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Westlicher Einfluss: Chinas Kulturkämpfer

Will mehr kulturelles Selbstbewusstsein für sein Volk: Chinas Präsident Xi Jinping Bild: Reuters

Xi Jinping hat seinem Volk mehr kulturelles Selbstbewusstsein verordnet. Deshalb sollen jetzt ausländische Namen aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden. Doch die Elite wohnt lieber im „Victoria Garden“ als im „Mao Inn“.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ruft sein Volk regelmäßig dazu auf, die chinesische Kultur mit mehr Selbstbewusstsein zu vertreten. Mehrere Provinzbehörden haben seinen Worten jetzt Taten folgen lassen. Hotels, Geschäfte und Luxuswohnanlagen mit westlichen Namen wie „Villa Heidelberg“, „Hotel Wien“ und „Victoria Garden“ wurden aufgefordert, diese in angemessene chinesische Varianten zu ändern.

In der dazugehörigen Verordnung zur „Beseitigung unangemessener geographischer Bezeichnungen“ heißt es, geändert werden müssten unter anderem „Namen, die Ausländischem huldigen oder blind folgen“, insbesondere dann, wenn sie die Namen ausländischer Städte oder Orte beinhalten. Beanstandet werden auch Namen, die eine übertriebene Größe suggerieren, also Begriffe wie Welt, Global, Europa oder Kosmos. Zum Beispiel das „Chinese International Oriental Cinema“ auf der Ferieninsel Hainan.

Verbotsliste mit 84 Gebäudenamen

Auf der Verbotsliste stehen außerdem Namen, die den Beamten „merkwürdig“ erscheinen, weil sie in ihren Augen vulgär oder grotesk seien oder nicht dem Standardvokabular entstammten. Dazu zählten die Behörden auf Hainan unter anderem den Apartmentkomplex „Kaiserliche Gärten“. Das entspricht den anti-feudalen Reflexen der Kommunistischen Partei.

Die Inselverwaltung hat eine Verbotsliste mit insgesamt 84 Gebäudenamen veröffentlicht. Die Stadt Xi‘an kommt auf 98. Selbst vor der Umbenennung von Bergen und Flüssen schrecken die Kulturkämpfer nicht zurück. Weichen müssen zum Beispiel der „Geisterkopfberg“ und der Berg „Heimat des Kuhdungs“ in der Provinz Fujian. Sie fallen in die Rubrik „merkwürdig“.

Widerstand gegen die Behörden

Einige Immobilienbesitzer zeigen Kreativität bei der Umbenennung. Die Luxuswohnanlage „The Manhattan“ in Wenzhou heißt jetzt „Manhatun“, was übersetzt „Manha-Dorf“ bedeutet. Es gibt aber auch Widerstand gegen den Eifer der Behörden. Die Hotelkette “Vienna International” aus Shenzhen wehrte sich mit dem Hinweis, dass es sich um einen eingetragenen Markennamen handle.

Im chinesischen Internet wird die Kampagne wie immer mit Hohn und Spott verfolgt. Manche fragen sich, ob nicht der Onlinehändler Alibaba von Managerlegende Jack Ma der arabischen Kultur huldige. 

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