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Zuschuss zum Eigenheim – Diese Förderprogramme sollten Immobilien-Käufer kennen

Manche Hausbesitzer erinnern sich vielleicht noch an die Eigenheimzulage, die der Staat bis Ende 2006 privaten Bauherren zahlte, wenn sie ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollten. Rund 1300 Euro Zuschuss gab es seinerzeit als jährliche Direktzahlung, plus 800 Euro für jedes Kind. Kurz vor Schluss kostete die Zulage den Steuerzahler rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Ab 2018 führte der Staat dann für kurze Zeit das Baukindergeld für Familien ein – in etwas kleinerer Größenordnung in Höhe von 1200 Euro pro Kind, gestreckt auf zehn Jahre. Knapp zehn Milliarden Euro stellte die Bundesregierung dafür zur Verfügung, allerdings nicht pro Jahr, sondern für die gesamte Programmlaufzeit.

Beide Fördermodelle sind nun Geschichte – und diese wird sich wohl auch nicht wiederholen. Zu häufig hat sich herausgestellt, dass entweder nicht genau jene Bevölkerungsgruppen Geld erhielten, die als förderwürdig gelten. Oder dass die Baubranche einen Teil der Förderung in Form höherer Preise absorbierte.

Parallel haben die Bundesländer durch massive Grunderwerbsteuer-Erhöhungen selbst dafür gesorgt, dass der Eigenheim-Bau immer teurer wurde. Der plötzliche Zinsanstieg hat nun die Genehmigungszahlen von Ein- und Zweifamilienhäusern einbrechen lassen, sodass man wohl doch wieder die Notwendigkeit einer neuen Förderung sieht. Das Credo lautet inzwischen aber: Bloß keine Zuschüsse mehr, sondern zinsgünstige Kredite.

Das steckt hinter dem Förderprogramm „Wohneigentum für Familien“

Das aktuelle Programm der Bundesregierung heißt „Wohneigentum für Familien“ (WEF): Das gibt es bei der Förderbank KfW, unter der Nummer 300. Familien erhalten einen zinsgünstigen Kredit für den Bau oder Erstkauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung. Der Kredithöchstbetrag reicht von 140.000 bis 240.000 Euro, abhängig von der Zahl der Kinder und des Neubau-Effizienz-Niveaus. Besonders interessant ist der günstige Zinssatz von aktuell 0,01 Prozent effektiv.

Es gibt jedoch zwei Voraussetzungen, die das Programm bisher zum Ladenhüter machen. Erstens: Die Familie darf höchstens ein Jahreseinkommen von 60.000 Euro haben. Zweitens: Der Neubau muss mindestens den Effizienzhausstandard 40 (EH 40) erreichen. Teurer Neubau und niedriges Einkommen - das passt nicht zusammen. Und so nutzten wenig mehr als 200 Familien bundesweit das Programm seit dessen Start im Juni.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in unserem Immobilien-Newsletter „Frage der Lage“. Sie können den Newsletter auf www.welt.de oder direkt hier abonnieren:

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Im Auftrag des Bundesbauministeriums verbessert die KfW nun die Konditionen, und zwar bereits ab dem 16. Oktober. Ab dann gelten folgende Konditionen: Die Einkommensgrenze steigt von 60.000 auf 90.000 Euro, für Familien mit einem Kind. Für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro hinzu. Eine vierköpfige Familie darf also 100.000 Euro Jahreseinkommen haben, um den Kredit zu beantragen.

Gefördert werden nur „klimafreundliche Wohngebäude“ - mit einem „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG), einmal in einer etwas einfacheren, einmal in einer strengen Version.

1. Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG-Plus-Emissionswerten: Dabei handelt es sich um EH-40-Neubauten, die nicht mit Gas, Öl oder Biomasse beheizt werden und außerdem die CO₂-Emissionswerte des QNG-Siegels einhalten. Für Familien mit ein oder zwei Kindern liegt die Kredit-Höchstsumme für diese Effizienzklasse bei 170.000 Euro und steigt auf 220.000 bei fünf Kindern.

2. Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG-Zertifikat: Dabei handelt es sich ebenfalls um Neubauten, die den EH-Standard 40 erfüllen und nicht mit Gas, Öl oder Biomasse geheizt werden. Hier gilt allerdings als verschärfte Bedingung das Vorliegen eines vollen QNG-Siegels mit weiteren Kriterien etwa für die Verwendung nachhaltiger Baustoffe. Dafür gibt es höhere Kreditsummen: Mit ein bis zwei Kindern bis 220.000 Euro, mit fünf Kindern bis 270.000 Euro.

Förderung für den Bestandskauf – das Programm „Jung kauft alt“

Auch beim Bestandskauf hat die Ampel-Koalition bisher eher bescheiden agiert. Es gibt lediglich ein Programm „Jung kauft Alt“, und das auch nicht bundesweit, sondern nur ein rund 120 Städten und Gemeinden. Diese wiederum erhalten dafür einen Zuschuss vom Bund.

Gefördert wird der Kauf von Altbauten, allerdings oft nur mit einem Zuschuss in Höhe von wenigen Tausend oder sogar nur Hundert Euro. In manchen Fällen ist Voraussetzung, dass ein leerstehendes Gebäude erworben wird, manchmal wird eine Sanierung gefordert. Auch für Gutachten gibt es Geld. Der Hintergedanke: Käufer sollen gezielt in Gemeinden und Regionen gelockt werden, in denen aufgrund von Abwanderung Leerstand droht, vor allem in Stadtzentren mit älteren Wohnungsbeständen.

In Zukunft soll das Programm wesentlich größer werden: Die Bundesregierung will für 2024 und 2025 eine bundesweite „Jung-kauft-Alt“-Förderung aufstellen. Wie beim ersten Programm dürfte es dann zinsgünstige KfW-Kredite geben, allerdings mit der Auflage, das Gebäude zu sanieren. Für beide Programme lohnt sich das Warten: Bei Nummer eins bis Mitte Oktober, denn dann wird möglicherweise aufgestockt. Bei Nummer zwei lohnt sich das Warten noch bis Anfang 2024.

Eigene Förderungen auf Landesebene

Manche Bundesländer haben zusätzliche Eigentums-Förderprogramme eingerichtet. In Hessen beispielsweise gibt es das „Hessen-Darlehen“ oder sogar einen direkten Zuschuss für besonders klimafreundliche Bauten. Es lohnt sich unbedingt, auf den Websites der Länder nachzuschauen. Die von verschiedenen Bauunternehmen gegründete Initiative „Aktion pro Eigenheim“ hat auf ihrer Website eine praktische Übersicht zusammengestellt.

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