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Tennisstar mit Imageproblemen: Zverev ist der Unnahbare

Nicht zu durchschauen: Alexander Zverev ist auf dem Platz genial, außerhalb gelegentlich diskutabel. Bild: dpa

Tennisprofi Alexander Zverev hat ein Imageproblem. Statt in Berlin zu spielen, sucht er die Abgeschiedenheit. Kritik kommt nun auch aus den eigenen Reihen.

Alexander Zverev kann richtig charismatisch sein. Beim On-Court-Interview etwa, dem im Tennis obligatorischen Gespräch unmittelbar nach Spielschluss auf dem Platz, schafft er es regelmäßig, das Publikum für sich einzunehmen. Humorvoll, eloquent und schlagfertig ist er dann. Nach großen Siegen wie manchmal auch nach schmerzhaften Niederlagen. Als er im November 2018 das ATP-Saisonfinale der acht besten Spieler gewonnen hatte – bis heute sein größter Triumph –, unterhielt er die Zuschauer in der Londoner O2-Arena mit einer ebenso emotionalen wie lustigen Ansprache. Und als er beim Mixed-Wettbewerb Hopman Cup einst den im Finale siegreichen Roger Federer scherzhaft mit dessen Alter aufzog, bescherte ihm das ebenfalls viele Lacher und Sympathien.

Dass diese charmanten Auftritte manchen jedoch regelrecht überraschen, liegt an dem anderen Bild, das von Zverev existiert. Dem eines mindestens unnahbaren, womöglich aber sogar völlig abgehobenen Jungstars. Der auf dem Platz flucht und Schläger zertrümmert – und einmal sogar seinen eigenen Vater wüst beschimpfte. Der seit Jahren im elitären Fürstentum Monaco lebt und nach einem besonders bitteren Drittrunden-Aus in Wimbledon damit kokettierte, nun erst mal mit einem Boot in Monte Carlo übers Mittelmeer schippern zu wollen. Ein Spieler, der sich mit seinen prominenten Trainern Juan Carlos Ferrero und Ivan Lendl öffentlich überwarf. Und sich mit seinem ehemaligen Manager Patricio Apey eine rechtliche Schlammschlacht lieferte.

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