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Ukraine: Neue russischer "Frankenstein-Panzer" gesichtet

Not macht erfinderisch: Im Ukraine-Krieg tauchen umgebaute Panzer auf, die aus mehreren Teilen zusammengesetzt wurden. Dazu zählen auch Raketenwerfer.

Russland hat mehr als 2.000 Panzer im Ukraine-Krieg verloren und muss offenbar improvisieren. Da die auch von Sanktionen geschwächte Rüstungsindustrie nicht schnell genug Ersatz produzieren kann, wird aus vorhandenen Teilen zusammengebaut, was irgendwie fahren und schießen kann. Solche als "Frankenstein-Panzer" bezeichnete Geräte wurden bereits Anfang des Jahres in der Ukraine gesehen. Jetzt sind erneut Bilder von Umbauten aufgetaucht. Sie offenbaren, wie groß die Not nach Waffensystemen zu sein scheint, zeigen aber auch, wie sich das russische Militär anpassen kann.

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Raketenwerfer soll eigentlich U-Boote zerstören

Jüngstes Beispiel ist ein Truppentransporter vom Typ MT-LB. Dieser hat im Original lediglich ein Maschinengewehr auf dem Dach. Eigentlich soll er Soldaten von A nach B bringen oder Kanonen ziehen. Jetzt tauchten Fotos auf, die auf dem Dach des Fahrzeugs einen Raketenwerfer zeigen. Dieser wird normalerweise auf russischen Schiffen eingesetzt. Dort soll der seit den 60er-Jahre eingesetzte RBU-6000 gegen U-Boote eingesetzt werden. Er kann zwölf Raketen abschießen, die dann im Wasser explodieren.

Allerdings wurde wohl an der Munition etwas verändert, damit das Gerät auch an Land eingesetzt werden kann. Der Umbau wurde jetzt auf einem Lastwagen entdeckt, der diesen in der Ukraine transportiert haben soll.

Gründe, warum man die Truppentransporter zu Panzern umbaut, sind die Verfügbarkeit und die Bauweise. Nach Angaben der ukrainischen Kyivpost sind über 55.000 Stück produziert worden. Da sie selbst keine großen Aufbauten haben, ist es einfach, per Metallplatte einen Raketenwerfer oder eine Kanone anzubringen, schreibt die Nachrichtenseite.

Auch die Ukraine baut Panzer um

Draufgeschweißt wird, was noch funktioniert und verfügbar ist. Im Februar wurden Bilder eines MT-LB auf der Plattform X (vormals Twitter) geteilt, die eine sowjetische Kanone auf dem Kettenfahrzeug zeigen. Dieses Modell gibt es seit 1945 und wurde ebenfalls von der Marine eingesetzt.

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Dass Schiffskanonen jetzt an Land auftauchen, ist laut Kyivpost-Bericht auf damit zu erklären, dass es wenige Angriffe von Kriegsschiffen gibt – die Ukraine verfügt über keine Marine mehr und setzt lediglich Drohnen ein. Im Juni wurden dann Ogon-Raketenwerfer auf den Truppentransportern entdeckt, die Projektile mit einer Reichweite von bis zu 4,5 Kilometern abfeuern können. Selbst Abschussvorrichtungen, die normalerweise an Flugzeugen und Hubschraubern angebracht sind, sind schon auf den Truppentransportern gesehen worden.

Allerdings sind nicht nur russische Ingenieure kreativ. In der Ukraine sind ebenfalls "Frankenstein"-Modelle unterwegs. Ein Kampfpanzer wurde offenbar aus erbeuteten russischen Fahrzeugen zusammengebaut. Die Basis bildete ein T-62-"Terminator" -Panzer, dem ein Turm eines Schützenpanzers vom Typ BMP-2- aufgesetzt wurde. Auf Fotos im Netzwerk X ist zu sehen, wie die Komponenten montiert wurden.

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Treffsicherheit eher unklar

Auch Spähfahrzeuge sollen mittlerweile schwere Geschütze bekommen haben. Und die MT-LB-Transporter werden wohl auch von Kiew als Möglichkeit gesehen, die eigene Artillerie zu verstärken.

Kriegsentscheidend dürften solche Improvisationen aber wohl nicht sein. "Aber ich warne davor, solche Beobachtungen als Schwächung der russischen Streitkräfte zu sehen", sagt der Militärhistoriker Sönke Neitzel von der Universität Potsdam dem Spiegel. Russland habe noch ein großes Arsenal an Waffen.

Die Umbauten sind auch schon deshalb eher Notlösungen, weil sie zwar eventuell feuern können – wie genau ist aber eine andere Frage. Der Stellungskrieg an der Front besteht aus meist kleinen Einheiten, die schnell ihre Positionen wechseln. Die "Frankenstein"-Modelle besitzen aber keine modernen Leitsysteme, wie sie in deutschen und amerikanischen Panzern vorhanden sind, die Ziele metergenau erfassen können.