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Von-der-Leyen-Rede gelöscht: 100.000 tote Soldaten? Ukraine ist irritiert

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Wie viele ukrainische Soldaten im Krieg ihr Leben gelassen haben, ist unklar.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Fast 90.000 russische Soldaten sollen seit Kriegsbeginn in der Ukraine gestorben sein. Das gibt zumindest die Regierung in Kiew an. Bezüglich eigener Verluste hält man sich allerdings bedeckt. Dass EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nun eine Ziffer nennt, kommt nicht gut an.

Die Ukraine hat irritiert auf die Nennung hoher angeblicher ukrainischer Kriegsverluste durch die EU reagiert. Im Gespräch mit dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen hob Präsidentensprecher Serhij Nykyforow hervor, dass nur der Oberkommandierende der Streitkräfte, der Verteidigungsminister oder der Präsident belastbare Zahlen über die Verluste veröffentlichen können.

Präsident Wolodymyr Selenskyj werde offizielle Daten publik machen, "wenn der richtige Moment" gekommen sei, da das eine sensible Information sei. Kiew habe bereits in Brüssel angefragt, woher EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Informationen habe, so Nykyforow.

Zuvor hatte eine bei Twitter veröffentlichte und inzwischen gelöschte Ansprache von der Leyens für Aufregung gesorgt. Dabei sprach sie von mehr als 100.000 getöteten ukrainischen Soldaten. Vor knapp drei Wochen hatte US-General Mark Milley die ukrainischen Verluste an Toten und Verwundeten auf rund 100.000 Soldaten geschätzt.

"Wir können diese Ziffer nicht bestätigen"

Die Ukraine wehrt seit Ende Februar eine russische Invasion ab. Angaben zu eigenen Verlusten machen beide Seiten selten. Kiew veröffentlicht allerdings täglich Zahlen über angebliche Todesfälle aufseiten Moskaus. Demnach seien seit Beginn der Invasion 88.880 russische Soldaten gefallen. Auch habe man unter anderem bereits 2914 Panzer, 5872 gepanzerte Fahrzeuge und 1902 Artillerie-Systeme des Feindes zerstören können.

Auch ein Armeesprecher wollte keine konkreten Angaben machen. "Wir können diese Ziffer nicht bestätigen und betonen, dass die Verluste der ukrainischen Armee dienstliche Informationen sind, die unter die Geheimhaltung fallen", sagte Bohdan Senyk dem Onlineportal Ukrajinska Prawda. Gleichzeitig sagte er, dass Kiew es begrüße, wenn die durch von der Leyen gemachten Angaben dabei helfen würden, die für den Krieg Verantwortlichen in Russland vor Gericht zu stellen.