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Wirbel um "Rumänen und Bulgaren": SPD fordert Entschuldigung von Laschet

Es gibt Empörungsdebatten, da muss man genau lesen, um das Anstößige zu entdecken. Solch ein Fall ist die Bemerkung des NRW-Ministerpräsidenten Laschet zu einem Corona-Ausbruch in Tönnies Fleischfabrik. Damit habe der CDU-Politiker die dort angestellten Rumänen und Bulgaren beleidigt, meint die SPD.

Die SPD hat von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet eine Entschuldigung für einen Satz über Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien gefordert. Der CDU-Politiker hatte am Mittwoch in Berlin auf die Frage einer Journalistin reagiert. Die wollte wissen, was der Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies über die bisherigen Lockerungen in NRW aussage. Laschet antwortete wörtlich: "Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren." Die strittige Frage ist seitdem, ob in dem Satz eine Entgleisung steckt.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bezeichnete es als "unsouverän, dass Herr Laschet als Erstes die Bulgaren und die Rumänen, also die Arbeiter, die herkommen, um hier wirklich unter widrigen Umständen in der Fleischindustrie zu arbeiten, dass er die angreift." Er erwarte daher eine Entschuldigung, sagte Klingbeil der "Bild". Laschets Argumentation sei "zudem völlig absurd", sagte der SPD-Fraktionschef im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty. "Diejenigen, die Herr Tönnies tagtäglich ausbeutet, sollen jetzt Schuld für die Ausbreitung des Virus sein? Das kann nicht sein Ernst sein!" Auch Kutschaty forderte eine Entschuldigung.

In den sozialen Medien sorgte Laschets Zitat ebenfalls für Empörung und Spott. Moderator Jan Böhmermann twitterte: "Die Bulgaren und die Rumänen sind schuld, wenn Armin Laschet nicht Bundeskanzler wird." Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann von der CDU nahm Laschet in einem Interview des Deutschlandfunks dagegen in Schutz: "Der Ministerpräsident hat mit dieser Aussage im Grunde sagen wollen, wir haben es mit einer Situation zu tun, die spielt sich in einem Schlachthof ab. Sie spielt sich nicht in unseren restlichen Teilen der Gesellschaft ab." Es gehe darum, "dass wir den Menschen sagen, jetzt brauchen wir keine Angst haben, keine Hektik haben, sondern wir haben es mit einem bis jetzt noch lokal begrenzbaren Ereignis zu tun."

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