Luxembourg
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Behörden von Berg-Karabach beschließen Selbstauflösung

Zum 1. Januar

Am vergangenen Dienstag hatte das autoritär geführte Aserbaidschan eine Militäroperation zur Eroberung Berg-Karabachs gestartet.

Am vergangenen Dienstag hatte das autoritär geführte Aserbaidschan eine Militäroperation zur Eroberung Berg-Karabachs gestartet. Foto: AFP

Die Regierung der international nicht anerkannten Republik Arzach (Berg-Karabach) hat nach der Niederlage gegen Aserbaidschan die Auflösung aller ihr unterstehenden Behörden bis zum 1. Januar 2024 beschlossen.

Das berichteten armenische Medien am Donnerstag unter Berufung auf ein von Regierungschef Samwel Schachramanjan unterzeichnetes Dokument. Per Dekret seien die örtlichen Behörden angewiesen worden, zum 1. Januar 2024 alle alle staatlichen Institutionen und Organisationen" in der Kaukasusregion aufzulösen. Das bedeutet de facto das Ende der autonomen Region.

Bereits am Mittwoch hatte man die Auflösung der Kampfverbände von Bergkarabach bekanntgegeben. Dies geschehe gemäß der Waffenruhe-Vereinbarung vom Mittwoch, wie die armenische Nachrichtenagentur Armenpress die pro-armenischen Behörden in Berg-Karabach zitierte. Am Freitag hatten die Kämpfer der international nicht anerkannten Republik bereits begonnen, ihre Waffen abzugeben.

Militäroperation in der verhangenen Woche

Am vergangenen Dienstag hatte das autoritär geführte Aserbaidschan eine Militäroperation zur Eroberung Berg-Karabachs gestartet. Nur einen Tag später ergaben sich die unterlegenen Karabach-Armenier. Während der kurzen Kämpfe starben armenischen Angaben zufolge mehr als 200 Menschen, mehr als 400 weitere wurden demnach verletzt.

Die Suche nach Toten und Vermissten der Kämpfe ging am Wochenende weiter. Verwundete und Kranke werden in medizinische Einrichtungen in Armenien gebracht, wie Armenpress berichtete. Das Internationale Rote Kreuz und vor Ort stationierte russische Soldaten sollen die Transporte begleiten.

Seit langem umstritten

Berg-Karabach liegt auf aserbaidschanischem Staatsgebiet, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt und ist zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken seit langem umkämpft. Die Zehntausenden armenischen Zivilisten in der Region fürchten nun, vertrieben oder von den neuen aserbaidschanischen Machthabern unterdrückt zu werden. Viele Armenier werfen ihrer traditionellen Schutzmacht Russland, die auch eigene Soldaten vor Ort stationiert hat, vor, sie im Stich gelassen zu haben.

Lesen Sie auch:

Die Angst vor der Rache der Sieger weckt böse Erinnerungen