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Trauer in Trier - Abschiedsbrief an das  jüngste Opfer (9 Wochen)

Innerhalb von vier Minuten Amokfahrt löschte Bernd W. (51) fünf Leben aus, zerstörte Dutzende andere. Er tötete den Zahnarzt Dr. Georgios K. (45) und sein neuneinhalb Wochen altes Baby Virginia. Die Mutter und der Bruder des Kindes kamen schwer verletzt ins Klinikum.

An der Stelle, an der Vater und Töchterchen starben, haben Angehörige einen herzzerreißenden Brief in griechischer Sprache abgelegt:

„Meine Virginia, halte Dich ganz fest in den Armen von Papa, damit er dort oben auf Dich aufpasst. Pass auf Deine Mama und Dein Brüderchen auf als Engel, der Du jetzt geworden bist“

Der bewegende Trauerbrief auf Griechisch
Der bewegende Trauerbrief auf Griechisch Foto: Joerg Voelkerling

Unweit entfernt starb Französisch- und Sachkundelehrerin Ariane T. (52). Auch eine Berufsschülerin (25) und eine Rentnerin (73), die nahe der Porta Nigra unterwegs waren, starben.

Der Tatort nahe der weltberühmten Porta Nigra
Der Tatort nahe der weltberühmten Porta NigraFoto: Imago

Seine Tat war genauso erbärmlich wie die letzten Monate seines Lebens in Freiheit! Am Mittwoch, nicht einmal 23 Stunden nach der Amokfahrt von Trier (Rheinland-Pfalz), erließ der Richter Haftbefehl gegen Amokfahrer Bernd W. (51). Der arbeitslose Elektriker hat fünf Men- schen ermordet, 18 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Auf dem Trierer Hauptmarkt kämpfen Notärzte und Sanitäter um das Leben der Verletzten. Im Vordergrund liegt ein umgekippter Kinderwagen
Auf dem Trierer Hauptmarkt kämpfen Notärzte und Sanitäter um das Leben der Verletzten. Im Vordergrund liegt ein umgekippter KinderwagenFoto: privat

Oberstaatsanwalt Peter Fritzen: „Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, mit hoher Gesschwindigkeit wahllos und gezielt auf Passanten zugefahren zu sein, die arglos in der Innenstadt unterwegs waren.“ Der Angeklagte habe so viele Menschen wie möglich überfahren wollen, heißt es.

Beamte in Zivil bringen Amokfahrer Bernd W. (51) zum. Haftrichter. Der ordnete für den arbeitslosen Elektriker u. a. wegen fünffachen Mordes U-Haft an
Beamte in Zivil bringen Amokfahrer Bernd W. (51) zum. Haftrichter. Der ordnete für den arbeitslosen Elektriker u. a. wegen fünffachen Mordes U-Haft anFoto: Thomas Frey
Karte/Map: Mehrere Tote und Verletze in Trier – Infografik

Der Mann, der so vielen Familien in Trier schreckliches Leid angetan hat, ist einer aus ihrer Nachbarschaft. Bernd W. wuchs in Trier-Zewen auf, nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Elektriker, arbeitete sich zum Schichtleiter hoch.

„Er war sehr freundlich und offen, ein Typ, für alles zu haben“, beschreibt ihn Paul R. (48), ein ehemaliger Kollege. Dann soll Bernd W. gekündigt haben.

„Seine Freundin ist mit seinem besten Freund verschwunden“, weiß R.

Im Mai 2010 starb seine Mutter, er musste sein Elternhaus verkaufen, investierte das Geld u. a. in den Land Rover, mit dem er am Dienstag durch die Fußgängerzone raste.

Bernd W. rutschte in die Arbeitslosigkeit ab, überschrieb den SUV an einen Bekannten, weil er als Sozialhilfeempfänger keine Vermögenswerte haben durfte.

Die letzten Wochen soll er in dem Auto gelebt haben, sich betrunken haben. Ein Bekannter: „Er hat sich abgekapselt.“

Trauernde stehen vor einem Meer aus Kerzen und Blumen
Trauernde stehen vor einem Meer aus Kerzen und Blumen Foto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shuttersto

Minütlich kamen am Mittwoch Trauernde zum Tatort, legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an. Eine von ihnen: Desire Bau- er (16). Die Schülerin, die seit 2012 bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, macht gerade ein Praktikum in der Innenstadt. „Ich habe ein Auto vorbeifahren sehen, bin raus. Direkt vor unserem Laden stand eine Frau, die sehr geweint hat. Ich habe mich sofort um sie gekümmert.“

Am heutigen Donnerstag sollen in Trier zur Tatzeit um 13.46 Uhr alle Kirchenglocken läuten.

Kunden warten am Tresen auf ihre Bestellung, Spaziergänger laufen vorbei. Plötzlich knallt es. Die Menschen drehen sich um, erstarren: Ein silberner Land Rover rast durch die Trierer Fußgängerzone, hat gerade eine Familie mit Kinderwagen erfasst, rast weiter auf Menschen zu.

Die Bilder stammen aus der Überwachungskamera des Restaurants „Frittenwelt“, im Zentrum Triers.

Sie zeigen, wie Mitarbeiter Ali Jokar (34) über den Tresen springt, um Verletzten zu helfen. „Ich habe ein Auto gehört, es ist schnell gefahren“, sagt er zu BILD. „Ich bin schnell hinter diesem Auto her bis zur Porta Nigra. Ich dachte an einen Terror-Anschlag.“

Sofort springt Ali Jokar über den Tresen, rennt hinterher, um zu helfen
Sofort springt Ali Jokar über den Tresen, rennt hinterher, um zu helfen Foto: privat

Er sieht ein Opfer auf dem Boden liegen. „Ich habe sofort gesehen, dass diese Person tot ist. Ich habe mein Jackett von der Arbeit auf das Gesicht gelegt, damit die anderen Leute das nicht sehen müssen.“

Der Fritten-Verkäufer läuft zurück Richtung Marktplatz, dort sieht er seinen Zahnarzt auf dem Boden liegen.

„Frittenwelt“-Mitarbeiter Ali Jokar (34)
„Frittenwelt“-Mitarbeiter Ali Jokar (34)Foto: Jörg Halisch

Dr. Georgios K. († 45, Deutsch-Grieche) hat seine Praxis nur wenige Gehminuten entfernt, verbrachte die Mittagspause offenbar mit seiner Frau, seiner neuneinhalb Wochen alten Tochter Virginia und seinem Sohn in der Fußgängerzone.

„Eine Frau hat mir gesagt, dass er nicht atmen kann. Ich habe eine Herzdruckmassage gemacht. Als der Krankenwagen kam, sagte der Arzt, dass er tot ist. Das Baby auch“, sagt Ali Jokar.

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