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Start-up nach Crowdfunding erfolgreich mit Miet-Tretrollern

Es gibt in Münster schon lange Fahrradparkhäuser und Radstraßen, und nicht ohne Grund vergoldet die Stadt als Deutschlands Fahrradstadt schlechthin.

Doch vor einem Jahr haben die Drahtesel-Konkurrenz bekommen: Mit Tretty ist hier das erste Verleihsystem für Tretroller an den Start gegangen.

Entwickelt wurde der sogenannte Tretty-Kick, der übrigens optisch eher an ein Fahrrad als an einen kleinen Tretroller erinnert, von dem jungen Start-up-Team rund um die Gründer Amir Marouf und Max Weldert.

Eine Crowdfunding-Kampagne, bei der 62.000 Euro zusammenkamen, sicherte den Freunden die Finanzierung und zeigte auch gleich, dass sich in Münster das Interesse an nachhaltigen Fortbewegungsmitteln nicht auf Fahrräder beschränkt.

Der Roller wird nur durch Muskelkraft angetrieben, erreicht wegen seiner großen Reifen aber schnell höhere Geschwindigkeiten. Außerdem liege der Schwerpunkt des robust konstruierten Fahrzeugs fast mittig. „Das macht es sicherer, wenn mal jemand irgendwo gegen fährt“, erklärt Marouf.

Anders als bei E-Rollern kam es bisher zu keinen Unfällen. Ein Problem gibt es trotzdem: Während E-Scooter längst im Straßenverkehr angekommen sind, gelten Tretroller rechtlich als Spielzeuge, die nicht auf Radwege oder Straßen gehören – in Münster gilt jetzt eine Ausnahmeregelung, die das Befahren von Radwegen erlaubt.

Insgesamt 80 Tretty-Kicks können in der Universitätsstadt stationslos per App ausgeliehen werden, der Nutzer zahlt pro Minute oder entscheidet sich gleich für ein Tages- oder Monatsticket. Inzwischen haben die Gründer den Fuhrpark für ihre 3500 Kunden aber auch um normale Leih- und Lastenräder erweitert.

„Wir möchten nachhaltige Mobilität in Städten attraktiv machen, um damit ein Umdenken zu erreichen hin zu einer Fortbewegung, die bestenfalls ohne Emissionen funktioniert“, sagt Marouf, der eigentlich Zahnarzt ist. „Wir möchten das niemandem aufzwingen, sondern andere durch coole Angebote, eine Art Mobilitäts-Zoo, dafür begeistern.“

Die Ausweitung des Sharing-Systems auf andere Städte ist derzeit nicht geplant, Tretty will sich zunächst auf Geschäftskunden wie Unternehmen und Kommunen konzentrieren.

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