Luxembourg
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Bauern wollen unabhängig vom Umweltministerium sein

Wahlforderungen der Landwirte

Ein eigenständiges Agrarressort gehört zu den Erwartungen an die neue Regierung. Diese soll auch einen schon lange bestehenden Clinch beenden.

Auf Augenhöhe: Die Bauern wollen in die Zwischenbilanz des neuen Agrargesetzes und in die nächste Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik eingebunden werden.

Auf Augenhöhe: Die Bauern wollen in die Zwischenbilanz des neuen Agrargesetzes und in die nächste Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik eingebunden werden. Foto: dpa

Auch wenn das Agrargesetz auf der Zielgeraden verabschiedet wurde: Nach dem Agrargesetz ist vor dem Agrargesetz. Und so lautet eine der Wahlforderungen der Bauernzentrale und der Lëtzebuerger Bauerejugend, dass sich die Politik „frühzeitig“ und „proaktiv“ in die nächste Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik einbringt.

Die GAP, in Brüssel ausgearbeitet, stellt die Grundlage des Agrargesetzes dar, das dann über mehrere Jahre die Ausrichtung der Landwirtschaft samt Subventionspolitik definiert. Die Bauernzentrale erwartet sich auch, dass die Politik die Bauern einbindet, sowohl bei der Zwischenbilanz zum jetzigen Agrargesetz als auch bei der neuen Gesetzgebung. Beim jüngsten Agrargesetz gab es aufgrund eines unzureichenden Dialogs unter anderem große Meinungsunterschiede bei der Art, ob und wie die Höfe expandieren können.

Dass es in jüngerer Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz kam, spiegelt sich auch in der Forderung der Centrale paysanne wider, dass es in der nächsten Regierung ein eigenständiges Ministerium für Landwirtschaft und Nahrungsmittelsouveränität gibt, „das unabhängig vom Umweltministerium funktioniert und sich mit diesem auf Augenhöhe austauschen kann“. Daran gekoppelt ist die Forderung nach einem „klaren Bekenntnis“ zum Landwirtschaftsstandort Luxemburg und zur Nahrungsmittelsouveränität. Vonseiten der Baueren-Allianz hat deren neuer Vorsitzende Marco Koeune zuletzt die Idee eines Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ins Spiel gebracht.

Eine „politisch getriebene Spaltung“

Bauernzentrale und Bauerejugend plädieren auch dafür, die „politisch getriebene Spaltung“ zwischen konventioneller Landwirtschaft und Bio-Landbau zu beenden; beide Produktionsformen hätten ihre Daseinsberechtigung, heißt es im Forderungskatalog. Darin sprechen sich der größte Bauernverband und seine Jugendabteilung auch für eine „bessere Beratung“ und „optimalerer Rahmenbedingungen“ bei der Diversifizierung aus, sei es beim Gemüse- und Obstanbau, sei es bei der Nutzung erneuerbarer Energien.

Lesen Sie auch:

Der Minister mit den bescheidenen Erfolgen

Mit Blick auf die Schulen, denen die Agrarbranche seit Jahren durch das Konzept der „fermes pédagogiques“ näher gebracht werden soll, erwarten sich die Bauern eine „realitätsgetreue Darstellung der einheimischen Landwirtschaft“ in den Bildungsprogrammen.  

Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, soll ein guichet unique eingesetzt und im Weinbau ein Winzerstatut geschaffen werden.