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Was das 2000-Dollar-Fanal für die Zukunft des Goldes bedeutet

Der Goldpreis kennt kein Halten. Wochenlang hatte der Sprung über die historische Marke von 2000 Dollar in der Luft gelegen, am Abend des 4. Augusts 2020 war es schließlich soweit. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) touchierte kurz die magische Grenze, fiel dann wieder darunter, um sie schließlich mit neuem Anlauf nochmals deutlich zu überspringen.

Sein neues Verlaufshoch hat der Goldpreis nun bei 2017,88 Dollar. Seit Jahresbeginn haben Anleger mit dem Edelmetall in der Haupthandelswährung Dollar eine Rendite von 33 Prozent eingefahren. In Euro beträgt das Plus 26 Prozent.

Zuletzt hatten mehrere Faktoren die Notiz des Edelmetalls immer weiter in die Höhe geschraubt. Neben den Sorgen um die Entwicklung der Corona-Pandemie, die die Wirtschaft weltweit in schwere Bedrängnis gebracht hat, sind es vor allem die massiven Zuflüsse von Großinvestoren in spezielle Gold-Indexfonds (ETFs) und der zuletzt schwache US-Dollar, die als Treiber des Aufschwungs fungierten. Diese Fonds halten inzwischen mehr Gold als die Deutsche Bundesbank und sind damit eine Macht an den Märkten. Zugleich berichten Edelmetallhändler von einer intensiven Nachfrage nach Münzen und Barren.

Mit Guthaben-Währungen droht ein schleichender Kaufkraftverlust

„Zu den wichtigsten Triebkräften gehören das Rekordtempo der ETF-Mittelzuflüsse, ein schwächer werdender Dollar und und negative Realrenditen“, fassen Experten der amerikanischen Bank Citi die Gemengelage zusammen.

Die Nachfrage nach der ältesten Währung der Welt steht einerseits im Zusammenhang mit einer tiefen Verunsicherung über die ökonomischen Aussichten nach der Viruskrise. Andererseits ziehen Sparer daraus die Konsequenzen aus der Null- und Negativzins-Politik der Zentralbanken.

Diese neue Art von Geldpolitik, die 2020 in eine neue experimentelle Phase eingetreten ist, macht es unwahrscheinlich, dass Anleger mit sicheren Anlageformen wie Tages- oder Termingeld wieder Chancen haben werden, Renditen zu erzielen, die oberhalb der Inflationsrate liegen. Mit Guthaben-Währungen wie Dollar oder Euro droht ein schleichender Kaufkraftverlust.

Das jetzige klare Übertreffen des vorherigen Goldpreis-Hochs, das im September 2011 bei 1921 Dollar erzielt wurde, ist für Marktteilnehmer ein wichtiges psychologisches Signal. Ein Blick in die Historie offenbart, welche Macht Edelmetall-Zyklen entfalten können.

Die erste Goldpreis-Hausse deckte sich mit den 1970er Jahren, die von Stagflation geprägt waren: Die Wirtschaft wuchs nicht mehr, zugleich stiegen die Preise deutlich. Zum ersten Mal seit dem Ende erfuhr eine Generation einen Dämpfer der Wohlstandsentwicklung. Die politische Selbstlähmung der westlichen Führungsmacht Amerika tat ein Übriges, die älteste Währung als Alternative zum Dollar wieder attraktiv zu machen.

Der Run auf das gelbe Metall wäre jedoch nicht möglich gewesen, hätte Richard Nixon nicht 1971 eine folgenschwere Entscheidung getroffen hätte. Am 15. August 1971 verkündete der US-Präsident, dass der Greenback, der damals den Stützpfeiler des globalen Währungssystems (Bretton Woods) bildete, künftig nicht mehr gegen Gold eintauschbar sein würde.

Das führte zu einer massiven Abwertung des Dollar, öffnete aber die Tür für den freien Handel mit dem gelben Metall. Hatte Gold Anfang der 1970er Jahre noch einen Wert von 37 Dollar gehabt, waren Investoren Anfang der folgenden Dekade bereit, mehr als 800 Dollar zu zahlen.

