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Wer ist Daniel Kretinsky?: Der tschechische Milliardär, der nach Thyssenkrupp greift

Wer ist Daniel Kretinsky? Der tschechische Milliardär, der nach Thyssenkrupp greift

Steht auf Platz 208 der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt: Daniel Kretinsky

Steht auf Platz 208 der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt: Daniel Kretinsky

(Foto: picture alliance / abaca)

Sein Energiekonzern hält Beteiligungen an mehr als 70 Unternehmen in Europa - und die spielen einem gewissen deutschen Stahlhersteller in die Hände. Doch wer ist der tschechische Milliardär, der sich Berichten zufolge in die Stahlsparte von Tyhssenkrupp einkaufen will?

Großaktionär der Metro, Gründer der 30 Milliarden Euro schweren Energeticky a Prumyslovy Holding (EPH) und eine Beteiligung an ProSiebenSat.1 - doch das reicht Daniel Kretinsky offenbar noch nicht. Denn der tschechische Milliardär greift nun nach dem nächsten üppigen Investment in Deutschland. Wie das "Handelsblatt" berichtet, steigt Kretinsky bei Thyssenkrupp Steel Europa ein. Wer ist der Mann, der jetzt nach dem größten deutschen Stahlproduzenten greift?

Dem Bloomberg Billionaires Index zufolge verfügt Kretinsky derzeit über ein Vermögen von 7,16 Milliarden US-Dollar. Das amerikanische Magazin "Forbes" stuft Kretinsky auf Platz 208 der Weltrangliste der reichsten Menschen der Welt ein und schätzt sein Vermögen auf neun Milliarden Dollar. Der 48-jährige Unternehmer hatte seine Anfänge als Jurastudent. Er schloss sein Studium an der Masaryk-Universität in Brünn ab und trat 1999 in die Investmentfirma J&T ein. Im Jahr 2009 gründete er EPH.

Der entscheidende Schritt für Kretinsky kam 2013, als EPH eine bedeutende Beteiligung an der slowakischen Eustream-Gaspipeline übernahm, die eine zuverlässige und stetige Geldquelle darstellte. In den nächsten Jahren kaufte Kretinsky Kohleminen in Deutschland und Polen, gefolgt von weiteren Anlagen in Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden und Großbritannien. Das Portfolio von EPH wuchs auf mehr als 70 europäische Energieunternehmen an.

Das Portfolio von Kretinsky geht jedoch weit über den Energiebereich hinaus. Auch in der Medienwelt hat er seine Finger im Spiel. Er besitzt Anteile an dem Medienunternehmen Czech Media Invest, das unter anderem das meistgelesene Boulevardblatt Tschechiens und die französische Tageszeitung Le Monde herausgibt. Der Milliardär ist auch an etlichen Supermarktketten beteiligt, wie die französische Kette Casino und die britische Sainsbury's sowie die deutsche Großhandelskette Metro.

Zukunft der Stahlproduktion

Dass Kretinsky nun nach Thyssenkrupp greift, ist nicht überraschend. Immerhin besitzt und leitet er laut Forbes das größte Energieversorgungsunternehmen Mitteleuropas. Über die tschechische Tochter der Lausitzer LEAG ist das Unternehmen auch an einem deutschen Energiekonzern beteiligt.

Die extrem energieintensive Stahlproduktion leidet immer wieder unter stark schwankenden Strompreisen - umso mehr, seit Deutschland kein Gas und Öl aus Russland importiert. Mit der Beteiligung von Kretinsky erhofft sich Thyssenkrupp laut dem "Handelsblatt" einen günstigeren Zugang zu Strom.

Viel wichtiger für den Erhalt der Stahlsparte des Unternehmens ist aber die Neuausrichtung auf die Produktion von grünem Stahl. Dafür erhält Thyssenkrupp bereits Milliardenhilfen für den Bau eines Großwerkes zur klimafreundlicheren Stahlproduktion. Allerdings muss die Energieversorgung noch gesichert werden. Dass Kretinsky mit seiner Beteiligung an ostdeutschen Energieunternehmen auch den Bau von Solar- und Windparks plant, spielt Thyssenkrupp ebenfalls in die Hände.