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Aus der Betonwüste Belval soll ein lebendiges Viertel werden

Nationaler Mobilitätsplan 2035

Die schnelle Tram wird erst 2035 nach Belval fahren.

Die schnelle Tram wird erst 2035 nach Belval fahren. Foto: Mobilitätsministerium

„Belval ist noch immer eine Betonwüste“, beschreibt Landesplanungsminister Claude Turmes (Déi Gréng) seinen Eindruck des Neubauviertels. Zu viel Platz für das Auto, jedoch zu wenig Platz für öffentliche Verkehrsmittel, die sanfte Mobilität und Grünflächen – so lautet die Kritik. In den kommenden Jahren soll sich das Viertel jedoch drastisch ändern und ein gänzlich neues Mobilitätskonzept erhalten. Am Donnerstag wurden die entsprechenden Pläne von gleich drei grünen Ministern vorgestellt.

Diese Pläne beinhalten eine Hülle und Fülle an einzelnen Projekten, kaum ein Teil Belvals soll in zehn Jahren noch so aussehen wie heute. Ein Beispiel hierfür ist die Avenue du Rock’n’Roll, die am Einkaufszentrum sowie an der Rockhal vorbeiführt. Diese wird sich in Zukunft in eine Shared-Space-Zone verwandeln, die zeitweise für den Verkehr gesperrt und für Veranstaltungen unter freiem Himmel genutzt werden kann.

Weniger Platz für das Auto

Auch auf den anderen Verkehrsachsen des Viertels wird sich einiges ändern. So wird auf der Porte de France die Zahl der Fahrbahnen für Autos von aktuell sechs auf künftig drei reduziert. Im Gegenzug sollen dort neue Radwege entstehen. Auf dem Nordteil der Porte de France wird die schnelle Tram verkehren.

Ferner wird dem Auto auch auf dem Boulevard du Jazz, dem Boulevard des Lumières und der Rue Le Bataclan Platz weggenommen. Hier entstehen unter anderem neue Radwege sowie Busspuren, die Rue Le Bataclan wird in eine Einbahnstraße umgewandelt.

Zusätzliche Begrünung soll Luftqualität verbessern

„Es geht nicht darum, das Auto zu verteufeln. Ziel ist ein multimodales System“, erklärt Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) die Pläne für Belval. Einen zentralen Platz in dieser Vision spielt neben dem Einrichten von neuen Buslinien primär die schnelle Tram, die den Süden des Landes in Zukunft mit der Hauptstadt verbinden wird. Sie wird insgesamt fünf Haltestellen in Belval und Beles anfahren.

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Begleitet werden die unterschiedlichen Mobilitätsprojekte von Begrünungsmaßnahmen, wie die zuständige Umweltministerin Joëlle Welfring (Déi Gréng) erklärt. Es werden zusätzliche Bäume gepflanzt, auch die Trassen der Tram sollen begrünt werden. Dies soll den Betonwüsten-Charakter, den das Viertel an vielen Stellen zeigt, auflockern und zu einer besseren Luftqualität beitragen.

Langwierige Bauarbeiten

Bausch nennt die am Donnerstag enthüllten Pläne einen „Qualitätssprung für den Süden“. Bis die Menschen, die dort leben, davon profitieren können, ist jedoch noch Geduld gefragt. Ebenso wie der Nationale Mobilitätsplan ist nämlich auch die Vision für Belval auf das Jahr 2035 ausgelegt. So sollen die einzelnen Projekte in den kommenden zehn bis zwölf Jahren stufenweise umgesetzt werden.

Bis Ende 2024 wird etwa der Busbahnhof am Bahnhof Belval-Université von vier auf acht Quais ausgeweitet. Bis Ende 2028 sollen dann der Shared Space in der Avenue du Rock’n’Roll eingerichtet sowie die Rue Le Bataclan und die Rue John Lennon umgestaltet worden sein. Die schnelle Tram wird voraussichtlich erst 2035 durch das Belval-Viertel fahren.

Dass die Lebensqualität in Belval unter den anstehenden, langwierigen Bauarbeiten leiden könnte, daran glauben die Verantwortlichen indes nicht. „Die Arbeiten werden ja nicht in einer einzelnen Phase, sondern über einen Zeitraum von zehn Jahren realisiert“, erklärt Marie-Josée Vidal, Präsidentin der für die Gestaltung des Viertels zuständigen Entwicklungsgesellschaft Agora.

Pop-up-Radweg vorgestellt

Zumindest eine kurzfristige Maßnahme konnten die Verantwortlichen am Donnerstag dann doch vorstellen. So wurde ein neuer Pop-up-Radweg, also ein provisorischer Radweg, in Belval eingerichtet. Dieser verbindet das aus Esch kommende Vëlodukt mit dem Radweg PC8, der in Richtung Beles verläuft. Die endgültige Radpiste, die das Provisorium ersetzen wird, wird erst 2031 fertig sein.

Vëlodukt soll an Escher Stadtzentrum angebunden werden

Im Zuge der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte der Escher Bürgermeister Georges Mischo (CSV), dass die Arbeiten zur Anbindung des Vëlodukts an das Escher Zentrum näher kommen. Am 12. Oktober soll die Ausschreibungsphase für den Bau einer Verbindung am Boulevard Prince Henri anlaufen. Diese fehlende Anbindung wurde in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert.