Luxembourg
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Lars Gerson ist Luxemburgs Ruhepuls

Fußball

Nach 91 Länderspielen ist der Abwehrspieler die Erfahrung in Person. Im Spiel gegen Island trifft der 33-Jährige auf einige ehemalige Mitspieler.

Auf Lars Gerson kann sich die Mannschaft immer verlassen.

Auf Lars Gerson kann sich die Mannschaft immer verlassen. Foto: Ben Majerus

Jeder Fußballfan, der eine Tabelle lesen kann, kann sich denken, wie wichtig dieses Spiel ist. „Wir stehen gut da, das wissen wir natürlich“, sagt Luc Holtz vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Island, das am Freitag um 20.45 Uhr im Stade de Luxembourg angepfiffen wird. Als Gruppendritter (7 Punkte) hinter Portugal (12) und der Slowakei (10) ist die Teilnahme an der Europameisterschaft, die im nächsten Sommer in Deutschland stattfindet, zumindest in Sichtweite.

„Die Spieler spüren, wie wichtig dieses Spiel ist“, erklärt Holtz, „auch für die Menschen im Land“. Aus diesem Grund schätzt der Nationaltrainer die Abgeschiedenheit des Sporthotels Leweck, wo sich die Mannschaft traditionell vorbereitet. „Da gehen wir nicht zum Spaß hin, es ist ein ganz ruhiges Umfeld. Die Spieler bekommen nicht alles mit, was im Land läuft.“

Manchmal sehe ich, dass der eine Spieler im Training plötzlich besser drauf ist als der andere.

Eine entsprechende Gelassenheit verspürt der FLF-Coach auch bei seinen Fußballern. Eine Gelassenheit, die sich Holtz auch für das Duell mit Island erhofft. „Ich nehme innerhalb der Gruppe eine extreme Ruhe wahr“, verrät Holtz. „Es ist ein 50:50-Spiel, in dem die Tagesform und verschiedene kleine Details entscheiden werden. Trotzdem ist der Puls bei den Spielern noch niedrig.“

Nationaltrainer Luc Holtz will seine Spieler von der Aufregung fernhalten.
Nationaltrainer Luc Holtz will seine Spieler von der Aufregung fernhalten.

Nationaltrainer Luc Holtz will seine Spieler von der Aufregung fernhalten. Foto: Ben Majerus

Den niedrigsten Puls im Aufgebot könnte Lars Gerson haben. „Ich bin ziemlich ruhig als Person“, bestätigt der 33-Jährige. „Und das will ich auch auf dem Feld sein. Die Ruhe ist sicherlich eine meiner Stärken. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft damit helfen kann.“ Gegen die körperlich starken Isländer müsste der Abwehrspieler allerdings auch auf andere Qualitäten zurückgreifen. „Ich bin nicht der Stärkste und auch nicht der Schnellste, also muss ich versuchen, früh am Mann zu sein. Ich muss clever spielen.“

Ohne klassischen Mittelstürmer

Eine wichtige Rolle spielt Gerson für Nationaltrainer Holtz auch in der Vorbereitung auf die Partie. Denn der Sohn einer Norwegerin kennt sich im nordeuropäischen Fußball bestens aus. Mit einigen Spielern aus dem isländischen Kader stand er in der Vergangenheit bereits zusammen auf dem Platz. „Ich konnte ein paar Infos an den Trainer weitergeben“, verrät er.

