Germany

Tagebau Hambach: RWE sprengt Großbagger 259

Nach einem lauten Knall brach am Freitag der Bagger 259 knirschend und ächzend in sich zusammen. RWE Power hatte das Ungetüm mit kontrollierten Schnittsprengungen in die Knie gezwungen.

Mit dem Kohleausstieg wurde der Bagger überflüssig. Bis Ende vergangenen Jahres arbeitete er auf der obersten Sohle bei Merzenich-Morschenich. Da sich der Tagebau dort nicht weiter nach Süden ausbreiten wird, haben die Tagebauer das Großgerät nach der Empfehlung der Kohlekommission, den Hambacher Forst zu erhalten, abgestellt. Später wurde die energiepolitische Weichenstellung endgültig. Seitdem wurde er ausgeschlachtet und Ersatzteile für baugleiche Geräte eingelagert. Schließlich war er erst vor vier Jahren für 17 Millionen Euro runderneuert worden.

44,5 Kilogramm Sprengstoff

Übrig blieb das stählerne Skelett, in das die Fachleute um Sprengmeister Michael Schneider 44,5 Kilogramm Sprengstoff an 264 statisch entscheidenden Stellen deponierten und verkabelten. Kurz vor 15 Uhr am Freitag ertönte, wie RWE-Sprecher Guido Steffen berichtet, ein erstes Warnsignal. Danach informierte die Polizei die Besetzer im nahen Wald per Megaphon über die Sprengung. Punkt 15 Uhr gab es eine leichte Vergrämungssprengung, um die letzten Vögel vom Bagger aufzuscheuchen. Zehn Sekunden später zündeten die Schneidladungen. Der Bagger sackte sofort in sich zusammen.

Beobachter, auch Berichterstatter der Medien, warn nicht informiert und vor Ort zugelassen. „Das haben wir zur Sicherheit wegen Corona nicht publik gemacht. Wir wollten Menschenansammlungen ausschließen“, begründet Steffen die bis Freitagabend zurückgehaltene Information. Es handele sich nicht um den Bagger, der per Internet zum Verkauf angeboten worden ist, betonte er auf Nachfrage.

Bagger war ans Herz gewachsen

„Der Entschluss zur Aufgabe des Baggers war kein einfacher Schritt, denn unsere Kollegen haben viel Arbeitszeit mit und auf dem Gerät verbracht. Dieser Bagger war uns auch ein Stück weit ans Herz gewachsen. Wir stehen aber zu den getroffenen Kompromissen und hoffen, dass alle anderen dies auch tun“, sagt Thomas Körber, Leiter des Tagebaus Hambach.

„Jetzt geht es an die Fleißarbeit des Zerkleinerns und Abtransportierens“, erläuterte Projektleiter Lars Krone nach der erfolgreichen Sprengung. 7000 Tonnen Stahl müssen mit Hydraulikschere und Schneidbrenner zerkleinert und anschließend gewinnbringend verschrottet werden. Bagger 260 wird derweil auf der Kerpen-Manheimer Seite vor Elsdorf-Berrendorf die oberste Sohle außerhalb des Waldes weiter gen Süden vorantreiben.

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