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Germany

Vernetzt gegen die Sucht

Alkohol, Glücksspiele, Drogen oder Onlinespiele: „Das Thema Sucht ist in allen gesellschaftlichen Schichten zu beobachten“, erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters Arbeit und Grundsicherung Leverkusen (AGL), Andreas Backes. In einer besonders schwierigen Situation sind Suchterkrankte, die langzeitarbeitslos sind: In Leverkusen werden aus diesem Grund nun neue Wege beschritten.

Im Rahmen des Bundesprogramms „rehapro“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat das Leverkusener Projekt „Gemeinsam sind wir stark“ Fördermittel für fünf Jahre erhalten, um die Betreuungsstrukturen auf kommunaler Ebene zu verbessern. Die Suchthilfe, der Job Service, die AGL, der Caritasverband, das Diakonische Werk, das Sozialpsychiatrische Zentrum sowie die Hochschule Düsseldorf bauen ein „Produktionsnetzwerk“ auf, das das gemeinsame Handeln und Koordinieren der Hilfe für Suchtbetroffenen erleichtern soll.

„Letztendlich sollen dadurch Unterstützungsketten entwickelt werden“, erklärt Backes. Die handfeste koordinierte Zusammenarbeit habe es in dieser Form noch nicht gegeben.

„Je früher wir mit dem Beratungsangebot und der Prävention ansetzen, desto besser ist das auch volkswirtschaftlich gesehen“, argumentiert Peter Helgers von der Suchthilfe Leverkusen. Die Folgekosten bei Suchterkrankten seien für das Gesundheitssystem belastend. Präventive Maßnahmen würden demnach nicht nur den einzelnen Betroffenen zu Gute kommen, sondern auch einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen haben.

Suchterkrankte Langzeitarbeitslose sind eine Zielgruppe, die besondere Herausforderungen mit sich bringt. Geplant ist, dass rund 1000 Betroffene in den kommenden fünf Jahren durch das Programm übergreifende Hilfe erhalten sollen. 20 Prozent der Teilnehmenden sollen in die Wohnraumvermittlung eingegliedert werden, denn auch Wohnungslosigkeit ist ein Problem bei der betroffenen Zielgruppe. Zudem hat sich die Projektgruppe zum Ziel gesetzt, zehn Prozent in ein nachhaltiges Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Dafür müssen die Lebenssituation, die Arbeit und die Alltagsstrukturen verändert werden. „Menschen in stabilen Strukturen sind weniger anfällig“, sagt die Geschäftsführerin des Jobcenters Renate Helff.

Damit neben der Umsetzung auf lokaler Ebene langfristig auch andere Kommunen und Akteure von dem neuen Modell profitieren können, wird der Prozess wissenschaftlich durch die Hochschule Düsseldorf begleitet. Bereits im Jahr 2009 habe es eine Erhebung zu dem Thema gegeben. Dass in Leverkusen nun versucht wird, die fragmentierten Strukturen aufzulösen und Kompetenzen zu fusionieren, sieht Ruth Enggruber, Professorin für Sozialpädagogik an der Hochschule Düsseldorf, als innovativen Schritt an.

Renate Helff, Geschäftsführerin des Jobcenters

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