Germany

„Wir können nicht so weitermachen wie jetzt“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht Deutschland angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen am Beginn einer zweiten Corona-Welle. „Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass wir so nicht weitermachen können wie jetzt“, sagte Lauterbach am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Die Pandemie sei nicht vorbei, die Menschen verhielten sich aber unvorsichtiger.

Um die Lage in den Griff zu bekommen, sei unter anderem eine gute Test-Strategie notwendig. „Wir müssen schneller testen, mehr testen.“ Lauterbach forderte dazu auch die Zulassung von Tests, die sehr viel schneller Ergebnisse lieferten – auch wenn die Tests nicht ganz so gut seien wie die bisher eingesetzten. „Dann kommen wir vor die Welle oder Lockdown.“

Außerdem wünscht sich Lauterbach mehr Führung durch die Bundesregierung. In der ersten Welle der Pandemie habe der Bund gemeinsame Verabredungen mit den Ländern erzielt. In der jetzigen Lage solle sich Berlin „wieder mehr engagieren“.

Lauterbach empfiehlt Japan als Vorbild

Die regelmäßigen Bund-Länder-Beratungen in der ersten Pandemie-Phase hätten „eine klare Strategie“ gebracht, sagte er. „Daran hapert es ein bisschen in der jetzigen Zeit.“

Gesundheitsämter sollten sich nach japanischem Vorbild besonders auf sogenannte Cluster, also Häufungen von Corona-Infektionen, konzentrieren. Dies hatte kürzlich auch der Virologe Christian Drosten vorgeschlagen.

Zu der jüngsten Panne in Bayern sagte Lauterbach, die Umsetzung der Teststrategie sei suboptimal gewesen. „Da muss dringend jetzt nachgearbeitet werden.“ In Bayern waren mehr als 900 positiv getestete Rückreisende aus dem Ausland nicht über ihre Infektion informiert worden.

Lauterbach betonte aber, insgesamt sei die Teststrategie gut. Sonst könnten infizierte Reiserückkehrer die zweite Welle noch befeuern.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle den zweiten Tag in Folge um mehr als 1400 gestiegen: Am Freitag meldete das RKI ein Plus von 1449 binnen eines Tages auf 221.413 Infektionen. Die Totenzahl erhöhte sich demnach um 14 auf 9225.

Am Mittwoch hatte das RKI eine Prognose zurückgezogen, wonach ein Einsatz eines Impfstoffs bereits im Herbst möglich sei. Anfang Juli hatte das RKI erklärt, dass es frühestens 2021 einen Impfstoff in relevanten Mengen geben werde.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern

Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

Ähnlich äußerte sich auch Lauterbach. Er rechne mit einem Impfstoff Anfang bis Mitte nächsten Jahres, so der Politiker. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich am Donnerstag optimistisch gezeigt, dass es „in den nächsten Monaten und sicher im nächsten Jahr“ einen Impfstoff geben kann.

Football news:

Thiago kam zum FC Liverpool, um den FC Bayern München zu verpflichten Thiago Alcantara wird demnächst offiziell Spieler des FC Liverpool
Higuain wurde Spieler von Inter Miami
Wir haben das Pirlo-Diplom gelesen-und wissen jetzt genau, wie Juventus spielen wird
Bale und Regilon flogen nach London, um nach Tottenham zu wechseln
Klopp über Thiago-Transfer: alles sieht vielversprechend aus. Vielleicht wird es für die Fans nützlich sein, unseren Medien zu Folgen
Bartomeu kommt dem Rücktritt immer näher: Socios Barça hat 20.000 Unterschriften für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten gesammelt - mehr als 20.000 Socios
Die amerikanische Firma Krause Group kaufte 90% der Anteile an Parma