto: picture alliance / Selim Sudheim)

Die Staatsanwaltschaft: „Damit wollte er laut Anklage erreichen, dass ihm wegen der behaupteten Minderjährigkeit und des sich daraus ergebenen Abschiebehindernisses eine Duldung erteilt wird. Tatsächlich war der Angeschuldigte zuvor bereits unter seinen Echtpersonalien Bakary Daffeh, geboren am 06.11.1995, bei verschiedenen afrikanischen Vereinen als Fußballprofi tätig.“

Abschließend heißt es: „Die Anklage vor dem Jugendrichter beruht darauf, dass der Angeschuldigte im fraglichen Tatzeitraum teils Heranwachsender, teils Erwachsener war, und die Staatsanwaltschaft das Schwergewicht bei den Vorwürfen sieht, die nach Jugendrecht zu beurteilen wären.“

Die zwei afrikanischen Trainer Ibou Diarra und Mustapha Manneh hatten Jatta vor zwei Jahren gegenüber SPORT BILD auch eindeutig als ihren Ex-Spieler Daffeh identifiziert. Seit 2015 ist Daffeh von der Bildfläche verschwunden.