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Germany

Was Open Banking für das klassische Bankgeschäft bedeutet

Eine Frau nutzt auf ihrem Smartphone eine App, um im Online-Banking eine SEPA-Überweisung zu veranlassendpa

Der US-Biologe und Evolutionsforscher David Sloan Wilson hat in seinem neuen Buch „Completing the Darwinian Revolution“ herausgearbeitet, dass ein wesentliches Merkmal menschlichen Verhaltens das Streben nach Gruppenzugehörigkeit und damit eng zusammenhängend die Evolution der Kooperation ist. Auch wenn es viele in diesen Zeiten nicht glauben mögen, Menschen zählen zu den äußerst kooperativen Arten.

Um die Kooperation in geeigneten sozialen Umgebungen zu erleichtern haben wir Menschen in den letzten Jahrtausenden unzählige Erfindungen gemacht und uns Institutionen ausgedacht, die das Zusammenspiel vereinfachen. Dazu gehören auch Geld und damit eng verbunden Finanzdienstleistungen. Geld erleichtert eine besondere Form der Kooperation, nämlich den Tausch von Leistungen und macht dies unabhängig von Zeitpunkt, Ort und Personen. Entsprechend sind Geld und Finanzdienstleistungen nicht natürlichen Ursprungs, sondern das Resultat von Vereinbarungen zwischen Menschen. Der Kern des Bankings ist somit sehr einfach. Der bekannte Wirtschaftsblogger Ralf Keuper skizzierte es so: „Das Banking besteht in seinem Kern aus der Verarbeitung, Darstellung und Bewertung von Informationen. Dabei spielt das Medium Geld die Hauptrolle.“

Umso erstaunlicher ist, dass beim Banking der Blick vieler Banken nach Auffassung der Unternehmensberatung ZEB bislang vor allem nach innen gerichtet ist: „Im Fokus stehen zu sehr ihre internen Prozesse – ob nun in Form einer Optimierung ihrer Kostenstruktur oder der Erfüllung regulatorischer Vorgaben – und zu wenig die Bedürfnisse ihrer Kunden.“ Der auch durch nationale und europäische Gesetzgeber bestimmte Trend setzt dagegen auf Öffnung.

Offene Ökosysteme durch Open Banking

„Open Banking“ ist eines der Schlagworte, die zur ursprünglichen Herkunft des Bankings und der Informationsrolle passen könnten. Wie viele Buzzworte des neuen digitalen Zeitalters wird auch dieser Begriff gern unscharf verwendet. Ganz allgemein versteht man darunter die Bereitstellung, Sammlung und Nutzung kundenindividueller Finanzdaten durch Drittanbieter, sofern der Kunde das möchte. Technisch werden dafür Daten über sogenannte APIs  geführt. Diese Abkürzung steht für „Application Programming Interface“ und meint Schnittstellen, mit deren Hilfe Informationen zwischen Programmen standardisiert  ausgetauscht werden.

Praktisch vorstellen kann man sich das, wenn man z.B. aus verschiedenen Bankverbindungen mit unterschiedlichen Produkten die Informationen darüber an einer Stelle bündeln möchte. Ältere Semester erinnern sich vielleicht an auf einem PC installierte Finanzverwaltungssoftware wie MS Money oder Star Money, die die Bankdaten via Internet aus den Rechnern der Bank geholt und den Überblick über die eigenen Finanzen ermöglicht haben. Auf einem Blick konnte man sehen, für welche Lastschriften und Daueraufträge Geld von Konten abgebucht wird, wie sich die Wertpapiere im eigenen Depot entwickeln und wieviel für das Haus und die Ratenkredite noch zu bezahlen ist. Natürlich erhielt man diese Informationen auch direkt von seiner Bank, dann aber jeweils nur für die dort geführten Konten. Und meist konnte die Drittsoftware Veränderungen besser sichtbar machen, diese kategorisieren und Veränderungen grafisch darstellen.

Heute werden diese Dienstleistungen meist durch   wie etwa Finanzblick oder Outbank übernommen. Sie erlauben die Verwaltung von Girokonten, Kreditkarten, Tagesgeldkonten, Wertpapierdepots, digitalen Services wie Paypal und manche sogar Kryptozahlungsmitteln oder Kundenkarten. Einige, wie Outbank, bieten auf Wunsch Zusatzleistungen, wie z.B. Vertragsanalyse etwa für Handyverträge oder Stromanbieter. Andere, wie Finanzblick prüfen Buchungen auf steuerliche Relevanz und übertragen sie per Klick in eine Steuerberatungssoftware.

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