Das Gold-Hoch vom Januar 1980, erzielt kurz nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan, war jedoch von kurzer Dauer. Bald würden eine restriktivere Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) und die ökonomischen Liberalisierungen angeführt von Ronald Reagan und Margret Thatcher die Stagflationsära beenden.

Dies und der Aktienboom der Achtziger- und Neunzigerjahre ließen die Liebe der Sparer zu dem gelben Metall erkalten. Der Fall des Eisernen Vorhangs schien das Edelmetall dann endgültig zu einem Fossil aus vergangener Zeit zu machen.

Bei den Anlegern herrscht weiterhin Goldgräberstimmung

Der Goldpreis ist im laufenden Jahr immens angestiegen. Das Edelmetall profitiert dabei von seinem Ruf als Krisenwährung. Aber auch Silber ist gefragt, berichtet Kapitalmarktanalyst Robert Halver.

Quelle: WELT / Dietmar Deffner

Es dauerte mehr als 20 Jahre, bis Gold in einen neuen Bullenmarkt eintrat. Erst nach dem Platzen der New-Economy-Blase und den geopolitischen Erschütterungen des 11. September 2011 interessierten sich Anleger plötzlich wieder für die älteste Währung der Welt, die in der Überheblichkeit der 1990er Jahre zu einem Rohstoff degradiert worden war und zeitweise kaum mehr als 250 Dollar gekostet hatte.

Der zweite Zyklus dauerte wie schon der erste rund ein Jahrzehnt. Schließlich wurde die Feinunze im Herbst 2011 am Terminmarkt für 1911 Dollar gehandelt. Erst die vermeintliche Lösung der Euro-Schuldenkrise durch die Europäische Zentralbank (EZB) Mario Draghis ließen den sicheren Hafen Gold weitgehend überflüssig erscheinen. Binnen vier Jahren fielen die Notierungen auf rund 1000 Dollar zurück.

Während der erste Zyklus den Goldpreis um den Faktor 21 nach oben getrieben hatte, stieg er im zweiten Zyklus immerhin noch auf das Siebenfache, ehe es zu einem Rückschlag kam. Geht man davon aus, das der zweite Zyklus (mit einer Steigerung um den Faktor sieben) typischer für das Aufschwungpotenzial am Edelmetallmark ist, ließe sich für den jetzigen dritten Zyklus ein mögliches Preisziel von 7000 Dollar ableiten.

Doch selbst wenn jeder neue Zyklus geringe Steigerungsraten mit sich bringen sollte (ebenfalls ein denkbares Szenario), erscheinen die jetzigen 2000 Dollar je Feinunze lediglich wie eine Zwischenetappe. Wobei das nicht heißt, das der Anstieg ungebremst weitergeht.

„Schon im Juli 2020 hat sich die Unze mit plus elf Prozent so stark verteuert wie in keinem Monat seit 2016“, heißt es in einer Einschätzung der Großbank UBS. Niedrigere US-Realzinsen, ein schwacher Dollar oder zunehmende Unsicherheit könnten die Notierungen in nächster Zeit über das jetzige Niveau hinaustreiben.

Für die Citi-Analysten erscheint ein Überschreiten der 2300-Dollar-Marke innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate plausibel. Allerdings sollten Goldfans auch den Effekt der zurückgehenden Nachfrage aus der Schmucknachfrage im Auge haben. Dies könnte kurzfristig Druck auf den Rohstoff ausüben.

Alle Gründe jedoch, die Anleger derzeit Schutz im „sicheren Hafen“ Gold suchen lassen, sind weiterhin gegenwärtig und wirken fort. Was die Null- und Negativzinspolitik angeht, hat es eher den Anschein, als stünden die großen Volkswirtschaften USA und China sogar erst am Beginn der am stärksten experimentellen Phase der neueren Geschichte. Noch werfen lang laufende Staatsanleihen in den Vereinigten Staaten zum Beispiel eine Rendite ab, die über null liegt, ein Zustand, den Europa und Japan schon lange nicht mehr kennen. Läuft das große geldpolitische Experiment der Zentralbanken schief, wird es für den Goldpreis erst recht kein Halten mehr geben. Mitarbeit: Michael Höfling

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