Liechtenstein
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Krankenkassenprämie steigt im Durchschnitt um 3,9 Prozent

VADUZ - Liechtensteins Einwohner müssen sich im kommenden Jahr auf einen Anstieg der Krankenkassenprämien gefasst machen. Im Durchschnitt wird dieser 3,9 Prozent betragen. Das entspricht Mehrkosten von monatlich rund 13,5 Franken.

Das Amt für Gesundheit hat die von den Krankenkassen vorgeschlagenen Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) für das Jahr 2023 auf Basis der Kostenentwicklung und der vorgelegten Budgets der Kassen überprüft und zur Kenntnis genommen. Das teilte die Regierung am Dienstag mit. Demnach steigt die mittlere Prämie mit allen Kostenbeteiligungsvarianten für erwachsene Versicherte gegenüber dem Vorjahr um 3.9%.

Die durchschnittliche Erwachsenenprämie mit Unfalldeckung und gesetzlicher (minimaler) Kostenbeteiligung beträgt für das kommende Jahr 359 Franken pro Monat. Sie liegt damit um rund 13.50 Franken pro Monat über der Durchschnittsprämie des Vorjahres.

Die mittlere Prämie für Erwachsene Versicherte beläuft sich im Jahr 2023 auf 329.20 Franken (mit und ohne Unfalldeckung). Sie berücksichtigt auch die freiwillig gewählten höheren Kostenbeteiligungsmodelle und ist daher entsprechend tiefer. Bei allen drei Kassen steigt die Erwachsenenprämie mit ordentlicher Kostenbeteiligung und Unfalldeckung in unterschiedlichem Ausmass, und zwar zwischen 3.1 Prozent und 8.2 Prozent.

Prämien und Reserven

"Die Kassen haben die aufgrund der Kostenentwicklung notwendige Prämienanpassung zum Teil durch einen Abbau von Reserven abgemildert. Alle Kassen halten die gesetzlichen Vorschriften betreffend die Reserven trotzdem weiterhin ein", heisst es in der Mitteilung. Diesen zufolge müssen jederzeit mindestens 15 Prozent der Bruttoleistungen als Sicherheitsreserve und für den Ausgleich von Kostenschwankungen vorhanden sein.

Bei stark steigenden Kosten können sich die vorhandenen Reserven jedoch schnell dieser Untergrenze annähern. Bei vergleichsweise kleinen Kassen ist das Schwankungsrisiko zudem erhöht. In Liechtenstein gibt es keine Vorgaben über die maximal zulässige Höhe von Reserven. In der Schweiz, wo solche Vorgaben existieren, halten die Kassen zum Vergleich etwa das Doppelte der liechtensteinischen Mindestvorgabe als Reserven. Etwa auf diesem Niveau bzw. leicht darunter kommen die Reserven der liechtensteinischen Kassen in den eingereichten Budgets 2023 zu liegen.

Arbeitgeberbeitrag in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung

Der Arbeitgeberbeitrag entspricht der Hälfte des Landesdurchschnitts der Prämien mit Berücksichtigung der gesetzlichen und der freiwillig höheren Kostenbeteiligungen. Er beläuft sich im Jahr 2023 auf 156.50 Franken pro Monat (Vorjahr: 150.50 Franken) für Erwachsene. Bei Jugendlichen beträgt er die Hälfte davon und somit 78.25 Franken. Bei Teilzeitbeschäftigten reduziert sich der Arbeitgeberbeitrag entsprechend dem Beschäftigungsgrad.

Weiterhin durchwegs niedrigere Prämien als in der Schweiz

Die durchschnittliche Prämie in Liechtenstein mit Unfalldeckung und gesetzlicher Kostenbeteiligung liegt 2023 um 155 Franken pro Monat oder 1'860 Franken pro Jahr unter jener der Schweiz. "In der Schweiz werden die Prämien nicht durch einen Staatsbeitrag an die Kassen subventioniert. Im Gegensatz zur Schweiz sind in Liechtenstein Kinder zudem vollständig von der Krankenkassenprämie befreit", schreibt die Regierung. Kinder und Jugendliche zahlen ausserdem keine Kostenbeteiligung, so dass für Familien im Vergleich eine zusätzliche Entlastung besteht.

Prämien- und Kostenentwicklung

Nach mehreren Jahren praktisch ohne Kostenwachstum in der OKP sind die Bruttoleistungen ab 2019 wieder angestiegen. In den zwölf Monaten von August 2021 bis Juli 2022 betrug der Zuwachs der OKP-Leistungen 3.4 Prozent. Die mittlere Prämie ist in den letzten Jahren mehrmals hintereinander gesunken bzw. nur leicht angestiegen. Auf 2023 sei nun erstmals wieder ein deutlicherer Prämienanstieg erforderlich, der die steigenden Kosten abbildet.

"Es wird weiterhin eine grosse Herausforderung sein, die Kostenentwicklung unter Kontrolle zu halten. Die Kosten sind massgeblich für die Entwicklung der Prämien. Die geschaffenen und in den letzten Jahren verbesserten Werkzeuge im Bereich der Kostensteuerung müssen hierzu konsequent angewendet und weiterentwickelt werden", schreibt die Regierung.