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Trumps neuer Mann in Berlin tritt auf wie der Zerstörer des Westens

Ein wahrer Diplomat ist ein Mann, der zweimal nachdenkt, bevor er nichts sagt“, schrieb Winston Churchill. Obgleich schon vor Jahrzehnten festgehalten, hat sich dieses Bonmot leider nicht bis zum designierten amerikanischen Botschafter in Deutschland herumgesprochen.

Douglas Macgregor, ein Colonel der US-Armee im Ruhestand, hat sich in den vergangenen Jahren als außenpolitischer Dampfplauderer betätigt. Nun, da er das Parkett der Diplomatie betritt, verwandeln sich seine mitunter drastischen Wortmeldungen in Fußangeln, welche die Trump-Gegner in den Vereinigten Staaten genüsslich legen.

Macgregor geißelte etwa die „kranke Mentalität“ der Deutschen. Bis heute würden sie aus freien Stücken für die Sünden „der 13 Jahre“ büßen, die ihnen Adolf Hitler eingebrockt hat. Dass es nur zwölf Jahre waren, in denen sich Deutschland anschickte, der Welt das Hakenkreuz einzubrennen, sei dahingestellt.

Fragwürdiger ist Macgregors Ansicht, das Reich habe eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der westlichen Zivilisation gespielt. Polen, Tschechen und Juden werden dies anders in Erinnerung haben, um es vornehm auszudrücken. Mit einigem Wagemut ließe sich die kühne These wagen, dass niemand mehr als Hitler für die Demokratie in Deutschland getan hat, weil er den Deutschen ein für allemal die Neigung zu politischen Abenteuern ausgetrieben hat. Doch solche eher anspruchsvollen Gedanken traut man Macgregor nicht zu, liest man, was er sonst noch zu sagen hat.

Die Morde der Serben an den Kosovaren haben den Soldaten jedenfalls nicht gestört. Bis heute klagt er über die Kurzsichtigkeit seiner eigenen Regierung, auf dem Balkan das muslimische Kosovo und nicht die christlichen Serben unterstützt zu haben. Offenbar hat Macgregor etwas gegen Muslime. Als raubeiniger Pensionär mag er diese Meinung unter Gleichgesinnten äußern, als offizieller Vertreter seines Landes aber sind diese Worte befremdlich.

Wenn Macgregor nichts dazulernt, wird es Deutschland mit einem pyrotechnischen Zwischenrufer zu tun bekommen, der die eine oder andere Rakete zünden wird. Immerhin wäre er in Berlin ein vortrefflicher Heros der Dürftigkeit, für die auch sein Herr im Weißen Haus steht.

Nach fast vier Jahren im Amt wissen die Verbündeten: Donald Trump lässt seiner Primitivität gern freien Lauf. Schlimmer noch: Er zerstört das amerikanische Bündnissystem, wie wir es seit Harry S. Truman kennen. Es ist nur konsequent, dass Trump mit Douglas Macgregor einen willigen Vollstrecker dieser Zerstörungswut nach Berlin entsendet, dem wichtigsten Verbündeten der Vereinigten Staaten in Europa.

Man kann für den Westen im allgemeinen, für das deutsch-amerikanischen Verhältnis im besonderen nur hoffen, dass sich Macgregors Berufung solange hinzieht, bis der Präsidentschaftswahlkampf seine Entsendung verhindert. Bis dahin heißt es, in Berlin einen kühlen Kopf zu bewahren und von den Zeiten zu träumen, in denen amerikanische Botschafter noch ein besonderes Niveau nach Europa brachten, etwa zur Zeit Harry S. Trumans.

„Der irrlichternde US-Präsident macht die Lage nur noch schlimmer“, schreibt Jacques Schuster

„Der irrlichternde US-Präsident macht die Lage nur noch schlimmer“, schreibt Jacques Schuster

Quelle: Claudius Pflug

Auf die Frage, was es für ein Gefühl sei, im Weißen Haus zu sitzen und der mächtigste Mensch der Welt zu sein, antwortete Truman: „Meine Güte, wenn wirklich einer im Oval Office sitzt und denkt, er sei der mächtigste Mann der Welt, dann ist dieser Typ in großen Schwierigkeiten und mit ihm das Land und die Welt.“

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