Im US-Bundesstaat Tennessee ist ein Mann auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden. Der wegen der Ermordung einer Frau und deren Tochter verurteilte Stephen West habe sich wenige Stunden vor seiner Exekution für diese Methode entschieden, teilte die Gefängnisverwaltung mit. Am Mittwoch hatte der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, ein Gnadengesuch des seit mehr als 30 Jahren im Gefängnis sitzenden Mörders abgelehnt.

West wurde am Donnerstagabend im Hochsicherheitsgefängnis von Nashville exekutiert. In Tennessee haben vor 1999 zum Tode verurteilte Häftlinge das Recht, zwischen dem elektrischen Stuhl und einer Giftspritze zu wählen. Allgemein wird der elektrische Stuhl in den USA nur noch selten als Hinrichtungsmethode genutzt. Lokalmedien mutmaßten, West habe sich von seiner Wahl einen Aufschub erhofft. Im vergangenen Jahr hatte ein Häftling eine zehntägige Verzögerung seiner Exekution erreicht, indem er kurzfristig den elektrischen Stuhl als Methode verlangte.

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, künftig Hassverbrechen und Massenmord mit der Todesstrafe ahnden zu wollen. Er habe das Justizministerium angewiesen, eine entsprechende Gesetzgebung auszuarbeiten, sagte Trump nach den Anschlägen in El Paso und Dayton in einer Ansprache an die Nation. 

Zudem hat die US-Regierung angekündigt, nach 16-jähriger Pause wieder Hinrichtungen auf Bundesebene durchführen zu wollen. Bei Fällen, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, entscheidet die Bundesebene, ob die Strafe vollstreckt wird. Zuletzt hatte es das im Jahr 2003 gegeben. Zwar wurde die Todesstrafe seitdem weiterhin verhängt, aber nicht vollstreckt.

In den vergangenen Jahren hatten mehrere US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft oder deren Vollstreckung ausgesetzt. Dennoch ist sie weiterhin in 29 der 50 Bundesstaaten erlaubt.