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Vilsa-Hochregallager: Es bleibt bei 40 Metern

Das geplante Hochregallager von Vilsa-Brunnen soll 40 Meter hoch werden.

Das geplante Hochregallager von Vilsa-Brunnen soll 40 Meter hoch werden. (Udo Meissner)

Bruchhausen-Vilsen. Der Andrang war riesig, als sich die Türen des Sitzungssaales im Rathaus Bruchhausen-Vilsen öffneten. Stuhl um Stuhl holte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann am Mittwochabend aus den anliegenden Büros, damit die letztlich etwa 40 Bürger die Sitzung des Fleckenrats im Sitzen verfolgen können. Der Grund dieses Ansturms: Tagesordnungspunkt acht, der Bebauungsplan „Vilsa-Brunnen“. Sprich: das Hochregallager und der Lastwagen-Parkplatz.

Es galt, einen Beschluss zu den eingegangenen Stellungnahmen und zur Auslegung zu fällen. So viel vorweg: Das Gremium folgte der Beschlussvorlage mehrheitlich. Heißt: Es kann weitergehen mit Planung und Bau von Hochregallager und Lastwagen-Parkplatz. Den im Ratssaal versammelten Einwohnern gefiel das weniger.

Drei Änderungen im Bebauungsplan präsentierte Bernd Bormann anfänglich. Erstens: Der Wald und die Fischteiche, die an das Vilsa-Gelände angrenzen, seien in den Bebauungsplan integriert worden. „Beides steht unter Schutz“, stellte der Verwaltungs-Chef klar. Zweitens: Das Hochregallager sei auf dem Areal ein wenig verschoben worden. „Für die Optik, die ist dort besser.“ Drittens: Der Mittelweserverband habe schriftlich angeregt, den Wall rund um den künftigen Lastwagen-Parkplatz etwa fünf Meter weiter nach Osten zu verlegen. „Damit wäre er auch weiter weg von den angrenzenden Grundstücken.“

Den Grünen ging das nicht weit genug. Ihr Fraktionsvorsitzender Bernd Schneider zeigte Verständnis für Parkplatz und Hochregallager und gönnte Vilsa-Brunnen weiterhin gute Standortbedingungen, „aber bei 40 Meter Höhe habe ich erhebliche Bedenken. Das ist zehn Meter höher als die Baumwipfel.“ Er schlug Baumwipfelhöhe vor, also etwa 30 Meter Höhe, und dafür 25 Prozent mehr Grundfläche. Sprich: 10 000 statt 8000 Quadratmeter. Das würde eine „deutlich bessere Verträglichkeit“ für das Ortsbild bedeuten.

Mit ihrem Antrag blieben die Grünen innerhalb des Gremiums aber alleine. Willy Immoor (CDU) hielt den „Bau in die Höhe für eine sinnvolle Alternative“. Das, was über die Baumkronen hinweg sichtbar sein dürfte, fand er „nach allen Abwägungen für vertretbar“. Insgesamt sei die Idee des Hochregallagers „ein positives Signal dafür, dass Vilsa weiter bleiben möchte“.

Reinhard Thöle (SPD) wies noch einmal darauf hin, dass das Gelände seiner Ansicht nach keine Erweiterung mehr hergibt. Der Parkplatz sei ein Wunsch des Fleckens gewesen, das Hochregallager sorge dafür, dass es keinen Lastwagen-Pendelverkehr mehr gebe. Beim Lagergebäude sei die Höhe der Streitpunkt, „da muss jedes Ratsmitglied persönlich eine Entscheidung treffen“. Der Sozialdemokrat freute sich über Vilsas Bekenntnis zum Standort und mahnte: „Ohne Vilsa gehen hier nicht die Lichter aus, aber die Lampen würden schon deutlich dunkler leuchten.“

Fleckenbürgermeister Lars Bierfischer hatte vor dem Tagesordnungspunkt das Einverständnis eingeholt, eine Einwohnerfragestunde zu diesem Thema dazwischenzuschieben. Carsten Schultze hatte vorab alle Unterlagen durchgelesen und zeigte sich „emotional entsetzt“. In ein Schutzgebiet gehöre kein störendes Element, „es ist nicht erlaubt, so etwas in einem Schutzgebiet zu bauen“. Er hielt es für Vilsa zumutbar, ortsangepasst zu bauen. Das 40 Meter hohe Gebäude sei „ein katastrophales Signal“, es sei „eklatant wichtig“, die Höhe auf eineinhalb Meter unter der Baumwipfelhöhe zu begrenzen. Auch andere Anwohner hielten „zehn Meter mehr als unseren Kirchturm für verdammt viel“. Schultze bat darum, den Tagesordnungspunkt zu verschieben oder dem Antrag der Grünen zu folgen. Doch so kam es nicht.

Der Antrag der Grünen wurde bei einer Enthaltung mit 7:14 Stimmen abgelehnt. Das Gremium folgte mehrheitlich der Beschlussvorlage der Verwaltung.