Die Aufgebote

Luxemburg

Tor: Anthony Moris (Saint-Gilloise/B), Tiago Pereira (Mönchengladbach/D), Ralph Schon (Wiltz)

Abwehr: Dirk Carlson (St. Pölten/A), Maxime Chanot (Ajaccio/F), Eldin Dzogovic (Magdeburg/D), Lars Gerson (Kongsvinger/N), Laurent Jans (Mannheim/D), Seid Korac (Degerfors/S), Enes Mahmutovic (ZSKA Sofia/BUL), Marvin Martins (Austria Wien/A), Mica Pinto (Arnheim/NL)

Mittelfeld: Leandro Barreiro (Mainz/D), Florian Bohnert (Bastia/F), Sofiane Ikene (Nürnberg/D), Christopher Martins (Spartak Moskau/RUS), Mathias Olesen (1. FC Köln/D), Timothé Rupil (Mainz/D), Sébastien Thill (Stal Rzeszow/PL), Vincent Thill (Sabah/AZE)

Angriff: Yvandro Borges (Mönchengladbach/D), Alessio Curci (Francs Borains/B), Aiman Dardari (Mainz/D), Leon Elshan (Sittard/NL), Danel Sinani (St. Pauli/D)

Island

Tor: Elias Olafsson (Mafra/P), Alex Runarsson (Cardiff/ENG), Hakon Valdimarsson (Elfsborg/S)

Abwehr: Valgeir Fridriksson (Häcken/S), Hjörtur Hermannsson (Pisa/I), Sverrir Ingason (Midtjylland/DK), Hördur Magnusson (Panathinaikos/GR), Alfons Sampsted (Twente/NL)

Mittelfeld: Mikael Anderson (Aarhus/DK), Kolbeinn Finnsson (Lyngby/DK), Johann Gudmundsson (Burnley/ENG), Hakon Haraldsson (Lille/F), Kristian Hlynsson (Ajax/NL), Isak Johannesson (Düsseldorf/D), Julius Magnusson (Fredrikstad/N), Victor Palsson (Eupen/B), Jon Thorsteinsson (Leuven/B), Arnor Traustason (Norrköping/S), Willum Willumsson (Go Ahead Eagles/NL)

Angriff: Mikael Ellertsson (Venezia/I), Alfred Finnbogason (Eupen/B), Saevar Magnusson (Lyngby/DK), Orri Oskarsson (Kopenhagen/DK)

Bei der Auswahl seiner Startelf orientiert sich Holtz allerdings weniger an den Qualitäten des Gegners, sondern eher an der Form seines eigenen Personals. So mache es schon einen Unterschied, ob ein Spieler in seinem Verein auf dem Platz steht oder auf der Bank sitzt. „Wer im Rhythmus ist, hat normalerweise mehr Konstanz, aber auch mehr Dynamik und Schnelligkeit“, erläutert der Coach.

Besonders wichtig seien allerdings die kurzfristigen Eindrücke: „Manchmal sehe ich, dass der eine Spieler im Training plötzlich besser drauf ist als der andere“, sagt Holtz. Danel Sinani beispielsweise, der in Abwesenheit von Gerson Rodrigues unter anderem fürs Toreschießen zuständig ist, bescheinigt der Nationaltrainer trotz fehlender Spielpraxis bei St. Pauli einen „exzellenten Zustand“.

Lesen Sie auch:

Islands Goldene Generation gehört der Vergangenheit an

Um vor dem gegnerischen Tor erfolgreich zu sein, brauche seine Mannschaft nicht unbedingt einen klassischen Angreifer. „Eine Spielweise ohne Mittelstürmer war eine Zeit lang richtig in Mode“, erklärt Holtz. „Aber das Entscheidende ist sowieso immer das Kollektiv - in der Offensive und der Defensive.“

Programm und Klassement

EM-Qualifikation - Gruppe J

Am Freitag:

20.45: Luxemburg - Island

20.45: Slowakei - Portugal

20.45: Bosnien-Herzegowina - Liechtenstein

Am Montag:

20.45: Portugal - Luxemburg

20.45: Island - Bosnien-Herzegowina

20.45: Slowakei - Liechtenstein

Klassement: 1. Portugal 4 Spiele/12 Punkte, 2. Slowakei 4/10, 3. Luxemburg 4/7, 4. Bosnien-Herzegowina 4/3, 5. Island 4/3, 6. Liechtenstein 4/0