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Tat schockt Franzosen: Politiker fordern Härte nach Attacke in Bus

Vier Männer wollen ohne Maske und Ticket in einen Bus im südfranzösischen Bayonne einsteigen. Der Fahrer will sie nicht einsteigen lassen und bezahlt das mit dem Leben. Tausende gehen daraufhin auf die Straßen, Politiker zeigen sich schockiert und fordern harte Strafen.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Busfahrers hat Frankreichs Premier Jean Castex versichert, dass die Justiz "die Täter dieses verabscheuungswürdigen Verbrechens bestrafen" wird. Französische Politiker rufen nach harten Strafen. "Dieser barbarische Akt erfordert die schärfsten Sanktionen gegen die vier Täter", forderte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. "Ich denke an seine Frau und seine Kinder und fordere schwere Strafen für diese Mörder", erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. "Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben", schrieb Darmanin auf Twitter.

Der Angriff auf den über 50-jährigen Mann hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen.

Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einen 22- und einen 23-Jährigen, wird wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. Die beiden mutmaßlichen Angreifer sind der Polizei durch frühere Vergehen bekannt. Die Staatsanwaltschaft betonte, nichts erkläre ihre "extreme Gewalt".

Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6000 Teilnehmer zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. Die Frau des Verstorbenen sagte laut der Zeitung "Connexion", sie habe nicht mit derartiger Unterstützung gerechnet. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn. Die Familie trug dabei ein Foto von Philippe und Véronique Monguillot. Die beiden haben drei Töchter: die 18-jährige Marie, die 21-jährige Manon und die 24 Jahre alte Mélanie. Kollegen des Busfahrers erinnerten mit einer Schweigeminute an den 59-Jährigen.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf die Attacke gegen den Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen. Innenminister Darmanin kündigte an, am Samstag nach Bayonne zu reisen, um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit in der Stadt vorzunehmen und sich mit Fahrern und Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Verkehrs zu treffen.

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