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Ajax-Fans randalieren und sorgen für Eklat

Fußball

Beim Spiel zwischen Ajax und Feyenoord sorgten die Fans für einen Spielabbruch.

Beim Spiel zwischen Ajax und Feyenoord sorgten die Fans für einen Spielabbruch. Foto: dpa

Marco van Basten würde am liebsten gleich den ganzen Laden dichtmachen. „Hört mal mit dem Profifußball in den Niederlanden auf. Das meine ich ernsthaft, denn offensichtlich können wir uns nicht benehmen“, kommentierte der frühere Oranje-Weltstar die Krawalle von Amsterdam, die den krisengeschüttelten Rekordmeister Ajax endgültig an einen Tiefpunkt seiner ruhmreichen Historie geführt haben.

Der frühere Bondscoach und Ajax-Trainer van Basten („Die Politik muss sich dem Thema annehmen“) war erschüttert von den Szenen, die sich am Sonntag in der Hauptstadt abgespielt haben. Dabei hatten Ajax-Problemfans mit dem Werfen von Pyrotechnik für einen Abbruch des Heimspiels gegen Feyenoord Rotterdam gesorgt. Zu diesem Zeitpunkt lag Rotterdam mit 3:0 in Führung. Vor dem Stadion brachen in der Folge Tumulte aus, einige Krawallmacher legten sich mit der Polizei an und warfen Pflastersteine.

Ajax-Legende Marco van Basten hat kein Verständnis für die Geschehnisse.
Ajax-Legende Marco van Basten hat kein Verständnis für die Geschehnisse.

Ajax-Legende Marco van Basten hat kein Verständnis für die Geschehnisse. Foto: dpa

„Das hat nichts mit Fußball und Fansein zu tun. Sie spielen mit der Sicherheit der Spieler, ihrer Mitfans und sich selbst. Schämen Sie sich“, schrieb Justizministerin Dilan Yesilgöz-Zegerius auf X (ehemals Twitter), nachdem der Frust über die sportliche Krise von Ajax in Gewalt umgeschlagen war.

Untersuchungen gegen Ex-Sportdirektor

Mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen hat Ajax den schlechtesten Saisonstart seit 1965 hingelegt. Stunden nach dem Tiefpunkt gegen Feyenoord wurde der deutsche Sportdirektor Sven Mislintat entlassen. Grund dafür sei der „Mangel an breiter Unterstützung innerhalb der Organisation“ für den früheren Stuttgarter, hieß es vom Club. Auch Coach Maurice Steijn steht in der Kritik.

Der frühere niederländische Nationaltrainer Louis van Gaal steht für eine Rettungsmission allerdings nicht zur Verfügung. „Meine Gesundheit geht vor“, sagte van Gaal dem TV-Sender NOS. Er sei „nicht mehr in der Lage, Trainer eines Clubs zu sein“, ergänzte der 72-Jährige. Die Ajax-Anhänger hatten vor dem Spielabbruch immer wieder den Namen van Gaals skandiert. Doch der erstickte die Hoffnungen auf eine Rückkehr zu seinem Ex-Club im Keim. Van Gaal, der 1995 mit Ajax die Champions League gewonnen hat, leidet an Prostatakrebs und befindet sich in ständiger Behandlung.

Einige Krawallmacher legten sich mit der Polizei an und warfen Pflastersteine.
Einige Krawallmacher legten sich mit der Polizei an und warfen Pflastersteine.

Einige Krawallmacher legten sich mit der Polizei an und warfen Pflastersteine. Foto: AFP

Wie es mit dem „Patienten“ Ajax weitergeht, ist offen. Erst einmal muss die gerade einmal vier Monate dauernde Amtszeit Mislintats aufgearbeitet werden. Der Club will die Untersuchungen über das Verhalten des Ex-Sportdirektors rund um den Transfer des kroatischen Verteidigers Borna Sosa (früher VfB Stuttgart) fortsetzen. Dabei geht es um einen möglichen Interessenkonflikt.

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In der vergangenen Transferperiode hat Mislintat für 109 Millionen Euro neue Spieler gekauft. Die Verpflichtungen hatten sich bisher nicht als Verstärkungen erwiesen. Am Sonntag - Mislintat durfte auf Anordnung der Ajax-Direktion nicht im Stadion sein - stellte Coach Steijn überwiegend Spieler aus dem Jugendbereich auf. Ajax nahm unter Mislintat durch Spielerverkäufe zwar 156 Millionen Euro ein. Kritiker werfen ihm aber vor, zum Teil unbekannte Spieler aus zweiten europäischen Ligen zu überhöhten Preisen erworben zu haben.