Luxembourg
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Jede zehnte Nacht in einem fremden Bett

Freizeit und Urlaub

Die Luxemburger kamen 2022 auf rund drei Millionen Reisen und waren damit deutlich mehr unterwegs als vor der Pandemie.

Zum Urlaubsziel führt der Weg der Luxemburger in mehr als der Hälfte der Reisen durch die Luft.

Zum Urlaubsziel führt der Weg der Luxemburger in mehr als der Hälfte der Reisen durch die Luft. Foto: dpa

Dass die nach der Pandemie neugewonnene Bewegungsfreiheit vor allem auch das Reiseverhalten beeinflusst hat, zeigen die Zahlen von Statec. Laut diesen nämlich waren die Luxemburger im vergangenen Jahr kaum zu bremsen. Fast drei Millionen Reisen mit annähernd 20 Millionen Übernachtungen hat die Statistikbehörde erfasst. Gut 2,6 Millionen dieser Aufenthalte jenseits der eigenen vier Wände waren privater Natur, gelten also als Freizeitreisen. Hinzu kommen 323.000 Geschäftsreisen, die rund elf Prozent aller Aufenthalte ausmachen und mit sechs Prozent zu den Übernachtungen beitragen.

Urlaub und Besuch der Familie

Mehr als jede zweite Reise führte zu einem Urlaubsziel und immerhin fast jede dritte zu Freunden oder Familienangehörigen. Letzteres ist vor allem damit zu erklären, dass Luxemburg eine große Zuwanderungsrate hat, weswegen viele Menschen vor allem die Sommerferien dazu nutzen, die im Ausland lebende Familie zu besuchen. Reisen aus gesundheitlichen, religiösen oder bildungsbezogenen Gründen hatten lediglich einen Anteil von vier Prozent.

Im Schnitt verbrachten die Einwohner 36 Übernachtungen außerhalb ihres Zuhauses aufgrund einer Reise. Mehr als ein Viertel der Aufenthalte waren Aufenthalte mit zehn oder mehr Übernachtungen, fünf Prozent waren Aufenthalte von mehr als zweieinhalb Wochen und drei Prozent Aufenthalte von mehr als vier Wochen. Unter den Langzeitreisenden finden sich vor allem Studenten, Rentner und Einwohner ausländischer Herkunft.

Gespartes und großer Nachholbedarf

Obwohl 2022 ein von der Inflation geprägtes Jahr war, ist im Vergleich zum Jahr 2019 ein recht starker Anstieg der Reisetätigkeit zu beobachten. Die Zahlen stiegen von vier auf fünf Aufenthalte, beziehungsweise von 26 auf 36 Übernachtungen pro Einwohner und Jahr. Laut Statec gibt es mehrere Erklärungen: „Die Jahre 2020 und 2021, die durch die Einschränkungen aufgrund der Gesundheitskrise gestört waren, ermöglichten es den Bewohnern, Ersparnisse anzuhäufen“, so die Statistiker.

Nachdem dann im vergangenen Jahr alle Corona-Einschränkungen aufgehoben worden seien, hätten die Luxemburger wieder das gesamte Tourismusangebot nutzen und Aufenthalte nachholen können, die 2020 und 2021 nicht möglich gewesen seien. „Die Einführung von Telearbeit in den Alltag vieler Bewohner hat zudem zu mehr Flexibilität bei der An- und Abreise geführt und die Möglichkeit eröffnet, den Aufenthalt durch Telearbeitstage zu verlängern“, erklärt Statec. Es bleibe nun abzuwarten, ob sich dieser Anstieg auch 2023 fortsetzen werde.

Jeder zweite Urlaub mit dem Flieger

In Bezug auf den Freizeittourismus waren die am häufigsten besuchten Länder die in der europäischen Nachbarschaft. Frankreich ist mit 23 Prozent der Aufenthalte alleiniger Spitzenreiter, Deutschland kommt auf elf, Belgien auf acht Prozent und damit auf ähnliche Werte wie Italien, Spanien und Portugal. Jede dritte Urlaubsreise führte im vergangenen Jahr ans Meer, jede vierte aufs Land und nur 13 Prozent in die Berge. Besonders beliebt mit einem Anteil von 50 Prozent waren Reisen, in denen Städte eines der Ziele oder auch das Hauptziel waren.

Was das Fortbewegungsmittel betrifft, so dominierte mit 54 Prozent aller Reisen das Auto, was gegenüber 2019 sogar einem Zuwachs von fünf Prozent entspricht. Gleichzeitig ist der Anteil der Flugreisen im gleichen Zeitraum von 41 auf 35 Prozent gesunken. Aber: Der Anteil des Flugverkehrs ist zwar rückläufig, in absoluten Zahlen ist jedoch ein Anstieg des Flugverkehrs zu beobachten - von 840.000 im Jahr 2019 auf 940.000 im Jahr 2022. Das Flugzeug dominiert zudem auch bei den reinen Urlaubsreisen, gefolgt vom Auto (33 Prozent). Der Zug spiel mit elf Prozent als Fortbewegungsmittel im Urlaub nur eine marginale Rolle.

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