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Straßenbauer folgen den Archäologen

Bei den archäologischen Grabungen in Bülstedt dabei: Grabungstechniker Ingo Neumann, Jette Harms sowie Matilda Viehbrock und Celine Hentschel, die ein FSJ bei der Kreisarchäologie absolvierte (von links).

Bei den archäologischen Grabungen in Bülstedt dabei: Grabungstechniker Ingo Neumann, Jette Harms sowie Matilda Viehbrock und Celine Hentschel, die ein FSJ bei der Kreisarchäologie absolvierte (von links). (Johannes Heeg)

Bülstedt. Nachdem die Kreisarchäologie den Untergrund unter dem geplanten Baugebiet Im Lohfeld acht Wochen lang gründlich untersucht hat, ist nun wieder die Gemeinde am Zuge. Der Gemeinderat hat jetzt die Baufirma ausgesucht, die die Erschließung der Fläche übernehmen soll. Als günstigster Anbieter komme ein Unternehmen aus dem Emsland zum Zuge, erläutert Bürgermeister Jochen Albinger. Sie sei in Bülstedt noch bekannt vom Kanalbau in den 1980er-Jahren.

26 Firmen aus ganz Deutschland hätten sich im Internet die vom Planungsbüro ausgearbeitete Ausschreibung angeschaut, und letztlich hätten zwölf von ihnen Angebote bei der Gemeinde eingereicht. „Die Spanne reichte von 185 000 bis 350 000 Euro“, wundert sich der Bürgermeister, „für die gleiche Leistung.“ Ende Oktober solle die Baustraße fertig sein, danach könnten die Häuser errichtet werden.

Die 14 Baugrundstücke sind nach Albingers Worten zwar alle vermessen, verkauft sei allerdings noch keines davon. „Wir können erst in den Verkauf gehen, wenn wir genau wissen, was die Erschließung tatsächlich gekostet hat.“ Das werde im November der Fall sein. „Sechs bis sieben ernsthafte Interessenten“ gebe es, überwiegend Leute aus dem Dorf oder welche, die nach Bülstedt zurückwollten.

Die Straße Im Lohfeld werde als Spielstraße ausgeführt, also ohne separate Gehwege und mit Schritttempo als Höchstgeschwindigkeit. Dazu passend soll nun auch die Schulstraße, von der die Straße Im Lohfeld abgeht und an der Grundschule und Kindergarten liegen, zur Tempo-30-Zone werden. Dies muss vom Landkreis noch offiziell angeordnet werden, es wäre der erste Tempo-30-Bereich in Bülstedt. Im Ortsteil Steinfeld gibt es schon zwei 30er-Straßen: Am Walde und Zum alten Hoff. Abgelehnt habe die Straßenverkehrsbehörde hingegen Tempo 30 im alten Baugebiet im Lerchenweg und in der Vorwerker Straße in Bülstedt – wegen der einseitigen Bebauung und weil dort ohnehin nur Anwohner fahren würden, die die Verhältnisse kennen.

Ebenfalls zerschlagen haben sich die Hoffnungen der Gemeinde auf eine Ampel an Bülstedts Hauptkreuzung Lange Straße/Dorfstraße/Schulstraße. „Dort hätten die Eltern gerne eine Ampel gesehen, damit der Schulweg für unsere Kinder sicherer wird“, so Albinger. Die Kosten von 40 000 bis 50 000 Euro hätte die Gemeinde übernehmen müssen, zuzüglich Planungskosten von 5000 Euro. Die Fachleute vom Landkreis hätten aber darauf hingewiesen, dass die Bushaltestellen dafür zu dicht an der Kreuzung stünden. Wenn dort Busse anhielten, würden diese womöglich die Sicht auf die Ampeln behindern, hieß es. Aus dem gleichen Grund wurde ein alternativ zu den Ampeln angedachter Zebrastreifen ebenfalls abgelehnt.

Für die Erweiterung des Kindergartens erwartet Albinger bis zum Herbst die Baugenehmigung durch den Landkreis. Danach würde der Architekt Andreas Heins umgehend die Arbeiten ausschreiben, sodass der symbolische erste Spatenstich hoffentlich noch in diesem Jahr erfolgen könne. Wie berichtet, hatte sich der Gemeinderat für eine Variante entschieden, die sich vom Alternativvorschlag im Wesentlichen durch einen größeren Flur und einen größeren Bereich für die Krippenkinder unterscheidet. Dafür fällt der Differenzierungsraum kleiner aus, zudem werden Personalbereich und Büro zusammengelegt. Die Umsetzung soll 385 000 bis 400 000 Euro kosten. Der Kindergarten sei noch vor den Sommerferien zum Normalbetrieb zurückgekehrt, so Albinger. Vorigen Freitag habe dann die dreiwöchige Sommerpause begonnen.

Und ein weiteres, laut Albinger „emotionales Thema“ wurde in der jüngsten Ratssitzung behandelt: Die Kranzniederlegung am Volkstrauertag wird künftig nicht mehr unter der Regie des örtlichen Schützenvereins vonstattengehen, sondern unter Federführung der Gemeinde. Klaus Köhnsen, Vorsitzender des Schützenvereins, hatte der Gemeinde schriftlich und auch persönlich in der Ratssitzung mitgeteilt, dass sein Verein das nicht mehr leisten könne und sich bereits in diesem Jahr davon zurückziehen werde. Hinzu komme auch, dass Pastor Fromm von der Kirchengemeinde Wilstedt/Tarmstedt mitgeteilt habe, dass er aus zeitlichen Gründen nicht mehr an den Zeremonien in Bülstedt und Vorwerk teilnehmen werde. „Die Gemeinde wird das übernehmen“, kündigte Albinger an. Der Bürgermeister werde die Rede am Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt halten. „Das ist eine wichtige Tradition, die wir unbedingt beibehalten müssen“, so Albinger. Die beiden Weltkriege seien „eine Mahnung an uns alle. So etwas darf sich nie wiederholen“. Die Sammlung im Dorf für die Kriegsgräberfürsorge werde von jungen Mitgliedern des Schützenvereins fortgeführt.

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