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Germany

Tibethaus Bockenheim: Ehemaliges Tibethaus am Hülya-Platz besetzt

Am Samstag treffen sich viele Menschen am Hülya-Platz zum Stadtteilfest. Dabei wird das sogenannte Tibethaus besetzt.

Update, 19.44 Uhr: Gerade ist ein Streifenwagen der Polizei vor das Backhaus gefahren. Das Haus ist abgeschlossen, Sympathisanten mit der Besetzung stehen vor dem Gebäude. Der Streifenwagen wollte sich nur ob der Situation vor Ort informieren. Da die Besetzung dem Besitzer bekannt ist, dürfte sich die Polizei bis auf weiteres zurückhalten.

Update, 19.15 Uhr: Mittlerweile haben sich Parteien interfraktionell mit den Plänen der Besetzer*innen solidarisiert, unter anderem die SPD. Der Besitzer Sandberg weiß über die Besetzung Bescheid und wird zunächst nicht räumen lassen. Er lässt die Causa weiter von seiner Geschäftsleitung prüfen. Mit der würden auch die Verhandlungen geführt. Konkret heißt das, dass das Haus auch bis zum Sonntag besetzt bleibt.

Update, 18.45 Uhr: Bislang hat sich die Polizei noch nicht blicken lassen. Die Besetzung scheint bei den Menschen in der Nachbarschaft auf breite Zustimmung zu stoßen. Es herrscht allgemein Unmut über einen möglichen Abriss des Backhauses. Ein Konzept für die Nutzung ist ausgearbeitet, es ist an der Stadt, zu reagieren.

Update, 17.15 Uhr:Derzeit gehen Anwohner*innen durch das Gebäude, um eigene Nutzungsvorschläge einzubringen. Das Gebäude ist als warmer Ort Teil des Stadtteilfestes. Vertreterinnen der Initiative haben betont, das Gebäude nicht mehr zu verlassen, bis eine Einigung für eine Nutzung erzielt ist.

Bockenheim: Früheres Tibethaus besetzt

Update, 16.10 Uhr: Am Samstag trafen sich rund 200 Menschen am Hülya-Platz in Bockenheim zum Stadtteilfest, das unter dem Motto „für ein solidarisches Bockenheim und die Stadt von Unten“ stand. Darunter waren viele junge Leute, aber auch Familien und Menschen, die im Viertel wohnen. 

Am Nachmittag wurde die Initiative Social Hub, die in Bockenheim gegen Verdrängung vorgeht, aktiv und besetzte das ehemalige Tibethaus (Kaufunger Straße/Friesengasse). „Wir ziehen mit Unterstützung der Nachbarn die Notbremse“, hieß es von der Initiative, die zu einer gemeinsamen Hausbesichtigung einlud.

Das Backwerkhaus soll ein soziales Nachbarschaftszentrum werden, früher war es das sogenannte Dritte Welt Haus. Es sei eines der ersten ökologischen Bauwerke. Die Initiatoren der Besetzung wollen nicht zulassen, dass Investoren die Politik bestimmen. Eine Rednerin macht im Haus deutlich: „Hier müssen wir gemeinsam kämpfen.“ Die Besetzung wird offenbar von einem breiten Bündnis der Stadtgesellschaft getragen.

Das ehemalige Tibethaus wird besetzt.

Warum habt ihr euch entschlossen, das sogenannte Tibethaus gerade jetzt zu besetzen?
Auslöser war eine Begegnung Anfang 2018. Seinerzeit ist eine Person von uns mit einer Bewohnerin des nahe gelegenen Pflegeheims ins Gespräch gekommen. Da Frau war sehr besorgt über die städtebaulichen Pläne, die im Raum stehen. Das ehemalige Backhaus oder auch Tibethaus sollte abgerissen werden, ein Neubau sollte dort entstehen. Den älteren Menschen hätte es den Raum genommen, an dem sie frische Luft schnappen. 

Was war geplant?
Die Bäume sollten gefällt werden, Grünflächen verschwinden. Wir haben uns dann näher mit dem Haus und seinen Möglichkeiten beschäftigt, insbesondere für eine soziale Nutzung.

Was habt ihr unternommen?
Wir haben unsere Pläne Mitte 2018 im Ortsbeirat und auf Stadtteilrundgängen vorgestellt. Doch trotz des vielen Zuspruchs von Seiten der Nachbarschaft und der prekären Lage in Frankfurt könnten wir die Stadt nicht dazu bewegen, dass Gebäude an uns zu veräußern.

Stimmen zur Besetzung in Bockenheim

Eine Bockenheimerin antwortet auf die Frage, was sie von der Besetzung hält: „Ich finde die Aktion gut.“ Eine Frau von der Initiative offenes Haus der Kulturen unterstützt die Besetzung ebenso. Das Haus sei im Besitz einer Erbengemeinschaft, die es möglicherweise als Spekulationsobjekt verwende. Vielfach sollte es abgerissen werden. Das Gebäude sei jedoch Teil der Erhaltungssatzung und müsse von der Stadt gekauft und der Bevölkerung als soziales Zentrum zur Verfügung gestellt werden.

Wohnungsnot in Frankfurt: Stadtteilfest am Hülya-Platz in Bockenheim

Frankfurt - Bezahlbarer Wohnraum ist in den meisten bundesdeutschen Metropolen Mangelware. Insbesondere auch in Frankfurt am Main, obwohl dort permanent gebaut wird. Im offiziellen Mietpreisranking liegt die Mainmetropole auf dem 2. Platz der teuersten Städte hinter München mit einem Quadratmeterpreis von 13.90 Euro. 

Initiativen wie beispielsweise „Eine Stadt für alle“ haben das Problem der Gentrifizierung längst erkannt und fordern bezahlbaren Wohnraum in innerstädtischen Lagen für alle gesellschaftlichen Gruppen, um einer gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken. 

Gerade zu Beginn des Semesters sind es vor allem auch die Student*innen, die Schwierigkeiten haben, eine passende und bezahlbare Bleibe zu finden. 2018 war der Mangel derart groß, dass die Studierende teils auf dem Campus campierten. 

Um die 30.000 Wohnungen fehlen Schätzungen zufolge in Frankfurt. Doch was gedenkt die Stadt bislang zu tun, damit städtisches Leben nicht nur den Betuchten ermöglicht wird? 

Jetzt hat eine Gruppe von Frauen und Männern die Initiative selbst übernommen, um dem Stadtteilsterben entgegenzuwirken.

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